Bruce | EIN ENGEL BRAUCHT KEIN ALIBI - AGENT OSS 117, BAND 2 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 650 Seiten

Bruce EIN ENGEL BRAUCHT KEIN ALIBI - AGENT OSS 117, BAND 2

Vier Romane in einem Band
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7487-3197-9
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Vier Romane in einem Band

E-Book, Deutsch, 650 Seiten

ISBN: 978-3-7487-3197-9
Verlag: BookRix
Format: EPUB
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OSS 117 flirtete in New York - und zur gleichen Zeit beschlossen die anderen seinen Tod. Seine Gegner bewiesen, dass sie ihr blutiges Handwerk verstanden. Der CIA-Agent Kennedy war ihr erstes Opfer. Er war auf eine grausame Art gestorben, keine zwei Meter von OSS 117 entfernt. Doch dann kam eine entscheidende Kleinigkeit dazwischen: ein kurzer Aufenthalt auf der Insel Wake, wo eine Katastrophe ihren Anfang nahm... 1949 schuf der französische Schriftsteller Jean Bruce (eigentlich Jean Alexandre Brochet, * 22. März 1921; ? 26. März 1963) den CIA-Agenten Hubert Bonisseur de La Bath (alias OSS 117) - bis 1963 schrieb er 87 OSS-117-Romane; zwischen 1956 und 1971 wurden acht dieser Romane erfolgreich verfilmt: International gilt Hubert Bonisseur de La Bath als ebenso populär wie James Bond, Lemmy Caution oder Kommissar Maigret. Der Apex-Verlag veröffentlicht die OSS-117-Romane von Jean Bruce als durchgesehene Neuausgaben und macht diese erstmals seit fünfzig Jahren wieder in Deutschland verfügbar. Der vorliegende zweite Band enthält die spannenden und mitreißenden Agenten-Thriller Ein Toter fällt vom Himmel, Gentlemen morden leise, Komm mit mir ins Jenseits und Ein Engel braucht kein Alibi.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


  1. EIN TOTER FÄLLT VOM HIMMEL (Panique A Wake)
      Erstes Kapitel     Als ich auf wachte, war es Tag. Die linke Gesichtshälfte ans Fenster gepresst, lag ich mit steifen Gliedern in meinem Sitz und blinzelte in den hellrosa Himmel. Verschlafen richtete ich mich auf. Tief unter uns segelten weiße Wolkenbänke über die graue Fläche des Ozeans. Meine Uhr zeigte drei Uhr zehn. Das konnte nicht ganz stimmen. Wir hatten Tokio am Vorabend gegen neun Uhr verlassen. Nun waren wir wahrscheinlich nicht mehr weit von der Insel Wake entfernt. Es musste also etwa sechs Uhr morgens sein. Die Sonne war soeben aufgegangen. Die Tür zum Cockpit öffnete sich. Übernächtigt und unrasiert machte sich der Co-Pilot auf den Weg zur Toilette. Ich drehte mich um - und blickte in das lächelnde Gesicht meiner Nachbarin. Sie sah frisch und ausgeruht aus, und ihr seidiges braunes Haar lag so ordentlich, als käme sie gerade vom Friseur. »Gut geschlafen?« Sie antwortete, indem sie kurz ihre langen Wimpern niederschlug. Zu mehr hatte sie offenbar keine Lust. Sie hieß Lily Carr, war Ärztin und aktives Mitglied einer Gesellschaft zur Unterstützung unterernährter asiatischer Kinder. Im Lauf der kurzen Unterhaltung, die wir am Vorabend nach dem Start angeknüpft hatten, erfuhr ich, dass sie glühende Anhängerin einer jener kleinen Sekten war, von denen es in den Vereinigten Staaten nur so wimmelt. Meiner Ansicht nach war sie viel zu jung und zu hübsch, um sich derart fanatisch, wie sie es tat, zu engagieren. Ich hatte versucht, ihr dies klar zu machen, aber wohl tauben Ohren gepredigt. Sie gehörte zu den Menschen, die nie zuhören, wenn man ihnen etwas sagt, die aber sehr wohl darauf bestehen, dass man sie anhört. Im Allgemeinen gehe ich solchen Leuten aus dem Weg. Hinter uns war die energische Stimme Pearl Richardsons, der ersten Stewardess, zu hören. Ich versuchte, sie in mein Blickfeld zu bekommen. Sie war eine hochgewachsene Blondine mit einem schweren Chignon am Hinterkopf. Ihr Anblick war durchaus erfreulich. Wenn sie nur nicht so autoritär gewesen wäre! Der Feldwebelton, den sie manchmal anschlug, konnte einem beinahe Angst einjagen. Obwohl sie sicher die ganze Nacht kein Auge zugetan hatte, sah sie noch genauso appetitlich und strahlend aus wie am Vorabend beim Abflug. Schräg vor mir saßen drei japanische Tänzerinnen in bunten Kimonos. Sie flogen nach Honolulu, um dort in einer Music-Hall ein Gastspiel zu geben. Sie waren gerade dabei, ihr Make-up aufzufrischen, und man musste unwillkürlich an drei kleine Katzen denken, die sich das Fell putzen. In der Reihe vor ihnen, gleich am Mittelgang, schlief James Kennedy in seinem Sitz, den großen, mageren Körper grotesk zusammengekrümmt. Er war gestern Abend eingeschlafen und hatte sich seither nicht mehr gerührt. Es soll Leute geben, die zehn Stunden pennen können, ohne sich zu bewegen. James Kennedy war einer der CIA-Agenten, die in Japan arbeiteten. Man hatte uns vor einigen Monaten gemeinsam auf eine Sache angesetzt, und wir waren hinterher nicht gerade als dicke Freunde voneinander geschieden. Trotzdem hätte er mich zumindest grüßen können. Vielleicht war er auch wieder einmal mit einem Spezialauftrag unterwegs... Kennedy war als letzter Passagier in Haneda, dem Flughafen von Tokio, angekommen, als wir alle schon abgefertigt waren und auf den Bus warteten, der uns zu der Maschine bringen sollte. Er hatte sich sofort neben mich gestellt, mich fast berührt, dann aber so getan, als hätte er mich noch nie gesehen. Möglich, dass er mir die Sache von damals noch immer übelnahm. Aber eine Kleinigkeit machte mich stutzig: Kennedy reiste in der Touristenklasse. Dabei waren für das Büro in Tokio ständig in allen Überseemaschinen der amerikanischen Fluglinien gute Plätze reserviert, die bis zum letzten Augenblick freigehalten wurden. Bei mir war es diesmal etwas anderes. Ich kam gerade aus Pakistan, wo ich mich ehrenvoll, aber in letzter Sekunde aus einer heiklen Situation herausmanövriert hatte. Da ich mit einer bekannten Filmschauspielerin, einem überaus reizvollen Wesen, in New York verabredet war, hatte ich mit dem letzten Platz vorliebgenommen, der noch zu haben war. Bisher hatte ich noch jedes Rendezvous mit der Dame verpasst, und irgendwann musste ihr ja schließlich einmal der Geduldsfaden reißen. Eigentlich hätte ich schon vor zwei Tagen in New York sein sollen. Das Dröhnen der Motoren wurde leiser, und das Flugzeug begann sich zu senken. Der Co-Pilot erschien wieder. Er war inzwischen gewaschen und rasiert, sah aber noch immer leicht mitgenommen aus. Suko, die zweite Stewardess, eine bezaubernde Eurasierin, teilte uns strahlend mit, dass uns das Frühstück während der Zwischenlandung auf Wake serviert würde. Ich schaute ihr nach, bis sie sich errötend umdrehte. Inzwischen waren alle Passagiere aufgewacht und die meisten starrten gebannt auf den gleichen Punkt: das Leuchtschild über den Toiletten, das ununterbrochen Besetzt anzeigte. Der einzige Passagier, der noch friedlich schlief, war James Kennedy. Ich schaute noch einmal zum Fenster hinaus und sah tief unter uns das winzige Atoll von Wake, das wie ein Hufeisen im Ozean schwamm. Die Farbe des Wassers hatte sich in den letzten Minuten völlig verändert. Es war nun tatsächlich so dunkelblau wie auf den Prospekten, die für eine Südseereise werben. »Sehen Sie etwas Bestimmtes?«, fragte meine Nachbarin und beugte sich zu mir herüber. »Wir landen.« »Gott sei Dank! Ich bin schon ganz lahm vom langen Sitzen. Wenn es hier nur nicht so eng wäre! Man kann ja kaum die Beine ausstrecken. Wie lange haben wir Aufenthalt?« »Laut Flugplan anderthalb Stunden. Aber wir haben Verspätung. Wahrscheinlich werden sie uns den Aufenthalt kürzen.« »Wissen Sie, wann wir in Honolulu sind?« »Gegen sechs Uhr abends.« »Heute Abend?« »Nein, gestern Abend.« Sie glaubte an einen Scherz. »Sehen Sie, wir haben Tokio gestern Abend um neun Uhr verlassen. Das war Dienstag. Wir haben augenblicklich Mittwoch, sechs Uhr morgens Ortszeit. Bald überfliegen wir die Datumsgrenze. Das heißt, dass es in Honolulu jetzt Dienstag acht Uhr morgens ist. Wir landen dort heute Abend um sechs. Das ist dann aber nicht Mittwoch, sondern Dienstag, also gestern Abend.« »Das ist mir zu hoch. Diese Zeitverschiebung habe ich noch nie richtig begriffen.« Ich wagte nicht, ihr zu sagen, dass es wahrscheinlich eine ganze Reihe von Dingen gab, die sie nicht richtig begriff. Oder war es etwa normal, dass ein so hübsches, gut gewachsenes Mädchen, wie sie es war, seine Zeit damit verbrachte, falschen Idealen nachzulaufen. Aber was ging es mich an. Es gab genug andere Schöne auf der Welt. Ich würde wohl kaum vor Kummer sterben, wenn ich auf sie zugunsten der armen, unterernährten gelben Kinderlein und der Triumphalen Kirche der Keuschen Schwestern von Roanake im Staate Virginia verzichtete. Wir gingen schnell hinunter. Die Passagiere wurden aufgefordert, sich anzuschnallen und das Rauchen einzustellen. Ich entdeckte, dass ich meinen Sicherheitsgurt seit dem Vorabend nicht gelöst hatte. Eine Stunde nach dem Aufstieg war das Wetter ziemlich stürmisch gewesen und es hatte einige unangenehme Turbulenzen gegeben. Die Insel unter uns wurde immer größer, und man konnte schon die einzelnen Palmen erkennen, die die Lagune umsäumten. Eine halbe Stunde später überflogen wir in geringer Höhe die Küste. Am Strand lagen Wracks, die wohl noch aus der Zeit stammten, als die Amerikaner die Insel von den Japanern zurückeroberten. Die Räder des Fahrgestells setzten mit sanftem Ruck auf der Landebahn auf. Ich sah mir gerade die riesigen »fliegenden Festungen« der »Strategie Air Command« und die Maschinen des Wetterdienstes mit ihren langen Antennen an, als ein markerschütternder Schrei den abklingenden Motorenlärm übertönte. Ich drehte mich blitzschnell um. Es war Kennedys Nachbarin, die so grausig geschrien hatte. Kennedy selbst war nicht mehr zu sehen. Hastig öffnete ich den Verschluss meines Sicherheitsgurtes und stand auf. Kennedy war nach vorn gekippt, und seine Arme baumelten schlaff neben seinen Knien. Sein Kopf lag eigenartig abgewinkelt auf der Lehne des Vordersitzes. Mit einem Blick sah ich, dass er tot war.       Zweites Kapitel     Pearl Richardson hatte Außerordentliches geleistet. Man hätte glauben können, sie sei von jeher daran gewöhnt, bei Zwischenlandungen auf der Insel Wake einen Toten unter ihren Passagieren zu haben. Unter ihrem gestrengen Auge war es für jeden selbstverständlich gewesen, nicht die Nerven zu verlieren. Kein Mensch hatte versucht, sich zum Ausgang zu drängen, um die Maschine schneller verlassen zu können. Wir bestiegen einen kleinen Bus, der uns über die Piste zu einigen Baracken brachte, hinter denen das Flughafenrestaurant lag. Pearl Richardson hatte uns der Obhut Sukos, der kleinen Kollegin mit den geheimnisvollen Mandelaugen, anvertraut, deren Nerven offensichtlich nicht so solide waren wie die der großen Blonden. Ich bestellte mir eine Portion Tee und ging dann zum Büfett, um mir einen Sandwich auszusuchen. Lily Carr kam an meinen Tisch und setzte sich. Keiner sprach. Einen Augenblick später tauchte Kennedys Nachbarin auf, die Frau, die geschrien hatte, und gesellte sich zu uns. »Sie sind wohl arg erschrocken?«, fragte Lily atemlos. »Ich wollte ihn wecken, weil ich dachte, er würde auch noch die Landung verschlafen. Als ich ihn berührte, kippte er...



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