E-Book, Deutsch, 820 Seiten
Butterworth / W. Springer MONDSTATION 1999, BAND 1
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7487-2049-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Fünf Romane der Serie MONDBASIS ALPHA 1 in einem Band!
E-Book, Deutsch, 820 Seiten
ISBN: 978-3-7487-2049-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Es war eine unheimliche, fremdartige Landschaft, voll düsterer, qualmender Vulkane und erstarrter, vulkanischer Gesteinsfalten. Einstmals, vor Jahrtausenden, wimmelte es auf der Oberfläche von Leben. Wo sich nun im erstarrten Felsantlitz gespenstische, vielfarbige Adern wanden und krümmten, hatten einst die weicheren, wärmeren Farben von Bäumen, Blumen, das Blau des Himmels geleuchtet... Commander Koenig, Doktor Helena Russell, Simon Hays und einige andere zur Kommandozentrale gehörige Besatzungsmitglieder saßen gebannt da und beobachteten schweigend die aufwühlende Szene, die ihnen über die große Bildfläche eingespielt wurde. Während sie dasaßen und zusahen, schwenkte die in das Eagle-Schiff eingebaute Kamera über die geschändete, verwunschene Landschaft und ermöglichte es ihnen, am Erlebnis der zwei Eagle-Piloten Bill Fraser und Ray Torens teilzuhaben. Mondstation 1999 - Band 1 von Michael Butterworth und H. W. Springer enthält fünf Romane aus der legendären Science-Fiction-Serie Mondbasis Alpha 1 (engl. Original-Titel: Space1999), die seit den 1970er Jahren ein Millionen-Publikum begeistert und heute längst Kult ist: Station der Verlorenen, Der Weltenfresser, Kampf um die Zukunft, Das Andromeda-Rätsel und Die Ewigen von Luna. Mondstation 1999 - Band 1 erscheint als durchgesehene Neuausgabe in der Reihe APEX SCIENCE-FICTION-KLASSIKER.
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Ihre Körper sehnten sich danach, die unendlichen Weiten des leeren Raumes überbrücken zu können. Doch sie blieben reglos. »Schalte mich in euer Innensystem ein«, sagte er. »Eingeschaltet«, meldete sie nach einer Weile. Koenig biss die Zähne aufeinander. »Hier Commander Koenig«, begann er. »In einer knappen Minute werdet ihr erneut von einer Energiewelle erfasst. Bei dieser geringen Entfernung wird Mondbasis Alpha zerstört werden. Sollte es nicht dazu kommen - die Chance ist allerdings winzig -, müsst ihr trotzdem mit schweren Schäden rechnen, mit einer großen Anzahl von Verletzten...« Er rang um Worte. »Im Logbuch soll festgehalten werden, dass ich die Besatzung wegen ihres Mutes belobige - wegen ihrer Haltung und der treuen Pflichterfüllung, seitdem wir den Erd-Orbit verlassen haben. Das wäre alles!« Helenas winziges Bild vor ihm zeigte, wie sie ihn bewundernd ansah. Ihre Stimme zitterte vor Rührung. »John, wir sind bereit.« »Countdown?«, fragte er. »Vierzig Sekunden«, Yaskos Stimme, in asiatisch hoher Stimmlage, meldete es. »Neununddreißig... achtunddreißig...« Koenig und Helena hielten einander mit Blicken fest. Ihre Gesichter schienen in ein warmes Glühen getaucht. In einem Augenblick voller Glückseligkeit schienen sie die bevorstehende Katastrophe vergessen zu haben. Galt es doch, das Leben noch bewusst zu erfassen, solange es noch währte. Sie lächelten überirdisch. »Fünf Sekunden...«, ertönte Yaskos Stimme. Sie hörten es kaum. »Detonation positiv«, schluchzte Maya, die die Instrumente des Eagle ablas. Ihr unglaubliches Gehirn rechnete blitzschnell. »In zehn Sekunden trifft uns die Druckwelle. Alpha achtzehn Sekunden später.« Stirnrunzelnd erinnerte sich Koenig an seine Pflichten. »Achtung - alles hat sich auf Zusammenprall vorzubereiten!« »Fünf Sekunden...«, setzte Maya tapfer den Countdown fort. Koenig und Helena legten vor den Bildschirmen ihre Köpfe auf die verschränkten Arme. »Vier... drei... zwei... eins... zero...«, zählte Koenig im Geist mit. Er entspannte sich. Der Eagle begann zu schaukeln, Koenig hörte, wie lose Gegenstände über Boden, Konsolen und Korridore des großen Schiffes kollerten, klapperten und rollten. Ein Schrei durchschnitt die Luft. Maya! Doch dann hörte das Schaukeln auf. Es hörte ebenso unvermittelt auf, wie es eingesetzt hatte. Das Schiff ging in ruhige Fahrt über. Eine Ewigkeit saß Koenig mit gesenktem Kopf da und erwartete das Schreckliche - es gab aber keine weiteren Erschütterungen. Er fragte sich schon, ob sich ihre Instrumente vielleicht geirrt hätten, falls die Explosion noch kommen sollte. Es geschah nichts. Erstaunt hob er den Kopf. Helena hielt den Kopf noch immer gesenkt. Maya und Carter sahen sich, von der Stille betroffen, um. Carter fühlte, wie Freude in ihm aufwallte, aber er wollte sich vergewissern, ob die guten Neuigkeiten, die er mitteilen wollte, auch stimmten. »Was ist denn passiert?«, fragte er daher erstaunt. Er machte ein Gesicht, als hätte er das Gefühl, er müsste eigentlich tot sein. Maya überflog die Instrumente. »Das Ganze war genau dosiert«, sagte sie atemlos, »gesteuert... es reichte nicht aus, um zu zerstören, es reichte nur...« »Überprüfen!«, mahnte Koenig jetzt eindringlich. Sie sah noch einmal nach. »Es war ausreichend, um unsere Geschwindigkeit auf 804 zu steigern! und damit reicht es - wir können jetzt Alpha erreichen!«, rief sie aus. Der erregte Wortwechsel ließ Helena im Bildschirm den Kopf erheben. Sie schien ungemein erleichtert. »John - ist es wahr?« »Es stimmt!«, jubelte Koenig. Er stand auf und sprang durch die Kabine. Maya und Carter folgten seinem Beispiel. »Hoffnung ist mehr als Verzweiflung...« zitierte Carter, während sie einander umarmten und Freudentänze aufführten. »Und Schöpfung besser als Zerstörung...« sang Maya lachend. Aus dem Monitor auf der Konsole drang jetzt erleichtertes Stimmengewirr, als auf Mondbasis Alpha der Freudentaumel ausbrach. Neuntes Kapitel Es kamen zehn Tage des Friedens für die Mondbasis. Zehn Tage, um die beschädigten Einrichtungen und Ausrüstungen instandzusetzen und die Moral aufzurüsten. Zehn Tage, um die Schäden an den lebenswichtigen, lebenserhaltenden Systemen zu beheben, von denen viele den Dienst aufgegeben hatten, wodurch in gewissen Bereichen schlechte Luftverhältnisse herrschten und teilweise nicht geheizt werden konnte. Tage, in denen die hydroponischen Anlagen, wo die Alphaner sich ihre Nahrung schufen und sich ihres Abfalls in nachahmenswerter ökologischer Weise entledigten, wieder auf ihre vorherige Leistungsfähigkeit gebracht wurden. Eine Zeit, in der sie wieder ihre bescheidenen Mahlzeiten genießen konnten, ohne sich darum sorgen zu müssen, was damit geschehen sollte, nachdem sie gegessen hatten... Eine Zeit, in der Helena half, die Verletzten wiederherzustellen, viele auf die Beine zu bringen und ihre geschwächten Kräfte wieder herzustellen... in der Helena und Koenig sich ein wenig der Liebe hingeben konnten, und in der Maya und Tony Verdeschi einander fanden. Tage, in denen das Leben auf Mondbasis Alpha normal verlief, einer Basis, die von Intelligenz und hochentwickelter Technik abhängig war, verurteilt, um die bloße Existenz kämpfen zu müssen und außerstande, so zu leben, wie sie gern gelebt hätten... »Wir fliegen nun sechs aufeinanderfolgende Tage durch den tiefen Raum, in einem Gebiet, in dem die Sterne so dicht stehen, dass wir ständig in ein wunderbares, blaues Licht getaucht sind«, diktierte Helena in ihr Tonband. Sie saß auf der Bettkante in ihrem Quartier, tief in Gedanken versunken. »Auf der Krankenstation liegen keine Patienten mehr, sämtliche lebenserhaltenden Systeme funktionieren einwandfrei, und das uns umgebende Universum ist unbeschreiblich friedlich - eine willkommene Abwechslung nach den eben beschriebenen Schrecken. Unsere einzige, alles beherrschende Hoffnung auf Alpha war es immer, dass wir eines Tages unsere Mondeinheit verlassen und uns auf einer erdähnlichen Welt niederlassen können. Heute haben unsere Sensoren einen mittelgroßen Planeten im nördlichen Quadranten ausgemacht, mit einer an Vegetation reichen Oberfläche. Unser glühender Wunsch ist es nun, dass er sich als bewohnbar erweisen möge.« Sie hielt inne und überlegte, was es noch zu sagen gäbe, unterbrach dann aber ihre Tätigkeit. Nun, da eine Zeit gekommen war, da sie sich den Luxus von Tagebuchaufzeichnungen leisten konnte, hatte sie bereits den ganzen Tag damit zugebracht und war nun müde. Sie beendete ihr Diktat: »Mondbasis Alpha - Standortbericht, 1229 Tage seit dem Verlassen der Umlaufbahn um die Erde. Dr. Helena Russel, Berichterstatterin.« Dann schaltete sie das Diktiergerät ab. Sie trat jetzt an den Spiegel des Toilettentisches und sah hinein. Ihr Lippenstift war verschmiert. Sie formte die Lippen zu einem O und strich mit den Fingern darüber. Sie lockerte ihr Haar an den Seiten auf, drehte und wendete sich und betrachtete fachmännisch ihr Profil. Dann begutachtete sie ihre gesamte Erscheinung, strich sich über den Körper, befühlte die Hüften und glättete das Kleid. Sie war mit dem Eindruck zufrieden, sperrte die Tür auf und begab sich selbstzufrieden in die Kommandozentrale. Auf dem Bildschirm in der Kommandozentrale war Verdeschis Gesicht zu sehen, welches aus der Pilotenkanzel des instandgesetzten Eagle Eins überspielt wurde. Bei Verdeschi befanden sich noch Maya und ein ausgeruhter Commander Koenig - sie umkreisten mit Eagle Eins den neu entdeckten Planeten. »Maya - wie sind die Sensorenwerte?« sprach Koenig in seinen Monitor. Mayas Stimme meldete aus dem rückwärtigen Passagierabteil: »Oberflächentemperatur 27 Grad, Atmosphäre zum Atmen geeignet.« »Dann gehen wir nieder, Tony«, sagte Koenig. Tony nickte und wollte schon das Landungsmanöver einsetzen, als ein rotes Warnlicht vor ihm zu blinken begann. Dies ärgerte Tony mehr, als dass es ihn beunruhigte. »Das Lebenserhaltungssystem ist nicht in Ordnung - ein Sauerstoffleck«, sagte er. Mit ärgerlicher Miene betätigte Koenig hinter ihm den Computer, riss den Streifen mit den Computerwerten heraus und las. »Es reicht nur noch für vier Stunden bis zum kritischen Grenzwert. Verdammt! Und ich dachte, das blöde Schiff wäre gründlich überholt worden!« »Sollten wir das Unternehmen abbrechen?«, fragte Verdeschi niedergeschlagen. Koenig schüttelte den Kopf. »Nein. Ich setzte euch auf dem Planeten ab und kehre allein zu Alpha zurück und hole einen anderen Eagle. Sie und Maya werden inzwischen eine vorläufige Besichtigung des Planeten vornehmen, bis ich wiederkomme.« Verdeschi schien erstaunt. »Ich und Maya? Ist heute mein Glückstag?« »Ein reiner Arbeitstag! Und jetzt los, ehe ich mein Vorhaben ändere«, sagte Koenig gutgelaunt. Das brauchte man Verdeschi nicht zweimal zu sagen. Koenig hielt sein Gesicht vor den Bildschirm und blinzelte Helena zu. Sie lächelte verständnisvoll - im geheimen Einverständnis mit ihm. Sie hatte nämlich Koenig überredet, das nächste Erkundungskommando zu übernehmen, statt bei ihr zu bleiben. Und dabei womöglich Maya eine Chance des Zusammenseins mit Verdeschi zu geben. Die Psychonerin und der Sicherheitschef hatten sich Hals über Kopf ineinander verliebt. »Mondbasis Alpha an Commander...




