Dark | John Sinclair - Folge 1279 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1279, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1279

Die Jenseits-Pyramide
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-4013-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Jenseits-Pyramide

E-Book, Deutsch, Band 1279, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-4013-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Die Jenseits-Pyramide.

Sie nannten sich die Freunde der Sonne. Aber die waren keine Menschen, die ihrer Freikörperkultur frönten, sondern welche, die sich einer alten ägyptischen Magie verschrieben hatten. Sie wurden gehalten wie Sklaven. Bis einem von ihnen die Flucht gelang.

Und dieser Mann wandte sich an die Öffentlichkeit. Damit wurde es ein Fall für uns ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 1279 jetzt bestellen!

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Die Jenseits-Pyramide


„Bitte, Ronald, bitte, du kannst mich jetzt nicht hängen lassen. Es muss sein. Es war alles verabredet zwischen uns. Du hast es doch auch gewollt.“ Ein flehender Blick traf den Angesprochenen. „Wir haben auf dem Sender Reklame für dich gemacht. Für deine Story Sie wird die Menschen aufrütteln. Sie wird etwas bewegen. Da bin ich mir sicher. Tausendpro sogar.“ Roxanne Hill schaute auf die Normaluhr im Studio. „In sechs Minuten sind wir live auf dem Sender.“

Ronald Potter sagte nichts. Er hielt den Kopf mal gesenkt, verdrehte die Augen und knetete seine Hände. Wie ein unsichtbares Flair lag etwas über ihm, was man mit einem Begriff bezeichnen kann: Angst!

Es war die tiefe, zerstörende Angst, die einem Menschen die Seele zerfressen kann. Dieses Gefühl stand Ronald Potter ins Gesicht geschrieben. Er war ein noch junger Mensch, hatte vor zwei Monaten erst seinen einundzwanzigsten Geburtstag gefeiert und hätte eigentlich happy sein können. Locker, easy, die Dinge einfach auf sich zukommen lassen und dann reagieren. Abhängen, Partys feiern, mit den Girls oder mit Kumpeln einen draufmachen, das Leben genießen, bevor es richtig ernst wurde.

Nein, Ronny oder Ronald war im Gegenteil ein Nervenbündel, ein Ballen zusammengepresste Angst. Er hatte den Mut verloren und stand völlig neben sich.

Anders die Moderatorin. Roxanne Hill war ein Profi. Schon einige Jahre im Geschäft. Eine Sprecherin, deren Stimme zahlreichen Hörern bekannt war. In diesem knallharten Geschäft gehörte sie zu den sensiblen Personen, zumindest wenn sie auf Sendung war. Da holte sie Quote. Sie konnte mit den Menschen umgehen, die sich ihr offenbarten, und sie brachte die Themen eben sehr sensibel rüber.

Die kleine Frau mit den weichen Augen und dem puppenhaft wirkenden Gesicht hatte schon viel geschafft, aber Ronald Potter gehörte zu den größten Problemfällen, die sie vors Mikro zu schleppen hatte. Sie gab sich wirklich Mühe, die Ruhe zu bewahren und ihren Gast nicht anzuschreien. Das fiel ihr schwer. Kleine Schweißtropfen hatten sich bereits auf ihrer Stirn gesammelt, und auch in den Achselhöhlen wurde der Stoff bereits nass.

Nebenan, hinter der Glasscheibe, wo der Techniker saß und leise vor sich hingähnte, war noch nichts aufgefallen. Der Ton war nicht eingeschaltet, die Musik kam vom Band, und so hatten sie noch etwas Zeit, ohne Zeugen zu reden.

„Bitte, Ronald …“ Roxanne versuchte es mit einer Engelsgeduld und setzte ihr bestes Lächeln auf, obwohl sie innerlich hätte losschreien können. „Bitte, tu dir und mir doch den Gefallen. Es dauert nur eine Stunde. Zwischendurch spielen wir auch Musik. Du hast doch eine Botschaft, mein Junge. Du hast dich an uns gewandt, weil du etwas los werden willst und deine Angst dich fast in den Wahnsinn getrieben hätte. Du brauchst ein Ventil, und jetzt hast du dieses Ventil hier bei mir gefunden. So und nicht anders musst du es sehen. Ich habe dir auch versprochen, dich nach der Sendung nicht allein zu lassen. Wir beide werden noch irgendwo hingehen und reden.“

Ronald sagte nichts.

„Bitte, Ronny …“

Er schloss die Augen. Roxanne wusste nicht, welche Bilder sich jetzt traumatisch bei ihm aufbauen würden, aber positive konnten es bestimmt nicht sein. Potter verzog den Mund so stark, dass sein Gesicht dabei eine Grimasse bildete. Er litt, er war fertig. Dieser große, schlacksige junge Mann mit dem weißen T-Shirt, der schwarzen Hose und den strubbeligen blonden Haaren war nur ein Schatten seiner selbst. Er hatte die Kraft und den Mut verloren.

„Ronny, bitte, es wird Zeit.“

Er öffnete die Augen. „Sie kriegen mich …“

„Niemand kriegt dich!

„Doch, sie kriegen mich. Sie kriegen alle, das weiß ich. Sie haben immer alle gekriegt.“

„Aber jetzt passe ich auf.“

„Dir schneiden sie die Kehle durch!“

„Nun hör aber auf, bitte!“

„Das tun sie, verdammt! Ich weiß es. Sie haben auch schon anderen die Kehlen durchgeschnitten. Du kennst sie ja nicht. Sie sind gnadenlos.“

„Sie werden dich nicht finden. Das habe ich dir versprochen, und das Versprechen werde ich auch halten. Sie bekommen dich nicht, Junge. Warum glaubst du mir nicht?“

„Weil du lügst!“

„Nein, ich sage die Wahrheit!“

„Ja, ja!“, keuchte Ronald sie an. „Die Wahrheit sagen sie alle und immer wieder. Meinen Sie. Aber wenn es darauf ankommt, gibt es kein Zurück, keine Chance.“

„Warum hast du dich dann gemeldet? Warum haben wir denn über alles so intensiv gesprochen – he?“

„Das weiß ich nicht!“

„Aber ich weiß es, Junge, ich!“ Sie deutete mit dem gekrümmten Finger gegen ihre Brust. „Ich habe es nicht nur von dir gehört, ich habe es auch gespürt. Du konntest es nicht mehr mitmachen. Du wolltest endlich frei sein, frei von diesem verdammten Ballast, von dem Druck, der auf dir lastete. Du hast gemerkt, was gespielt wird. Du bist intelligent, du bist ein Durchblicker, und du hast auch in die Zukunft hineingedacht, weil du nicht wolltest, dass anderen Menschen das Gleiche widerfährt wie dir. Du wolltest aufräumen damit, und du hast dich zu einem tollen Schritt entschlossen, der anderen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie du, Mut machen kann.“ Es war eine lange Rede gewesen, und die Moderatorin wusste nicht mehr, welche Argumente sie jetzt noch anbringen sollte. Wenn diese Sätze nicht geholfen hatten, dann klappte gar nichts mehr. Dann musste sie die Sendung kippen. Dann würde das eintreten, vor dem jeder Moderator sich fürchtete, aber sie konnte Ronald Potter ja nicht festschnallen.

Seine nächste Frage klang schon mehr nach einem Kompromiss. „Hältst du auch deine Versprechen?“

Roxanne hob drei Finger. „Ich schwöre es!“

Ronald schaute sie von unten her an. Sein Blick war starr, die sonst glatte Haut auf der Stirn zeigte Furchen. Er schluckte, er bewegte wieder seine Hände und schaute in die Höhe, wobei er die Augen etwas verdreht hatte.

Die Moderatorin streckte ihm die Hand entgegen. „Schlag ein, Ronny, es ist ein Versprechen.“

Er zögerte.

„Bitte …“

Ronald Potter holte tief Luft. Er konnte die Uhr über ihm an der Wand nicht sehen, aber Roxanne schielte hin. Sie wagte nicht mehr, sich zu bewegen. Sie holte auch kein Taschentuch hervor, um sich den Schweiß abzuputzen, sie wollte alles nur gut hinter sich bringen und einen normalen Sendeverlauf haben.

„Was sagst du?“

Er kam auf sie zu. Er ging zögernd. Und ebenso zögernd hob er den Arm, um ihn dann schnell zu senken, damit er seine Hand in die der Moderatorin legen konnte.

„Abgemacht?“, flüstere Roxanne.

„Ja, abgemacht.“

„Super!“

Wäre das kleine Studio voll gewesen, dann hätte jeder der Anwesenden sicherlich den Stein hören können, der ihr vom Herzen gepoltert war. So schwer hatte sie es noch nie gehabt.

Knapp zwei Minuten bis zum Sendebeginn.

Der Techniker gab ihr schon mit den Händen Signale. Es wurde Zeit. Sie musste ran.

Aber noch musste sich Roxanne um ihren Schützling kümmern. Sie fasste ihn an, setzte ihn auf den Stuhl mit der weichen Lederfläche, richtete das Mikro, kippte ihm das Glas mit Wasser voll und sprach noch mal ruhig auf ihn ein.

Ronny trank Wasser.

Roxanne lächelte. Sie ließ sich auf ihren Moderatorenplatz fallen. Die Zeit raste dahin. Über Kopfhörer hielt sie Kontakt mit der Nachbarkabine.

Eine kurze Stimmprobe.

Alles stimmte.

Dann leuchtete das Rotlicht auf.

Fünf Sekunden noch. Zwei Sekunden später lief bereits der Trailer, und Roxanne nahm sich noch die Zeit, einen Blick auf Ronny Potter zu werfen.

Er saß da wie ein Toter.

Er war blass …

Hoffentlich geht alles gut!, dachte sie nur. Hoffentlich …

*

Die Detektivin Jane Collins hatte einen stressigen Tag hinter sich. Es lag weniger an ihrem Job, sondern mehr an ihr selbst, denn sie hatte sich unbedingt einen Vortrag anhören wollen, bei dem es um Aktienschwindel und um betrügerische Anlagegeschäfte ging, ein Thema, über das in der letzten Zeit immer wieder gesprochen worden war, und auch zahlreiche Zeitungen hatten sich in den entsprechenden Artikeln damit beschäftigt.

Zu Beginn war es noch recht interessant gewesen, aber nach einiger Zeit hatte Jane der Kopf geraucht, weil sie in dem Wirrwarr aus Zahlen und Statistiken einfach kein Durchkommen mehr fand. Zum guten Schluss hatte sie sich noch ein Paket Unterlagen mitgenommen, um diese irgendwann mal in aller Ruhe zu Hause zu studieren.

Sarah Goldwyn, bei der Jane Collins wohnte, hatte ihr die Müdigkeit angesehen und ihr erklärt, dass gegen so etwas nur ein Getränk richtig hilft.

„Kaffee?“

„Nein, Jane, Champagner. Ein Glas reicht. Du wirst sehen, dass du dich gleich besser fühlst.“

Die Horror-Oma holte eine Miniflasche aus dem Kühlschrank. Nachdem sie geleert war, verteilte sich das edle Gesöff in den beiden Gläsern.

„Auf uns und darauf, dass der Stress verschwindet, Jane.“

„Ja, das wünsche ich mir.“

Der kalte Champagner tat ihr wirklich gut. Sie ließ sich in einen Sessel fallen, streckte die Beine von sich, schloss die Augen und genoss auch den zweiten Schluck.

„Wie wär’s mit einem Tee, Jane?“

„Ja, wenn du meinst.“ Sie stellte das Glas ab. „Aber alt werde ich heute nicht. Ich lege mich gleich hin, denn dieser ganze Mist hat mich irgendwie gerädert.“

„Du kannst dich hinlegen. Ich halte hier unten schon Wache.“

„Gibt es was Besonderes im Fernsehen?“

„Ja,...



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