Fait | Kupfer, Kolonialismus, Kapital. Das Bergwerk Tsumeb, Namibia | Buch | sack.de

Fait Kupfer, Kolonialismus, Kapital. Das Bergwerk Tsumeb, Namibia



Erstauflage 2019, 212 Seiten, Kartoniert, Paperback, Format (B × H): 190 mm x 270 mm, Gewicht: 519 g
ISBN: 978-3-96146-712-9
Verlag: Diplomica Verlag


Fait Kupfer, Kolonialismus, Kapital. Das Bergwerk Tsumeb, Namibia

In den bisherigen Arbeiten zum deutschen Kolonialismus wurde der Abbau von Mineralien als eher randständiger Aspekt thematisiert. Dabei stellten die Industrialisierung und der damit einhergehende Rohstoffbedarf im Fall der ersten deutschen Kolonie, dem heutigen Namibia, eine treibende Kraft dar. Die von der Kolonialindustrie geschaffenen Strukturen und Abhängigkeiten sind bis heute wirksam. Als exemplarisches Beispiel dient die „Mine der Superlative“ in Tsumeb.
Das Buch behandelt nach einem kurzen Abriss der Landesverhältnisse und der Entstehungsgeschichte des Erzvorkommens die Anfangsphase der Kolonisierung durch christliche Missionen, die Händler und Kupfergräber ins Land zogen. Die späteren Verflechtungen von Montanindustrie und Politik, die auch Wissenschaftler zu Handlangern der Ausbeutung kriegswichtiger Rohstoffe machten, warfen Milliardengewinne ab. Die in der Kolonie eingesetzten Technologien waren dabei meist das Modernste, was die zeitgenössische Technik zu bieten hatte. Abschließend wird dargelegt, mit welchen Mitteln uns das Vergessen dieses Teils der deutschen Geschichte leicht gemacht wurde. Ein besonderes „Highlight“ sind die erstmals veröffentlichten historischen Fotografien.

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Fait, Judith
Judith Fait wurde 1956 in Murnau/Obb. geboren und ist in Bayern zwischen Künstlerkolonien und Kohlebergbau aufgewachsen. Ihr Studium der Ingenieurwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München schloss die Autorin im Jahre 1987 mit dem akademischen Grad Dipl.-Ing. (FH) erfolgreich ab. Bereits während des Studiums entwickelte die Autorin ein besonderes Interesse an Kultur- und Technikgeschichte. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Reisen und Fotografie, was 2003 ihre erste Fotoausstellung in München nach sich zog. Seit 2013 ist sie Mitglied bei "The International Committee for the Conservation of the Industrial Heritage" (TICCIH) und neben zahlreichen Fotoausstellungen veröffentlicht sie gelegentlich Beiträge im TICCIH-Bulletin und der Zeitschrift "Industriekultur".


Textprobe:
Land und Leute:
Die Atlantikküste bildet Namibias Westgrenze, die südpolare Benguelaströmung sorgt hier für anhaltenden Fischreichtum, gelegentlich auftauchende Wale und ein immer feuchtes und kühles Küstenklima. Landeinwärts folgt ein durchschnittlich 100 Kilometer breiter Wüstenstrand; hier liegen im Süden die Diamantsperrgebiete und die erste offizielle deutsche Kolonie in Lüderitz.
Nördlich entlang der Küste folgen etwa fünfhundert Kilometer von unbesiedelten Dünen und der einzig nutzbare Tiefhafen Walvisbay, dann Swakopmund mit den landeinwärts gelegenen Uranminen Rössing, Husab (das frühere "Rössing-Süd-Feld") und "Langer Heinrich" samt der Retortenstadt Arandis. Rössing wurde erstmals 1905 als Fundstätte für Beryll beschrieben, der Uranabbau erfolgte jedoch erst ab 1956, als die ersten zivilen Forschungsreaktoren einen kontinuierlichen Bedarf und damit eine ausreichende Rentabilität für den weiteren Abbau versprachen. Bis heute ist die britisch- australische Rio Tinto Group (RTZ) die Mehrheitseignerin und hält etwa ein Drittel des Weltmarkts für Uran. Arandis ist eine typische Straßensiedlung, gegründet als Schlafstadt für die Minenarbeiter, bei Tag kaum wahrnehmbar und ein inzwischen landesweit etabliertes Ausbildungszentrum für bergbaubezogene Berufe.
Der noch weiter nördlich anschließende Küstenstreifen von Swakopmund bis zum Kunenefluß wird als Skelettküste bezeichnet, mit einem Alter von etwa 1,5 Milliarden Jahren gehört er zu den ältesten Gesteinsformationen der Erde. Schiffswracks am Strand und die Knochen gestrandeter Wale zeigen die Wucht der Benguelaströmung an: wer hier gestrandet war, hatte keine Überlebenschance.
Nach Osten fügt sich an den Küstenstreifen ein Steilanstieg (Große Randstufe) bis zu über 2000 m über Meereshöhe an, sie geht zum Landesinneren (Binnenhochland) hin in eine schiefe, stetig ansteigende Ebene über. Das Binnenhochland wird im Norden von breiten Tälern durchzogen und ist dank eines hohen Grundwasserspiegels relativ fruchtbar. Hier liegen auch der Waterberg und die Otaviberge mit der Tsumeb-Mine und einigen kleineren Kupfer-und Vanadiumvorkommen. Weitere Erzvorkommen sind im Norden Namibias bisher nicht bekannt.
Das Binnenhochland fällt nach Osten hin dachartig zur Kalahari- Wüste ab, durch sie verlaufen die Grenzen zu Botswana und Südafrika, hier sind bisher keine abbauwürdigen Lagerstätten bekannt.
Im Süden Namibias ist das Hochland größtenteils flach, wenige, aber tiefe Täler durchschneiden die Landschaft. Nur einzelne Bergmassive vulkanischen Ursprungs und die großen Karasberge bilden nennenswerte Erhebungen; hier finden sich zahlreiche, meist kleine Vorkommen von Kupferglanz und eine abbauwürdige Zinkmine bei Rosh Pinah.
Im Südosten bildet der Oranjefluss die Grenze zu Südafrika, im Norden grenzt der Kunenefluß ab der Skelettküste an Angola. Der weitere Grenzverlauf ist eine schnurgerade Verbindungslinie zum Okavangofluß, östlich davon bilden die Flüsse Okavango (Angola) und Sambesi (Zimbabwe) im äußersten Osten die Landesgrenze. Eine Besonderheit Namibias sind die Trockenflüsse (Riviere), die nur selten Wasser führen. Kommt es im Oberlauf eines Riviers zu starken Regenfällen, bauen sich meist Flutwellen auf, die - oft über 100 Kilometer entfernt - am Unterlauf "aus heiterem Himmel" eine enorme Zerstörungskraft entfalten. So wurden 1908 die Kirche der Rheinischen Mission in Keetmannshoop und in den 1970-er Jahren die Betonpfeiler der Brücke über die Swakopmündung regelrecht weggeschwemmt.
Das Klima ist mit Ausnahme des tropisch- üppigen Caprivizipfels heiß und trocken (subtropisch-kontinentales arides Klima) mit zwar unregelmäßigen, aber gelegentlich sehr heftigen Regenfällen zwischen November und April, wobei die jährliche Niederschlagsmenge vom Süden mit unter 50 mm pro Jahr in Richtung Nordosten mit bis zu 600 mm ausfällt. Regionale Dürreperioden von mehreren Jahren sind nicht


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