Gardner | James Bond 21: Das Spiel ist aus | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 21, 380 Seiten

Reihe: James Bond

Gardner James Bond 21: Das Spiel ist aus


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86425-468-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 21, 380 Seiten

Reihe: James Bond

ISBN: 978-3-86425-468-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bei einer geheimen U-Boot-Mission an der ostdeutschen Küste holen James Bond und zwei Marinesoldaten zwei junge Frauen ab, die eingesetzt wurden, um kommunistische Agenten zu verführen. Nun wurden sie entdeckt und müssen fliehen. Doch Bond weiß nicht, dass das nur der Anfang eines nervenzerreißenden Spiels voller Täuschungen ist, dass sein eigener Vorgesetzter M gegen die ostdeutsche HVA und die Eliteeinheit des KGBs spielt, die sich aus Bonds altem Feind SMERSCH gebildet hat ...

Bereits im Zweiten Weltkrieg wurde Gardner im Alter von 17 Jahren erst für die britische Luftwaffe und danach für die Royal Navy eingezogen. Daraufhin beschloss Gardner Priester zu werden und diente, nach einiger Zeit als Vikar, als Kaplan der Royal Airforce. 1959 veröffentlichte er sein erstes Buch und arbeitete daraufhin bis 1964 als Theaterkritiker. 1980 wurde er als offizieller James Bond-Autor der Öffentlichkeit vorgestellt und schrieb bis 1996 vierzehn Bond Romane, von denen GoldenEye und Lizenz zum Töten verfilmt wurden. Er war zwei Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe von 1952 bis 1997 entstanden drei Kinder. Seine zweite Ehe mit einer Jugendfreundin wurde 2004 geschloßen. Gardner verstarb im August 2007.
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1


SEAHAWK


Der Navigationsoffizier trug wie so viele seiner Kollegen bei der Königlichen Marine den liebevollen Spitznamen Vasco. Im roten Glühen des Kontrollraums des U-Boots lehnte er sich vor und berührte den Arm des Captains.

»Wir nähern uns dem Treffpunkt, Sir.«

Lieutenant Commander Alec Stewart nickte. »Alle Maschinen Stopp. Tiefenruder mittschiffs.«

»Alle Maschinen gestoppt«, kam die Bestätigung des wachhabenden Offiziers.

»Tiefenruder mittschiffs«, meldete der ranghöhere der beiden für die Tiefenruder verantwortlichen Männer, die vor den Steuerknüppeln saßen, mit denen man die Tiefenruder bediente und die Tauchtiefe des U-Boots kontrollierte.

»Sonar?«, fragte der Captain leise.

»Entfernte Aktivität um Bornholm herum, das übliche heftige Zeug vor Rostock, zwei Ziele, etwa dreiundvierzig Seemeilen die Küste rauf, die wie kleine, weit entfernte Patrouillenboote klingen, Peilung null zwei null. Keine U-Boot-Signaturen.«

Lieutenant Commander Alec Stewart zog eine Augenbraue hoch. Er war unzufrieden. Zum einen gefiel es ihm nicht, mit seinem Atom-U-Boot der Trafalgar-Klasse durch verbotene Gewässer zu fahren. Zum anderen mochte er keine Schnüffler.

Er wusste nur deswegen, dass man sie »Schnüffler« nannte, weil er den Ausdruck in einem Roman gelesen hatte. Er selbst hätte sie als Agenten bezeichnet, oder vielleicht einfach als Spione. Was auch immer sie waren, es gefiel ihm nicht, sie an Bord zu haben, auch wenn ihr Anführer einen Marinerang hatte. Während der Kriegsübungen hatte Stewart originalgetreue verdeckte Operationen durchgeführt, aber in Friedenszeiten blieben ihm echte derartige Unternehmungen im Halse stecken.

Als die Schnüffler an Bord gekommen waren, hatte er gedacht, dass der Marinerang lediglich eine Tarnung wäre, doch innerhalb weniger Stunden wurde ihm klar, dass Seahawk, wie sich der Anführer nannte, sehr gut über das Meer Bescheid wusste – ebenso wie seine beiden Begleiter.

Dennoch erinnerte ihn diese ganze Sache für seinen Geschmack zu sehr an einen billigen Kriminalschmöker. Außerdem würde es für ihn alles andere als leicht sein. Die Befehle unter dem Decknamen Operation Seahawk waren knapp, aber deutlich gewesen:

Seahawk und seinen Gefährten jegliche Unterstützung zukommen lassen. Lautlos und unter Wasser operieren und so schnell wie möglich zu folgendem Treffpunkt fahren.

Dann folgten Koordinaten, die nach einem schnellen Blick auf die Karten Stewarts schlimmste Befürchtungen bestätigten. Es war eine Stelle, etwa vier Seemeilen vor und dreiundvierzig Seemeilen den kleinen ostdeutschen Küstenabschnitt hinauf, der zwischen Westdeutschland und Polen lag.

Warten Sie unter Wasser. Sie unterstehen Seahawks direkten Befehlen. Gegenüber anderen Schiffen unter keinen Umständen Ihre Anwesenheit offenbaren, besonders nicht den Marineeinheiten der DDR oder Russlands, die vor den nahe gelegenen Häfen im Einsatz sind. Wenn Sie den Treffpunkt erreichen, wird Seahawk das Boot zusammen mit den beiden Offizieren, die ihn begleiten, wahrscheinlich verlassen wollen. Sie werden dafür das mitgebrachte Schlauchboot verwenden. Nach ihrem Aufbruch werden Sie auf Periskoptiefe abtauchen und auf ihre Rückkehr warten. Sollten sie nach drei Stunden nicht zurückgekehrt sein, werden Sie lautlos unter Wasser zur Basis zurückkehren. Wenn Seahawks Mission erfolgreich ist, wird er vermutlich mit zwei zusätzlichen Leuten zurückkehren. Gewähren Sie ihnen jede nur erdenkliche Annehmlichkeit und kehren Sie wie oben beschrieben zur Basis zurück. Achtung: Diese Operation findet unter dem Official Secrets Act statt. Machen Sie allen Mitgliedern Ihrer Besatzung klar, dass sie nicht über die Operation reden dürfen – weder untereinander noch mit anderen. Ein Team der Admiralität wird Sie nach Ihrer Rückkehr persönlich befragen.

Zum Teufel mit Seahawk!, dachte Stewart. Und zum Teufel mit der Operation. Das Ziel des U-Boots war nicht gerade ein Ort, den man ohne Weiteres unentdeckt erreichen konnte: durch die Nordsee, den Skagerrak hoch und den Kattegat wieder hinunter, um die dänischen und schwedischen Küsten herum, durch schmale Meerengen – was immer eine heikle Navigationsübung war – und schließlich in die Ostsee hinaus. Die letzten gut dreiundvierzig Seemeilen würden sie direkt in ostdeutsche Gewässer führen, die voller Ostblockschiffe sein würden, ganz zu schweigen von russischen U-Booten von den Basen in Rostock und Stralsund.

»Periskoptiefe«, murmelte Stewart und beobachtete die gedämpfte Atmosphäre des lautlos arbeitenden Schiffs.

Die Tiefenruderoffiziere brachten das U-Boot langsam aus knapp achtzig Metern Tiefe nach oben.

»Periskoptiefe erreicht, Sir.«

»Periskop ausfahren.«

Das massive Metallrohr glitt nach oben, und Stewart klappte ruckartig die Haltegriffe aus. Er schaltete die Nachtsichtfunktion ein und verschaffte sich einen kompletten Rundumblick. Er konnte geradeso die düstere und flache Küste ausmachen. Sonst nichts. Keine Lichter oder Schiffe. Nicht einmal ein Fischerboot.

»Periskop einfahren.«

Er klappte die Griffe hoch, machte zwei Schritte, um zur Funkkonsole zu gelangen, und nahm das interne Übertragungsmikrofon. Er schaltete es mit dem Daumen an und sprach mit derselben leisen Stimme: »Seahawk bitte in den Kontrollraum.«

Im vorderen Bereich des U-Boots lagen Seahawk und seine beiden Gefährten umgeben von rot markierter Sicherheitsausrüstung und direkt hinter einem Satz Torpedorohre an der einzigen freien Stelle auf behelfsmäßigen Betten gut einen Meter oberhalb des Decks. Sie trugen bereits schwarze Gummitaucheranzüge mit wasserdichten Holstern an den Gürteln. Das sperrige Schlauchboot war hervorgeholt worden und lag in Reichweite.

Als er den Befehl des Captains vernahm, schwang Seahawk die Füße auf das metallene Deck und ging ohne Eile nach achtern in Richtung Kontrollraum.

Nur diejenigen, die zum kleinen Kreis der Eingeweihten der globalen Geheimdienste gehörten, hätten Seahawk als Commander James Bond erkannt. Seine Gefährten waren Mitglieder der Eliteeinheit namens Naval Special Boat Squadron – Offiziere, die für ihre Diskretion bekannt waren und oft von Bonds Service eingesetzt wurden. Stewart schaute auf, als Bond den Kontrollraum betrat.

»Wir haben Sie rechtzeitig hergebracht.« Sein Verhalten verriet keine besondere Ehrerbietung, lediglich höfliche Förmlichkeit.

Bond nickte. »Gut. Tatsächlich sind wir sogar eine Stunde zu früh dran, was uns ein wenig Spielraum verschafft.« Er schaute auf die Rolex aus rostfreiem Stahl an seinem linken Handgelenk. »Können Sie uns in etwa zwanzig Minuten rauslassen?«

»Natürlich. Wie lange werden Sie brauchen?«

»Ich vermute, Sie werden nur teilweise auftauchen, also werden wir gerade genug Zeit brauchen, um das Schlauchboot aufzublasen und aus Ihrem Tauchsog zu paddeln. Zehn, fünfzehn Minuten?«

»Und wir benutzen die Funksignale nur entsprechend der Anweisung?«

»Drei Bravos von Ihnen für Gefahr. Zwei Deltas von uns, wenn wir wollen, dass Sie auftauchen und uns wieder an Bord nehmen. Wir werden wie besprochen die Ausstiegsluke vor dem Turm benutzen. Ich vertraue darauf, dass es da keine Probleme geben dürfte, richtig?«

»Auf der Hülle wird es rutschig sein, besonders bei der Rückkehr. Ich werde zwei Petty Officers hinschicken, um Ihnen zu helfen.«

»Und ein Seil. Vorzugsweise eine Leiter. Soweit ich weiß, haben unsere Gäste keine Erfahrung darin, nachts an Bord eines U-Boots zu gehen.«

»Wann immer Sie bereit sind.« Stewart war bezüglich der »Gäste«, die man ihm aufhalsen wollte, sogar noch unzufriedener.

»In Ordnung, dann machen wir mal Klarschiff.«

Bond kehrte zu den Offizieren der Special Boat Squadron zurück, Captain Dave Andrews und Lieutenant Joe Preedy von den Royal Marines. Sie gingen noch einmal schnell den Ablauf durch, und jeder wiederholte seine Rolle in dem Notfallplan, falls irgendetwas schiefgehen sollte. Sie zerrten das Schlauchboot, die Paddel und den kleinen Leichtmotor zu der Metallleiter, die zur vorderen Luke und von dort zur Hülle und der kalten Ostsee führte. Zwei Petty Officers in Ölzeug warteten am Fuß der Leiter auf sie. Einer von ihnen war bereit, nach oben zu klettern, sobald der Befehl erteilt wurde.

Im Kontrollraum warf Lieutenant Commander Stewart noch einmal einen schnellen Blick durch das Periskop, und als es eingefahren wurde, gab er den Befehl, bis zur Hülle aufzutauchen und die Lichter auszuschalten. Während man den zweiten Befehl ausführte, wurde es im Inneren des U-Boots vollkommen dunkel. Nur die Anzeigen im Kontrollraum glühten noch, und hin und wieder flackerte das Licht einer stark abgeschirmten roten Taschenlampe auf. Eine davon trug der Petty Officer am Fuß der Leiter bei sich. Er...


Bereits im Zweiten Weltkrieg wurde Gardner im Alter von 17 Jahren erst für die britische Luftwaffe und danach für die Royal Navy eingezogen. Daraufhin beschloss Gardner Priester zu werden und diente, nach einiger Zeit als Vikar, als Kaplan der Royal Airforce. 1959 veröffentlichte er sein erstes Buch und arbeitete daraufhin bis 1964 als Theaterkritiker. 1980 wurde er als offizieller James Bond-Autor der Öffentlichkeit vorgestellt und schrieb bis 1996 vierzehn Bond Romane, von denen GoldenEye und Lizenz zum Töten verfilmt wurden. Er war zwei Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe von 1952 bis 1997 entstanden drei Kinder. Seine zweite Ehe mit einer Jugendfreundin wurde 2004 geschloßen. Gardner verstarb im August 2007.



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