Haensel | Mythor 114: Traumlawine | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 114, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Haensel Mythor 114: Traumlawine


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9866-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 114, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9866-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Mythor, der Sohn des Kometen, begann seinen Kampf gegen die Mächte des Dunkels und des Bösen in Gorgan, der nördlichen Hälfte der Welt. Dann, nach einer relativ kurzen Zeit des Wirkens, in der er dennoch Großes vollbrachte, wurde der junge Held nach Vanga verschlagen, der von den Frauen beherrschten Südhälfte der Lichtwelt. Und obwohl in Vanga ein Mann nichts gilt, verstand Mythor es nichtsdestoweniger, sich bei den Amazonen Achtung zu verschaffen und den Hexenstern zu erreichen, wo er endlich mit seiner geliebten Fronja zusammenkam. Gegenwärtig befinden sich der Sohn des Kometen und seine Gefährten, zu denen inzwischen auch Fronja, die ehemalige Erste Frau von Vanga, zählt, inmitten der Schattenzone, wo sie mehr als einmal nur mit knapper Mühe einem schrecklichen Schicksal entgingen. Nachdem selbst Darkon, der Herr der Finsternis, mit seinem Plan, den Sohn des Kometen durch Nottr ermorden zu lassen, gescheitert ist, hat Mythor mit seiner Schar Carlumen betreten, die fliegende Stadt des legendären Caeryll. Dieses einstige Gefährt des Lichts ist jedoch zum Spielball dunkler Kräfte geworden. Im Leib der Schlange Yhr hat Carlumen eine Irrfahrt in phantastische Bereiche angetreten. Dabei bricht auch etwas über die Beteiligten herein, mit dem niemand gerechnet hat: die TRAUMLAWINE ...

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2.


Längst war jenes Licht wieder erloschen, in dem der Sohn des Kometen die Neue Flamme von Logghard zu sehen geglaubt hatte. Vielleicht eine Spiegelung, ein Irrlicht, wer mochte das so genau wissen. Die Schlange Yhr jedenfalls hatte die Gelegenheit genutzt, um Carlumen auf eine neue Irrfahrt zu schicken.

Noch blieb verborgen, wo man sich befand. Die Nebel lichteten sich nur zögernd. Hin und wieder trieben Wrackteile und Felstrümmer vorbei.

Weit voraus tasteten fahle Lichtstrahlen durch die Düsternis der Schattenzone. Sie waren wie eine seltsame Verheißung.

Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht, die Fliegende Stadt auf einen anderen Kurs zu bringen. Magische Kräfte mochten es sein, die sie vorwärts trugen, einem unbestimmten Ziel entgegen.

Selbst Caerylls Landkarte konnte den entscheidenden Hinweis nicht geben. Man trieb ins Unbekannte.

»Schau nach vorn und nicht zurück, sehr leicht verfehlst du sonst dein Glück«, deklamierte Robbin mit Grabesstimme.

Gerrek musterte ihn eingehend. »Alte Pfaderregel?«, erkundigte er sich schließlich.

Robbin nickte, gespannt darauf, welch dumme Bemerkung der Beuteldrache diesmal auf der Zunge hatte. Aber Gerrek verzog sein Maul nur zu einem spöttischen Grinsen.

»Klingt gut«, sagte er.

Die Ausschläge des Steuerpendels wurden allmählich heftiger. Robbin und der Kleine Nadomir starrten das Heptagramm an, als könnten sie auf diese Weise die Flugrichtung beeinflussen.

Mythor stand am rechten Auge des Widderkopfes und blickte stumm hinaus. Aber seine Gedanken schweiften immer wieder ab; es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren.

Die Umrisse schroffer Felsen wurden sichtbar; Carlumen näherte sich einer bizarren Insel. Wie Knochenfinger ragten bleiche Säulen anklagend empor.

Ächzend stieß Robbin die Luft aus. Als Mythor sich zu ihm umwandte, wirkte des Pfaders Gesicht wie versteinert.

»Er weiß etwas«, bemerkte Gerrek völlig überflüssig.

Da war eine flüchtige Bewegung ... Aus den Augenwinkeln heraus gewahrte Mythor die Veränderung und wirbelte herum. Im ersten Moment wusste er nicht zu sagen, was seine Aufmerksamkeit erregt hatte, dann erst wurde es ihm bewusst.

Die Felsen standen jetzt wesentlich näher, krümmten sich Carlumen entgegen wie die Krallenhand eines Dämons.

»Wir müssen den Kurs ändern«, stöhnte Robbin.

Kleine Steine schlugen gegen die Fenster. Zuerst nur wenige, dann in steter Folge. Die Bewegung der Felsen wurde offenbar. Gierig zuckten sie auf Carlumen zu.

»Unternehmt etwas«, rief Gerrek. »Robbin, was weißt du?«

»Ich habe von diesem Eiland gehört, es aber nie zuvor mit eigenen Augen gesehen. Wir können uns nicht zur Wehr setzen.«

Die Fliegende Stadt geriet in einen regelrechten Steinhagel. Immer größere Brocken schmetterten auf die Schwammscholle herab.

»Sie werden uns zermalmen«, rief jemand.

Tatsächlich öffneten und schlossen die steinernen Finger sich mit ruckartigen Bewegungen. Sie waren stark genug, um Carlumen in mehrere Teile zu zerbrechen.

»Ausweichen!«, raunten die Kristallablagerungen der Wände, und Caerylls Körper spiegelte sich vielfach verzerrt in ihnen. »Ihr steuert ins Verderben.« Die Stimme wurde leiser, war kaum noch hörbar, aber plötzlich hallte der Raum wider von einem verzweifelten Aufschrei:

»ALLUMEDDON! Vernehmt es, ihr Narren ...«

Dann war da nur noch das Geräusch der aufschlagenden Steine. Ein bleicher Fels zuckte heran, krachte gegen die Galionsfigur.

Von irgendwoher drang Staub ein und begann sofort zu wachsen. Ehe Mythor reagieren konnte, war er bereits von einem Dutzend rasch wuchernder Säulen umgeben. Unwillig riss er Alton aus der Scheide. Das Gläserne Schwert ließ ein deutliches Wehklagen vernehmen.

»Helft ihm!«, schrie Robbin.

Überall schossen Stalagmiten aus dem Boden. Unter Mythors wuchtigen Hieben zersplitterten sie wie Glas, aber es wurden rasch mehr, und sie tasteten nach den Kriegern. Die Geräusche der aufprallenden Steine, das Klirren der Waffen und das Keuchen der gegen diesen unheimlichen Gegner Kämpfenden erfüllten die Luft wie der Atem des Bösen. Dazwischen feurige Lohen aus Gerreks Nüstern.

Wieder wurde Carlumen schwer erschüttert.

»Helft mir!«, erklang es verzerrt aus den Wänden.

Das splitternde Krachen von Holz zeigte an, dass irgendwo die Wehr beschädigt worden war. Und Caeryll fühlte mit Carlumen – die Fliegende Stadt war sozusagen sein Körper. Sein Wehklagen wurde lauter, aber niemand fand Zeit, darauf zu achten.

Zum Greifen nahe zog die Insel vorüber. Schon senkten sich die Felsen herab, als ein Zischen die Luft erfüllte.

Durch die Augen des Widderkopfs konnte Mythor das verkohlte Wrack erkennen, das noch immer in einiger Entfernung auf gleicher Bahn dahintrieb. Die Finger eines Riesen schienen das fremde Schiff zu umklammern und zogen es auf das Eiland zu. Ein Schicksal, das Carlumen zum Glück erspart blieb.

Die Steine erstarrten zur Leblosigkeit. Mythor hob einen von ihnen auf – er fühlte sich kalt an und rau.

Der Sand war erst zu einem Bruchteil durch das Stundenglas geronnen, als wieder Ruhe eintrat. Die seltsame Insel blieb schnell zurück.

Voraus zeigten sich immer deutlichere Lichterscheinungen. Wie ein Bündel von Sonnenstrahlen tasteten sie durch die Dämmerung.

»Als würden sie durch ein großes Loch hindurchfallen«, bemerkte Gerrek und kratzte ausgiebig seinen Katerbart. »Vielleicht scheint irgendwo dort vorne die Sonne.«

»Ich glaube kaum«, erwiderte Robbin spöttisch. Dann zögerte er, schürzte die Lippen. »In der Tat, ein blindes Huhn findet auch manchmal ein Korn.«

»Willst du damit behaupten, ich sei ...«

»Ruhig, Drache, ganz ruhig. Möglicherweise hast du mir mit deiner Bemerkung einen großen Dienst erwiesen. Ich glaube, endlich herausgefunden zu haben, wo wir uns befinden.«

Gerrek stieß einen Pfiff aus.

»Wo?«

»In der Nähe von Sargoz.«

»Das sagt mir überhaupt nichts.«

»Habe ich mir gedacht«, erwiderte Robbin.

»Mumie!«, keifte der Beuteldrache.

»Hört endlich auf damit!«, rief Mythor dazwischen. »Wer von euch noch einen Ton von sich gibt, kann sich auf einiges gefasst machen.«

»Ähem«, hüstelte Gerrek. »Der Pfader ...« Mythors drohender Blick ließ ihn verstummen.

Aber kaum wandte der Sohn des Kometen sich ab, sprudelte es erneut aus ihm hervor:

»Robbin hat mich ein blindes Huhn genannt. Muss ich mir das gefallen lassen? Beuteldrachen fressen keine Körner.«

»Es war ja nur ein Vergleich«, behauptete der Pfader.

»Gebt sofort Ruhe!« Mythor war nahe daran, die Beherrschung zu verlieren. Wütend funkelte er die beiden Streithähne an, woraufhin Gerrek beleidigt den Schwanz einzog.

»Ab sofort sage ich überhaupt nichts mehr«, murrte er.

Mythor seufzte. »Du ahnst gar nicht, wie froh ich darüber bin.«

Gerrek murmelte irgendetwas Unverständliches.

»Was ist Sargoz?« Mythor zog Caerylls Landkarte zu Rate und studierte sie eingehend. Er fand eine Zeichnung, die ihn unwillkürlich an einen halbierten Himmelsstein erinnerte.

»Ich glaube nicht«, sagte Robbin, »dass Sargoz ein Meteor ist. Es besteht aus zwei Landteilen, die durch eine schmale Felsbrücke miteinander verbunden sind. Früher einmal muss es sich um eine einzige, in etwa kugelförmige Insel gehandelt haben, die durch irgendwelche Kräfte halbiert und schließlich getrennt wurde. Auf der einen Seite eine vollkommene Ebene, weist das andere Bruchstück schroffe, wild-zerklüftete Berge auf. Es heißt, dass im Umland unzählige Gefahren lauern.«

»Wo in der Schattenzone gibt es keine Gefahren?«, fragte Gerrek. »Werden wir Sargoz auf unserem jetzigen Kurs sehen können?«

»Ich denke schon«, nickte der Pfader. »Wäre der Nebel nicht gewesen, hätten wir in der Ferne die ebene Hälfte des Eilands erkennen können.«

»Und die andere?«, wollte Lankohr wissen.

Robbin deutete auf das Steuerpendel, dessen Bewegungen über dem Heptagramm schneller wurden.

»Carlumen bewegt sich auf einer langgestreckten Kreisbahn, die uns wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Das Loch, das Gerrek treffend erwähnt hat, heißt Nadelöhr. Dahinter werden wir auf die schroffe Hälfte von Sargoz stoßen.«

*

Es war wie ein einmalig schöner Sonnenaufgang. Unzählige Lichtstrahlen tasteten über zerklüftetes Gestein und zeichneten zerfließende Schatten inmitten trüber Düsternis. Manch heller Schein verharrte auf Carlumen und zog mit der Fliegenden Stadt weiter.

Mythor stand neben Fronja auf der Brücke und beobachtete dieses seltene Schauspiel. Erste Felsformationen wurden zu beiden Seiten erkennbar, waren aber noch zu weit entfernt, um eine Gefahr zu bedeuten.

»Wir fliegen auf das Nadelöhr zu«, stellte Robbin fest. »Mir wäre wohler, könnten wir den Kurs ändern.«

Carlumen schien einzutauchen in unwirkliche Helligkeit. Es war ein kaltes Licht, das frösteln machte. Die Felsen rückten allmählich näher zusammen. Zum ersten Mal wurde erkennbar, dass Kristalle in ihnen eingeschlossen waren. Wie in winzigen Spiegeln brach sich die Helligkeit in vielfältigen Reflexen, die den Augen schmerzten. Fast körperlich wurde die Gefahr spürbar, die voraus lauerte. Krieger und Amazonen hielten die Hände auf den Waffen. Aber nichts zeigte sich.

Carlumen trieb auf das Felsloch zu, das wie ein heller Fleck in Flugrichtung stand. Zweifellos war es...



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