Buch, Deutsch, Band Band 011, 396 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 235 mm, Gewicht: 33 g
Reihe: Jüdische Moderne
»Jüdischkeit« in der deutschen Gegenwartsliteratur
Buch, Deutsch, Band Band 011, 396 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 235 mm, Gewicht: 33 g
Reihe: Jüdische Moderne
ISBN: 978-3-412-20569-0
Verlag: Böhlau
Selbstvergewisserung basiert auf Unterscheidung, benötigt ein Gegenüber. Das Buch macht deutlich, dass es immer noch gilt, 'Jüdischkeit' in Deutschland, als eine mit positiven Inhalten besetzte jüdische Identität, nach der Shoah wieder neu zu (er)finden. Beispielhaft setzt die Autorin dafür Texte von Ruth Klüger, Bernhard Schlink, Robert Schindel, W. G. Sebald, Barbara Honigmann, Katharina Hacker und Maxim Biller miteinander in Bezug und macht auf diese Weise das literarische deutsch-jüdische Gespräch als Element der wechselseitigen Selbstvergewisserung, die Rezeption eines spannungsvollen Miteinander-Sprechens von Deutschen und Juden sichtbar.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literarische Stoffe, Motive und Themen
- Geisteswissenschaften Jüdische Studien Geschichte des Judentums Geschichte des Judentums: Moderne & Gegenwart
- Geisteswissenschaften Jüdische Studien Jüdische Studien Jüdische Studien: Literatur & Kunst
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literatursoziologie, Gender Studies
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Deutsche Literatur
Weitere Infos & Material
„Nervös der Meridian“ oder: Im leeren Raum des Fiktiven?
Jüdische Stimmen und deutsche Literatur
Einleitung
I. Das jüdische Gegenüber im deutsch-jüdischen Gespräch: Der ‚Andere‘
I. 1. Identitätsdiskurse vor der Shoah
1.1. Der ‚Andere’. Blick-Theorien
1.2. Die ‚andere Sprache’. Ein Unterscheidungsmythos
Exkurs: Ohne in anderer Sprache zu sein? Isachar Falkensohn Behrs
„Gedichte eines polnischen Juden“
1.3. Vom ‚Fremden’ zum ‚Anderen’. Das Versprechen der Aufklärung
1.4. Der ‚Andere’. Literarisches Tauziehen
Exkurs: Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“
Eine Verständigungsfigur
I. 2. Die Zäsur der Shoah
2.1. Der ‚Andere’ als Außenseiter. Opfer-Täter-Dichotomien (I)
2.2. Die negative deutsch-jüdische Symbiose
Exkurs: Die Walser-Bubis-Debatte. Ein gerichtsförmiger Diskurs
2.3. Der ‚Andere’ als Gerücht. Opfer-Täter-Dichotomien (II)
I. 3. Stille Tage. Literarische Selbstvergewisserungen nach 1989
3.1. Forschungsstimmen: Bilder ohne Vorbilder? Der ‚Andere’ und die neue deutsch-jüdische Literatur
3.2. Autorenstimmen: Der ‚Andere’ und die Erfindung der Tradition. Jüdischkeit
3.3. Über Jüdischsein reden. Die Texte
II. Das Erbe. Jüdischkeit als Leerstelle
II. 1. „1945“ – Die mythische Stunde Null. Deutsche Diskurse
1.1. Die Nicht-Nichtjuden
1.1.1. Alfred Anderschs „Efraim“
1.1.2. Jean Amérys „Über Zwang und Unmöglichkeit, Jude zu sein“
II. 2. „1945“ – Die Sprache ging hindurch, trotz allem. Jüdische Diskurse
2.1. Bezeugen, Entleeren
2.1.1. Paul Celans „Todesfuge“
2.1.2. Wolfgang Hildesheimers „Tynset“
II. 3. Im leeren Raum des Fiktiven. ‚Der eingebildete Jude‘
3.1. Selbstzeugungsphantasien
3.1.1. Alain Finkielkrauts „Der eingebildete Jude“
3.1.2. Esther Dischereits „Als mir mein Golem öffnete“
II. 4. Die Struktur des Mythos‘. Zwischenresümée
III. Zusammenschlüsse. Jüdischkeit als Text
III. 1. „1989“ – Was kommt? Was bleibt?
1.1. Über Justierungsprozesse, literarische Geschichtskonstruktionen, Opfernarrative und: Jüdischkeit?
1.1.1. Ins-Gespräch-Treten? Die Literaturstreits
1.1.2. Der ‚eigene Andere’. Opfer-Täter-Dichotomien (III)
1.2. Deutsche Geschichte(n) als Belastungsgeschichte(n)
1.2.1.Ruth Klügers „weiter leben“
1.2.2. Bernhard Schlinks „Die Beschneidung“
III. 2. Geschichten eines Adjektivs. Jüdischkeit als Text
2. 1. Die Kindeskinder des Doppeladlers – Robert Schindels „Gebürtig“
2.1.1. Die Anderen. Vielstimmigkeit
2.1.2. Wie gerät das Gedicht in den Text?
2.1.3. Welche Funktion kommt den Namen zu? Oder: Wo liegt Galizien?
2.1.4. Wien ist ein nachblutender Witz – Zugehörigkeit
2. 2. Figuren der Unzugehörigkeit – W. G. Sebalds „Die Ausgewanderten“
2.2.1. Heimatlosigkeit und Habe
2.2.2. To turn fiction into truth - Der erinnerte Autor
2.2.3. Das jüdische Gegenüber: Der Andere?
2.2.4. Untröstlichkeit ohne Trauer? Sebalds „terra incognita“
2. 3. Kain und Abels Erben – Katharina Hackers „Eine Art Liebe“
2.3.1. Der Andere. Opfer-Täter-Dichotomie als Urtext
2.3.2. Weiter erzählen. Der erinnerte Autor
2.3.3. Auf dem Herzen. Fragmente einer Sprache der Liebe
2. 4. Zwischen dir und mir wächst tief das Paradies – Barbara Honigmanns
„Alles, alles Liebe“
2.4.1. Verbrieft. Fragmente einer Sprache der Liebe
2.4.2. Der Andere. Du und Ich als Urtext
2.4.2.1. Vom Gespräch zum Schweige-Riss
2.4.2.2. Vom Angesicht zum Schatten-Riss
2.4.3. Das Gesicht wieder finden
2. 5. Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt – Maxim Billers
„Die Tochter“
2.5.1. Verhaltenslehren der Kälte. Ehen in Wien und München
2.5.2. Der eigene Andere. OpferTäter-Figurationen
2.5.3. „Die Tochter“. Ein Vaterbuch
2.5.4. Der Plüschfrosch. Oder: Die Suche nach Erlösung
Jüdischkeit als Text. Im leeren Raum des Fiktiven?
Fazit
Literaturverzeichnis
Anhang