Hickam | Albert muss nach Hause | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 528 Seiten

Reihe: HarperCollins

Hickam Albert muss nach Hause

Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95967-973-2
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators

E-Book, Deutsch, 528 Seiten

Reihe: HarperCollins

ISBN: 978-3-95967-973-2
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Homer liebt Elsie. Und Elsie liebt Albert. Eigentlich einfach. Bis auf ein großes grünes Manko: Albert ist ein Alligator. Und Homer will sein Badezimmer keinen Tag länger mit einem bissigen Reptil teilen. Elsie entscheidet sich für Homer - unter einer Bedingung: Gemeinsam müssen sie Albert nach Hause bringen. Vom trostlosen West-Virginia ins sonnenverwöhnte Florida. Mit dem Alligator auf dem Rücksitz ihres Buicks unternehmen sie die Fahrt ihres Lebens - und die führt sie weiter, als sie es sich hätten träumen lassen.
'Es ist die geniale Konstruktion des Romans, die den besonderen Reiz ausmacht.' NDR Kultur, Ulrike Sárkány
'Einfach unwiderstehlich.'
GALA
'Gute-Laune-Lektüre.' MAXI, Juli 2016
'Diese Geschichte ist so unangestrengt und liebevoll erzählt, dass ein Urlaub, in dem man dieses Buch dabei hat, nicht schiefgehen kann, egal, was Hotel, Wetter und Strand einem vorenthalten.'
Elke Heidenreich im Literatur Spiegel
'Liebevoller kann man eine verrückte Geschichte kaum erzählen: da reist ein Ehepaar mit einem Alligator namens Albert quer durch Amerika, um ihn in südlichen Sümpfen freizulassen. Albert kommt nach Hause, ja, aber auch Elsie und Homer kommen an: in ihrer Liebe und bei sich selbst. Ich glaube, nach diesem Buch brauche ich dringend einen grinsenden Alligator als Haustier, damit mein Leben auf die Reihe kommt.'
Elke Heidenreich über Ihr Lieblingsbuch Albert muss nach Hause
'Homer Hickam Jr., ehemaliger NASA-Ingenieur und Bestsellerautor, erzählt die (wahren?) Geschichten seiner Eltern so leichtfüßig, dass 528 Seiten bedauerlich schnell ausgelesen sind.' Auto Bild Klassik
'Endlich wieder ein Hickam! Mit seinen hinreißenden 'Rocket Boys' kriegte man sogar Männermuffel ans Lesen.'
Elke Heidenreich über Rocket Boys



Homer Hickam (auch bekannt als Homer H. Hickam, der Jüngere) ist für seine unter dem Titel 'Oktober Sky' verfilmte Autobiografie 'Rocket Boys' mehrfach ausgezeichnet worden. Er selbst schreibt seit der Grundschulzeit, arbeitete in einer Kohlemine, kämpfte im Vietnam-Krieg, war Tauchlehrer, Paläontologe und NASA-Ingenieur. Er lebt wechselnd in Alabama und auf den Virgin Islands in der Karibik.

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Die Vorgeschichte

Bevor mir meine Mutter von Albert erzählte, hatte ich keine Ahnung von der abenteuerlichen und gefährlichen Reise, die sie und mein Vater unternommen hatten, um ihn nach Hause zu bringen. Ich wusste nicht, wie sie zueinandergefunden hatten oder was sie zu den Menschen gemacht hatte, die ich kannte. Ich wusste auch nicht, dass meine Mutter nie ganz aufgehört hatte, einen Mann zu lieben, der später ein berühmter Hollywoodschauspieler wurde, oder dass mein Vater diesen Mann kennenlernte, nachdem er einen gewaltigen Hurrikan überstanden hatte, der nicht nur in den Tropen, sondern auch in seiner Seele gewütet hatte. Die Geschichte von Albert hat mir das alles nähergebracht und mich dazu noch einiges mehr gelehrt, nicht nur über meine Eltern, sondern auch über das Leben, das sie mir geschenkt haben, und das Leben, das wir alle führen, auch wenn uns die Hintergründe verborgen bleiben.

Meine Eltern unternahmen diese Reise 1935, sechs Jahre nach dem großen Börsenkrach, mitten in der Wirtschaftskrise. Damals zählte Coalwood kaum mehr als tausend Einwohner, und die meisten von ihnen waren – wie meine zukünftigen Eltern – junge Ehepaare, die mit dem Kohlebergbau aufgewachsen waren. Wie ihre Väter und Großväter vor ihnen standen die Männer jeden Tag auf und gingen zur Arbeit in die Mine, wo sie mit Bohrern, Sprengstoff, Hacken und Schaufeln der Kohle zu Leibe rückten, während das Dach über ihnen ächzte und Risse bekam und manchmal einstürzte. Der Tod war allgegenwärtig. Zwischen den jungen Männern und Frauen von Coalwood lag deswegen immer eine gewisse Melancholie in der Luft, wenn sie sich am Morgen verabschiedeten. Doch im Namen der Lohntüte musste man sich dann eben doch trennen, und die Männer trotteten davon und reihten sich in die lange Kolonne der Bergwerksarbeiter ein. Mit baumelnden Lunchpaketen und schwer stapfenden Stiefeln lenkten sie ihre Schritte dem tiefen dunklen Untergrund entgegen.

Während ihre Männer sich in den Kohlebergwerken abschufteten, fochten die Frauen von Coalwood in den Häusern, die ihnen die Firma zur Verfügung stellte, den nicht enden wollenden Kampf gegen den Staub. Schnaufende Kohlezüge ratterten über die Schienen, die nur wenige Meter neben den Häusern verliefen, und wirbelten dichte Wolken aus erstickendem Ebenholzpulver auf, das durch jede Ritze drang, egal wie fest man die Türen und Fenster schloss. Die Menschen von Coalwood sogen den Staub mit jedem Atemzug ein und sahen ihn wie grauen Nebel aufsteigen, wenn sie durch die Straßen gingen. Er stieg aus ihren Kissen auf, wenn sie ihre müden Häupter darauf betteten, und er erhob sich in einer glitzernden Wolke, wenn sie beim Aufwachen die Decken zurückschlugen. Jeden Morgen standen die Frauen auf und kämpften gegen den Staub, und am nächsten Tag standen sie wieder auf und kämpften wieder gegen den Staub, nachdem sie ihre Männer in die Kohlemine geschickt hatten, damit diese immer noch mehr Staub produzierten.

Die Kindererziehung überließ man ebenfalls den Frauen. Es war eine Zeit, in der Scharlach, Masern, Grippe, Typhus und andere unerkannte fiebrige Krankheiten regelmäßig durch das kleine Bergbaustädtchen fegten und schwache wie kräftigere Kinder niederstreckten. Es gab nur wenige Familien, die kein Kind verloren hatten, und auch die tägliche Angst um Ehemänner und den Nachwuchs forderte ihren Tribut. Es dauerte meist nur wenige Jahre, bis sich die natürliche, süße Unschuld eines jungen Mädchens aus West Virginia in eine raue, harte Schale verwandelt hatte, die den Frauen der Kohlereviere zu eigen war.

Das war die Welt von Homer und Elsie Hickam, meinen Eltern, bevor sie meine Eltern wurden. Es war eine Welt, die Homer akzeptierte. Es war eine Welt, die Elsie verabscheute.

Andererseits konnte sie gar nicht anders. Immerhin hatte sie eine Weile in Florida gelebt.

***

Lange nach der Reise, die meine Eltern unternahmen, um Albert nach Hause zu bringen, kamen mein Bruder Jim und ich zur Welt. Wir verbrachten unsere Kindheit in den Vierzigern und Fünfzigern in Coalwood, als die Stadt schon etwas älter war und sich bereits einige Annehmlichkeiten wie geteerte Straßen und Telefone eingeschlichen hatten. Es gab sogar Fernsehen, und ohne Fernsehen hätte ich vielleicht nie von Albert erfahren. Denn als ich zum ersten Mal von ihm hörte, lag ich auf dem Wohnzimmerteppich und schaute mir eine Wiederholung der Walt-Disney-Serie über Davy Crockett an. Diese Sendung hatte ihn mehr oder weniger zum beliebtesten Mann in den Vereinigten Staaten gemacht, noch beliebter als Präsident Eisenhower. Tatsächlich gab es kaum einen Jungen in den USA, der nicht gern eine von Davys charakteristischen Mützen aus Waschbärenfell gehabt hätte, und dazu gehörte auch ich, aber ich bekam nie eine. Mom mochte diese kleinen Wildtiere viel zu sehr, um solche grausamen Dummheiten zu unterstützen.

Meine Mutter betrat das Wohnzimmer, als Davy und sein Freund Georgie Russell auf unserem 21-Zoll-Schwarz-Weiß-Bildschirm gerade durch den Wald ritten. Georgie sang die Ballade von Davy Crockett, dem König der Wildnis, der im Alter von drei Jahren schon einen Bären erlegt hatte. Es war eine eingängige Melodie, und wie Millionen andere Kinder im ganzen Land kannte ich jedes Wort auswendig. Nachdem meine Mutter eine Weile schweigend zugesehen hatte, sagte sie: „Das war ein Bekannter von mir. Der hat mir damals Albert geschenkt.“ Dann drehte sie sich um und ging zurück in die Küche.

Ich war so auf Davy und Georgie konzentriert, dass es einen Moment dauerte, bis mein jugendlicher Verstand die Bemerkung meiner Mutter erfassen konnte. Bei der nächsten Werbepause stand ich auf und ging zu ihr in die Küche.

„Mom? Hast du vorhin gerade gesagt, du kennst wen aus der Davy-Crockett-Show?“

„Den Mann, der das Lied gesungen hat“, sagte sie und klatschte einen Löffel Fett in die Bratpfanne. Ich sah den sämig-klumpigen Brei in der Schüssel neben dem Herd und vermutete, dass es zum Abendessen ihre berühmten Kartoffelpuffer geben würde.

„Du meinst Georgie Russell?“, fragte ich.

„Nein, Buddy Ebsen.“

„Wer ist Buddy Ebsen?“

„Der Mann, der eben im Fernsehen gesungen hat. Allerdings kann er besser tanzen als singen. Ich war mit ihm bekannt, als ich in Florida bei meinem reichen Onkel Aubrey gelebt habe. Als ich deinen Vater geheiratet habe, hat Buddy mir Albert als Hochzeitsgeschenk geschickt.“

Weder von Buddy noch von Albert hatte ich jemals gehört, umso öfter jedoch vom reichen Onkel Aubrey. Meine Mutter fügte grundsätzlich das Adjektiv „reich“ zu seinem Namen hinzu, obwohl sie auch erzählt hatte, dass er beim Börsencrash von 1929 sein gesamtes Vermögen verloren hatte.

Ich hatte ein Foto vom reichen Onkel Aubrey gesehen. Ein Mann mit rundem Gesicht, der mit zusammengekniffenen Augen ins helle Sonnenlicht blickt und sich dabei auf einen Golfschläger stützt. Der reiche Onkel Aubrey trug eine Schiebermütze, einen schicken Pullover über einem Hemd mit offenem Kragen, Knickerbocker und weiße Gamaschen über braunen Schuhen. Hinter ihm konnte ich einen winzigen Aluminiumwohnwagen sehen, der sein Zuhause war, und ich hatte den Verdacht, dass der reiche Onkel Aubrey gar nicht so viel Geld brauchte, um reich zu sein.

Um die Sache weiter aufzuklären, hakte ich nach. „Du warst also bekannt mit … Georgie Russell?“

„Wenn Buddy Ebsen und Georgie Russell dieselbe Person sind, dann ja.“

Ich stand da und bekam den Mund nicht mehr zu. Eine nervöse Aufregung befiel mich, ich konnte es kaum erwarten, den anderen Jungs in Coalwood zu erzählen, dass meine Mutter mit Georgie Russell bekannt war. Das war nur einen Schritt davon entfernt, Davy Crockett selbst zu kennen. Garantiert würde mich jeder beneiden!

„Albert war ein paar Jahre bei uns“, fuhr meine Mutter fort. „Als wir noch in dem anderen Haus gewohnt haben. Die Straße runter, vor der Haltestelle. Bevor ihr zur Welt gekommen seid, dein Bruder und du.“

„Wer ist Albert?“, fragte ich.

Für einen Augenblick wurde der Blick meiner Mutter ganz sanft. „Habe ich dir nie von Albert erzählt?“

„Nein“, sagte ich, während ich hörte, wie die Werbung endete und das Geräusch von Steinschlossgewehren wieder aus dem Fernsehgerät dröhnte. Davy Crockett legte wieder los, und ich horchte mit einem Ohr Richtung Wohnzimmer.

Sie merkte, wie der Fernseher mich ablenkte, also deutete sie mir mit einer ungeduldigen Handbewegung, ins Wohnzimmer zu gehen. „Ich erzähl dir hinterher von ihm. Die Geschichte ist ein bisschen kompliziert. Dein Vater und ich … na ja, wir haben ihn nach Hause gebracht. Albert war ein Alligator.“

Ein Alligator! Ich machte den Mund auf, um weitere Fragen zu stellen, doch sie schüttelte den Kopf. „Später“, sagte sie und wandte sich wieder ihren Kartoffelpuffern und ich mich Davy Crockett zu.

Im Laufe der Jahre hat meine Mutter ihr Versprechen eingelöst und mir erzählt, wie sie Albert nach Hause gebracht haben. Ab und zu, wenn meine Mutter ihn dazu ermunterte, steuerte auch mein Vater seine Sicht auf die Geschichte bei.

Selten kümmerten sie sich um die richtige Reihenfolge der Geschehnisse oder darum, dass ich Ausschnitte davon bereits in einer völlig anderen Version gehört hatte. Doch während ich den Erzählungen zuhörte, entfalteten sie sich zu einer lebendigen, zwar etwas zusammenhanglosen, zweifellos aber legendenhaften Geschichte eines jungen Ehepaars, das in Begleitung eines ganz besonderen Alligators (und seltsamerweise eines Hahns) das Abenteuer seines Lebens erfuhr – auf einer Reise in den Süden, wo ich sie mir immer unter der goldenen Sonne eines...


Hickam, Homer
Homer Hickam (auch bekannt als Homer H. Hickam, der Jüngere) ist für seine unter dem Titel "Oktober Sky” verfilmte Autobiografie "Rocket Boys” mehrfach ausgezeichnet worden. Er selbst schreibt seit der Grundschulzeit, arbeitete in einer Kohlemine, kämpfte im Vietnam-Krieg, war Tauchlehrer, Paläontologe und NASA-Ingenieur. Er lebt wechselnd in Alabama und auf den Virgin Islands in der Karibik.



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