E-Book, Deutsch, 136 Seiten
Jabbusch Einhandsegeln am Limit
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7822-1114-7
Verlag: Koehler in Maximilian Verlag GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Alleine durch die Roaring Forties
E-Book, Deutsch, 136 Seiten
ISBN: 978-3-7822-1114-7
Verlag: Koehler in Maximilian Verlag GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
'Der Trans-Ocean-Preis-Gewinner Manfred Jabbusch weiß, dass er segeln kann. Deshalb sucht er die ganz besondere Herausforderung. Die Wahl der Route für die Überführung seiner Yacht fällt daher nicht etwa auf die bequemste, sondern auf die extremste. Sie führt ihn 2.000 Meilen durch die Roaring-Forties-Breitengrade von Trinidad bis Australien durch das sturmgepeitschte Südpolarmeer - allein! Oft war es Segeln am Limit, oft zwangen ihn Stürme, Kälte und die brutale See an seine physischen und psychischen Grenzen. Sein Bericht schildert detailliert den Verlauf dieser gefährlichen Reise sowie ihre emotionalen Höhepunkte. Jabbuschs Erfahrungen sollen nicht nur als spannende Lektüre dienen, sondern geben auch anderen, die ein ähnliches Wagnis eingehen wollen, mit Ratschlägen zur Vorbereitung ihrer Reise Hilfestellung und Anregungen.' Der Titel erscheint als reflowable ebook.
Manfred Jabbusch ist Weltumsegler und TO-Preisträger und berichtet hier von seiner vielleicht aufregendsten Tour.
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Drei Instrumente fallen aus
Wie so oft fallen Geräte ja ganz plötzlich aus. So auch an diesem Tag. Mit einem Mal ein ziemlich lautes Knacken, Zischen und Zirpen, ich dachte schon, mein Tinnitus verändert seine Melodie. Nein! Zack, waren das Speed-, Wind- und Tiefenlog mit einem Schlag tot. Alle Heilungsversuche schlugen fehl. Die Geräte hatten Strom, zeigten aber völlig wirre Werte an. Ich beschloss, am nächsten Tag weiter zu probieren, sie wieder in Gang zu setzen.
Nachts kam mir die Idee, es könnte auch ein Blitzschlag gewesen sein. Denn drei Instrumente auf einmal tot zu kriegen, gelingt auch den besten Kurzschlüssen nicht. Ich hatte aber nichts bemerkt und konnte auch nirgends Spuren eines Einschlags finden.
29. Januar. Der Wind hatte auf Süd gedreht, natürlich wieder nachts um 3.00 Uhr. Ich musste raus, den Spinackerbaum einholen, die Segel und den Kurs neu trimmen, danach segelte WHITE WITCH wieder brav ihren Kurs. Von Süden her wurde es jetzt merklich kälter. Wir hatten jetzt über Tag fünf bis zehn Grad, nachts ging es dann auf bis zu null Grad runter. Sehr unangenehm, und durch den Wind gefühlt waren es noch ein paar Grad weniger.
Jetzt zog ich eine Schicht mehr meiner wunderbar wärmenden Fleece-wäsche an. Drei Lagen trug ich nun übereinander, zwei weitere warteten auf mehr Kälte, die sicher kommen würde. Zum Glück lag die Eisberggrenze 1.000 Meilen weiter südlich, obwohl sich im südlichen Winter Eisberge auch in diese Breite verirren können. Aber wir hatten ja Sommer.
Ich wollte in der ersten Woche bis hinunter auf den 40. Breitengrad segeln. WHITE WITCH hatte gute Etmale von bis zu 145 Nm gefahren. Sicher half uns die Südpolarmeerströmung mit ein bis zwei Knoten Ost setzend auch mit. WHITE WITCH hätte noch schneller segeln können, ich wollte aber vorsichtig mit dem Material umgehen und eher mehr, als zu wenig reffen.
30. Januar. Ich setzte meinen kleinen Handwärmofen, den mir mein Freund Tomas mitgegeben hatte, in Gang. Die bittere Kälte durchzog jetzt das ganze Schiff, ich konnte ihr nirgends mehr entfliehen. Ich legte ihn in die Gegend meiner empfindlichen Blase, ihr tat die Wärme gut. Der Ofen ist etwas größer als ein Feuerzeug, wird mit Spiritus gefüllt und der watteähnliche Docht angezündet. Danach glimmt der Docht in einem Käfig vor sich hin und wärmt den kleinen Ofen für ein bis zwei Stunden. Eine sinnvolle Hilfe, wie sich herausstellte.




