E-Book, Deutsch, 136 Seiten
Rühle Abenteuer eines Skippers
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7822-1109-3
Verlag: Koehlers Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Seglererlebnisse auf Nord- und Ostsee
E-Book, Deutsch, 136 Seiten
ISBN: 978-3-7822-1109-3
Verlag: Koehlers Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Volker Rühle hat nach einigen Jahren Abstinenz das Segeln neu erlernt. Seine Abenteuer und Erlebnisse gibt er in diesem exklusiv als ebook erschienene Werk wieder.
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Der Bootsbauer des Vertrauens
(...)
Mit müden Beinen und etwas enttäuscht, dass selbst unter einem solch großen Angebot "unser" Schiff anscheinend nicht zu finden war, strebten wir bereits wieder dem Ausgang zu. Wir waren bepackt mit Unterlagen jeder Art
und trösteten uns bereits mit der Möglichkeit eines erneuten Messebesuches ein paar Monate später. Mir war die Enttäuschung wohl anzusehen, als Ine meinte: "Lass' uns morgen nochmal probieren. Wir haben bestimmt eine Halle übersehen!"
Wir mussten am nächsten Tag nicht wiederkommen. Als ungeübte Messebesucher
hatten wir eine Halle in der Tat bisher ausgelassen und spazierten gerade mitten durch sie hindurch. Und, was soll ich sagen, gleich beim ersten Anblick hatten wir den Eindruck, dass wir unser Schiff gefunden haben könnten.
Wir erklommen erwartungsvoll die Stufen bis auf Deckshöhe. Die Zeit war fortgeschritten und die Besucher verließen bereits wieder die Ausstellung, daher mussten wir nicht warten. Schuhe aus, Puschen an und nichts wie rauf auf die Contest 43 von Conyplex.
An eine Contest hatten wir bei allen unseren Überlegungen niemals gedacht. Wir hatten sie geradezu ausgeklammert. Unsere Meinung über diese Werft rührte aus der Zeit von vor fast 15 Jahren, als wir mit unserer Phantom 30 auf dem Ysselmeer segelten. Wir hatten Bekannte, die seinerzeit eine 32-Fuß-Contest
segelten. Wir empfanden sie als "Bakelit-Dampfer" gegenüber der Hallberg-
Rassy 352 unserer holländischen Freunde.
So kann man sich täuschen! Conyplex hatte zweifelsfrei zwischenzeitlich seine gesamte Konzeption geändert: vom unauffälligen Gebrauchsschiff zum soliden Edelschiff, wobei die Preisklasse in etwa derer von Hallberg-Rassy, Najad oder auch Malö entspricht.
(...)
Jeder hat so seine eigene Geschmacksrichtung; wir sind in
Sachen Segelschiff offensichtlich stockkonservativ. Von dem Flügelkiel, zum
Beispiel, wollten wir zunächst gar nichts wissen.
Als wir nach einer ausführlichen Besichtigung und einer gemeinsamen Tasse Kaffee mit dem Werftbesitzer den Messestand verließen, wussten wir, dass wir unser Schiff gefunden hatten. Die Konzeption entsprach exakt unseren Vorstellungen. Vor der endgültigen Entscheidung wollten wir aber in jedem Fall
noch die Segeleigenschaften testen, insbesondere das Handling. Wir wollten
sicher sein, dass wir ein Schiff kaufen würden, das von zwei Personen trotz seiner Länge über alles von 13,26 Metern und seiner Breite von vier Metern gut zu segeln sein würde.
An die Segeleigenschaften stellte ich die Anforderung, dass die Yacht eine halbwegs vernünftige Höhe laufen konnte. Die Geschwindigkeit war für mich nicht ausschlaggebend. Heute wissen wir, dass unser Schiff zwar keine "Rennziege" ist, aber ab vier Windstärken ganz gut mithalten kann; und das bei immerhin fast 14 Tonnen Leergewicht.
Im Klaren waren wir uns auch
darüber, dass wir sowohl am Innenausbau als auch am Deckslayout und im technischen Bereich diverse Details nach eigenen Ideen verändern wollten. Das ist bei Conyplex kein Problem. Man berücksichtigt dort gerne Sonderwünsche der Auftraggeber. Für uns war das eine Bedingung für den Kauf. Heute wissen
wir, dass das nicht jede Werft akzeptiert.




