Klinzmann | Parted Hearts | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Klinzmann Parted Hearts

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-948346-30-0
Verlag: MAXIMUM Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-948346-30-0
Verlag: MAXIMUM Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Parted Hearts – Meine italienische Familie

Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der sie allein großgezogen hat, findet Stella einen von ihm an sie gerichteten Brief. Sie erfährt, dass ihre Mutter nicht, wie ihr immer gesagt wurde, bei ihrer Geburt gestorben ist, sondern in Wahrheit in Italien lebt. Warum hat ihr Vater dies all die Jahre verschwiegen?
Stella, die eigentlich in ihrem Büchercafe in Köln dringend gebraucht wird, bricht überstürzt nach Ligurien auf und kann nicht ahnen, dass diese Reise ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Ganz zu schweigen von ihrem Verlobten Jonas, der kein Verständnis für Stellas Verhalten und deren Suche nach ihren Wurzeln hat.
Verzaubert von der schönen Küstenregion stößt Stella bei den Recherchen in Ligurien schnell an ihre Grenzen. Ihre einzigen Hinweise sind ein altes Bild ihrer Eltern und eine Halskette mit einem halben Herz, die sie zu ihrer Geburt bekommen hat. Unverhofft erhält sie Hilfe von dem charmanten Italiener Matteo, für den sie schnell mehr empfindet als nur Freundschaft. Aber ist Matteo wirklich der Richtige?
Stella steht vor einer schweren Entscheidung: Soll sie in ihr altes Leben in Köln zurückkehren und Jonas heiraten oder ihrem Herzen folgen, ihrer rätselhaften Familiengeschichte auf der Spur und dem heißblütigen Matteo näher kommen?

Ein Roman über die Suche nach den Wurzeln, das wunderbar italienische Lebensgefühl und das Glück, seinen Weg, die große Liebe und ein Zuhause zu finden.
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Kapitel 1


Köln, Sommer 2020

Die Glocken von Sankt Severin, die zur vollen Stunde läuteten, weckten Stella um neun Uhr an diesem Sonntagmorgen. Sofort überkam sie wieder dieses mulmige Gefühl, das sie bereits am Abend zuvor bei dem Gedanken verspürt hatte, nachher die Wohnung ihres Vaters betreten zu müssen. Als würde etwas ihren Brustkorb zusammendrücken und ihr die Luft zum Atmen abschnüren.

Erneut bahnten sich Tränen einen Weg durch ihre dichten Wimpern und liefen an ihren Wangen hinab. Es war so unvorstellbar, so ungerecht, dass ihr Vater sie niemals mehr in die Arme nehmen und sie „mein Püppchen“ nennen würde, dass sie ihn nie wieder um Rat fragen konnte.

Wer würde sie nun bei ihrer Hochzeit zum Altar führen? Wer ihren zukünftigen Kindern Gutenachtgeschichten vorlesen?

Seit seinem Tod vor drei Wochen hatte es nicht eine Nacht gegeben, in der sie nicht geträumt hatte, wie sie in sein Wohnzimmer gekommen war und ihn leblos in seinem Sessel vorgefunden hatte.

Tod durch Hinterwandinfarkt hatte die Diagnose gelautet. Dabei hatte ihr Vater so friedlich ausgesehen, so, als ob er nur für einen Moment vor dem Fernseher eingenickt wäre. Doch bei dem Gedanken daran, wie kühl und wächsern die Haut seiner Wangen gewesen war, als sie sein Gesicht gestreichelt hatte, bekam sie jetzt noch eine Gänsehaut.

Nun war sie ganz allein auf dieser Welt, ohne Vater. Und ohne Mutter, die vor dreiunddreißig Jahren bei Stellas Geburt gestorben war. Stella wusste nicht viel über Giuliana, nur, dass sie Italienerin gewesen war und ihr die dunklen Locken und die smaragdgrünen Augen vererbt hatte. Ihr Vater hatte sich jedes Mal geweigert, wenn Stella ihn gebeten hatte, von ihr zu erzählen. Die Erinnerung an sie würde ihn zu sehr schmerzen. So war das Thema all die Jahre lang totgeschwiegen worden, und Stella hatte sich damit abgefunden, dass es auf ihre Fragen keine Antworten geben würde.

Sie wischte sich die Tränen ab und schlug die Bettdecke zurück. Um zehn Uhr hatte sie sich mit Francesca vor der Wohnung ihres Vaters verabredet. Francesca Ricci, eine italienische Witwe, die seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland lebte und von der Stella italienisch gelernt hatte, war Stammkundin in Stellas Café und im Laufe der Zeit von einer Lehrerin zu einer mütterlichen Freundin geworden. Stella war froh, dass Francesca sofort angeboten hatte, sie in die Wohnung ihres Vaters zu begleiten.

Das Klingeln ihres Handys riss Stella aus ihren Gedanken. Es war Jonas, wie ihr ein rascher Blick auf das Display zeigte.

„Guten Morgen, mein Schatz. Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt“, erklang die Stimme ihres Verlobten am anderen Ende der Leitung.

„Nein. Ich bin schon wach. Du weißt doch, dass ich gleich in Papas Wohnung anfangen will, seine Sachen auszusortieren.“

„Stella, Schatz, es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen kann. Aber ich konnte die Tagung nicht absagen. Warte doch einfach, bis ich wieder zurück bin.“

„Nein. Ich will es endlich hinter mich bringen.“ Stella ließ sich wieder zurück aufs Bett fallen. „Außerdem ist sonntags der einzige Tag, an dem ich Zeit habe. Unter der Woche bin ich im Café.“

„Ich habe dir schon oft gesagt, dass ich dich gern auch schon vor unserer Hochzeit finanziell unterstützen würde und du das Café jederzeit schließen kannst. Ich verdiene mit der Unternehmensberatung mehr als genug für uns beide. Abgesehen davon, wenn du das Café aufgeben würdest, hättest du genügend Zeit, unsere Hochzeit zu planen.“

Stella verdrehte die Augen. Warum forderte Jonas ständig von ihr, das Café aufzugeben? Nachdem sie vor drei Jahren ihren Job als Fremdsprachenkorrespondentin verloren hatte, hatte Stella das Café in der Kölner Altstadt eröffnet und mit bequemen Sitzecken und vielen Bücherregalen eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre geschaffen. Mittlerweile war das Schmökercafé zu einer Art Literaturtreff geworden, wo Stella regelmäßig Autorenlesungen veranstaltete.

Aber nein, wenn es nach Jonas ginge, sollte sie zu Hause sitzen, die brave Hausfrau spielen und ihre zukünftigen Kinder versorgen. Die hätte Jonas lieber heute als morgen. Sicher, sie wünschte sich auch irgendwann Kinder, wollte sich damit aber noch ein wenig Zeit lassen.

„Wer liest denn im Zeitalter von Social Media und E-Books noch Bücher?“, fuhr Jonas fort.

„Und wieso ist es dann jeden Tag so voll?“, verteidigte sich Stella.

„Nur weil du einmal am Tag alle Tische besetzt hast, heißt das noch nicht, dass dein Café rentabel ist. Leute in unserem Alter bevorzugen die modernen Läden. Früher oder später werden dir deine Gäste sowieso wegsterben.“ Er lachte über seinen Witz.

„Manchmal bist du echt ein Idiot!“ Stella stand wieder auf und ging zum Fenster. „Hör mal, ich habe jetzt keine Zeit mehr, mit dir über mein Café zu diskutieren“, versuchte sie, das Thema zu beenden. „Ich muss mich duschen und anziehen. Melde dich, wenn du wieder zurück bist.“

„Okay, Schatz. Ich rufe dich später noch mal an. Dann erzählst du mir, wie es heute war. Ich liebe dich.“

„Ich dich auch.“ Stella warf das Handy auf die Bettdecke und ging ins Bad.

Eine Dreiviertelstunde später schloss Stella mit klopfendem Herzen die Wohnungstür in der Goethestraße auf. Sie war seit der Beerdigung ihres Vaters nicht mehr dort gewesen.

Der vertraute Geruch, der ihr entgegenschlug, als sie die Tür öffnete und in den kleinen Flur trat, trieb ihr Tränen in die Augen. Francesca, die hinter ihr stand, schien es zu spüren und legte ihren Arm um Stella.

„Das ist nicht einfach, cara mia. Aber da müssen wir jetzt durch.“

„Ich weiß. Aber es tut so weh. Jetzt bin ich ganz allein. Er war doch erst sechzig. Das ist doch noch kein Alter zum Sterben.“

„Du bist nicht allein. Du hast mich und deinen Jonas.“ Francesca umarmte Stella, betrat dann das Wohnzimmer und öffnete die Fenster.

Stella folgte ihr. Unwillkürlich wanderte ihr Blick zu dem Sessel, in dem sie ihren Vater gefunden hatte. Reiß dich jetzt zusammen, Stella!, befahl sie sich in Gedanken.

„Wie wollen wir vorgehen?“, fragte Francesca.

„Könntest du im Wohnzimmer die Bücher in Kartons packen? Die nehmen wir mit ins Café. Ich gehe ins Schlafzimmer und fange mit der Kleidung an.“ Stella flüchtete aus dem Wohnzimmer zurück ins Treppenhaus, um die Umzugskartons zu holen.

Das Schlafzimmer sah aus wie immer, das Bett war akkurat gemacht und auf dem Nachttisch lag noch das Buch, das ihr Vater zuletzt gelesen hatte. Er hatte die Wohnung gekauft, als Stella in die Schule gekommen war. Nachdem er sich von Gundula getrennt hatte, hatte er allein gelebt. Gundula war Lehrerin am gleichen Gymnasium wie ihr Vater, und die beiden waren drei Jahre lang ein Paar gewesen. Länger als drei oder vier Jahre hatte es Robert Lehmann nie mit ein und derselben Frau ausgehalten. Sehr zu Stellas Leidwesen, denn sobald sie Vertrauen zu einer neuen Partnerin ihres Vaters gefasst und in dieser so etwas wie einen Mutterersatz gesehen hatte, war sie auch schon wieder aus ihrem Leben verschwunden.

Mit einem tiefen Seufzer öffnete Stella den Kleiderschrank. Wieder überkam sie eine Welle der Trauer, als ihr der herbe Aftershave-Geruch ihres Vaters, der noch an den Kleidungsstücken haftete, in die Nase stieg. Sie presste die Lippen zusammen und begann, die Sachen von den Bügeln zu nehmen, zu falten und in die Kartons zu legen. Ein hellblaues Poloshirt, das ihr Vater besonders gern getragen hatte, legte sie beiseite. Das wollte sie als Erinnerung behalten.

Als sie nach den Hemden auf dem obersten Regalbrett griff, stießen ihre Finger gegen einen harten Gegenstand. Sie stieg auf einen Stuhl und entdeckte eine mit Intarsien verzierte Holzkiste. Was hatte ihr Vater denn hier aufbewahrt? Neugierig setzte sich Stella aufs Bett und öffnete den Deckel. Als Erstes fiel ihr Blick auf ein Foto. Es zeigte einen blonden Mann in Badeshorts, der den Arm um ein dunkel gelocktes Mädchen in einem gelben Bikini gelegt hatte. Das Paar lehnte an einem Tretboot. Seitlich daneben waren blau-gelb gestreifte Sonnenschirme und Liegen zu sehen, im Hintergrund eine lang gezogene Bucht. Stella schaute sich den jungen Mann genauer an und erkannte in ihm ihren Vater.

Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Konnte die junge Frau neben ihm etwa ihre Mutter sein? Eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr war vorhanden. Sie drehte das Foto um. Irgendjemand hatte Giuliana e Robbi – nell’estate del 1986 auf die Rückseite geschrieben: Giuliana und Robbi – im Sommer 1986.

Giuliana – der Name ihrer Mutter. Sie spürte, wie sich die kleinen Härchen in ihrem Nacken aufrichteten. Zärtlich fuhr sie mit dem Zeigefinger über das Gesicht der jungen Frau. Das Foto hatte im Laufe der Jahre etwas an Farbe verloren. Beim genauen Hinschauen erkannte Stella Lippenabdrücke, als hätte jemand immer wieder Giulianas Gesicht geküsst. In Gedanken sah sie ihren Vater vor sich, wie er seine Lippen auf das Bild drückte. Er musste Giuliana sehr geliebt haben.

Stella begann hemmungslos zu weinen. Die Trauer um ihren Vater und die aufgestaute Sehnsucht der vergangenen Jahre nach ihrer Mutter brachen aus ihr heraus.

Tesoro, was ist passiert?“ Francesca kam ins Schlafzimmer, setzte sich neben Stella auf das Bett und nahm sie in die Arme. „Scht, ich weiß, das alles ist nicht einfach für dich.“ Beruhigend strich sie ihr über die dunklen Locken und wiegte sie wie ein kleines Kind....


Klinzmann, Sylvia
Sylvia Klinzmann wuchs in Ruppichteroth auf, einem kleinen Ort in der Nähe von Bonn. Schon als Kind entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bücher und fing an, selbst kleine Geschichten zu verfassen. Früh erwachte auch ihre Liebe zu Ligurien, wo sie viele Sommersonnenferientage verbrachte und nach und nach die italienische Sprache lernte. Nach dem Abitur entschied sie sich für eine Ausbildung zur Reisebürokauffrau und heiratete bald ihre Jugendliebe, einen Halbitaliener mit Wurzeln in Andora an der ligurischen Küste. Mit ihrer Familie wanderte sie nach Spanien aus, an die Costa Blanca, wo sie seither mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebt. Sie selbst sagt: "Wir haben uns damals entschieden, Spanien eine Chance zu geben, was wir bis heute nicht bereut haben, obwohl Ligurien immer ein wichtiger Teil unseres Lebens sein wird." Sie interessieren die Geschichten der Menschen, liebt es, mit dem Motorrad die Landschaft zu erkunden und reist gerne zu historischen Stätten. Ihr Schreiben ist inspiriert von Sonne und Meer, ihrer Liebe zu Zeitreisen, Mittelalterromanen und ihrer Freude an Liebesgeschichten mit Happy End. Sie hat bisher Kurzgeschichten, zwei historische Romane, einen Roman für Frauen und einen Liebesroman veröffentlicht.

Sylvia Klinzmann wuchs in Ruppichteroth auf, einem kleinen Ort in der Nähe von Bonn. Schon als Kind entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bücher und fing an, selbst kleine Geschichten zu verfassen. Früh erwachte auch ihre Liebe zu Ligurien, wo sie viele Sommersonnenferientage verbrachte und nach und nach die italienische Sprache lernte.
Nach dem Abitur entschied sie sich für eine Ausbildung zur Reisebürokauffrau und heiratete bald ihre Jugendliebe, einen Halbitaliener mit Wurzeln in Andora an der ligurischen Küste. Mit ihrer Familie wanderte sie nach Spanien aus, an die Costa Blanca, wo sie seither mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebt.
Sie selbst sagt: "Wir haben uns damals entschieden, Spanien eine Chance zu geben, was wir bis heute nicht bereut haben, obwohl Ligurien immer ein wichtiger Teil unseres Lebens sein wird."
Sie interessieren die Geschichten der Menschen, liebt es, mit dem Motorrad die Landschaft zu erkunden und reist gerne zu historischen Stätten. Ihr Schreiben ist inspiriert von Sonne und Meer, ihrer Liebe zu Zeitreisen, Mittelalterromanen und ihrer Freude an Liebesgeschichten mit Happy End. Sie hat bisher Kurzgeschichten, zwei historische Romane, einen Roman für Frauen und einen Liebesroman veröffentlicht.



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