Kneifel | Mythor 170: Hüter des magischen Schatzes | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 170, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Kneifel Mythor 170: Hüter des magischen Schatzes


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9922-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 170, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9922-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Als Mythor in der durch ALLUMEDDON veränderten Welt zu sich kommt, ist er sich seines Auftrags nicht bewusst, denn man hat ihn seiner Erinnerungen beraubt. Erst bei der Begegnung in der Drachengruft wird Mythor dieses klar, und schließlich sorgt das Duell mit Mythors anderem Ich dafür, dass unser Held in seiner Ganzheit wiederersteht. Damit beginnt Mythor in bekannter Manier zu handeln. Inseln des Lichts zu gründen und die Welt vor einer erneuten Invasion durch die Horden Xatans zu schützen ist sein erklärtes Ziel. Und sein kluges Vorgehen führt denn auch zu einem Zusammenschluss der Clans des Drachenlands und zu einem Sieg über die Invasionsstreitkräfte Xatans. Kurz darauf macht sich Mythor auf die Suche nach Coerl O'Marn, dem alten Freund und Mitkämpfer. Er folgt dabei der Spur der Albträume und wird schließlich ein Opfer des Traumparasiten. Amazonen von Vanga, die Gorgan erkunden, retten unseren Helden und geben ihm Gelegenheit, das Land Ameristan zu erreichen, wo Licht und Finsternis ebenfalls im Widerstreit liegen. Mythor jedenfalls bekommt es alsbald mit Kämpfern der Finsternis zu tun - und mit dem HÜTER DES MAGISCHEN SCHATZES ...

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2.


Flucht aus Ruinen

Der Schmerz nistete schwer in seinem Körper. Langsam vermochte er einige Stellen zu unterscheiden, an denen Haut, Muskeln und Knochen ihm wie in Feuer gebadet erschienen. Die Schläfen und der Hinterkopf rasten, die Schulter sandte dumpfe, pochende Wellen aus, und sein gesamter Körper war schwach. Ihm war furchtbar übel. Als er vorsichtig blinzelnd die Augen öffnete, sah er in helle, lodernde Flammen. Die Helligkeit schmerzte ihn. Sein Mund und seine Lippen waren spröde vor Trockenheit. Ächzend versuchte er sich in die Höhe zu stemmen.

Aus seiner Kehle entrang sich ein Wimmern, als er wieder zurücksackte. Er sah vor sich, quer hinter den Flammen, mehrere bewegungslose Körper liegen.

»O nein. Das trifft mich tief«, lallte er und erkannte den Pfader Nedel. Zwischen den schmutzigen Binden der Kleidung zeichneten sich grässliche Wunden ab. Im Tode umklammerte Nedel seine Pfaderausrüstung. Neben ihm lagen zwei getötete Zoon-Krieger.

Sadagar gelang es nach einer Viertelstunde, auf die Füße zu kommen. Er stützte sich mit beiden Händen an der Mauer ab, keuchte und wartete, bis sich die Nebel vor seinen Augen klärten. Dann merkte er erst, dass die Flammen des Feuers frische Nahrung an heruntergebrochenen Balken gefunden hatten.

»Mythor!«, keuchte er, bückte sich unter Schwierigkeiten und löste den Weinbeutel vom Gürtel des Toten. Das Gesicht Nedels wirkte friedlich. Die Haut glänzte wachsbleich. Gierig, in gewaltigen Schlucken, trank Sadagar ein Drittel des Schlauches leer. Der Durst und das Brennen in der Kehle hörten auf. Er konnte immerhin tief einatmen.

Im flackernden Licht der brennenden Deckenbalken sah er die Verwüstung rund um sich herum.

»Verdammter Zoon! Dir haben wir das alles zu verdanken«, sagte Sadagar und rammte den Verschluss in das Mundstück des Weinschlauchs zurück. Er ging schwankend hin und her, zog seine Wurfmesser aus den Körpern der Toten und reinigte sie, ehe er sie mit zitternden Fingern wieder in die Scheiden der gekreuzten Gurte schob.

Wo war Mythor?

Hier war er jedenfalls nicht. Langsam formierten sich Gedanken und Überlegungen in Sadagar. Er versuchte, die rasenden Schmerzen zu unterdrücken. Er schleppte sich zwischen den glimmenden Balken die Treppe hinauf. Hier lagen zwei tote Zoon-Kämpfer. Noch immer war es Nacht. In zwei oder drei Stunden würde es heller werden. Sadagar, an schauerliche Einzelheiten dieser Art gewöhnt, entdeckte sein letztes Wurfmesser und schleppte sich wieder die Stufen hinunter. Er befand sich plötzlich mitten im Qualm des Feuers und fing zu husten an. Jede Erschütterung jagte neue, scharfe Schmerzen durch seinen muskulösen Körper. Wieder lehnte er sich mit weichen Knien an die Mauer.

Überall lagen Tote, zerbrochene Waffen und zertrampelte Ausrüstung herum. Langsam und tief in schwarzen Gedanken versunken schichtete Steinmann Sadagar Mauerbrocken und brüchige Quader auf den Körper des Pfaders. Er hielt inne und nahm Karte und Zeichengerät an sich. Dann versuchte er sich zu erinnern.

Die kläffenden Hunde?

Schweigen und Reglosigkeit. Wahrscheinlich waren sie alle tot, von den Zoon-Kriegern gemetzelt.

Der Mink? Verschwunden.

Stückweise kam die Erinnerung wieder. Jeder neue Gedanke erzeugte einen neuen Schmerz. Sadagar erinnerte sich nur noch an den Anfang des Kampfes, an die wilde und tödliche Gegenwehr und an die Übermacht der Zoon-Krieger, von denen ihn einer niedergeschlagen hatte. Das war es! Die anderen hatten ihn für tot liegengelassen.

Nein. Nicht Ilfa, Mythor und Ronda.

Wo waren sie?

Sadagar, an einem Stück Brotfladen kauend, versuchte, eine Reihe klarer Gedanken zu fassen und die richtigen Folgen daraus zu ziehen. Dann begann er dementsprechend zu handeln. Er suchte Waffen und Ausrüstung zusammen und schlang den letzten Brocken Brot hinunter. Eine halbe Stunde später, als sich seine Schmerzen bis auf ein erträgliches Maß verringert hatten, war er bereit.

Wozu, fragte er sich. Er entdeckte eine halb zertretene Fackel, zündete sie am Feuer an und dachte an Guerdo. Der Greis war höchstwahrscheinlich auch von den Eindringlingen erschlagen worden. Langsam bahnte sich Sadagar einen Weg zwischen Leichen und Trümmern. Als er in die Nähe der Treppe kam, blieb er verblüfft stehen.

Mitten zwischen den schmutzigen, vom Alter und dem Spiel des Wetters brüchig gewordenen Quadern klaffte ein Sprung. Er war so breit, dass sich Sadagar mit der linken Schulter voraus hindurchschieben konnte.

Jetzt kreisten seine Gedanken nur noch um Mythor, Ronda, Ilfa, Gerrek-Mu und den Kobold.

Wo waren sie? Hatten sie sich retten können? Was war mit ihnen geschehen?

Die Fackel beleuchtete Mauern, Winkel, Stufen, Schutt und Geröll auf dem Boden, schräge Balkenstücke und die hastigen Spuren von bleigefassten Schienen und Riegeln. Sadagar begriff, dass diese Fluchtmöglichkeit vor Zeiten gut und zuverlässig gearbeitet hatte, aber während des Kampfes mit Gewalt geöffnet worden war – höchstwahrscheinlich von dem Greis mit den Hunden.

Eine Spur von Hoffnung schlich in seine resignierenden Überlegungen.

Hier waren sie geflohen. Der Greis hatte sie gerettet. Auch den Freund Mythor?

»He! Niemand hört mich?«, rief er halblaut und ging langsam den schmalen Fluchtkorridor entlang. Es gab nur ein Echo seiner Stimme, aber niemand antwortete.

Sadagar, ein fremdes und schlecht ausbalanciertes Schwert in der rechten Hand, bewegte sich mit äußerster Vorsicht und fast lautlos durch den geheimen Gang. Er ahnte, dass er sich entlang der breitesten und wuchtigsten Mauern hinunter in die Halle und den Eingang tastete. Hier gab es nichts zu hören und nichts zu sehen. Das ganze riesige Gemäuer war ausgestorben.

War es etwa den Zoon-Kriegern geglückt, Mythor und die anderen zu entführen und sie zu Zoon zu verschleppen? Durchaus möglich, sagte sich Sadagar und ging weiter. Hier roch es nach Moder und Fäulnis, aber nicht mehr nach Tod.

Schließlich blieb er dort stehen, wo sie vor mehr als einem langen Tag das große Haus mit den Türmen und der Terrasse betreten hatten. Die Kadaver der Hunde waren bereits starr und aufgebläht.

Es war denkbar, meinte Sadagar zu sich selbst, dass sich Mu in die frühere Gestalt des Beuteldrachen verwandelt und durch diese Tarnung den Zoon-Kriegern entkommen war. Er wirbelte die Fackel über seinem Kopf und entfachte die Flammen. Noch immer war er völlig allein. Nichts regte sich in der Ruinenstadt Taroog.

»Ronda! Ilfa! Mythor!«, schrie er.

Verzerrt hallte das Echo seiner Schreie in dem riesigen Gewölbe und zurück von den Mauern rund um den Platz mit dem dünn plätscherndem Brunnen.

»Sie haben die Stadt verlassen«, murmelte er und ging hinaus auf den Platz, blieb aber wachsam und mit halb versteckter Fackel unter dem wuchtigen Toreingang stehen.

Er war allein.

Ebenso allein und still wie die Mauern und die ganze Ruinenstadt. Nur der Wind strich klagend um die Zinnen und Turmreste. Wenn Sadagar jetzt anfing, nach Ilfa und Ronda zu suchen, würde er die Gefahren herausfordern und unnötig seine Kräfte verbrauchen. Er war ziemlich ratlos und horchte auf die wenigen Geräusche, versuchte, etwas aufzuspüren, das es wahrscheinlich nicht gab.

Vor ihm, nach einer endlos langen Weile atemloser Ruhe, raschelte es plötzlich. Eine acht Fuß große Gestalt schob sich ins vage Licht der Fackel. Sadagar sah spitze Ohren, einen langen Rachen und eine lederartige, purpurgelbgefleckte Haut. Zwei lange Arme mit knorrigen Krallenfingern streckten sich fuchtelnd Sadagar entgegen. Der Mandaler!

»Gerrek!«, rief Sadagar unterdrückt. »Ich dachte schon ...«

»Ich wollte nach dir sehen. Der Alte hat uns den geheimen Gang geöffnet. Er ist tot.«

»Ich ... die anderen?«

»Mink Jourg leben! Fein, ja?«, kreischte der Kobold verhalten aus dem Beutel Gerreks.

»Ronda und Ilfa warten draußen. Neben dem Torturm. Jourg hat versprochen, Mythors Spur zu verfolgen.«

»Die Zoon-Krieger?«

»Alle verschwunden. Im wilden Galopp auf Pferden und Lamoren aus den Ruinen hinausgeritten.«

»Sie haben Mythor mit sich?«

»Deswegen sind wir so aufgeregt.«

Gerreks Schwanz pfiff durch die Luft, als er sich zum Gehen wandte. Sadagar hob die Fackel und folgte ihm zwischen den Trümmern und vorbei am Brunnen, wo er die Wassersäcke auffüllte.

Jetzt wusste er, dass Mythor wieder in größter Gefahr war. Was Ungeheuer und Fallen nicht geschafft hatten, nämlich einen neuen Krieger für Zoon zu fangen, das hatte der Überfall der Zoon-Soldaten und der zwei Maskierten zuwege gebracht.

»Wir werden zu Fuß ernsthafte Schwierigkeiten haben«, sagte er und registrierte, dass sich der Mandaler wieder in menschliche Gestalt zurückverwandelte. »Die Zoon-Kämpfer sind beritten. Und wir kennen ihr Ziel nicht einmal.«

»Das ist richtig«, gab Mu-Gerrek zu und hob den Mink wieder auf seine Schulter. Er war bereits wieder in seiner gewohnten Kleidung. »Vielleicht gelingt es uns, Lamore einzufangen. Aber zuerst treffen wir die Frauen. Sie hielten dich für tot.«

»Ich fühlte mich nicht anders«, gab Sadagar mit einem grimmigen Lächeln zurück. »Ich werde wohl während des Rennens einschlafen.«

Der Mink, Mu und Sadagar verließen den Platz, kämpften sich durch Gestrüpp und die Säulenreste und stießen auf Ilfa und Ronda, die sich unter einem Mauerüberhang versteckt hielten.

»Jourg müde. Nicht gleich losrennen«, kreischte protestierend der Mink. Sadagar ließ sich mit zitternden Knien auf einen Mauerbrocken nieder und nickte langsam.

»Die eine oder andere Stunde...



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