Koch | Praxistraining Interkulturelles Management | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 286 Seiten

Koch Praxistraining Interkulturelles Management

Für Führungspraxis, Projektarbeit und Kommunikation
2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflag 2016
ISBN: 978-3-7398-0179-7
Verlag: UVK
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Für Führungspraxis, Projektarbeit und Kommunikation

E-Book, Deutsch, 286 Seiten

ISBN: 978-3-7398-0179-7
Verlag: UVK
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die Globalisierung verlangt von international tätigen Führungskräften und Beratern sich mit den Besonderheiten anderer Kulturen auseinanderzusetzen. Dadurch können sie mit Partnern oder Mitarbeitern auf Augenhöhe, überzeugend und zielorientiert kommunizieren. Das Fachbuch vermittelt Ihnen aktuell und praxisnah, wie Sie in einem interkulturellen Geschäftsverhältnis Ihre Effizienz steigern, Synergien schaffen und so die Leistungen aller Beteiligten optimieren. Das Fachbuch beschreibt sämtliche Aspekte des managementbezogenen Umgangs mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Partnern. Dabei ist es nicht entscheidend, ob Sie sich selbst im Ausland befinden oder ob Sie im Inland Mitarbeiter unterschiedlicher kultureller Herkunft führen. Es geht auf notwendige Managementkompetenzen ein und zeigt auf, wie Sie diese erwerben können. Dem Thema der interkulturellen Projektarbeit widmet der Autor ein eigenes Kapitel. Er erläutert dabei nicht nur die Typen interkultureller Projekte, sondern macht an zahlreichen Beispielen die Besonderheiten bei der Planung und Durchführung solcher Projekte deutlich. Anhand vieler Anwendungsbeispiele schlägt der Autor die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Das Fachbuch richtet sich an (angehende) Führungskräfte, deren Potenziale und Herausforderungen in der interkulturellen Zusammenarbeit liegen.

Prof. Dr. rer. Pol. Eckart Koch hat seit 1986 die Professur für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule München inne.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Titelseite;5
2;Impressum;6
3;Inhaltsübersicht;11
4;Inhaltsverzeichnis;13
5;Was erwartet Sie?;7
6;Teil I: Globalisierung der Wirtschaft;17
6.1;1 Was ist Globalisierung?;19
6.2;2 Akteure der Globalisierung;27
7;Teil II: Interkulturelles Management – Abgrenzung und Systematisierung;37
7.1;3 Allgemeines Management;39
7.1.1;3.1 Managementdefinitionen;39
7.1.2;3.2 Managementdimensionen;42
7.1.3;3.3 Kontextbezogenes Management;48
7.2;4 Internationales und interkulturelles Management;53
7.2.1;4.1 Internationales Management;53
7.2.2;4.2 Kultur und Management;56
7.2.3;4.3 Interkulturelle Managementsituationen;63
7.2.4;4.4 Managementdimensionen: Managementfelder – Managementprozesse – Führung;68
7.3;5 Zusätzliche verhaltensrelevante Variablencluster;79
7.3.1;5.1 Kulturmatrix;79
7.3.2;5.2 Persönlichkeitsmerkmale;81
8;Teil III: Entwicklung interkultureller Managementkompetenz;85
8.1;6 Praxis und Theorie des Interkulturellen Managements;87
8.1.1;6.1 Interkulturelles Management in der Praxis;87
8.1.2;6.2 Standardisierung und Spezialisierung;93
8.1.3;6.3 Institutionelle interkulturelle Managementkompetenz;100
8.2;7 Der Erwerb individueller interkultureller Managementkompetenz;105
8.2.1;7.1 Modell: Interkulturelle Managementkompetenz;106
8.2.2;7.2 Das Vier-Stufen-Prozessmodell;107
8.3;8 Messung interkultureller Managementkompetenz;125
8.3.1;8.1 Assessment Center;126
8.3.2;8.2 Balanced Scorecard;130
9;Teil IV: „Kommunikationsstil Süd“ – Kommunikation in multikulturellen Situationen;137
9.1;9 Begründung für einen „Kommunikationsstil Süd“;139
9.2;10 Gibt es eine „Süd-Gruppe“?;151
9.2.1;10.1 Ähnlichkeiten der Ausprägungen von Kulturdimensionen;152
9.2.2;10.2 World Values Survey;158
9.2.3;10.3 Ergebnisse weiterer Untersuchungen;160
9.3;11 Kulturdimensionen und Kommunikationsstil Süd;165
9.3.1;11.1 Hohe Kontextbedeutung;167
9.3.2;11.2 Große Machtdistanz;172
9.3.3;11.3 Starke Unsicherheitsvermeidung;174
9.3.4;11.4 Polychronie;178
9.3.5;11.5 Zusammenfassender Überblick;180
9.4;12 Erweiterung der interkulturellen Kommunikationskompetenz;189
9.4.1;12.1 Kommunikationsstil und Kommunikationsprozess;190
9.4.2;12.2 Schritte zur Umsetzung des Kommunikationsstil Süd;192
9.4.3;12.3 Empirische Ergebnisse;194
10;Teil V: Managementstil Süd – Grundsätze für kulturübergreifendes Management;201
10.1;13 Kulturübergreifendes interkulturelles Management;203
10.2;14 Kulturdimensionen und Managementstil Süd;209
10.2.1;14.1 Hohe Kontextbedeutung;210
10.2.2;14.2 Große Machtdistanz;212
10.2.3;14.3 Starke Unsicherheitsvermeidung;214
10.2.4;14.4 Polychronie;217
10.3;15 Die zehn Managementgrundsätze des MSS/BMS;221
10.3.1;15.1 Kulturdimensionen und Managementgrundsätze;221
10.3.2;15.2 Managementdimensionen und Managementgrundsätze;226
10.3.3;15.3 Schritte zur Umsetzung des Managementstil Süd;227
11;Teil VI: Interkulturelle Projekte;233
11.1;16 Versuch einer Typologie;235
11.1.1;16.1 Abgrenzung interkultureller Projekte;235
11.1.2;16.2 Interkulturelle Projektformen;239
11.2;17 Planung interkultureller Projekte;243
11.2.1;17.1 Situationsanalyse und Zielplanung;244
11.2.2;17.2 Strategieplanung;250
11.2.3;17.3 Die Wirkungskette als Instrument;258
11.2.4;17.4 Durchführungsplanung;262
11.3;18 Ergebniskontrolle interkultureller Projekte;267
12;Literaturverzeichnis;277
13;Index;287
14;Weitere Informationen;289


1 Was ist Globalisierung?


Beispiel 1/1

„Wenn zum Beispiel ein Amerikaner einen Pontiac Le Mans von General Motors kauft, beteiligt er sich unbewusst an einer internationalen Transaktion. Von den 10.000 Dollar, die er an GM zahlt, gehen etwa 3.000 Dollar für Montagearbeiten nach Südkorea, 1.750 Dollar für hochtechnologische Komponenten (Motor, Getriebe und Elektronik) nach Japan, 750 Dollar für Styling und Konstruktion nach Deutschland, 400 Dollar für verschiedene kleinere Komponenten nach Taiwan, Singapur und Japan, 250 Dollar für Werbung und Marketing nach Großbritannien und etwa 50 Dollar für Datenverarbeitung nach Irland und Barbados. Der Rest - weniger als 4.000 Dollar - geht an Marktstrategen in Detroit, Anwälte und Banken in New York, Lobbyisten in Washington, Renten- und Krankenversicherungsangestellte im ganzen Land sowie an GM-Aktionäre.“7

Dieses Beispiel aus den 1990er Jahren deutete schon damals die nach wie vor wichtigsten Entwicklungen an, die wir heute mit dem Begriff Globalisierung bezeichnen:

  • Das rasche Wachstum des internationalen Handels führte zur Entstehung eines Weltmarkts für Waren und Dienstleistungen. Die ließ das Welthandelsvolumen für Güter und Dienstleistungen in den letzten 50 Jahren etwa doppelt so schnell ansteigen wie die Weltproduktion von Gütern und Dienstleistungen.
  • Die zunehmende Nutzung kostengünstigerer Produktionsmöglichkeiten im Ausland führte zu einer , die sich in einem Anstieg der grenzüberschreitenden Investitionen (Direktinvestitionen) und Zusammenschlüssen von Unternehmen und den weltumspannenden Produktionsaktivitäten der ausdrückt.
  • Ungleiche Arbeitsbedingungen und Entwicklungssituationen in den Weltregionen und Ländern führen zu ungleicher werdenden Arbeitsbedingungen: Hohe Arbeitslosigkeit auf der einen und (Fach)Arbeitskräftemangel auf der anderen Seite beschleunigen die und lassen entstehen. Dabei konzentriert sich Mobilität auf eher niedrig qualifizierte, meist aus Niedriglohnländern oder aus Ländern mit niedrigen Sozialstandards stammende Arbeitskräfte und auf hochqualifizierte Arbeitnehme wie Manager und Spezialisten.
  • zeigt sich schließlich in dem Wachstum internationaler Finanztransaktionen, deren Volumen sich trotz mehrerer internationaler Finanzkrisen auf über 4 Bio US-Dollar täglich (!) und kumuliert auf weit über eine Billiarde US-Dollar pro Jahr (p.a.) beläuft. Die Steigerungsraten liegen bei bis zu 14% p.a. und weisen das größte Wachstum aller Wirtschaftsindikatoren auf

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist Globalisierung die Strategie, sich bei dem Versuch, den Einsatz der Produktionsfaktoren, also von Arbeitskräften, Sachkapital und Natur, immer weiter zu verbessern (), immer weniger durch nationale Grenzen aufhalten zu lassen. Damit werden wirtschaftliche und die Wirtschaft unterstützende Aktivitäten immer mehr von der nationalen auf die globale Ebene verlagert.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Globalisierung der Sammelbegriff für die globale Ausweitung sämtlicher einzelwirtschaftlicher Aktivitäten der nunmehr zu Global Player avancierten Unternehmen. Produkte und Dienstleistungen werden weltweit verkauft ( und die hierzu benötigten Teilprodukte weltweit beschafft

Hierfür werden die weltweit günstigsten Produktionsmöglichkeiten durch Produktionsverlagerungen genutzt, entweder durch - die Verlagerung von Prozessen in andere Unternehmen, durch - die Verlagerung von Unternehmensteilen ins Ausland, oder durch grenzüberschreitende and A (M&A). Unternehmen schließen sich zu zusammen, die ihrerseits mit anderen Unternehmensnetzen kooperieren und selbst Teil weiterer Netze werden können. Diese Entwicklung schreitet so rasch voran, weil die Investitionstätigkeit der Unternehmen nur noch wenige Grenzen kennt und die grenzüberschreitenden Investitionen, die (), und die ständig zunehmen. Die Mobilität der Produktionsfaktoren ( insbesondere diejenige des Kapitals, steigt dabei laufend, während die hierfür anfallenden tendenziell sinken.

Von besonderer Bedeutung ist die Intensivierung des weltweiten Standortwettbewerbs. Dabei können Länder Vorteile aus dieser Entwicklung ziehen, die in der Lage sind, fortgeschrittene Technologie und Innovationsfähigkeit mit vergleichsweise niedrigen Löhnen und hoher Produkt- und Servicequalität zu verbinden. Länder, die es aus unterschiedlichen Gründen versäumt haben oder nicht in der Lage sind, sich der Wirtschaftsdynamik aktiv zu stellen, etwa durch Abschottung, Bürokratie oder fehlende politische Voraussetzungen, sind dagegen auf der Verliererseite zu finden.

Andererseits stellt der internationale Wettbewerbsdruck neben überkommenen Privilegien der etablierten Industrienationen auch politisch-soziale Errungenschaften der bisherigen wirtschaftlichen Entwicklung, wie Sozial- und Umweltstandards, in Frage. Diese Entwicklung hat sowohl politische als auch wirtschaftliche Folgen: Die Interdependenz der an der Weltwirtschaft beteiligten Staaten führt zu einer Zunahme , die bei globalen Wirtschafts- und Finanzkrisen, wie den Verschuldungskrisen der Schwellenländer in den 1980er und 1990er Jahren, den Weltfinanzkrisen 2001/2002 und 2008/ 2009 und der Europäischen Schuldenkrise seit 2010/2012 evident wurden. Abbildung 1/1 zeigt die Entwicklung der bedeutendsten ökonomischen Indikatoren der Globalisierung in den letzten 25 Jahren.

Abbildung 1/1: Erscheinungsformen der Globalisierung8

Globalisierung vernetzt die einzelwirtschaftlichen Akteure und die Volkswirtschaften, so dass die Weltwirtschaft sich zunehmend integriert. Die sind einerseits (temporärer) Standort der transnationalen Unternehmen und Unternehmensbereiche und andererseits die Märkte, auf denen die global erzeugten Produkte und Leistungen gehandelt werden. Diese Doppelrolle führt zu wirtschaftlich-sozialen Strukturveränderungen und beeinflusst das Verhalten der politischen Akteure: Nationale Entscheidungen, etwa das Abstimmungsverhalten in internationalen Organisationen oder die Struktur nationaler Budgets, erhalten globale Bedeutung. Andererseits werden die Global Player gegenüber Entscheidungen der Nationalstaaten unempfindlicher. Ihnen nicht genehmen Entscheidungen - eine Finanztransaktionssteuer einzuführen, Umweltauflagen zu erhöhen oder hohe Steuern - weichen sie durch Verlagerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten aus. Dadurch verringert sich die Wirksamkeit nationaler politischer Entscheidungen. Kurz: Globalisierung eröffnet Unternehmen und Staaten neue Chancen, konfrontiert sie aber auch mit neuen Risiken.

Die Zivilgesellschaften durchlaufen dabei beschleunigte sozio-kulturelle Wandlungsprozesse. In den der Entwicklungs- und Schwellenländern, dem Nebeneinander von traditionalen, ländlichgeprägten Wirtschaftsformen und hochentwickelten sozio-ökonomischen Strukturen in den Metropolen, führt dies zu einer Lockerung sozialer Bindungen an Familie und Abstammungsregion. Religiöse Vorschriften, traditionelle Bräuche und kulturelle Normen verlieren für wachsende Teile der Bevölkerung gegenüber den „neuen“ Werten des modernen Sektors und den mit diesen verknüpften Lebensformen und Konsumvorstellungen an Bedeutung. Westlich geprägte Werte, wie Individualismus und Konsumorientierung, ergänzen die ökonomischen Werte der Industrialisierung und Globalisierung, wie...


Prof. Dr. rer. Pol. Eckart Koch hat seit 1986 die Professur für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule München inne.



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