Leigh | Vor schönen Männern wird gewarnt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Digital Edition

Leigh Vor schönen Männern wird gewarnt


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2804-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-2804-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Paul sieht einfach verboten gut aus! Doch Gwen ahnt: Sicher kommt für ihn nur eine makellose Schönheit wie ihre Schwester in Frage. Aber dann küsst er Gwen so heiß, dass sie nach Atem ringen muss. Hat sich Mr. Perfect etwa in sie verliebt?



Seit Jo Leigh 1975 bei der großen Filmgesellschaft 20-Century-Fox als Lektorin in der Abteilung für Comedys einstieg, ist sie im Filmgeschäft zu Hause. Sie war für die Mediengesellschaften CBS, NBC und verschiedene andere große Produktionsfirmen tätig, wobei sie zunehmend Drehbücher konzeptionierte und bearbeitete. Kein Wunder, dass bei so viel Sachkenntnis bereits die erste Romance, die sie 1994 verfasste, gleich drei Preise erhielt! Seitdem hat sie weitere, sehr erfolgreiche Romane verfasst. Zudem vermittelt sie in zweitätigen Workshops die grundlegenden Kenntnisse über Drehbücher und tritt oft als Sprecherin bei Autoren-Konferenzen zum Thema Schreiben auf. Jo Leigh lebt mit ihren drei Katzen Zeke, Coco und Molly in Nevada.

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2. KAPITEL

Als die Fahrstuhltüren aufgingen, hörte Gwen ein Orchester und wusste, dass ihre Eltern im siebten Himmel schwebten. Sie waren beide Anfang siebzig und noch immer sehr verliebt. Gwen vermutete, dass sie deshalb so viele Kinder hatten. Früher waren sie herausragende Tänzer gewesen und hatten alle möglichen Preise gewonnen. Sie lebten für ihr Publikum und eine große Tanzfläche. Wenn sie in Schwung kamen, hielten sie länger durch als viele jüngere Paare.

Kurz vor dem Eingang zum Ballsaal dachte Gwen an die Gesichter, die ihre Familie und deren Freunde machen würden, wenn sie sie mit einem Mann wie Paul hereinkommen sahen. Diese Vorstellung brachte sie zum Lächeln. Sie hoffte nur, dass Paul es nicht bemerkte.

„Gwen?“

Als sie die Stimme ihrer Schwester Faith hörte, verlangsamte sie ihre Schritte. Faith war sechs Jahre älter und Einkäuferin bei Neiman Marcus. Ihr Verlobter Bret, der neben ihr stand, war ebenfalls Einkäufer. Die beiden waren ein Traumpaar. Zusammen hatten sie beinah ein ganzes Gehirn.

„Ja, Faith, ich bin es, Gwen.“

„Und wer ist das?“ Faith musterte Paul, als wäre er ein angesagtes neues Designerjackett. Auf ihrem Gesicht spiegelte sich Neugier wider, was sie noch schöner machte. Alle fünf Schwestern hatten irgendwann einmal gemodelt. Obwohl Faith schon vierunddreißig war, bekam sie noch immer Angebote von Fotografen.

„Paul Bennet, meine Schwester Faith.“

Paul deutete eine Verbeugung an, was Faith ein Seufzen entlockte, ehe sie sich wieder an Gwen wandte. „Ich muss unbedingt den Namen des Begleitservices haben. Nicht für mich, selbstverständlich, aber ich kenne viele Frauen …“ An ihn gewandt sagte sie: „Wie dem auch sei, ich bin entzückt, Sie kennenzulernen.“

Gwen registrierte Pauls geschockte Miene, aber er gewann seine Fassung rasch wieder.

„Ich sehe die Bar“, sagte er, Faith und ihre idiotische Bemerkung ignorierend. „Wollen wir etwas trinken?“

„Gern.“ Gwen hakte sich bei ihm unter, und gemeinsam drangen sie weiter ins Feindesland vor. Sie überlegte, ob sie sich für Faith entschuldigen sollte, doch wenn sie damit erst einmal anfing, würde sie sich den ganzen Abend lang entschuldigen müssen. Was soll’s. Sie würde etwas trinken, Paul verabschieden und sich ein Taxi bestellen. Im Nu würde es vorbei sein und sie den ganzen Unsinn vergessen können.

Das Orchester war fabelhaft, es spielte all die Sachen, mit denen sie aufgewachsen war, hauptsächlich Swing und dazwischen einige ruhige Klassiker. Bis jetzt hatte sie ihre Eltern noch nicht entdeckt, aber dann sah sie Danny und seine Frau Sandy. Und ihre Schwestern Bethany und Eve.

„Was möchten Sie trinken?“, fragte Paul.

„Gin Tonic, bitte.“

„Keinen Champagner?“

„Nein. Um diesen Abend zu überstehen, brauche ich etwas Stärkeres. Deshalb nehme ich auch einen Doppelten.“

„Klingt sehr vernünftig“, sagte er. „Also, wie viele sind hier?“

Sie wusste genau, was er meinte. „Alle sechs. Und ihre Partner.“

„An welcher Stelle stehen Sie?“

„Jess und Autumn sind jünger als ich, die anderen älter, wenn auch nicht klüger. Mein Angebot gilt noch, Sie können jederzeit gehen. Ich bin an meine Familie gewöhnt.“

„Ich weiß nicht. Das Buffet sieht gut aus.“

„Das ist es bestimmt auch. Meine Familie versteht es, eine Party zu schmeißen.“

Er sah zum Orchester auf der anderen Seite des riesigen Ballsaals. „Das sehe ich. Tanzen Sie?“

„Wir haben es alle gelernt. Meine Eltern waren semiprofessionelle Tänzer, als sie noch jünger waren. Statt Schlaflieder hörten wir Swingbands.“

„Ich musste eine Tanzschule besuchen. Der reinste Albtraum. Ich wurde regelmäßig verprügelt, und, nein, Foxtrott zu lernen machte mich nicht so schnell, dass ich ungeschoren davonkam. Bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr hatte ich ständig ein blaues Auge.“

„Aber heute sind Sie froh?“

„Klar. Ich hatte seit Jahren kein blaues Auge mehr.“

Sie grinste. „Ich meinte wegen des Tanzens.“

„Ja, es ist nicht schlecht, tanzen zu können, obwohl es heutzutage nur noch wenige Anlässe gibt, bei denen man seine Fähigkeiten einsetzen kann.“

„Das stimmt, und es ist traurig.“

„Im Valley gibt es ein paar Swingclubs.“

Die Frau vor ihnen in der Schlange an der Bar drehte sich zu Paul um. Er räusperte sich. „Swingtanzclubs“, präzisierte er. „Die anderen gibt es dort aber vermutlich auch.“

Die Frau, die sich zu ihnen umgedreht hatte, war eine der Golfbekanntschaften ihrer Eltern, die einem Club angehörten, dessen Mitgliedsbeiträge ein Vermögen kosteten. Dort verbrachten sie ihre Zeit mit Kartenspielen, Tennis und Rasenbowling. Gwen freute sich für sie, dass sie Geld genug hatten, um ihren Ruhestand genießen zu können.

„Gwen, schön, dich zu sehen. Es ist Ewigkeiten her.“

Wie war noch ihr Name? Bitsy, Kiki oder etwas ähnlich Albernes, nur konnte Gwen sich beim besten Willen nicht erinnern. Aber das war auch egal, da die Dame den Blick ohnehin nicht von Paul abwenden konnte. „Freut mich auch, dich zu sehen. Das ist übrigens Paul Bennet, ein Freund von Autumn.“

Die Frau nickte, als ergäbe das plötzlich alles einen Sinn. „Wo ist denn deine Schwester?“

„In Rom.“

„Die Glückliche. Rom ist herrlich um diese Jahreszeit, finden Sie nicht?“

Paul sah zu Gwen. „Ich bin sicher, Autumn wäre lieber hier.“

„Oh, natürlich.“

Paul stand sehr dicht neben Gwen, berührte sie jedoch nicht. „Genau das denke ich auch.“

Mit einem leicht verwirrten Lächeln wandte die Frau sich ab und ließ Gwen mit der Sehnsucht nach einem Drink und anschließender Flucht zurück.

„Mögen Sie generell keine Partys oder nur keine Familienfeiern?“ Er sprach leise, doch sie hörte ihn trotz des Lärmpegels und spürte seinen Atem seitlich an ihrem Hals.

„Mir ist gemütliches Beisammensein mit Gesprächen und guter Laune lieber. Ah, endlich.“

Sie waren am Tresen angelangt, und Paul bestellte die Getränke. Nachdem sie sie bekommen hatten, trank Gwen einen Schluck und führte Paul zu dem üppigen Buffet mit der Eisskulptur. Alles war wunderbar präsentiert, das Servicepersonal aufmerksam und höflich. Wenn sie sich nur entspannen und es genießen könnte. Sie balancierte ihr Glas und ihren Teller, bis sie genug Essen hatte, um nicht richtig betrunken zu werden, dann ging sie in den hinteren Teil des Ballsaals, wo es ein paar Sitzplätze gab.

Paul fand zwei freie Plätze, und sie setzten sich zu einer Gruppe Fremder. Gwen erkannte einige, konnte sich aber nicht an die Namen erinnern. Es war trotzdem ganz nett, weil das Essen und Trinken eine Unterhaltung schwierig machten. Sie überlegte, ob sie ihm noch einmal sagen sollte, dass er jederzeit gehen konnte, oder ob es sich anhören würde, als wollte sie ihn hinauswerfen.

„Das muss eine von Ihren Schwester sein“, bemerkte Paul.

Sie folgte seinem Blick zum Rand der Tanzfläche. Bethany, die einzige ihrer Schwestern, mit der sie eine gewisse Nähe verband, stand dort mit ihrem Mann Harry. Sie sahen beide toll aus. Beth trug ein langes schimmerndes Silberkleid, das ihre perfekte Figur umschmeichelte. „Das ist Bethany. Ihr Mann heißt Harry. Sie haben eine Tochter, Nickie, knapp ein Jahr alt.“

„Noch eine?“ Er deutete zum Eingang.

„Ja, das ist Eve. Allerdings sehe ich den Rest ihrer Brut nicht.“

„Von den Brüdern erkenne ich keinen.“

Sie hielt Ausschau, konnte aber auch keinen entdecken. „Ich werde sie Ihnen zeigen, wenn sie vorbeikommen.“

„Wie war das, mit so vielen Geschwistern aufzuwachsen?“

„Schön, als ich ganz klein war. Später nicht mehr, da war die Konkurrenz zu groß.“

„Konkurrenz?“

„Im Gegensatz zu diesen wunderbar fröhlichen Großfamilien im Fernsehen ging es bei uns nur um Football, Modelverträge, Cheerleadertruppen.“

„Bildung zählte nicht?“

Sie winkte ab. „Nein, gute Zeugnisse hatten nicht den gleichen Stellenwert. Und bei Ihnen?“

„Bei mir wurden gute Noten erwartet. Es gab nur mich und meine Schwester Val. Sie ist drei Jahre jünger und beängstigend klug. Da musste ich mich ganz schön ranhalten.“

„Haben Sie es geschafft?“

„Ja, ich studierte in Yale Jura, doch sehr zur Enttäuschung meines Vaters gefiel es mir nicht.“

„Sie Glückspilz, Sie haben Ihre Berufung gefunden.“

„Ja, das habe ich.“

Gwen war mit dem Essen fertig und musste erst einmal verarbeiten, dass der Schönling Bennet in Yale studiert hatte. Sie sollte sich wegen ihrer Vorurteile schämen. Ihrer Erfahrung nach besuchten Männer, die aussahen wie Paul, keine Eliteuniversitäten. Ihre Brüder waren mit einem Studium auf mittelmäßigen Colleges ganz gut durchs Leben gekommen. Sie hatten früh gelernt, dass Charme und Schönheit eher Türen öffneten als Abschlüsse von renommierten Universitäten.

„Möchten Sie noch etwas? Noch mehr Shrimps? Einen weiteren Drink?“

„Nein danke.“

Er stand auf, und sie entspannte sich, da sie bald gehen konnte. Paul hielt ihr die Hand hin, doch statt sich zu verabschieden, zog er sie hoch. „Wollen wir tanzen?“

„O nein, ich...



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