E-Book, Deutsch, Band 471, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Marsh / Day / St. Aubin Baccara Collection Band 471
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2309-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 471, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7515-2309-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
COOLER DEAL - HEIßE NACHT? von ANNE MARSH
Milliardär Nash begleitet seine gute Freundin Wren zu einer Hochzeitsfeier - wenn sie ihn bei einer Junggesellenauktion ersteigert. Der perfekte Deal! Bis ihr falsches Spiel echtes Begehren entfacht. Aber für eine heiße Nacht darf Nash nicht ihre Freundschaft riskieren!
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Cynthia St. Aubin schrieb ihr erstes Theaterstück im Alter von acht Jahren und ließ es von ihren Brüdern für den Eintrittspreis von Kaugummipackungen aufführen. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass sie die Verpackungen im Voraus zur Verfügung stellte. Als sie groß genug war, um die oberste Schublade der elterlichen Kommode zu erreichen, begann sie, den Geheimvorrat ihrer Mutter an Liebesromanen zu stehlen, und ist seitdem in die Liebe verliebt. Als eingefleischte Käsesüchtige und aufstrebende Katzendame lebt sie in Texas mit einem gut aussehenden Musiker zusammen.
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2. KAPITEL
„Ziemlich heißer Typ, oder?“ Das kam von einer rundlichen, fröhlichen Frau in einem weißen Laborkittel, die grinsend auf etwas auf ihrem Schreibtisch starrte.
„Wenn du sie groß, dunkel und ungestüm magst vielleicht.“ Der Wren unbekannte Mann in den Zwanzigern klang nicht überzeugt. Er musste der neueste persönliche Assistent sein – ein Posten, dessen Besetzung fast monatlich wechselte, was, wie Wren wusste, allein an Nash lag.
Das dritte Mitglied des Trios, das sich um den Schreibtisch versammelt hatte, runzelte die Stirn. „Sehr düster. Ob er überhaupt weiß, wie man lächelt?“
Neugierig schlich sich Wren näher heran, was durch das Quietschen ihrer Flip-Flops auf dem Linoleumboden erheblich erschwert wurde. Als sie auf ihre quietschrosa lackierten Zehen hinunterblickte, realisierte sie, dass sie gerade gegen Laborregel Nummer eins verstieß: Du sollst nur geschlossene Schuhe tragen. Dr. Nash Masterson, der Leiter des Chemielabors, nahm es mit den Regeln sehr genau. Es war schon vorgekommen, dass Leute weinten, wenn er ihnen ihre Verstöße erklärte – was daran liegen konnte, dass ein ärgerlicher Nash es schaffte, Dschingis Khan wie eine gutmütige Hausfrau aussehen zu lassen. Da er außerdem der Gründer und CEO des erfolgreichen Unternehmens Masterson Chemicals und dazu noch stinkreich war, kam er damit durch.
Wren jedoch kam nicht mal mit ihrem Anschleichversuch durch, wie es schien. Alle drei Angestellten schauten ihr jetzt erwartungsvoll entgegen, und sie winkte ertappt. Zumindest zwei von ihnen erkannte sie, jetzt, da sie nicht mehr über den Schreibtisch gebeugt waren. Martha war die stellvertretende Leitung der Produktentwicklung, und Jenn war im Marketing tätig.
Das Labor selbst befand sich hinter einer Glastür hinter dem Schreibtisch. In ihm erstreckten sich mit Messbechern gefüllte Tische, hohe Chromregale und geheimnisvolle, glänzende Geräte, die in sterilen weißen Reihen hinter raumhohen Glasfenstern untergebracht waren. Es sah aus wie der nördliche Polarkreis, allerdings mit einer Menge Edelstahl anstelle von niedlichen Pinguinen. Nash selbst war nirgends zu sehen, aber er würde pünktlich auftauchen. Auch Unpünktlichkeit war gegen die Laborregeln.
„Ist heute Dienstag?“, fragte Martha.
„Bitte sag mir, dass du hier bist, um unseren bösen Milliardärsboss zum Mittagessen zu entführen.“ Jenn sagte das in scherzhaftem Ton, aber die verkrampften Finger, mit denen sie ihr Laptop an die Brust drückte, verrieten ihre Anspannung.
„Ja, ich nehme ihn euch gleich weg“, antwortete Wren fröhlich. Sie wusste wirklich nicht, warum niemand sonst mit Nash auskam. Sicher, er konnte arrogant und rechthaberisch sein, und sein Standard-Gesichtsausdruck war ein starrer Blick. Und ja, er hatte die schlechte Angewohnheit, jede noch so kleine Lücke in der eigenen Logik – und auch in der eigenen Präsentation, dem eigenen Experiment oder der eigenen Patentanmeldung – zu entdecken und dann vor Publikum auf ebendiese Lücke hinzuweisen. Darüber hinaus war er verschlossen und wirkte auf verblüffende Weise wie ein hungriger, auf einer Eisscholle festsitzender Eisbär. Außerdem hatte er Wrens Bemühungen, ihn besser kennenzulernen, jahrelang hartnäckig zurückgewiesen.
„Ist Nash im Labor?“ Sie näherte sich dem Schreibtisch. Ihr Tag konnte nur besser werden, wenn sie sah, wer dieser düstere Typ, der nicht lächeln konnte, war.
„Ja, der Unhold ist in seiner Höhle“, berichtete der junge Mann nervös.
„Seit sechsunddreißig Stunden“, fügte Jenn hinzu. „Wenn du ihn da mal rausholen könntest, würdest du uns allen einen Gefallen tun. Ist beschäftigt mit extrem wichtiger Forschung und bla, bla, bla.“
„Was ist das hier eigentlich?“ Bevor einer der drei sie aufhalten konnte, hatte Wren sich das Kartenset geschnappt, das auf dem Schreibtisch lag. Auf den laminierten Karten waren ein paar äußerst attraktive Menschen abgebildet. Von jeder Karte lächelte sie ein wunderschönes Gesicht an, kombiniert mit einer kurzen Beschreibung.
„Junggesellen“, sagte Martha.
„Und Junggesellinnen“, fügte Jenn hinzu.
„Alle single und zu haben. Natürlich für einen Preis.“ Die drei begannen zu kichern.
„Soll das heißen, diese Leute sind … äh, käuflich?“ Vielleicht waren diese hübschen Menschen ja auch für sie erschwinglich? Denn wenn ja … hallo? Das wäre vielleicht die Lösung für ihr Hochzeitsdilemma. Sie würde einfach einen von ihnen kaufen und sich verlieben.
„Es ist ein Junggesellenmenü“, sagte der junge Typ, als ob man Singles bestellen könnte wie chinesisches Essen.
„Okay …?“
„Für eine Junggesellen-Versteigerung. Du bietest für ein heißes Date, und das Geld geht an eine gemeinnützige Organisation auf Martha’s Vineyard. Und unter denen hier kannst du wählen.“
Das hörte sich lustig an, auch wenn es vielleicht ein paar Fragen zum Thema Konsens und Macht aufwarf. Andererseits ging Wren davon aus, dass diese Junggesellen sich alle freiwillig zur Verfügung gestellt hatten.
Hätte sie doch nur ein kleines Vermögen für einen guten Zweck zur Verfügung gehabt – dann hätte sie vielleicht wirklich einen dieser gutaussehenden Typen als Begleitung für Mays Hochzeit ersteigern können. Sie blätterte in dem Kartenstapel, bis ihr Blick auf einer Karte in der Mitte hängen blieb. Im Gegensatz zu den anderen Menschen, die charmant in die Kamera lächelten, hatte sich dieser Junggeselle halb abgewandt. Die Teile, die sie sehen konnte, waren allerdings beeindruckend. Er war breitschultrig und muskulös wie ein Holzfäller. Mit seinen dunklen Haaren sah er aus wie Mr. Rochester aus dem Buch Jane Eyre – allerdings ein Mr. Rochester, der jeden Tag ins Fitnessstudio ging.
Irgendwie fand Wren es plötzlich schrecklich heiß in Nashs Büro. Er sollte vielleicht mal die Klimaanlage überprüfen lassen.
„Und? Glaubst du, dass jemand auf Mr. Masterson bieten wird?“ Martha tippte auf das Foto mit dem Typen, der Wrens Körpertemperatur so schnell nach oben katapultiert hatte.
Moment mal … Wie bitte?
Offenbar war das Universum noch nicht fertig damit, sie in Aufruhr zu versetzen. Wren starrte verwirrt auf die Karte in ihrer Hand und stellte fest, dass der sexy, grüblerische Typ tatsächlich Nash war. Das war … Total schräg, meldete sich ihr Verstand zu Wort. Geht gar nicht! Sofort löschen!
Nash hatte seine Laborregeln, und Wren hatte ihre Freundschaftsregeln – zu denen es gehörte, dass sie nie, niemals einen Freund heiß finden durfte. Auch nicht, wenn sie in Collegezeiten möglicherweise ein klitzekleines bisschen verknallt in ihn gewesen sein sollte. Zum Glück war diese Schwärmerei schnell einen tragischen Tod gestorben.
„Meine Damen und Herren. Findet hier eine außerplanmäßige Teambesprechung statt?“
Wren blickte entsetzt auf und ließ das Junggesellenmenü schuldbewusst auf den Tisch fallen. Nash stand in der Tür zum Labor und ließ seinen eisigen Blick über die kleine Menschenansammlung gleiten. Es wurde merklich kühler, und seine Angestellten flüchteten an ihre jeweiligen Arbeitsplätze wie Enten vor einer Gewitterwolke.
„Dr. Masterson“, krächzte Wren.
„Dr. Wilson.“
Er umarmte sie auf seine übliche flüchtige Art, und sie verdrehte automatisch die Augen. Eines Tages würde sie den Mann und sein gesamtes Laborteam schocken, indem sie ihn in eine richtige Umarmung zog.
Er drehte sich um und ging auf die Tür zum Treppenhaus zu. Sie folgte ihm mit einem verstohlenen Winken in Richtung ihrer Mitverschwörer.
„Wer ist der neue Typ?“
Nash zuckte mit den Achseln. „Nur temporär da, bis ich einen neuen Assistenten finde.“
„Wie kommt es, dass du an einer Junggesellen-Versteigerung teilnimmst?“ Sie musste traben, um mit ihm Schritt zu halten, weil er so lange Beine hatte.
„Declan“, murmelte er, als ob das alles erklären würde.
Und das tat es. Declan war Nashs älterer Bruder, und er war sehr, sehr gut darin, seinen kleinen Bruder zu quälen. Wren hatte mal angedeutet, dass das brüderliche Necken wahrscheinlich ein männlicher Code für Ich liebe dich war, aber Nash hatte nur geknurrt, dass ihm da sogar Blumen lieber wären. Und das sollte etwas heißen, denn Nash hielt Schnittblumen erstens für eine Verschwendung natürlicher Ressourcen und zweitens für eine bedeutungslose Geste. Seiner Meinung nach sprachen Worte, chemische Symbole oder auch ein netter schriftlicher Laborbericht eine weitaus deutlichere Sprache als ein Strauß Dahlien oder gar Rosen.
Wren grinste ihn begeistert an. Das hier versprach eine wahnsinnig unterhaltsame Geschichte zu werden.
„Er hasst dich also so sehr, dass er dich an den oder die Meistbietende verkauft?“
Nash antwortete nicht, sondern strich sich nur mit der Hand über das Gesicht – für ihn das Äquivalent zu einer Panikattacke.
Doch Wren ließ nicht locker. „Huhu! Wie wäre es mit ein paar erklärenden Worten?“
„Nicht hier.“
Als sie ein paar Minuten später in den butterweichen Sitz seines luxuriösen Sportwagens sank, hoffte sie, dass er sich dieses eine Mal vielleicht dazu durchringen würde, sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten – vergeblich natürlich. Es dauerte gut dreißig Minuten, bis sie sich endlich bei einem mexikanischen Take-Away eine...




