Maybach | Liebe auf den dritten Blick | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 16, 100 Seiten

Reihe: Der neue Dr. Laurin

Maybach Liebe auf den dritten Blick

Der neue Dr. Laurin 16 - Arztroman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7409-6088-9
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der neue Dr. Laurin 16 - Arztroman

E-Book, Deutsch, Band 16, 100 Seiten

Reihe: Der neue Dr. Laurin

ISBN: 978-3-7409-6088-9
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Sara, was für ein Glück, dass ich dich gleich erwische!« Konrad Benedikts Stimme klang gehetzt. »Du arbeitest doch noch nicht, oder?« Im Hintergrund war lautes Weinen zu hören. »Still, Lili, Mäuschen, ich telefoniere doch gerade mit Tante Sara ... jetzt wein doch nicht so ...« »Was ist denn passiert?«, fragte Sara. »Das Meerschweinchen ist gestorben. Ich arbeite heute von zuhause aus, aber wir haben gleich eine wichtige Videokonferenz, und Maike ist auf Dienstreise, ich habe jetzt einfach keine Zeit, ein Meerschweinchen zu beerdigen, also wollte ich dich fragen ...« »Bin gleich da«, sagte Sara und legte auf. Sie warf sich eine warme Jacke über und raste aus der Wohnung. Lili, Maikes und Konrads Tochter, ging in die dritte Klasse und war ihr Patenkind. Der Tod eines Meerschweinchens war im Leben einer Achtjährigen eine Tragödie, wie sie aus eigener Erfahrung wusste. Sie schwang sich auf ihr Fahrrad. Zum Glück war es nicht weit von ihrer Wohnung im Münchener Südwesten bis zu dem schönen Haus, in dem ihr Bruder mit seiner Familie wohnte. In fünf Minuten würde sie dort sein. Es gab bei Maike und Konrad recht oft kleinere und größere Katastrophen, bei denen Saras Hilfe gefordert war. Sie sprang gern ein. Verglichen mit dem stressigen Leben ihres Bruders und ihrer Schwägerin ging es bei ihr ruhig und beschaulich zu.

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie 'Der kleine Fürst' in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Der zur Waise gewordene angehende Fürst Christian von Sternberg ist ein liebenswerter Junge, dessen mustergültige Entwicklung zu einer großen Persönlichkeit niemanden kalt lässt. Viola Maybach blickt auf eine stattliche Anzahl erfolgreicher Serien zurück, exemplarisch seien genannt 'Das Tagebuch der Christina von Rothenfels', 'Rosenweg Nr. 5', 'Das Ärztehaus' und eine feuilletonistische Biografie. 'Der kleine Fürst' ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.
Maybach Liebe auf den dritten Blick jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Sara, was für ein Glück, dass ich dich gleich erwische!« Konrad Benedikts Stimme klang gehetzt. »Du arbeitest doch noch nicht, oder?« Im Hintergrund war lautes Weinen zu hören. »Still, Lili, Mäuschen, ich telefoniere doch gerade mit Tante Sara … jetzt wein doch nicht so …«

»Was ist denn passiert?«, fragte Sara.

»Das Meerschweinchen ist gestorben. Ich arbeite heute von zuhause aus, aber wir haben gleich eine wichtige Videokonferenz, und Maike ist auf Dienstreise, ich habe jetzt einfach keine Zeit, ein Meerschweinchen zu beerdigen, also wollte ich dich fragen …«

»Bin gleich da«, sagte Sara und legte auf.

Sie warf sich eine warme Jacke über und raste aus der Wohnung. Lili, Maikes und Konrads Tochter, ging in die dritte Klasse und war ihr Patenkind. Der Tod eines Meerschweinchens war im Leben einer Achtjährigen eine Tragödie, wie sie aus eigener Erfahrung wusste.

Sie schwang sich auf ihr Fahrrad. Zum Glück war es nicht weit von ihrer Wohnung im Münchener Südwesten bis zu dem schönen Haus, in dem ihr Bruder mit seiner Familie wohnte. In fünf Minuten würde sie dort sein.

Es gab bei Maike und Konrad recht oft kleinere und größere Katastrophen, bei denen Saras Hilfe gefordert war. Sie sprang gern ein. Verglichen mit dem stressigen Leben ihres Bruders und ihrer Schwägerin ging es bei ihr ruhig und beschaulich zu. Während die beiden einen streng durchgetakteten Alltag hatten, in dem schon die geringste Abweichung für Chaos sorgte – der Tod eines Meerschweinchens zum Beispiel – vermied Sara nach Möglichkeit jeglichen Stress, weil sie wusste, dass er ihr nicht bekam. Sie schrieb Liebesromane für einen großen Verlag, unter Pseudonym – dicke Wälzer, sie schaffte zwei pro Jahr. Es fiel ihr leicht, sie schrieb schnell und flüssig, Ideen hatte sie genug, und so geriet sie fast nie in Terminschwierigkeiten, denn diszipliniert war sie außerdem. Ihre Manuskripte hatte sie jeweils lange vor dem Abgabetermin fertig, was ihre Lektorin jedoch nicht ahnte. So hatte Sara fast immer Zeit – oder sie konnte sie sich nehmen.

Sie schrieb am liebsten spätabends und nachts, wenn es ruhig war und kein Telefon sie störte. Dann konnte sie sich am besten konzentrieren. Ihre Bücher erzielten keine sensationellen, aber doch so gute Verkaufszahlen, dass sie jeweils den nächsten Auftrag bekam, sobald sie ein Manuskript abgeliefert hatte. Manchmal wunderte sie sich selbst darüber, dass sie sich jedes Mal voller Freude an die neue Arbeit setzte.

Nebenbei schrieb sie an einem großen historischen Roman, der ihr viel Freude bereitete, von dem aber nicht sicher war, ob sie ihn jemals würde veröffentlichen können. Wenn ja, würde es das erste Buch sein, das unter ihrem wahren Namen erschien. Aber letztlich war ihr die Arbeit daran wichtiger als die Frage, ob es veröffentlicht würde oder nicht.

Jedenfalls erlaubte ihre Tätigkeit es ihr, wie jetzt, alles stehen und liegen zu lassen und zu ihrer kleinen Nichte zu eilen, die sich für ihr geliebtes Meerschweinchen Mirko eine würdige Bestattung wünschte. Das konnte sie sehr gut nachvollziehen. Sie hatte als Kind zwar kein Meerschweinchen gehabt, sondern eine weiße Ratte mit Namen Bianca, aber als Bianca eines Morgens tot auf der Fensterbank gelegen hatte, war für Sara eine Welt zusammengebrochen. Nie würde sie diesen Anblick vergessen. Und natürlich war Bianca feierlich beerdigt worden.

Sie stellte ihr Rad im Vorgarten ab und hatte die Haustür noch nicht erreicht, als diese auch schon aufgerissen wurde und Lili ihr mit verweintem Gesicht entgegenstürzte. Sara umschlang sie fest mit beiden Armen und sagte erst einmal gar nichts. Sie sie wusste, wie es in Lili aussah.

Von Konrad war nichts zu sehen, wahrscheinlich hatte seine Videokonferenz schon begonnen. Innerlich schüttelte Sara wieder einmal den Kopf über Maike und Konrad, sie stellte es sich schrecklich vor, so zu leben, wie die beiden es taten. Alles war durchgeplant, selbst die Freizeit. Für sie war das eine Horrorvorstellung. Und sie fand es auch für Lili nicht schön, denn im Grunde musste die Kleine bei ihren Eltern Termine beantragen, wenn sie etwas von ihnen wollte. Bei diesem Gedanken grinste Sara, denn ganz so schlimm war es nicht, immerhin gab es freie Wochenenden und Familienurlaube, wo Maike und Konrad zumindest versuchten, sich zu entspannen, aber irgendwie schienen sie ihre Arbeit immer mitzunehmen.

Maike war Geschäftsführerin eines kleinen Lederwarenunternehmens, Konrad entwickelte Computerprogramme für mehrere Firmen. Sie waren ein Powerpaar, wie man das heutzutage nannte, aber ihre beruflichen Probleme spielten natürlich auch in ihrer Freizeit eine Rolle, sie ließen sich niemals ganz abschütteln.

»Wo ist Mirko jetzt?«, fragte Sara, als Lili sie schließlich losließ.

»Er liegt noch in seinem Käfig«, antwortete Lili mit zitternder Stimme.

»Wir brauchen eine kleine Kiste, in die wir ihn legen können«, sagte Sara. »Die sollten wir schön auspolstern, und vielleicht legst du ihm noch etwas hinein, was er gernhatte. Und dann suchen wir ihm einen Platz aus bei euch im Garten. Vielleicht machen wir ihm auch einen kleinen Grabstein, was meinst du?«

Lili nickte lebhaft, ihre Augen waren jetzt trocken. Es tat ihr gut, etwas zu tun und zu planen, das lenkte sie von ihrer Trauer ab.

Sie fanden einen stabilen kleinen Schuhkarton, der genau die richtige Größe hatte, Lili polsterte ihn mit Watte aus, denn Mirko hatte es gern weich und gemütlich gehabt. Dann holte Sara ihn aus dem Käfig und bettete ihn behutsam in den Karton. Lili legte noch zwei Murmeln dazu, denn mit denen hatte Mirko immer gern gespielt.

»Wir brauchen eine Schaufel, weil wir ja ein kleines Loch graben müssen«, sagte Sara. »Zum Glück ist es nicht so kalt, dass der Boden gefroren ist, dann hätten wir jetzt ein Problem. Und wir brauchen einen Stein, der sich als Grabstein eignet. Oder hättest du lieber etwas anderes? Ein Kreuz? Das müssten wir aber erst basteln.«

»Ich will einen Stein, da können wir was draufmalen«, sagte Lili. »Hinten im Garten sind viele Steine. Aber zuerst hole ich den Schlüssel fürs Gartenhäuschen. Da drin sind Schaufeln.«

Sie verschwand in der Küche, kehrte aber gleich darauf zurück. Sie zogen ihre warmen Jacken an und gingen hinaus. Der richtige Platz war schnell gefunden: unter einem großen Rhododendronbusch.

Sara fing an, die kleine Mulde für den Schuhkarton auszuheben, während sich Lili auf die Suche nach einem geeigneten Stein machte. Nach einer Weile kam sie mit einem ziemlich flachen rötlichen zurück, der reichlich Platz für Mirkos Namen und sein Sterbedatum bot.

»Wir beschriften zuerst den Stein, dann beerdigen wir Mirko«, schlug Sara vor. »Die Schaufel kannst du ins Gartenhäuschen zurückbringen, das Loch ist groß genug für den Karton.«

Lili schnappte sich die Schaufel, anschließend kehrten sie ins Haus zurück. Am Küchentisch pinselte Lili in Schönschrift mit wasserfester Farbe ›Mirko‹ auf den Stein, danach das Datum.

»Aber es fehlt noch was«, fand sie. »Ich muss doch schreiben, wie traurig ich bin.«

»Das schreibt man eigentlich in eine Traueranzeige«, meinte Sara, »aber es würde auch noch auf den Stein passen. In solchen Anzeigen steht oft ›geliebt und unvergessen‹. Wie findest du das?«

Lili dachte darüber nach, schüttelte aber schließlich den Kopf. »Ich will schreiben: ›Ich vergesse dich nie‹. Und darunter soll mein Name stehen.«

Sara betrachtete den Stein. »Wenn du klein schreibst, passt es noch hier unten hin«, sagte sie.

Lili machte sich erneut an die Arbeit. Ihre Zunge erschien zwischen den Lippen, sie umklammerte den Pinsel so fest, dass ihre Finger weiß wurden – vor lauter Konzentration. Aber sie schaffte es. Ihren Namen musste sie in eine Ecke quetschen, aber der Satz ›Ich vergesse dich nie‹ war gut lesbar.

»Willst du eine Trauerrede halten?«, fragte Sara.

»So wie damals bei meinem Opa? Wo der Pfarrer gesagt hat, was für ein guter Mensch er war und dass er immer alles richtig gemacht hat?«

»So ungefähr, ja.«

»Das hat aber nicht gestimmt, mein Opa hat gar nicht alles richtig gemacht, und gut war er auch nicht immer.«

Sie sprachen von Maikes Vater, der ein jähzorniger Mann gewesen war und seine Familie ziemlich tyrannisiert hatte. Sara hatte ihn nur einige Male erlebt und war ganz gut mit ihm ausgekommen, andere hatten, wie sie wusste, schreckliche Angst vor ihm gehabt. Jedenfalls stimmte, was Lili sagte: Er war nicht unbedingt das gewesen, was man sich unter einem ›guten Menschen‹ vorstellte, doch genau dieser Eindruck war durch die Rede an seinem Grab erweckt worden.

»Was würdest du denn gern über Mirko sagen?«, fragte sie.

Lili musste nicht lange überlegen. »Er war ein guter Freund«, sagte sie. »Er hat mich nie im Stich gelassen, und er hatte keine Launen. Wenn ich kuscheln wollte, hat er mit mir gekuschelt. Und wenn ich meine Ruhe haben wollte, hat er mich in Ruhe gelassen.«

Nun glänzten ihre Augen wieder verdächtig.

»Dann sagst du das gleich genau so, wenn wir ihn in die Erde legen«, schlug Sara vor.

»Du sollst auch etwas sagen«, verlangte Lili.

»Ich kann sagen, dass Mirko uns oft zum Lachen gebracht hat, weil er so putzig war«, schlug Sara vor. »Und dass er nie beleidigt war, wenn wir mal keine Zeit für ihn hatten.«

»Ich glaube, er war einsam«, sagte Lili leise. »Er wollte eine Frau haben, aber Mama und Papa haben das nicht erlaubt, weil sie dann Kinder gekriegt hätten, und auf einmal hätten wir dann ganz viele Meerschweinchen gehabt.«

»Aber er hatte ja dich, Lili, du hast dich viel mit ihm...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.