E-Book, Deutsch, Band 2092, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Maynard Verführt vom schottischen Traummann
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2532-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2092, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2532-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Duncan ist ein heißer Typ! Noch nie hatte die junge Rechtsanwältin Abby so einen sexy Liebhaber. Dabei weiß sie: Sobald sie die rechtlichen Angelegenheiten seiner Großmutter in North Carolina geklärt haben, wird Duncan zurück nach Schottland fliegen. Aber wenn Abby in seinen Armen dahinschmilzt und er sie unendlich zärtlich anschaut, hat sie das Gefühl, dass es hier um Liebe geht. Bis er im Nachlass seiner Großmutter eine schockierende Entdeckung macht. Plötzlich liest Abby statt Zärtlichkeit nur noch eisiges Misstrauen in seinen Blicken!
Janice Maynard wuchs in Chattanooga, Tennessee auf. Sie heiratete ihre High-School-Liebe während beide das College gemeinsam in Virginia abschlossen. Später machte sie ihren Master in Literaturwissenschaften an der East Tennessee State University. 15 Jahre lang lehrte sie in einem Kindergarten und einer zweiten Klasse in Knoxville an den Ausläufern der schönen Great Smoky Mountains. Im Herbst 2002 verließ sie die Schule um in Vollzeit zu schreiben.
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1. KAPITEL
An den meisten Tagen ging Abby Hartmann gerne in die Kanzlei, denn als Rechtsanwältin in einer Kleinstadt hatte sie überwiegend mit Erfreulichem zu tun. Zudem kannte sie normalerweise ihre Klienten persönlich. An diesem Samstagmorgen jedoch lief es besonders gut. Mit feuchten Händen und aufgeregt klopfendem Herzen strich sie sich den Rock glatt und deutete auf den Sessel gegenüber Ihrem Schreibtisch. „Setzen Sie sich, Mr. Stewart.“
Sie atmete tief durch und schob nervös einen Papierstapel auf die andere Seite Ihres Tisches. Der Mann war eine eindrucksvolle Persönlichkeit, allein seine Anwesenheit ließ ihr Büro um einiges kleiner wirken. Kurzgeschorenes dunkelbraunes Haar, schokoladenfarbene Augen und eine schlanke, sportliche Figur. Was sie am meisten beeindruckte, war jedoch die Ruhe und Stärke, die er ausstrahlte. Fast befürchtete Abby, er könnte jeden Moment mit einem Satz den kleinen Abstand zwischen ihnen überwinden, sie ergreifen und sie ohne Sinn und Verstand küssen.
Ihre Reaktion auf ihn beunruhigte sie. Nur weil der Kerl einen sexy schottischen Akzent und eine Wahnsinnsfigur hatte, war das noch lange kein Grund, die Fassung zu verlieren. Außerdem, egal, wie attraktiv er auch war, der Schotte verkörperte den wohlhabenden, arroganten Typ Mann, den sie überhaupt nicht ausstehen konnte. Sie hatte viele von ihnen kennengelernt. Männer, die sich nahmen, was sie wollten, und denen es egal war, wenn sie einen Scherbenhaufen zurückließen.
„Ich bin mir nicht sicher, wieso ich hier bin“, begann Duncan Stewart zögernd. „Meine Großmutter tut manchmal gerne geheimnisvoll.“
Abby brachte ein Lächeln zustande, obwohl sie sich verunsichert fühlte. „Isobel Stewart hat ihr Testament aktualisiert und wollte, dass ich es mit Ihnen durchgehe. Darf ich fragen, wieso Sie sich entschieden haben, von Schottland nach North Carolina zu ziehen?“
Verwundert runzelte Duncan die Stirn. „Das ist doch offensichtlich. Granny ist über neunzig, und Grandda ist schon seit einem Jahr tot. Mein Bruder Brody ist frisch verheiratet und gerade erst Vater geworden. Er hat keine Zeit herzukommen. Und da meine Großmutter das Haus nicht verkaufen und ins Altersheim gehen will, muss sich ja schließlich jemand um sie kümmern.“
„Das ist sehr großmütig von Ihnen, Mr. Stewart. Ich kenne nicht viele Männer, die ihr Leben auf Eis legen, um sich um Ihre Großmutter zu kümmern.“
Duncan konnte den merkwürdigen Ton in der Stimme der hübschen Rechtsanwältin nicht so richtig einordnen. War das Bewunderung oder Sarkasmus? „Ich hatte ja keine Wahl“, erwiderte er.
Beschämt erinnerte er sich daran, wie sehr es ihm widerstrebt hatte, überhaupt herzukommen, und nun weckten die Worte der Frau ein schlechtes Gewissen in ihm. Er hielt nicht viel von Rechtsanwälten und traute ihnen nicht so recht über den Weg. Doch er musste zugeben, dass die Frau, die ihm gegenübersaß, sympathisch und vertrauenswürdig aussah.
Abby Hartmann starrte ihn an. „Jeder hat eine Wahl, Mr. Stewart. Anfangs dachte ich, Sie seien nur auf das Geld aus, aber Ihre Großmutter hat mir mehr, als ich eigentlich wissen wollte, über Sie und Ihren Bruder erzählt. Sie sind äußerst vermögend und nicht auf Ihren Anteil an Stewart Properties angewiesen.“
Obwohl er eigentlich heute überhaupt nicht in die Kanzlei kommen wollte, ertappte sich Duncan dabei, wie er sich wünschte, das Gespräch mit der Rechtsanwältin würde noch eine Weile dauern. Er hatte eine steife Frau mittleren Alters in einem konservativen grauen Kostüm und Brille erwartet. Als ihn eine junge, kaum eins sechzig große, attraktive Frau mit sexy Kurven empfangen hatte, war er positiv überrascht gewesen.
Den Diplomen zufolge, die an der Wand hinter ihr hingen, war sie vermutlich Ende zwanzig, und nichts an ihr war konservativ oder steif. Sie sah unglaublich verführerisch aus und entsprach ganz und gar nicht seiner Vorstellung von Juristinnen. Aber vielleicht hatte er auch einfach zu viele Anwaltsserien geguckt. Ihr lockiges rotblondes Haar war kurz geschnitten.
Ehe sie ihm gegenüber Platz genommen hatte, hatte Duncan einen Blick auf ihren wohlgeformten Po erhascht, der in ihrem schwarzen knielangen Bleistiftrock äußerst gut zur Geltung kam. Ihre rote Bluse spannte etwas über ihrem Busen und Duncan hatte Mühe sich von diesem verlockenden Anblick loszureißen. Sie hatte zwar nur die zwei obersten Knöpfe ihrer Bluse aufgelassen, aber ihr Ausschnitt …
Er räusperte sich und wünschte, er hätte das Glas Wasser, das Abby ihm bei seinem Eintreffen angeboten hatte, nicht abgelehnt. „Ich liebe meine Großmutter, Ms. Hartmann. Sie und mein Großvater haben Stewart Properties aus dem Nichts aufgebaut.“
„Nennen Sie mich doch bitte Abby“.
„Sie hat für ihn ihre Heimat verlassen“, fuhr Duncan fort. „Die beiden hatten eine wunderbare Liebesgeschichte, so wie man sie eigentlich nur aus Büchern oder Filmen kennt.“
„Das klingt wunderbar.“
„Aber?“
„Nichts aber …“
„Das klang aber sehr nach einem Aber.“
Abby errötete. „Ich will die Liebe Ihrer Großeltern nicht abtun, ich bezweifle jedoch, dass es so etwas heute noch gibt. Leidenschaftliche Liebesgeschichten, jahrzehntelange Ehen.“
„Sind Sie nicht etwas zu jung für so viel Pessimismus?“
„Sie kennen mich nicht gut genug, um das zu beurteilen“, fuhr sie ihn entrüstet an.
Oh, Mann, Temperament hatte sie also auch. „Es tut mir leid, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Wir sollten über das Testament reden. Ich will nicht zu viel Ihrer Zeit in Anspruch nehmen.“
Abby seufzte. „Tut mir leid, mein wunder Punkt. Ehe wir aber mit dem Testament weitermachen, habe ich noch eine Frage. Wenn Ihre Großmutter Schottland verlassen hat, um sich hier mit Ihrem Großvater niederzulassen, wieso leben Sie dann jetzt in Schottland?“
„Meine Großeltern hatten nur ein Kind, meinen Vater. Dad war immer fasziniert gewesen von seinen schottischen Wurzeln und ist, sobald er volljährig war, in die Highlands gezogen und niemals zurückgekehrt. Brody und ich haben immer in Schottland gewohnt und waren nur manchmal im Urlaub hier in Candlewick.“
„Ich weiß, dass Ihr Bruder auf Skye ein Schiffsunternehmen hat. Was machen Sie in Schottland?“
„Ich war sein Geschäftsführer.“ Duncan hielt einen Moment inne, ehe er weitersprach. „Da ich noch nicht weiß, wie lange ich hier sein werde, hat Brody jemand anderen eingestellt. Ansonsten wäre das dem Betrieb gegenüber nicht fair.“
„Das ist sicher alles sehr schwierig für Sie.“
Ihr aufrichtiger mitfühlender Blick tat ihm gut. Zum ersten Mal seit Tagen hatte er das Gefühl, dass dieser Umbruch in seinem Leben womöglich gar nicht so schlecht war. „Als mein Großvater starb, brachte keiner von uns es übers Herz, darauf zu bestehen, dass meine Großmutter zu uns nach Schottland zieht. Außerdem hätten wir sie förmlich ins Flugzeug tragen müssen, weil sie sich mit Händen und Füßen gewehrt hätte.“
Abby lachte. „Das kann ich mir bildlich vorstellen.“
Duncan versuchte, das Wippen ihrer Brüste zu ignorieren, als sie etwas mit dem Stuhl nach vorn rückte. „Würden Sie einmal mit mir Abendessen gehen?“, fragte er spontan.
Wortlos starrte die Anwältin ihn an und Duncan sah verlegen zu Boden. Spontanität war normalerweise überhaupt nicht sein Ding.
Abby nagte an ihrer Unterlippe. „Das wäre vermutlich ethisch nicht vertretbar.“
Duncan entging weder das Zögern in ihrer Stimme noch die Tatsache, dass Abby nicht mit einem eindeutigen Nein geantwortet hatte. „Sie sind nicht meine Anwältin.“
„Ich hätte mich von Anfang an klarer ausdrücken sollen“, entgegnete Abby und sah ihn besorgt an. „Mein Kollege Mr. Chester ist seit langer Zeit der Anwalt Ihrer Großeltern. Er ist nur derzeit krankgeschrieben und hat mich gebeten, ihn währenddessen in den Angelegenheiten Ihrer Großmutter zu vertreten. Ein Klient von uns ist sehr an einem Kauf von Stewart Properties interessiert. Es ist ein Barzahlungsangebot.“
Sofort meldete sich sein Zynismus. Rechtsanwälte waren und blieben falsche Schlangen. Diese Frau war keine Ausnahme, dachte Duncan ein wenig enttäuscht. „Kein Interesse.“
Abby musterte ihn mit zusammengekniffenen Augen. „Es ist ein sehr faires Angebot.“
„Das ist mir egal, ich will nichts davon hören. Meine Großmutter will nicht verkaufen.“
„Ich dachte, Sie wollen in ihrem besten Interesse handeln“, erwiderte die Anwältin in leicht schnippischem Ton.
„Das will ich auch. Deshalb läuten bei mir auch sämtliche Alarmglocken, wenn ihre hinterlistigen Rechtsanwälte sie dazu überreden wollen, die Firma, die ihr viel bedeutet, zu verkaufen.“
„Sind Sie absichtlich so unverschämt und zynisch? Ich nehme es Leuten übel, wenn Sie mein Berufsethos infrage stellen.“
„Und ich nehme es Leuten übel, wenn sie eine alte Frau ausnutzen.“
„Ich nutze sie doch nicht aus, wenn sie dadurch extrem wohlhabend wird.“
„Granny braucht nicht mehr Geld. Sie hat genug.“
„Niemand hat jemals genug Geld, Mr. Stewart.“
Ihre Stimme klang müde, und sie hatte einen verletzten Unterton. Duncan beschloss jedoch, im Moment nicht näher darauf einzugehen. Trotz seiner Ahnung, dass er sich von dieser Frau besser fern halten sollte, wiederholte er sein Angebot. „Gehen Sie mit mir essen?“
„Nein.“
Duncan runzelte die Stirn. „Sehen Sie es...




