E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Redfern Das Blut von Aliens
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95447-284-0
Verlag: AMRA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was der Rhesus-Faktor uns über unsere außerirdische Herkunft sagt
E-Book, Deutsch, 288 Seiten
ISBN: 978-3-95447-284-0
Verlag: AMRA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
NICK REDFERN ist ein hauptberuflicher Schriftsteller und Journalist, der mehr als dreißig Bücher u?ber ungelöste Rätsel unserer Zeit geschrieben hat - wie UFOs, Entführungen durch Aliens, paranormale Phänomene, Regierungsverschwörungen, die geheimen Akten des FBI, aber auch u?ber Hollywood-Skandale. Er forschte in Schottland und den USA über Seeungeheuer, in Puerto Rico über Vampire, in England über Werwölfe, in Mexiko über Aliens, seine Recherchen führen ihn über die ganze Welt. Regelmäßig veröffentlicht er im 'London Daily Express', der 'Fortean Times', der 'Fate' und dem 'UFO Magazine'. In deutscher Übersetzung erschienen seine Bücher 'Zutritt streng verboten!', 'Geheimsache Monster', 'Die Pyramiden und das Pentagon' sowie 'Die echten Men in Black'. Er war in über siebzig Fernsehsendungen zu Gast, unter anderem bei Fox News, der BBC, dem SyFy Channel, dem National Geographic Channel und dem History Channel, der ihn häufig für die Doku-TV-Reihe 'Ancient Aliens' interviewt. Als gebürtiger Engländer lebt er heute in Texas, am Stadtrand von Dallas. 'Das Blut von Aliens' ist seine erste Veröffentlichung im AMRA Verlag. Inzwischen folgte sein Buch 'Der Schlüssel zum Ewigen Leben'.
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EINS
Die Natur der Negativen
Um die höchst sonderbare Natur dieser die Grenzen des vermeintlich Normalen sprengenden Geschichte begreifen zu können, muss zunächst aufgezeigt werden, wie radikal sich jene mit Rh-negativem Blut von der übrigen Weltbevölkerung unterscheiden. Dann werden wir uns der sehr wesentlichen Frage zuwenden, warum die Rh-Negativen überhaupt existieren. Es gibt bei der menschlichen Spezies vier primäre Blutgruppen: A, B, AB und 0. Diese Unterscheidung beruht auf den Antigenen der Blutzellen eines Menschen – Antigene sind Proteine, die sich auf der Oberfläche von Zellen befinden und deren Aufgabe es ist, Bakterien und Viren zu bekämpfen. Bei den meisten Menschen finden sich auf den Zellen diese Proteine. Das ist der Rh-positive Anteil der Weltbevölkerung. Man schätzt, dass gegenwärtig in den Vereinigten Staaten 85 Prozent der Weißen europäischer Herkunft, 90 Prozent der Afroamerikaner und 98 Prozent der Asiaten Rh-positiv sind.
Der kleine Prozentsatz der US-Bevölkerung (und, muss hier angemerkt werden, der gesamten Menschheit), bei dem diese relevanten Proteine nicht vorhanden sind, fällt in eine ganz andere Kategorie – es sind die Rh-Negativen. Während der Anteil der Rh-Negativen an der Gesamtbevölkerung der weißen Europäer und Nordamerikaner nur bei etwa 15 Prozent liegt, gibt es ein Volk, bei dem der Anteil an Rh-Negativen unglaublich hoch ist: nämlich die Basken in Zentralspanien und dem Westen Frankreichs. Von den Basken sind erstaunliche 40 Prozent Rh-negativ.
Andererseits kommen bei den Basken die beiden Blutgruppen am anderen Ende des Spektrums, A und B, praktisch überhaupt nicht vor. Warum sich eine bestimmte Population so unglaublich von fast allen anderen unterscheidet, werden wir im nächsten Kapitel dieses Buches näher untersuchen.
Die Natur unseres Blutes
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts fing man an, die wahre Natur des Blutes zu verstehen. Doch auch wenn es unglaublich klingen mag: Bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden erste Versuche mit Bluttransfusionen von Mensch zu Mensch und von Tier zu Tier unternommen. Damals erwiesen sich Experimente mit Hunden und Schafen als erfolgreich – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Trotz dieser mehr oder weniger erfolgreichen frühen Versuche kursierten bis ins späte 19. Jahrhundert viele falsche Vorstellungen über die Beschaffenheit des Blutes – oft mit tragischen Folgen. Das zeigte sich auf bedrückende Weise während des Amerikanischen Bürgerkriegs. Der blutige Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden der Vereinigten Staaten dauerte von 1861 bis 1865 und kostete nicht weniger als 600.000 Menschen das Leben.
Angesichts schrecklicher Kriegsverletzungen durch Säbel, Gewehrkugeln und Kanoneneinschläge hatten die Militärärzte oft keine andere Wahl als zu versuchen, das Leben verwundeter Soldaten durch Blutspenden gesunder, robuster Individuen zu retten. In manchen Fällen hatte man damit ausgezeichneten Erfolg, in anderen erreichte man das genaue Gegenteil des Gewünschten: Die Patienten starben nach kurzer Zeit. Was der Grund für diese an Russisches Roulette erinnernde Situation war, blieb für die Ärzte damals ein Rätsel. Daher betrachtete man Bluttransfusionen in den Vereinigten Staaten lange Zeit als letztes Mittel, wenn nichts anderes mehr half. In weiten Teilen Europas sah man sie noch nicht einmal als letztes Mittel, sondern wendete sie wegen dieser Unsicherheit überhaupt nicht an.
Der Arzt und Biologe Karl Landsteiner.
Jedenfalls war das die Situation zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Karl Landsteiner Geschichte schrieb, ein österreichischer Arzt und Biologe, dem später der Nobelpreis verliehen wurde. Seine Entdeckung veränderte die Medizin grundlegend. Zusammen mit dem rumänischen Mikrobiologen Constantin Levaditi und dem österreichischen Mediziner Erwin Popper entdeckte Landsteiner übrigens auch das Poliovirus.
Die Sache mit den Rhesusaffen
Karl Landsteiner bewies nun mit seiner bahnbrechenden Forschungsarbeit etwas, das damals für Erstaunen sorgte: Das Blutserum (jener flüssige Bestandteil des Blutes, der die Blutzellen des menschlichen Körpers umgibt) ist nicht bei allen Menschen gleich. Landsteiners Forschungen zeigten, dass es mehr als eine Blutgruppe gibt. Vier Jahrzehnte später stolperten Landsteiner und ein Kollege, der New Yorker Arzt Alexander Solomon Wiener, über etwas ebenso Bemerkenswertes wie Landsteiners erste Entdeckung. Neben ihren richtungsweisenden Forschungen zu den Blutgruppen des Menschen experimentierten Landsteiner und Wiener mit Rhesusaffen.
Man bezeichnet diese Affenart auch als »Altweltaffen«. Sie kommen in weiten Teilen Süd- und Mittelasiens vor, von Afghanistan bis nach China. Vor etwa 25 Millionen Jahren hatten Menschen und Rhesusaffen einen gemeinsamen Vorfahren, und ihre DNA-Sequenz gleicht zu 93 Prozent der menschlichen. Diese nahe Verwandtschaft zwischen Rhesus-Makaken und Menschen ist der Grund, warum an diesen Affen so viele Forschungen bezüglich menschlicher Krankheiten stattfinden.
In ihrem Essay »Macaque Models of Human Infectious Disease« schreiben Murray B. Gardner und Paul A. Luciw dazu:
Makaken eignen sich als Modelle für über siebzig beim Menschen vorkommende Infektionskrankheiten, und zwar für nahezu alle vorkommenden Erreger – Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Prionen. Die Vielfalt menschlicher Infektionskrankheiten, die an Makaken erforscht werden können, umfasst unter anderem Kinderkrankheiten, Tropenkrankheiten sowie neue, sexuell übertragbare Infektionen, degenerative neurologische Erkrankungen und auch durch biologische Kampfstoffe verbreitete Krankheiten.
(GARDNER & LUCIW, 2008)
Im Verlauf ihrer Forschungen injizierten Landsteiner und Wiener das Blut von Rhesusaffen anderen, von diesen sehr verschiedenen Tieren, unter anderem Meerschweinchen und Kaninchen. Das führte bei den Tieren zu einer Verklumpung des Blutes. Zu seinem Erstaunen fand Landsteiner 1940 heraus, dass diese Blutverklumpungen durch ein bislang unentdecktes Antigen verursacht wurden. Und es zeigte sich, dass dieses Antigen auch beim Menschen nachgewiesen werden konnte. Landsteiner nannte es den »Rh-Faktor« (wobei »Rh« natürlich für »Rhesus« steht). Und die Wissenschaftler machten noch eine weitere Entdeckung, die uns mitten hinein in das Thema dieses Buches führt: Manchen Menschen fehlt der Rhesusfaktor vollständig. Diese Menschen nennt man demzufolge Rh-negativ. Sie bilden eine Minderheit, aber eine zahlenmäßig durchaus beachtliche. Und bei dieser Minderheit gibt es, wie wir in diesem Buch noch zeigen werden, zahlreiche weitere Anomalien, durch die sie sich ganz erheblich von der übrigen Menschheit unterscheiden.
Wenn eine Mutter versucht, ihr Baby zu töten
Es gibt eine problematische Nebenwirkung, die auftritt, wenn ein Mensch Rh-negativ ist. Sie betrifft Schwangerschaften. Tatsächlich handelt es sich dabei um die einzige nachteilige Auswirkung: In jeder anderen Hinsicht hat eine Rh-Negativität keinerlei schädliche gesundheitliche Effekte. Im Gegenteil, wie in späteren Kapiteln noch deutlich werden wird, bringt es bemerkenswerte gesundheitliche Vorteile, Rh-negativ zu sein. Für eine Rh-negative Frau bedeutet eine Schwangerschaft aber ein erhebliches Risiko. Wird sie von einem Mann schwanger, der ebenfalls Rh-negativ ist, gibt es keine Probleme: Die beiden Individuen sind perfekt miteinander kompatibel, der Fötus wird sich auf normale Weise entwickeln und ebenfalls als Rh-Negativer geboren werden. Wenn jedoch der Vater Rh-positiv und die Mutter Rh-negativist, drohen tragische Probleme, denn der sich entwickelnde Fötus wird dann Rh-positiv sein.
Und so unglaublich es klingen mag, das Blut einer Rh-negativen Schwangeren kann vollständig inkompatibel zu dem Blut des Rh-positiven Kindes sein, das sie austrägt. In einer solchen Situation kommt es häufig dazu, dass das Blut der Mutter potenziell tödliche Antikörper produziert, die dann das Blut des Kindes attackieren. Mit anderen Worten, das Rh-positive Baby wird vom Rh-negativen Immunsystem der Mutter als feindlich eingestuft. Das ungeborene Kind erscheint als etwas Fremdes, das so früh wie möglich beseitigt werden muss.
Den Prozess, durch den die Mutter ihr eigenes ungeborenes Kind zu töten versucht, nennt man Allergisierung. Das Blut der Mutter dringt über die Plazenta in den Blutkreislauf des Fötus ein, wo es dann einen tödlichen Krieg gegen dessen Blutzellen führt.
Die Antikörper der Mutter attackieren die roten Blutkörperchen des Fötus und lösen eine so genannte hämolytische Anämie aus, die zum Tod des Kindes führen kann. Bei einem ungeborenen Kind wirkt sich eine Anämie noch fataler aus als bei einem Erwachsenen. Innere Organe, vor allem das Herz, können irreparabel geschädigt werden. Der eintretende Sauerstoffmangel kann Entwicklung und Funktion des Gehirns massiv beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall stirbt der Fötus.
Noch...




