Roller | Kapitalbeschaffung durch Initial Public Coin Offerings: Die Regularien der neuen Finanzierungsmöglichkeit | Buch | sack.de
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Kapitalbeschaffung durch Initial Public Coin Offerings: Die Regularien der neuen Finanzierungsmöglichkeit



Erstauflage 2020, 92 Seiten, Paperback, Format (B × H): 155 mm x 220 mm, Gewicht: 166 g
ISBN: 978-3-96146-764-8
Verlag: Diplomica Verlag


Im unternehmerischen Umfeld rückten die Kryptowährungen im Zusammenhang mit dem Begriff Initial Public Coin Offering (IPCO) in das Blickfeld IT-affiner Unternehmer und Anleger. Bei einem IPCO handelt es sich um eine neue Form des Crowdfundings und gegenwärtig um eine populäre Form der Kapitalbeschaffung. Ein IPCO ermöglicht einem Unternehmen vergleichsweise einfach an Anlegergeld zu kommen. Allerdings vermeiden die Unternehmen den streng regulierten Prozess der Kapitalaufnahme über einen Börsengang, indem sie auf einer Blockchain basierende digitale Einheiten, sogenannte Token, emittieren. Die (steuer-)rechtliche Einordnung der IPCOs und der emittierten Token wirft viele Fragen auf, die in diesem Buch erläutert werden.
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Textprobe:
3.1 Funktionsweise der Blockchain:
Bei der Blockchain handelt es sich um eine dezentrale Datenbank, welche ihre inhaltliche Integrität dadurch zu sichern versucht, dass eine Verkettung einzelner Datenblöcke miteinander erfolgt. Wichtig für die Einsetzbarkeit der Blockchain ist die Gewährleistung der Authentizität der in der Blockchain gespeicherten Daten. Die Rechner im Netzwerk gleichen ab, ob die einzutragenden Daten im Widerspruch mit der bisherigen Datenhistorie der Blockchain stehen. Finden sich genügend Rechner, welche der Transaktion vertrauen, wird sie bestätigt. Auf diese Weise bestätigte Daten werden chronologisch und unveränderbar in einen "Block" geschrieben und sobald dessen Fassungsvermögen erreicht ist in den nächsten Block. Die Blocks enthalten kryptografische Verbindungselemente, sog. "hashes", welche einen kryptografischen Bezug zum vorangegangenen Block herstellen. Für die Durchführung der Blockchain bedarf es erheblicher Rechenleistung durch die dezentralen Rechner, die im System hashes generieren und die Richtigkeit von Transaktionen abprüfen. Jeder Rechner im Blockchain-Netzwerk speichert die gesamte Kette und somit besteht eine umfassende Transparenz. Diese Kette von Blöcken wird als "Blockchain" bezeichnet. Durch die dezentrale Funktionsweise der Blockchain ist ein hohes Maß an Fälschungssicherheit gewährleistet. Die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie sind vielfältig und reichen von digitalen Registern über "smart contracts" hin bis zum Einsatz als digitale Währung.
3.2 Funktionsweise Blockchain-basierter Währungssysteme am Beispiel Bitcoin:
Anhand der Kryptowährung Bitcoin soll vereinfacht erläutert werden, wie Blockchain-basierte Währungssysteme funktionieren. Im Fall des Bitcoin besteht die zugrundeliegende Blockchain aus einer Liste von Blocks, in welche die mit Bitcoin getätigten Transaktionen eines bestimmten Zeitraums eingetragen werden. Hierzu zählt sowohl die originäre Schöpfung mittels Mining als auch der derivative Erwerb. Die Bitcoin-Blockchain kann man sich demnach als Kontobuch vorstellen, welches jede jemals mit Bitcoin getätigte Transaktion enthält und somit einen Überblick über die gesamte Historie des Bitcoin-Systems gibt. Die Bitcoin-Blockchain wird auf den Rechnern aller Nutzer und somit öffentlich, aber dezentral gespeichert.
Die Bitcoin-Transaktionen sind mit Banküberweisungen vergleichbar. Bei einer Transaktion werden aus dem elektronischen Portemonnaie, dem sog. Wallet, des Absenders Bitcoin in das Wallet des Empfängers transferiert. Anders als bei einer Banküberweisung erfolgt die Transaktion Peer-to-Peer, d. h. ohne Umweg über eine zentrale Instanz. Bei der Bitcoin-Transaktion kommt ein privater Schlüssel des Absenders, welchen nur der Inhaber des Bitcoins kennt, zum Einsatz. Nur mit diesem Schlüssel können Transaktionen dieser Bitcoins signiert werden. Der private Schlüssel ist mit einer eigenhändigen Unterschrift vergleichbar. Er kann entweder in Papierform vorliegen oder in einem Wallet auf einem Computer, Tablet, Smartphone oder auch auf dem Server eines Online-Anbieters, einem sog. "Online-Wallet", verwahrt werden. Auf der anderen Seite wird ein öffentlicher Schlüssel benutzt. Dieser ist vergleichbar mit dem Bankkonto des Empfängers einer Banktransaktion, da aus ihm die Bitcoin-Adresse generiert wird. Derjenige, der Bitcoins überweisen möchte, muss zunächst die aus dem öffentlichen Schlüssel generierte Empfängeradresse mitgeteilt bekommen, um dann eine bestimmte Zahl von eigenen Bitcoins mit der Empfängeradresse zu einer Transaktion zu verbinden, die er abschließend mit seinem eigenen privaten Schlüssel signiert.


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