E-Book, Deutsch, Band 21, 123 Seiten
Reihe: Romantic-Kiss
Wallon Paris-New York mit Turbulenzen
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-95520-691-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein Romantic-Kiss-Roman - Band 21
E-Book, Deutsch, Band 21, 123 Seiten
Reihe: Romantic-Kiss
ISBN: 978-3-95520-691-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Isabelle Wallon, geboren 1957, schreibt seit über 20 Jahren Romane in den unterschiedlichsten Genres. Bei dotbooks veröffentlichte Isabelle Wallon zahlreiche Hot-Romance- und Liebesromane wie »My Hot Cowboy«, »Liebe ist wie Sommerwind« oder »Ein Abenteurer zum Verlieben« - ihre Einzeltitel sind in verschiedenen Sammelbänden erhältlich.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Der orangefarbene Crewbus steuerte auf den Airbus A 310 der United Airlines zu, der im Licht der aufgehenden Sonne metallisch glänzte. Es war noch sehr früh am Morgen, aber auch zu dieser Stunde herrschte auf dem John F. Kennedy International Airport geschäftiges Treiben. Hier schlief man nie, sondern arbeitete rund um die Uhr. Maschinen wurden durchgecheckt, auf technische Tauglichkeit hin überprüft, bevor schließlich die Fracht an Bord verladen und der Besatzung das Zeichen gegeben wurde, dass alles in Ordnung war und dem Abflug somit nichts mehr im Wege stand.
Es ist jedes Mal das gleiche Ritual, dachte Audrey Thompson. Sie blickte aus dem Fenster des Crewbusses hinaus auf die Rollbahn und bekam gerade noch mit, wie eine Cargomaschine der United Airlines zum Start rollte und wenige Augenblicke später in den morgendlichen Himmel emporstieg.
»Was wirst du machen, wenn wir in Paris sind?«, erkundigte sich ihre Kollegin Karen. »Hast du Lust auf einen kleinen Einkaufsbummel auf den Champs-Élysées, Audrey? So was wirst du dir doch nicht entgehen lassen?«
»Ich sollte mich erst einmal richtig ausschlafen«, erwiderte Audrey ausweichend. Sie kannte Karens Einkaufstick nur zu gut und wusste, wie viele Stunden die Kollegin in Boutiquen und Geschäften verbringen konnte, bis sie endlich das Passende gefunden hatte. Trotzdem wollte sie Karen nicht kränken, denn wenn sie jetzt gleich nein sagte, war sie eingeschnappt. Vielleicht bekam Audrey ja noch Lust, einen Einkaufsbummel zu machen, wenn sie Paris erst vor Augen hatte.
»Audrey, wir fliegen nach Paris«, versuchte es die Kollegin noch einmal. »Da kannst du doch nicht nur ans Ausschlafen denken! Bitte vergiss nicht – Paris ist die absolute Nummer eins in Sachen Mode …«
»Ich werde es mir überlegen«, erwiderte Audrey und seufzte innerlich auf, weil Karen so hartnäckig war. Aber sie wusste auch, dass sie nachgeben würde, denn im Grunde genommen war Karen eine nette Kollegin, mit der sie schon des Öfteren auf Tour gewesen war und sich immer gut mit ihr verstanden hatte.
Der Crewbus hatte unterdessen die Maschine erreicht und stoppte vor der hinteren Gangway. Audrey nahm genau wie die anderen Mitglieder der Crew ihr Handgepäck an sich und betrat dann die Maschine. Für diesen Flug hatte sie sich für den Service in der First Class eingetragen. Ein Service, der besonders viel Aufmerksamkeit und Wohlwollen gegenüber den Passagieren erforderte. Gerade diese Aufgabe reizte Audrey, denn hier konnte sie zeigen, was sie alles gelernt hatte. In ihrer Personalakte war nur Positives vermerkt, einige Passagiere hatten sich lobend über ihre freundliche Art an Bord geäußert, und so etwas wurde natürlich in den Personalakten festgehalten.
Zehn weitere Minuten vergingen, bis Audrey die ersten Passagiere erkannte, die aus dem Transportbus stiegen und auf die Gangways zugingen. Nun würden gleich der Stress und die Hektik, die ihr Beruf so mit sich brachte, beginnen. Doch zuvor nutzte sie noch die wenigen Minuten, um die Bordküche der First Class auf Vollständigkeit hin zu inspizieren. Schließlich musste alles vorhanden sein, damit sie den gutbetuchten Passagieren einen perfekten Service bieten konnte.
Anschließend stellte sie sich in Position und hatte für jeden der einsteigenden Passagiere ein freundliches Lächeln. Das gehörte mit zu ihrem Dienst und war so selbstverständlich wie eine makellose Uniform. Schließlich sollten die Fluggäste keinen Grund haben, das Bordpersonal zu beanstanden.
Erstaunt musste Audrey feststellen, dass die First Class heute offensichtlich leer ausgehen würde. Schon gut die Hälfte der Passagiere befand sich an Bord, und bis jetzt war immer noch niemand an ihr vorbeigegangen, der die First Class als Ziel hatte. Bedeutete das vielleicht, dass sie auf dem Flug nach Paris wenig oder, besser gesagt, gar nichts zu tun hatte? Das wäre mit Sicherheit das erste Mal, dass ihr so etwas passierte!
Dann fiel ihr Blick rein zufällig auf einen Passagier, der sich noch auf der Gangway befand. Er trug eine dunkle Hose, dazu ein passendes modisches Sakko und in der rechten Hand einen Aktenkoffer. Sein Haar war pechschwarz und wurde vom Wind aufgewirbelt. In diesen Sekunden machte er irgendwie einen verwegenen Eindruck, und Audrey ertappte sich bei dem Gedanken, dass ihr dieser Mann als First-Class-Passagier bestimmt angenehm sein würde.
Als habe er ihre Gedanken erraten, lächelte er sie an, als er die Maschine betrat, und kam auch direkt auf sie zu. Normalerweise hätte Audrey jetzt den freundlichen Blick des Mannes erwidert, aber sie war noch zu überrascht von der Tatsache, dass ihre Gedanken tatsächlich Wirklichkeit geworden waren. Nun hatte sie ihren Passagier – zwar nur einen, dafür aber einen recht charmanten, der pure Freundlichkeit ausstrahlte. Der Mann wirkte wie ein erfolgreicher Manager, dem der Erfolg nur so hinterherlief. Dazu sah er noch gut aus und besaß mit Sicherheit auch das, was man »das gewisse Etwas« nennt.
»Guten Tag, Sir«, beeilte sich Audrey zu sagen. »Darf ich Sie an Bord des Fluges 342 nach Paris willkommen heißen und Ihnen den Mantel abnehmen?«
»Aber selbstverständlich, junge Frau«, erwiderte der Mann und grinste, als er ihr den Mantel in die Hand drückte und an ihr vorbeiging. Während er auf einem der vorderen Sitze Platz nahm und den Aktenkoffer neben sich stellte, hatte Audrey sichtlich Mühe, ruhig zu bleiben. Der Mann hatte etwas an sich, was sie stark verunsicherte.
Zahlreiche Gedanken gingen ihr in diesem Augenblick im Kopf herum. Zwar flog sie jetzt schon seit gut drei Jahren mit der United Airlines in der Welt herum, aber so ein Mann war ihr bis jetzt noch nicht begegnet. Ob er zu spüren schien, dass sie sich für ihn zu interessieren begann? Wahrscheinlich, denn genau in diesem Augenblick wandte er den Kopf und sah ihr voll in die Augen, ein Blick, dem Audrey nur kurze Zeit standhalten konnte, dann schlug sie die Augen nieder. Doch sie spürte fortwährend seine Blicke im Nacken.
Ganz ruhig, Audrey, redete sie sich selbst Mut zu, denn sie wollte nicht, dass der Passagier ihr ansah, was ihr in diesem Augenblick durch den Kopf ging. Zum Glück wurde in diesen Minuten die Maschine startklar gemacht, so dass der Mann wenigstens für einige Zeit abgelenkt wurde. Er schaute aus dem Fenster, um den Start zu verfolgen.
Audrey atmete spürbar auf und nahm ihren vorschriftsmäßigen Platz während des Starts ein. Trotzdem beunruhigte die bloße Gegenwart des Mannes sie. Im Stillen fragte sie sich, welche Überraschungen der Flug nach Paris noch für sie bereithielt.
***
»Haben Sie Champagner?«, erkundigte sich der Mann bei Audrey, als sie ihn eine Viertelstunde später nach seinen Wünschen fragte.
»Möchten Sie Moët et Chandon oder lieber Pommery?« In der Zwischenzeit hatte sie sich wieder ein wenig beruhigt, denn der Passagier schien sehr zurückhaltend zu sein. Die ganze Zeit hatte er aus dem Fenster geblickt, als sei dies der erste Flug überhaupt für ihn.
»Was trinken Sie denn am liebsten, Miss Thompson?«, erkundigte er sich plötzlich bei ihr und sah ihr dabei genau in die Augen. Erschrocken fuhr sie zusammen, weil er sie mit ihrem Namen angesprochen hatte. Dabei war das gar kein Geheimnis. Schließlich trug sie an ihrer Uniformjacke ein Namensschild. Und doch fühlte sie sich wieder so verunsichert wie zu Beginn des Fluges, weil diese Frage sie vollkommen aus dem Konzept gebracht hatte.
»Eigentlich Pommery«, erwiderte sie nach einer kleinen Weile. »Ist es so entscheidend für Sie, welche Marke ich bevorzuge?«
»Ich denke schon«, erwiderte er mit einem Lächeln. »Ich lege nämlich sehr viel Wert auf den Geschmack eines kultivierten Menschen. Und dass Sie Geschmack haben, das kann ich Ihnen ansehen. Ihr Parfüm ist Cartier, nicht wahr?«
Audrey nickte verwirrt. Der Mann wurde ihr immer rätselhafter. Dass er das auf Anhieb herausgefunden hatte!
»Sie trinken doch ein Glas Pommery mit mir?«, fragte der Passagier. »Schließlich sitze ich an Bord mit einer der schönsten Frauen zusammen, die die United Airlines aufzuweisen hat. Ist das nicht ein Grund, darauf anzustoßen?«
»Ich bedauere sehr, Sir«, erwiderte Audrey mit zitternder Stimme. »Aber während des Dienstes ist es uns untersagt, Alkohol zu trinken. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis …«
»Champagner ist doch kein Alkohol«, entrüstete sich der Mann und verzog das Gesicht. »Sie machen mich todunglücklich, wenn Sie nicht ein Gläschen mittrinken. Das sieht doch niemand, Lady. Wir beide sind ganz allein in der First Class, oder?«
»Nun gut, ich will einmal eine Ausnahme machen«, erwiderte sie, weil sie ahnte, dass der Mann weiterhin darauf bestehen würde. Sie holte eine Flasche Pommery aus dem Kühlfach, öffnete sie und goss zwei Gläser ein. Eins davon drückte sie ihrem einzigen Passagier in die Hand.
»Auf Ihr Wohl, Miss A. Thompson«, sagte er und erhob sein Glas. »Ich heiße übrigens David Collins. Verraten Sie mir, was das ›A‹ auf Ihrem Namensschild bedeutet?«
»Audrey«, gab sie zurück. »Kann es sein, dass Sie ein wenig zu neugierig sind, Mr. Collins?«
»Oh, keinesfalls«, antwortete er und stieß mit ihr an. »Ich möchte nur möglichst viel über den Menschen wissen, mit dem ich die Zeit an Bord verbringe. Vor allen Dingen, wenn er mir sympathisch ist.«
Da war es wieder! Noch eins dieser offensichtlichen Komplimente, die sich jetzt zu häufen begannen. Wenn sie jetzt nicht aufpasste, konnten diese Bekundungen überhandnehmen, und das wollte sie nicht. Schließlich kannte sie diesen Mann, der...




