Wallon | Texas Ranger 07: Überfall auf Parkers Fort | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 226 Seiten

Reihe: Texas Ranger

Wallon Texas Ranger 07: Überfall auf Parkers Fort


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-367-4
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 7, 226 Seiten

Reihe: Texas Ranger

ISBN: 978-3-95719-367-4
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der mexikanische Präsident, General Antonio Lopez de Santa Anna, hat die Schlacht am San Jacinto River verloren und muss mit seinen Truppen abziehen. Die texanischen Siedler und Farmer atmen auf. Aber noch existiert die Bedrohung durch die Comanchen und Kiowa, die allen Weißen den Tod geschworen haben. Texas Ranger Sam Sheridan und seine Kameraden versuchen, diese Gefahr abzuwenden. Doch am 19. Mai 1836 vereinen sich über hundert Krieger aus beiden Stämmen und greifen Parkers Fort an.

Alfred Wallon wurde am 20.05.1957 in Marburg / Lahn geboren und interessierte sich schon sehr früh für das Western-Genre. Im Dezember 1981 erhielt er seinen ersten Autorenvertrag für einen historischen Western. Im Laufe der letzten 40 Jahre war Wallon auch in anderen Genres präsent. So veröffentlichte er bei verschiedenen deutschen Verlagen um die 200 Romane incl. eBooks und Neuauflagen in allen gängigen Genres der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. Sein favorisiertes Genre ist der historische Western. So entstanden für den BLITZ-Verlag die Serien DIE FORTS AM BOZEMAN TRAIL und TEXAS RANGER, beides Serien mit historischem Hintergrund. Alfred Wallon setzt darüber hinaus die Serie KAPITÄN NEMOS NEUE ABENTEUER bei BLITZ fort und wirkt auch mit neuen Romanen bei RED ROCK RANCH und LOBO mit. Bei BLITZ erscheinen auch Regionalkrimis von ihm und abgeschlossene historische Western. Seit Januar 2014 lebt und arbeitet Alfred Wallon in Augsburg. Weitere Projekte sind für den BLITZ-Verlag in Planung.
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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 2: Zerstörter Frieden

13. Mai 1836

Eine Meile westlich der Hornsby-Farm

Am Abend gegen 21:00 Uhr

Na’ura lächelte, als er die Lichter hinter den Fenstern des großen Hauses sah. Die Weißen machten es ihm leicht, zu erkennen, wer sich jetzt noch im Haus aufhielt. Von seinem Beobachtungsposten konnte er auch Einzelheiten erkennen, was im Haus vor sich ging. Diese Eindringlinge und Landräuber benahmen sich immer noch so, als würden die Stämme der Comanchen und Kiowa überhaupt nicht existieren. Stattdessen waren sie wie eine plötzliche Heuschreckenplage über das Land hergefallen, das seit vielen Generationen seinem Volk gehörte.

Na’ura hatte geglaubt, dass mit dem Auftauchen der mexikanischen Soldaten wieder die alte Ordnung einkehren würde, denn die Soldaten hatten die Weißen ja von ihren Farmen vertrieben, und die meisten waren in die Richtung geflüchtet, wo die Sonne aufging. Na’ura und sein Stamm hatten gehofft, dass das auch so bleiben würde, aber seit einiger Zeit wurden sie eines Besseren belehrt, denn die Weißen waren wieder zurückgekommen und arbeiteten einfach weiter, als wäre überhaupt nichts geschehen.

„Wir könnten sie jetzt angreifen“, murmelte Idahi, der neben Na’ura im Gras hockte und die Farm beobachtete. „Die drei Männer, die sich dort drüben verborgen haben, werden gar nicht merken, wenn wir uns an sie heranschleichen und sie töten.“

„Nein, das ist der falsche Weg“, sagte Na’ura und winkte ab. „Wir müssen das tun, was sie am wenigsten von uns erwarten. Sie haben Wächter während der Nacht aufgestellt, weil sie glauben, dass in der Nacht die Gefahr am größten ist. Deshalb werden wir es anders machen und noch eine Nacht warten.“

„Was willst du tun?“, fragte Idahi. Der junge Comanche ritt zum ersten Mal mit einem erfahrenen Krieger wie Na’ura zusammen. Er war stolz darauf, dass er von Na’ura noch vieles lernen konnte, denn dieser hatte sich in einigen Kämpfen hervorgetan, und an den Feuern der Comanchen pries man seinen Mut und seine Entschlossenheit. Deshalb betrachtete es Idahi als besondere Ehre, diesem Kriegertrupp anzugehören.

„Wir werden warten, bis der Tag anbricht“, sagte Na’ura. „Dann werden sie wieder hinaus auf ihre Felder gehen und dort arbeiten. Wir nähern uns ihnen unter dem Zeichen des Friedens. Wir zeigen ihnen ein weißes Tuch. Für die Weißen bedeutet das Frieden. Das glauben sie, und dieser Glaube soll ihnen zum Verhängnis werden.“

„Und was ist, wenn sie auf uns schießen?“, gab Idahi zu bedenken.

„Das werden sie nicht tun“, meinte Na’ura mit einem Blick, der keine Zweifel daran ließ, dass er diesen Plan für gut hielt. „Die weiße Fahne ist für sie ein Zeichen des Friedens, das niemand verletzt. Wenn sie begreifen, dass wir sie täuschen wollen, dann wird es schon zu spät sein. Wir werden sie töten, bevor sie zu ihren Waffen greifen.“

„Du hast recht“, fügte Idahi hinzu, der jetzt ebenfalls von Na’uras Plan überzeugt war. „Wir werden uns bis zum Anbruch des Tages gedulden, und dann wird der Sieg uns gehören.“

„So wird es sein“, sagte der Anführer der Comanchen. Er und zwanzig weitere Krieger waren schon seit Tagen unterwegs und suchten nach einer guten Gelegenheit, um zu rauben und zu plündern. Ihr besonderes Interesse galt natürlich den abgelegenen Farmen, weil sie glaubten, dort auf wenig Widerstand zu stoßen. Deshalb waren sie auch auf diese Farm aufmerksam geworden.

Na’ura und seine Krieger wollten diesmal besonders vorsichtig sein, denn sie wussten längst, dass die Texas Ranger in der Gegend waren. Vor diesen Männern hatten sie Respekt, denn sie waren mutig und konnten kämpfen. Wer sich mit ihnen anlegte, zog meist den Kürzeren. Auf jeden Fall war ein Kampf mit den Texas Rangern immer auch mit Verlusten in den eigenen Reihen verbunden, und deshalb wollte Na’ura nicht leichtsinnig sein, sondern lieber Vorsicht walten lassen.

Weil die Texas Ranger erst am späten Nachmittag nicht weit von hier vorbeigeritten waren, hatte Na’ura beschlossen, noch einen Tag abzuwarten, bevor er und seine Krieger die Farm angriffen. Sie hatten beobachtet, wie zwei Männer die Farm verlassen hatten und nach Bastrop geritten waren. Das wäre eigentlich die Chance gewesen, um anzugreifen. Aber ausgerechnet dann hatte einer von Na’uras Spähern einen Trupp Texas Ranger entdeckt, und die waren gerade mal eine Meile entfernt. Zu nahe, um einen Angriff zu wagen, denn den Kampfeslärm und die Schüsse würde der Wind bestimmt bis zu ihnen herübertragen. Somit blieb ihnen nichts anderes übrig, als zu warten.

„Reite los und sage den anderen, was ich entschieden habe“, sagte Na’ura zu Idahi. „Ich komme gleich nach.“

Der junge Krieger erwiderte nichts darauf, sondern nickte nur. Dann lief er hinüber zu der Stelle, wo er und Na’ura ihre Pferde zurückgelassen hatten. Idahi saß aber nicht gleich auf, sondern führte sein Pferd am Zügel noch ein Stück mit sich. Niemand sollte auf der Farm hören, dass jemand in der Nähe war. Hufschläge würden gewiss die Wachposten alarmieren, und das wollte Na’ura natürlich verhindern.

Er war zufrieden, als er nichts hörte. Idahi hatte also schon etwas gelernt. Nun widmete sich der Comanchenkrieger wieder der Farm. Der Mond war zwischen den Wolken hervorgetreten und übergoss die grasbewachsene Ebene mit seinem silbrigen Licht. So konnte Na’ura auch genau erkennen, wo sich die Männer postiert hatten, die hier Wache standen. Es waren zwei. Der eine hatte hinter dem Brunnen Deckung bezogen, der in der Mitte des Hofes stand, und der andere stand oben auf dem flachen Dach hinter einer Brüstung aus Holz.

Na’ura hätte den Mann auf dem Dach mit einem gezielten Pfeilschuss töten können, und sicher auch den zweiten Mann hinter dem Brunnen, wenn er in Panik seine Deckung verlassen hätte, um einen besseren Schutz zu finden. Aber auch wenn die Versuchung groß war, das zu tun, so freute er sich insgeheim schon auf den morgigen Tag. Für die Weißen würde es aussehen, als wenn die Comanchen in Frieden kamen, aber dieser Frieden würde nur von kurzer Dauer sein.

Langsam zog auch er sich zurück zu der Stelle, wo er sein Pferd zurückgelassen hatte. Er und seine Stammesgefährten würden eine ruhige Nacht haben. Im Gegensatz zu den Weißen, die durch das Aufstellen von Posten gezeigt hatten, dass sie einen Angriff befürchteten. Weil sie Angst vor den Comanchen hatten, und diese Angst war auch gerechtfertigt!

14. Mai 1836

Auf den Feldern vor der Hornsby-Farm

Kurz nach Sonnenaufgang gegen 6:30 Uhr

Reuben Hornsby und sein ältester Sohn Malcolm hatten die letzte Wache übernommen. Mittlerweile war die Sonne aufgegangen. Es war noch kühl am Morgen, aber schon bald würde die Hitze wieder ansteigen und die Arbeit draußen auf den Feldern alles andere als leicht machen. Hornsby wusste jedoch, dass er und seine Familie die Zeit nutzen mussten, um die Saat auszusäen, damit sie die Chance hatten, im Herbst eine gute Ernte einzubringen. Falls bis dahin nicht plötzlich eintretende Wetterveränderungen diese Hoffnung zunichtemachten. Ganz zu schweigen durch die wachsende Bedrohung, die von den verschiedenen Stämmen der Comanchen und den Kiowa ausging.

Trotz dieser ständigen Sorge um seine Existenz und das Leben seiner Familie genoss Reuben Hornsby diesen stillen Morgen, kurz nachdem die aufgehende Sonne die letzten Schatten der Nacht vertrieben und einen neuen Tag angekündigt hatte. Es war die Schönheit der Natur und die Stille, die ihm jeden Morgen sagten, dass genau dieser Ort für ihn und seine Familie gut war. Ein Farmer, der ehrlich und hart arbeitete, konnte den Erfolg seiner Arbeit sehen, wenn die Erntezeit kam, und das war für einen einfachen Mann wie Hornsby mehr wert als Geld oder sonstige Reichtümer der Welt. Er liebte das, was er tat, und er wusste, dass seine Frau und seine drei Kinder auch so dachten. Und er glaubte ganz fest daran, dass nach dem Sieg über Santa Annas Armee sich alles zum Guten wenden würde.

Was die Gefahr durch die Indianer anging, so war Hornsby sehr optimistisch. Für ihn waren die Comanchen und Kiowa Relikte einer Zeit, die es irgendwann nicht mehr geben würde. Zudem unterstützten ihn jetzt drei ehemalige Texas Ranger, die es gelernt hatten, gegen Indianer zu kämpfen, und deren Schwächen kannten. Eine dieser Schwächen war, dass die Indianer so gut wie keine Feuerwaffen besaßen, es sei denn, sie hatten sie auf ihren Raubzügen erbeutet.

Seine Gedanken brachen ab, als er drüben im Haus Stimmen hörte. Seine Frau Cynthia war ebenfalls schon wach, und das Lachen seines jüngsten Sohnes erfüllte ihn mit Stolz. Der Junge war für seine zwölf Jahre sehr aufgeweckt und lernte schnell, was man ihm auftrug. Trotz der Einsamkeit hier draußen hatte er sich noch das Gefühl der Unbeschwertheit bewahrt und betrachtete die Farm und die umliegenden Felder als großen Abenteuerspielplatz, den er nach Lust und Laune jeden Tag neu für sich entdecken konnte. Reuben jr. war mehr nach seiner Mutter geraten, Malcolm und Billy dagegen zeigten dieselbe Entschlossenheit wie ihr Vater. Bei seinem jüngsten Sohn drückte Reuben Hornsby aber immer noch mal ein Auge zu und nahm ihn nicht ganz so hart ran wie die beiden anderen Jungen. Cynthia war dankbar dafür, weil sie wusste, wie feinfühlig ihr jüngster Sohn war.

Er ging zurück ins Haus und setzte sich an den Tisch. Auch Malcolm stieg vom Dach herunter und gesellte sich zu den anderen. Seine Frau hatte zwischenzeitlich den Tisch für die Männer gedeckt, damit sie...



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