Wallon | Texas Ranger 09: Rinder für Texas | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 9, 228 Seiten

Reihe: Texas Ranger

Wallon Texas Ranger 09: Rinder für Texas


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7579-4875-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 9, 228 Seiten

Reihe: Texas Ranger

ISBN: 978-3-7579-4875-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nach der verlorenen Schlacht am San Jacinto River plant die mexikanische Regierung Vergeltungsmaßnahmen gegen Texas. Sieben Indianerhäuptlinge kommen nach Matamoros und erhalten von General José Cosme de Urrea Waffen. Kurz darauf beginnen die Überfälle. Der blutige Kampf zwischen Mexiko und Texas wird erneut entfacht.

Alfred Wallon wurde am 20.05.1957 in Marburg / Lahn geboren und interessierte sich schon sehr früh für das Western-Genre. Im Dezember 1981 erhielt er seinen ersten Autorenvertrag für einen historischen Western. Im Laufe der letzten 40 Jahre war Wallon auch in anderen Genres präsent. So veröffentlichte er bei verschiedenen deutschen Verlagen um die 200 Romane incl. eBooks und Neuauflagen in allen gängigen Genres der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. Sein favorisiertes Genre ist der historische Western. So entstanden für den BLITZ-Verlag die Serien DIE FORTS AM BOZEMAN TRAIL und TEXAS RANGER, beides Serien mit historischem Hintergrund. Alfred Wallon setzt darüber hinaus die Serie KAPITÄN NEMOS NEUE ABENTEUER bei BLITZ fort und wirkt auch mit neuen Romanen bei RED ROCK RANCH und LOBO mit. Bei BLITZ erscheinen auch Regionalkrimis von ihm und abgeschlossene historische Western. Seit Januar 2014 lebt und arbeitet Alfred Wallon in Augsburg. Weitere Projekte sind für den BLITZ-Verlag in Planung.
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Kapitel 2


Nächtlicher Überfall

„Es ist nicht mehr weit bis zum Sandy Creek“, meinte James Hopkins und erhob sich wieder, nachdem er Abdrücke von unbeschlagenen Hufen im Gras gefunden hatte. „Ich denke, die Comanchen müssten sich dort in der Nähe aufhalten. So wie es die Späher von General Rusk auch schon berichtet haben.“

„Sehr gut“, sagte Captain Thomas Robbins mit einem zufriedenen Grinsen. „Reiten Sie gleich los und verständigen Sie Captain Robinson. Er und seine Leute sollen sich so schnell wie möglich hier einfinden, damit wir angreifen können.“

„Es wird Zeit, dass wir ein Zeichen setzen, das diese Heiden so schnell nicht mehr vergessen“, meinte James Hopkins, der als Second Lieutenant in Captain Robbins Texas-Ranger-Kompanie diente. „Spätestens in einer Stunde bin ich wieder zurück.“

„Lassen Sie sich Zeit“, sagte Robbins. „Wir werden ohnehin erst morgen bei Sonnenaufgang angreifen. Dann, wenn sie am wenigsten damit rechnen. So lange halten wir uns zurück und schlagen hier unser Camp auf.“

„Geht in Ordnung“, meinte Hopkins, gab seinem Pferd die Zügel frei und ritt los. Wenige Augenblicke später war Hopkins bereits hinter der Hügelkuppe verschwunden, und die Hufschläge seines Pferdes verstummten.

„Absitzen!“, befahl Captain Robbins. Mit ihm und Hopkins waren es dreiundvierzig Texas Ranger, die diese Kompanie bildeten und deren Aufgabe es war, die Umgebung von Gonzales zu kontrollieren und sofort zu reagieren, wenn sich feindliche Indianer blicken ließen. Er selbst und die Captains der anderen Kompanien hatten klare Anweisungen bekommen, was sie zu tun hatten. Als Robbins zum ersten Mal Colonel Burlesons Befehl vernommen hatte, war er zunächst etwas zögerlich gewesen. Er wusste, dass Gewalt nur weitere Gewalt hervorbrachte, aber nach all den blutigen Auseinandersetzungen vor und während des texanischen Unabhängigkeitskrieges blieb den Rangern nichts anderes übrig, als ein eindeutiges Zeichen zu setzen. Jetzt erst recht, nachdem einige Indianerstämme Waffen vom mexikanischen Militär erhalten hatten.

Allein das hätte eigentlich ausgereicht, um Mexiko den Krieg zu erklären. Robbins und nicht wenige Männer in seiner Truppe waren dieser Meinung. Es hatte schon genug Ärger gegeben, weil der mittlerweile abgesetzte Santa Anna Texas nach wie vor als mexikanische Provinz betrachtet hatte und mit dem Bestreben der Texaner nach Unabhängigkeit von Mexiko gar nicht einverstanden gewesen war. Das hatten die vielen Siedler deutlich zu spüren bekommen. Viele hatten während der Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen ihre Farmen verlassen müssen und diese nach ihrer Rückkehr oft zerstört und geplündert vorgefunden. Entsprechend groß war der Hass auf Mexiko unter den Siedlern, und das hatten manchmal auch diejenigen Mexikaner zu spüren bekommen, die in Texas lebten und sich dafür entschieden hatten, die junge Republik auch im Kampf zu unterstützen.

Es hatte lange gedauert, bis sich dieses Misstrauen endlich gelegt und man begriffen hatte, dass diese Mexikaner gute Verbündete waren. Es gab ja während des Krieges eine Truppe in der texanischen Armee, die ausschließlich aus Mexikanern bestand und von Captain Juan Seguin angeführt wurde. Er und seine Leute hatten damals General Santa Anna kurz nach der Schlacht von San Jacinto gestellt und gefangen genommen, bevor dieser entkommen konnte.

Captain Robbins ließ ein Camp errichten und Wachposten aufstellen, die das Gelände im Blickfeld behalten sollten. Auf diese Weise wollte er sicherstellen, dass er und seine Truppe keine unliebsame Überraschung in den nächsten Stunden erlebten. Zum Glück brauchte er nicht lange zu warten, bis schließlich auch Captain John J. Robinson und seine Leute herangeritten kamen. Robinsons Truppe bestand aus Männern, die erst vor Kurzem ihren Dienst angetreten hatten. Sie besaßen wenig oder gar keine Kampferfahrung, aber sie waren umso entschlossener, Texas und die dort lebenden Menschen vor jeglichen Angriffen zu schützen. Es waren dreißig Mann, und zusammen mit den anderen Rangern war das schon eine schlagkräftige Truppe von über siebzig Mann.

Captain Robinson stieg vom Pferd und ging auf Robbins zu.

„Second Lieutenant Hopkins sagte, dass ein Kampf unmittelbar bevorsteht, Captain Robbins“, meinte Robinson, nachdem sich die beiden Männer mit einem kurzen und kräftigen Händedruck begrüßt hatten. „Meine Leute und ich können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.“

„Wir sollten nichts überstürzen“, meinte Robbins. „Ich schlage vor, dass wir erst einmal zwei oder drei Spähreiter zum Sandy Creek schicken, die sich ein Bild von der Lage machen sollen. Dann werden wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen.“

„Das ist vernünftig“, stimmte ihm Robinson zu. „Ich stelle Ihnen ebenfalls zwei Späher zur Verfügung für dieses Vorhaben.“

„In meiner Truppe befinden sich einige Männer, die genau wissen, was sie zu tun haben“, meinte Robbins daraufhin. „Überlassen Sie denen diesen Job.“

Im ersten Moment wollte Robinson sein Unverständnis zur Sprache bringen, weil Robbins den Freiwilligen solch eine Aufgabe nicht zutraute, aber dann begriff er, dass das angesichts dieser Situation die einzig richtige Entscheidung war.

„Einverstanden“, sagte er nach kurzem Überlegen. „Wann schicken Sie Ihre Männer los?“

„Sofort“, erwiderte Robbins und winkte Hopkins zu sich, um ihn mit dieser Aufgabe zu betrauen. Nur zehn Minuten später ritt der Second Lieutenant mit drei weiteren Männern los in die Richtung, wo sich in einigen Meilen der Sandy Creek sein schmales Bett durch die Landschaft grub.

*

„Seltsam“, murmelte James Hopkins, während er seine Blicke in die Runde schweifen ließ. „Ob die Comanchen womöglich Lunte gerochen und sich deshalb schnell verzogen haben?“ Er zeigte dabei auf eine Stelle, die nicht weit vom Ufer des kleinen Baches entfernt war und darauf hinwies, dass hier vor nicht allzu langer Zeit einige Tipis gestanden hatten.

„Was glaubst du, wie viele es sind, James?“, fragte der schwarzbärtige Charles Burkham.

„Zehn Tipis könnten es gewesen sein“, sagte Hopkins. „Rechnen wir mal mit einer kleinen Gruppe von vierzig Comanchen. Die Hälfte davon Krieger. Somit ist das eigentlich kein Grund, um rasch das Weite zu suchen, wenn sie uns tatsächlich schon frühzeitig bemerkt haben sollten. Und davon müssen wir eigentlich ausgehen.“

„Du glaubst, dass das eine Falle ist?“, fragte Burkham.

„Es könnte sein“, erwiderte Hopkins mit einem kurzen Schulterzucken. „Das würde aber dann auch bedeuten, dass zumindest diese Gruppe über keine Gewehre der mexikanischen Armee verfügt. Vielleicht sind sie deshalb verschwunden, um einem direkten Kampf auszuweichen.“

„Das ergibt einen Sinn“, musste nun auch Burkham zugeben.

„Trotzdem sollten wir auf Nummer sicher gehen“, sagte Hopkins. „Wir reiten noch ein Stück am Sandy Creek entlang. Vielleicht ein oder zwei Meilen. Nur damit wir wissen, dass unsere Vermutung wirklich zutrifft.“

Hopkins gab das Zeichen zum Losreiten, und die anderen drei Ranger schlossen sich ihm an. Außer Charles Burkham waren noch dessen Bruder Elijah und ein Ranger namens William W. Bell mit dabei. Alles kampferfahrene Männer, die schon bei der Schlacht von San Jacinto mit dabei gewesen waren und wussten, was sie zu tun hatten, wenn sie plötzlich angegriffen wurden.

Die vier Texas Ranger folgten dem Lauf des kleinen Baches, mussten dann aber nach einer guten Meile feststellen, dass die Spuren der Pferde und die der schwer beladenen Schleppschlitten nach wie vor in Richtung Osten führten. Also immer weiter weg von Gonzales, und das war gut so. Wahrscheinlich waren die Krieger nur auf der Jagd gewesen und kehrten nun wieder zurück zu ihren Stammesgefährten.

„Kehren wir um“, entschied Hopkins schließlich. „Von denen droht jetzt keine Gefahr mehr.“

Er ritt als Erster wieder zurück, und seine Kameraden folgten ihm. Immer wieder drehte sich Hopkins im Sattel um und blickte zurück. Aber er bemerkte nichts Verdächtiges. Die grasbewachsene Ebene erstreckte sich vor ihm, jedoch gab es keine Anzeichen dafür, dass sich Comanchen in der Nähe aufhielten. Sonst hätten sie höchstwahrscheinlich diese Chance genutzt und die vier Ranger aus dem Hinterhalt angegriffen.

Hopkins wusste, dass er und seine drei Kameraden einen riskanten Job auf sich genommen hatten, weil sie sich von der Kompanie getrennt hatten. Jeder Spähreiter musste solch ein Wagnis auf sich nehmen, wenn er allein oder in einer kleinen Gruppe die Region erkundete. Östlich von Gonzales befanden sich nur wenige kleine Farmen, und deren Bewohner wussten ebenfalls, dass sich die Lage praktisch von heute auf morgen gefährlich zuspitzen konnte. Trotzdem blieben sie dort, weil sie an eine neue Zukunft glaubten und mit ihrer Präsenz die Republik Texas unterstützten.

Hopkins war erleichtert, als er und seine drei Kameraden endlich wieder die Stelle erreichten, wo die Captains Robbins und Robinson zurückgeblieben waren. Die Sonne war allmählich weiter nach Westen gewandert und berührte jetzt fast den Horizont. Nicht mehr lange, und die ersten Schatten der einsetzenden Abenddämmerung würden sich ausbreiten. Die Texas Ranger hatten aber eine gute Stelle gewählt, um hier das Nachtlager aufzuschlagen, denn es war viel zu gefährlich, den Ritt nach Einbruch der Dunkelheit fortzusetzen. Gleich morgen früh würden sie dem Sandy Creek noch ein weiteres Stück folgen und dann schließlich in einem weiten Bogen nach Westen...



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