E-Book, Deutsch, 184 Seiten, Web PDF
Alt Car Multimedia Systeme Modell-basiert testen mit SysML
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-8348-9567-7
Verlag: Vieweg & Teubner
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 184 Seiten, Web PDF
Reihe: Computer Science and Engineering (German Language)
ISBN: 978-3-8348-9567-7
Verlag: Vieweg & Teubner
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Oliver Alt führt umfassend in die Themen Fahrzeugelektronik, Testen im Telematikbereich und Modell-basiertes Testen ein und beschreibt anschließend sein Verfahren, Testfälle für den Systemtest von Car Multimedia Systemen automatisiert aus einem speziell konzipierten Systemmodell zu generieren. Das Systemverhalten wird mit Hilfe von Aktivitätsdiagrammen modelliert. Die Testfälle werden wieder verwendbar auf einer funktionalen Ebene beschrieben, um dann in einen produktspezifischen Testfall umgewandelt zu werden. Dies ermöglicht den Test technisch verschiedener, aber funktional gleicher Systeme mit dem gleichen Testfall. Als Modellierungssprache kommt erstmals die Systembeschreibungssprache OMG SysML zum Einsatz. Die notwendigen Transformationsschritte zur Testfallgenerierung werden sowohl informell, als auch formal mit Hilfe des neuen grafischen Modelltransformationsstandards QVT beschrieben.
Zielgruppe
Research
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Elektronische Systeme im Fahrzeug.- Entwicklung und Test im Telematikbereich.- Modellierung und Modell-basiertes Testen.- Konzeption und Lösungsansatz.- Generierung funktionaler Testfälle.- Generierung produktspezifischer Testfälle.- Beispiel MOST Audio System.- Zusammenfassung und Ausblick.
(S. 29-30)
Ein Testfall, um Software zu testen, kann auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Man unterscheidet dabei manuelles und automatisiertes Testen.
3.3.1 Manuelle Tests
Manuelle Testfälle werden komplett durch einen menschlichen Tester ausgeführt und protokolliert. Der Testfall liegt dabei meist in Form einer textuellen Beschreibung vor. Dies kann ein Textdokument oder eine Prüf- oder Checkliste in Form einer Tabelle sein. Der Tester führt die im Dokument beschriebenen Schritte zum Test des Systems durch und beobachtet die Systemreaktion. Die Testergebnisse protokolliert der Tester meist handschriftlich in den Testdokumenten. Manuelles Testen hat den Vorteil, dass zur Durchführung der Tests keine aufwändigen Systeme zur Teststeuerung notwendig sind, die zunächst richtig kon.guriert werden müssen.
Deshalb kann mit dem Test schnell begonnen werden. Große Nachteile ergeben sich jedoch daraus, dass durch die manuelle Ausführung und Protokollierung eine Reproduzierbarkeit der Testfälle bei wiederholter Ausführung kaum gegeben ist.Weitere Nachteile sind der hohe personelle und zeitliche Aufwand beim manuellen Testen. Durch die handschriftliche Protokollierung der Testergebnisse entsteht außerdem ein Medienbruch im sonst EDV-gestützten Entwicklungsprozess, da die Testergebnisse dann per Hand in das EDV-System zurück übertragen werden müssen.
3.3.2 Automatisierte Tests
Bei automatisiert ablaufenden Tests werden spezielle Testsysteme eingesetzt, die in der Lage sind, Testfälle automatisiert auszuführen. Damit dies möglich wird, müssen diese Testfälle in einer formalen Form vorliegen, beispielsweise einer speziellen Testbeschreibungssprache (siehe Abschnitt 3.4), die das Testsystem interpretieren und ausführen kann. Man unterscheidet beim automatisierten Test zwischen voll- und halbautomatischen Testfällen.
Ein vollautomatischer Testfall kann vollständig ohne Eingriff eines menschlichen Testers Systemfunktionen überprüfen. Solche Testfälle können dadurch die Produktivität im Testprozess stark erhöhen, weil sie zum Beispiel jede Nacht laufen können und den aktuellen Stand der Software überprüfen. Bei halbautomatischer Testausführung werden nicht alle nötigen Schritte während des Testens vollautomatisch erledigt. So kann beispielsweise die ¨ Uberprüfung der Systemreaktion auf eine automatisch ausgelöste Bedienung durch einen Tester erfolgen, der vom Testsystem gestellte Fragen beantwortet. Dabei werden die Antworten auf die Fragen (Ja oder Nein) automatisch protokolliert und dem Testergebnis hinzugefügt.
Gerade bei Systemen mit Mensch- Maschine-Schnittstelle (HMI) und Audio- und Videoausgaben ist eine automatisierte Bewertung der Testfälle nur mit erheblichem Aufwand, beispielsweise per Mustererkennung zu realisieren. Durch halbautomatisches Testen können Medienbrüche vermieden werden und gleichzeitig lässt sich die Testautomation nach und nach erhöhen. 3.4 Testbeschreibungssprachen fürautomatisierte Tests Formale Beschreibungssprachen für Testfälle ermöglichen eine automatisierte Testausführung. Es existiert heutzutage eine ganze Reihe von solchen Testbeschreibungssprachen. Innerhalb dieses Abschnittes erfolgt eine Betrachtung der standardisierten Testbeschreibungssprachen TTCN-3, dem UML2 Testing Pro.le sowie der speziellen XML-Testbeschreibung für dasWerkzeug CANoe der Fa. Vector Informatik.
Dieses Werkzeug stellt im Bereich der Automobil- und Telematikentwicklung einen Quasi-Standard dar und wird daher hier näher betrachtet. Neben diesen Testbeschreibungssprachen existieren noch diverse weitere, nicht-standardisierte Eigenentwicklungen (z.B. [BBr04]), die für verschiedene spezielle Einsatzzwecke optimiert sind. Natürlich ist es auch denkbar, Testfälle in einer Programmiersprache, wie z.B. Java, C++ oder VisualBasic zu erstellen.
Der Nachteil dabei ist allerdings, dass diese Sprachen von Haus aus keine speziellen Konstrukte für das Testen mitbringen, beispielsweise Vergleich eines Wertes mit einem Toleranzbereich u.ä. Daher müssen beim Einsatz von Programmiersprachen diese Konstrukte selbst als Bibliothek hinzugefügt werden. Ein Beispiel eines solchen Rahmenwerkes für MOST-Systeme ist das Produkt MOST Studio der Firma K2L [K2L07].




