Arnold / Lipsmeier | Handbuch der Berufsbildung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 634 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

Arnold / Lipsmeier Handbuch der Berufsbildung


2. Auflage 2006
ISBN: 978-3-531-90622-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, 634 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

ISBN: 978-3-531-90622-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die zweite, überarbeitete und aktualisierte Auflage des Handbuchs der Berufsbildung der Versuch, das derzeit verfügbare wissenschaftliche Wissen zu den Fragstellungen und den Problembereichen der Berufsbildung in konzentrierter Form zu präsentieren. Ausgangspunkt ist eine Strukturierung der beruflichen Bildung, die ihren Ausgangspunkt von dem didaktischen Handeln nimmt. Wie in dem einleitenden Beitrag ausführlich dargelegt und begründet wird, lassen sich aus der Perspektive einer handlungsorientierten Didaktik die berufspädagogischen Kategorien ableiten, die für die Gestaltung, Konzipierung und Realisierung beruflicher Bildung von grundlegender Bedeutung sind. Ausgehend von diesen Kategorien wurde auch die inhaltliche Grobstruktur des Handbuches konzipiert.

Während in einem ersten Kapitel neben der erwähnten Bestimmung der berufspädagogischen Kategorien didaktischen Handelns auch auf die Werte und Namen in der Berufsbildung sowie auf die Handlungsorientierung und die Gestaltung von Arbeit und Technik eingegangen wird, ist das zweite Kapitel dem Thema ‚Adressat- orientierung in der Berufsbildung‘ gewidmet. Dabei geht es nicht nur um die Jugendlichen, die Erwachsenen und sogenannte Randgruppen in der Berufsbildung: vielmehr werden in grundlegender Form die Zusammenhänge zwischen Lebenslauf und Beruf sowie die sozialen und individuellen Determinanten beruflicher Qualifizierungsprozesse thematisiert. Ein drittes Kapitel beschäftigt sich mit ‚Kompetenzen und Qualifikationen in der Berufsbildung‘.

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Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;5
2;Vorwort;8
3;1. Didaktisches Handeln in der Berufsbildung;10
3.1;Berufspädagogische Kategorien didaktischen Handelns;11
3.2;Werte und Normen in der Berufsbildung;31
3.3;Handlungsorientierung in der Berufsbildung;42
3.4;Gestaltung von Arbeit und Technik;53
4;2. Adressatenorientierung in der Berufsbildung;69
4.1;Jugend in der Berufsbildung;70
4.2;Erwachsene in der Berufsbildung;81
4.3;Beruf und Lebenslauf;92
4.4;Geschlecht und Nationalität als soziale Determinanten beruflicher Qualifizierungsprozesse;109
5;3. Kompetenzen und Qualifikationen in der Berufsbildung;119
5.1;Berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung;120
5.2;Ökonomie, Technik, Organisation: Zur Entwicklung von Qualifikationsstruktur und Qualifikationsprofilen von Fachkräften;148
5.3;Vermittlung von Fachkompetenz in der Berufsbildung;169
5.4;Entwicklung von Schlüsselqualifikationen in der Berufsschule;186
5.5;Integration von Personal- und Organisationsentwicklung in der beruflichen Bildung;199
6;4. Lehr- und Lerninhalte der Berufsbildung;220
6.1;Curriculare Strukturen beruflicher Bildung;221
6.2;Curricula für die berufliche Bildung – Fächersystematik oder Situationsorientierung?;254
6.3;Didaktik kaufmännisch-verwaltender Berufsausbildung;263
6.4;Didaktik gewerblich-technischer Berufsausbildung ( Technikdidaktik);275
6.5;Berufliche Umweltbildung;293
7;5. Vermittlungs- und Aneignungsprozesse in der Berufsbildung;307
7.1;Lernen und Arbeiten;308
7.2;Methoden in der schulischen Berufsbildung;321
7.3;Lernen in der Weiterbildung;335
7.4;Neue Methoden betrieblicher Bildungsarbeit;348
7.5;Lehren in schulischen Vermittlungsprozessen;363
7.6;Lehrende an beruflichen Schulen;377
7.7;Die Aus- und Weiterbildner in außerschulischen Lernprozessen;394
7.8;Berufliche Sozialisation und berufliches Lernen;406
7.9;Berufsmotorisches Lernen;414
7.10;eLearning in der Berufsbildung;425
8;6. Rahmenbedingungen der Berufsbildung;444
8.1;Organisation, Recht und Finanzierung der Berufsbildung;445
8.2;Berufsbildungspolitik;477
8.3;Geschichte der Berufsausbildung in Deutschland;491
8.4;Berufsbildung in Entwicklungsländern;501
8.5;Rechtliche und organisatorische Bedingungen der beruflichen Weiterbildung;523
8.6;Berufliche Aus- und Weiterbildung in Europa;539
8.7;Qualität und Qualitätssicherung in der Berufsbildung;553
9;7. Forschung zur Berufsbildung;566
9.1;Theorieansätze;567
9.2;Lehr-Lern-Forschung;576
9.3;Berufsbildungsforschung;600
9.4;Arbeitsmarkt- und Berufsforschung;618



chen Handelns Wenn in diesem einleitenden Beitrag der Begriff des „didaktischen Handelns“ und nicht der der „Didaktik“ Verwendung findet, so geschieht dies mit dem konzeptionellen Anspruch, eine Darstellung der Grundstrukturen der Berufsbildung sowie die Auffächerung ihrer theoretischen und praktischen Aspekte, wie sie in dem vorliegenden Handbuch in Angriff genommen werden, vom Gesichtspunkt einer handlungsorientierten Berufspädagogik her entwickeln zu wollen. Damit ist eine Perspektive grundgelegt, in welcher die Berufsbildung als eine prinzipiell gestaltbare Konstellation von Faktoren und Bedingungen angesehen wird, die zwar ihre gesellschaftlich-historische Vorprägung erfahren, das didaktische Handeln selbst jedoch allenfalls zu prägen, aber nicht zu determinieren vermögen. Neben der Situationsspezifität und der Unterdeterminiertheit beruflicher Bildung gerät bei einer solchen Fokussierung auch ihre Prozesshaftigkeit und Subjekthaftigkeit stärker in den Blick, d. h. dem Subjekt wird als „Ursprung seiner Handlungen“ (Holzkamp 1993, S. 117) ein größerer Entscheidungs- und Gestaltungsraum „zugemutet“ bzw. besser: „zugetraut“, und gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass es letztlich die didaktisch Handelnden – und damit auch die Lehrenden und Lernenden – sind, die die Berufsbildung konstituieren, gestalten und entwickeln.

1. „Didaktisches Handeln“ als Leitbegriff einer handlungsorientierten Berufspädagogik

Der Begriff des didaktischen Handelns, der bereits seit Mitte der 70er Jahre in der Pädagogik und insbesondere in der Curriculumtheorie verwandt wird (u. a. Flechsig/Haller 1975; Corte u. a. 1975), stellt einerseits eine Einengung und andererseits eine Erweiterung des traditionellen didaktischen Blickwinkels dar. Als einengend kann zunächst empfunden werden, dass – wenn von „Handeln“ die Rede ist – nur das konkret-unterrichtliche bzw. das auf Ausbildung bezogene Tun aller am Lehr-Lern-Prozess Beteiligten stärker in den Blick gerückt wird, während die über- und vorgeordneten Ebenen, wie die bildungspolitischen, curricularen und institutionellen Rahmenbedingungen (vgl. Flechsig/Haller 1975, S. 10ff.) weniger im Zentrum der Überlegungen zu stehen scheinen. Im Sinne eines weiten Handlungsbegriffs können diese Handlungs-Ebenen allerdings gleichwohl mitgemeint sein (vgl. Flechsig 1989), obgleich nicht zu übersehen ist, dass zahlreiche der sich aus ihnen ergebenden Problemstellungen mittlerweile bereits im Kontext der aus Didaktik und Bildungstheorie „ausgelagerten“ Spezialdisziplinen, wie z. B. Schultheorie, Bildungsplanung, Bildungsökonomie oder Theorien der Bildungspolitik (vgl. u. a. v. Friedeburg 1989; Hilbert u. a. 1990), bearbeitet werden.



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