Bamberg / Dettmers / Marggraf-Micheel Innovationen in Organisationen - der Kunde als König?
1., Auflage 2009
ISBN: 978-3-456-94648-1
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 200 Seiten
ISBN: 978-3-456-94648-1
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Innovationen und Veränderungsprozesse sind zu einem 'Muss' für Organisationen geworden. Vorteile hinsichtlich Marktposition und Leistungsfähigkeit der Organisationsmitglieder hängen davon ab, wie Veränderungen geplant, gesteuert und durchgeführt werden. Wesentlich dabei ist die Einbeziehung derjenigen, die die Leistungen der Organisation in Anspruch nehmen: der Kunden, Klienten, Patienten. Ihre Kritik, ihre Beschwerden und Ideen können Veränderungen stimulieren oder beeinflussen.Im Buch werden Modelle und Studien zu Innovationen, zu Einflussfaktoren von Innovationen und zu der Rolle des Kunden diskutiert, Interventionen zur Förderung von Innovationen werden vorgestellt. Nach einem Überblick werden konkrete Methoden von innovationsbezogenen Interventionen, die auch zur Förderung von Innovationen in Klein- und Mittelbetrieben sowie von Handwerksbetrieben geeignet sind, dargestellt.Damit ist das Werk ein nützliches Hilfsmittel zur Unterstützung von Innovationen in Organisationen.
Zielgruppe
AO-Psychologen, Psychotherapeuten, Personaler
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Danksagung;6
2;1. Einleitung;12
2.1;Innovationen in der Arbeitswelt;12
2.2;Schwerpunkte im vorliegenden Buch;13
2.3;Inhalt des Buches – Hinweise für Leserinnen und Leser;15
3;2. Das Handwerk;18
3.1;Allgemeine Merkmale;18
3.2;Kooperationsprozesse;19
3.3;Neue Anforderungen;21
3.4;Innovativität als Strategie;22
3.5;Förderung von Innovationen im Handwerk durch InnoWerk;23
3.6;Zusammenfassung und Ausblick;25
4;3. Innovationen in und durch Organisationen;26
4.1;Der Innovationsbegriff;27
4.2;Beschreibungsmerkmale von Innovationen;29
4.3;Innovation und Kreativität von Individuen;33
4.4;Arbeitsbedingungen und Innovation;37
4.5;Innovationen in Gruppen;40
4.6;Innovationen in Organisationen;44
4.7;Phasen von Innovationen;48
4.8;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die Praxis;51
5;4. Innovationen durch Kundenorientierung?;56
5.1;Kundenorientierung: Alter Wein in neuen Schläuchen?;57
5.2;Kundenorientierung von Organisationen;62
5.3;Interaktion mit Kunden;65
5.4;Kundenorientierung – eine Voraussetzung für Innovativität?;70
5.5;Einbeziehung von Kunden in den Innovationsprozess;72
5.6;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die Praxis;76
6;5. Innovativität – alles eine Frage der Kultur?;80
6.1;Was ist Organisationskultur?;81
6.2;Abgrenzung zum Begriff Organisationsklima;83
6.3;Modelle der Organisationskultur;85
6.4;Haben Organisationen Kultur? Oder sind Organisationen Kulturen?;92
6.5;Was ist innovationsförderlich an Organisationskultur?;95
6.6;Die Bedeutung der Information für die Innovativität;105
6.7;Ein Modell zur Informationskultur;113
6.8;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die Praxis;118
7;6. Innovation als Arbeitsaufgabe – Das Aufgabenverständnis der Mitarbeiter;122
7.1;Wie verstehen Arbeitende ihre Arbeitsaufgabe?;123
7.2;Inhalte des Aufgabenverständnisses;133
7.3;Intra-Rollen- und Extra-Rollenverhalten;135
7.4;Aufgabenverständnis und Arbeitsverhalten;142
7.5;Innovationsförderliches und kundenorientiertes Aufgabenverständnis;143
7.6;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die Praxis;147
8;7. Die Förderung von Innovationsbereitschaft und Kundenorientierung;150
8.1;Ansatzpunkte zur Steigerung von Innovationsbereitschaft und Kundenorientierung;151
8.2;Das Wissen der Kunden für Innovationen nutzen;158
8.3;Kundenorientiertes Innovationsmanagement in KMU;162
8.4;Umsetzung des kundenorientierten Innovationsmanagements – der Kundenzirkel;166
8.5;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die Praxis;171
9;8. Auf dem Weg zu Kundenorientierung und Innovativität – Eine Fortbildungsreihe;174
9.1;Grundlagen und didaktische Prinzipien;174
9.2;Die Inhalte;176
9.3;Lohnt sich der Seminarbesuch? – Die Bewertung der Modulreihe;178
9.4;Zusammenfassung und Fazit;183
10;Literaturverzeichnis;186
2. Das Handwerk (Seite 17)
Das Handwerk ist von hoher wirtschaftlicher Relevanz. Knutzen (2002) spricht vom derzeit zweitgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands, Huber (2003) verweist darauf, dass die etwa 950 000 Handwerksbetriebe mit rund 10% an der gesamtwirtschaftlichen Produktion beteiligt seien. Trotz dieser Bedeutung sind Handwerksbetriebe vergleichsweise wenig untersucht, auch liegt kaum einschlägige Beratungskompetenz vor.
Die Leistungsstruktur des Handwerks ist sehr heterogen. Sie umfasst unterschiedliche Güter und Dienstleistungen und reicht von Herstellung über Installation, Montage, Reparatur bis hin zu personenbezogenen Dienst- und Handelsleistungen (Lahner, 2004, S. 23). Trotz dieser unterschiedlichen Leistungen gibt es eine Reihe gemeinsamer Merkmale der Handwerksbetriebe. Diese sind bei Innovations- und Veränderungsprozessen zu berücksichtigen.
Allgemeine Merkmale
Handwerksbetriebe weisen meist eine dezentrale Marktfunktion auf. Sie erstellen und bieten ihre Güter und Dienstleistungen überwiegend regional an. Die in Handwerksbetrieben tätigen Mitarbeiter können die Positionen des Meisters, Gesellen, Lehrlings oder der Bürokraft einnehmen. Die Arbeitsteilung erfolgt eher horizontal als vertikal, es gibt kaum mehr als ein oder zwei Hierarchiestufen. Insgesamt ist die Arbeitsteilung im Vergleich zur Industrie eher gering (Lahner, 2004, S. 21). Handwerksbetriebe haben häufig wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (i. d. R. weniger als 20, im Durchschnitt 11, Knutzen, 2002) und zeichnen sich durch ihre spezielle Organisationsform aus, deren wichtiges Charakteristikum durch die Funktion desMeisters gegeben ist.
Über diese eher allgemein bekannten Definitionsmerkmale hinaus gibt es eine vom Gesetzgeber vorgegebene Definition, durch die eine Abgrenzung gegenüber der Industrie und anderen Gewerben stattfindet. Nach der so genannten Handwerksordnung (HwO) lassen sich nur solche Betriebe als Handwerksbetriebe bezeichnen, die in der Handwerksrolle eingetragen sind (z. B. Knutzen, 2002, Huber, 2003).