E-Book, Deutsch, Band 3, 336 Seiten
Reihe: Billionaires and Bridesmaids
Clare Perfect Touch - Ergeben
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7325-4060-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, Band 3, 336 Seiten
Reihe: Billionaires and Bridesmaids
ISBN: 978-3-7325-4060-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erst die Hochzeit, dann die Liebe
Reality-TV! Für Milliardär Sebastian Cabral gibt es kaum etwas Schlimmeres. Vor allem, weil seine Mutter der Star einer solchen Show ist und sich in den Kopf gesetzt hat, ihn mit seiner Ex zu verkuppeln, um mehr Drama zu schaffen. Irgendwann ist er so entnervt, dass er seine Bekannte Chelsea bittet, ihn zum Schein zu heiraten. Eigentlich die perfekte Lösung. Nur leider stellt diese Ehe Sebastian vor ganz neue Probleme. Denn die platonische Beziehung zu seiner äußerst reizvollen Ehefrau macht ihn mit jedem Tag ein bisschen mehr verrückt. Genau wie die Tatsache, dass Chelsea etwas vor ihm verbirgt ...
Emotional, mitreißend und sinnlich - der neue Band der Bestseller-Serie PERFECT TOUCH von Jessica Clare
Jessica Clare lebt mit ihrem Mann in Texas. Ihre freie Zeit verbringt sie mit Schreiben, Lesen, Schreiben, Videospielen und noch mehr Schreiben. Sie veröffentlicht Bücher in den unterschiedlichsten Genres unter drei verschiedenen Namen. Als Jessica Clare schreibt sie erotische Liebesgeschichten. Ihre Serie Perfect Passion erschien auf den Bestseller-Listen der New York Times, der USA Today und des Spiegels. Mehr Information unter: www.jillmyles.com
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1
Deine Mutter hat Krebs.«
Sebastian Cabral schlug sich vor Schreck eine Hand vor den Mund. Er wusste nicht, was er denken sollte. Angst und Sorge durchzuckten ihn, und er konnte sich bildlich vorstellen, dass seine Mutter am Boden zerstört gewesen war, als sie diese schreckliche Nachricht erhielt. »Verdammt. Das ist ja furchtbar. Warum hat sie mir denn nichts davon erzählt?«
»Es steht in der Storyline dieser Staffel.« Sein Anwalt besaß den Anstand, peinlich berührt auszusehen. Er schob einen Stapel Papiere zu Sebastian hinüber und deutete auf einen Absatz. »Es steht hier auf Seite sechzehn. ›Mama Precious, gespielt von Elizabeth Cabral, wird sich einer Krebstherapie unterziehen. Dazu wird sie die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden ausprobieren, von ganzheitlichen Spas bis hin zu Schamanen.‹ Mir wurde gesagt, dass sie zum Staffelfinale als geheilt gelten wird und dass man versucht, mit diesem Handlungsstrang die Einschaltquoten zu verbessern.«
Sebastian ließ sich in seinen Stuhl zurücksinken, wollte kaum glauben, was er da hörte. Ihm fiel die Kinnlade herunter. »Augenblick mal. Soll das heißen, dass sich der Sender diese Krebsgeschichte ausgedacht hat und sie damit einverstanden ist? Nur damit sie sich bei einem Schamanen mit Kristallen einreiben kann?«
»Ja, so wurde mir das mitgeteilt.«
»Das ist doch absolut lächerlich.« Er konnte es nicht fassen. Sie erfanden tatsächlich eine Krebserkrankung? Wo so viele Menschen da draußen wirklich unter Krebs litten oder einer ihrer Angehörigen an Krebs erkrankt war? Wo seine eigene Großmutter an Krebs gestorben war? Das war ein Tiefpunkt. Ein absoluter Tiefpunkt.
Aber so lief das nun einmal im Reality-TV.
Sebastian saß in der Kanzlei seines Anwalts im Zentrum von Manhattan und ging mit ihm die Verträge und Planungen für die anstehende Staffel von The Cabral Empire durch. Dabei war es völlig unwichtig, dass er sich weigerte, in der Serie mitzuspielen. Der Rest seiner Familie war dabei, und schon allein aus diesem Grund wurde er in den ganzen Medienhype mit hineingezogen.
Tatsache war nun einmal, dass seine Familie berühmt geworden war, indem sie sich in einer Reality-Fernsehshow lächerlich machte und völlig danebenbenahm. Sein Vater war ein achtzigjähriger portugiesischer Milliardär, der sein Geld geerbt hatte und deshalb »Daddy Money« genannt wurde. Seine Mutter war ein ehemaliges Model in den Fünfzigern, die Dauergast bei Schönheitschirurgen war, verrückte Hobbys hatte, und man nannte sie »Mama Precious«.
Er benutzte diese Namen allerdings nicht. Die ganze Welt nannte sie so, aber für ihn waren sie weiterhin Mom und Dad, so wie bei ganz normalen Menschen.
Doch seine Mutter hatte schon immer berühmt sein wollen. Es reichte ihr nicht aus, als Exmodel mit einem fast doppelt so alten Milliardär verheiratet zu sein. Sie sehnte sich nach Ruhm. Als Sebastian Mitte zwanzig gewesen war, hatte seine Mutter Kontakt zu einem Fernsehproduzenten aufgenommen, der auf der Suche nach Ideen für neue Realityshows war. Sofort hatte Mrs Cabral ihre Familie ins Spiel gebracht. Die erste Staffel hatte sich darum gedreht, wie seine Mutter ein neues Haus für die Familie in New York kaufte und ausgiebige Shoppingtrips machte, bei denen sie das Geld ihres Mannes verprasste. Es war ein dummes, unspektakuläres Fernsehformat, das rasch ihren Alltag bestimmt hatte. Sebastians jüngere Geschwister waren ebenfalls nicht von den Kameras verschont geblieben. Dolph und Cassie gingen auf hiesige Colleges, anstatt wegzuziehen, damit sie Teil der Show bleiben konnten. Amber wurde von einem bekloppten Hauslehrer unterrichtet. Sogar das Hausmädchen war ein fester Bestandteil des Formats.
Es war völlig bescheuert. Die Mitglieder seiner Familie waren ein Haufen Nobodys, die zufälligerweise Geld hatten und es für dämliche Dinge ausgaben. Die Serie hätte eigentlich gar keinen Erfolg haben dürfen. Er hatte damit gerechnet, dass sie nach wenigen Folgen wieder eingestellt würde.
Doch das Schicksal hatte es anders gewollt, und The Cabral Empire hatte eingeschlagen wie eine Bombe.
Mit einem Mal wurde die Cabral-Familie zu schicken Premieren eingeladen, mit Geschenken überhäuft und erschien auf den Titelblättern der Klatschzeitungen. Dabei war es völlig unwichtig, wie peinlich oder unerhört etwas war – sofern es die Bekanntheit steigerte, stürzten sich die Cabrals förmlich darauf. Sebastian war der Einzige, der nichts damit zu tun haben wollte. Er fand das Ganze absolut lächerlich und mehr als nur ein bisschen peinlich.
Das Problem war nur, dass die Produzenten und Fans der Show umso entschlossener waren, ihn in die Serie zu integrieren, je vehementer er sich weigerte. Vorschauen, in denen er seine Mutter besuchte, wurden in Fernsehspots gezeigt. Klatschzeitungen stellten Spekulationen darüber an, welches »Geheimnis« ihn umgab und warum er nicht in der Show mitspielen wollte. Sein Foto und die Tatsache, dass er der Haupterbe des Milliardenvermögens seines Vaters war, brachten ihm mehr Aufmerksamkeit ein, als ihm lieb war. Die Welt wollte unbedingt mehr von dem heißen, unnahbaren, milliardenschweren Cabral-Erben sehen.
Besagter Erbe wollte nur leider nichts mit der Welt zu tun haben.
So saß er jetzt hier bei diesem auf Entertainment spezialisierten Anwalt, um durchzugehen, was sie bei The Cabral Empire über Sebastian zeigen durften und was nicht. Es war nicht erlaubt, Aufnahmen von ihm in einer Vorschau zu zeigen, ebenso wenig wie seine Fotos. Sie durften keine Werbung mit ihm machen, und er stand auch nicht für Marketingzwecke zur Verfügung. Und ganz bestimmt würde es keine Storyline geben, die sich um seine Person drehte. Es war schon schlimm genug, wenn sie ihn bei Familienbesuchen zu Gesicht bekamen, da sich dann immer sofort jemand mit einer Kamera auf ihn stürzte.
Er hätte auch sagen können, dass überhaupt keine Aufnahmen von ihm gezeigt werden durften. Absolut gar nichts. Aber der Sender hatte darauf bestanden, und seine Mutter hatte geweint und ihm gesagt, dass die Verantwortlichen gedroht hätten, die Show ganz einzustellen, wenn er nicht wenigstens ab und zu am Rande zu sehen wäre. Daher hatte er widerwillig zugestimmt, denn auch wenn seine Eltern offenbar völlig verrückt geworden waren, liebte er seine Familie.
Aber Krebs? Das war definitiv ein neuer Tiefpunkt. »Ich weigere mich, Teil irgendeiner Krebsgeschichte zu sein. Dabei mache ich auf gar keinen Fall mit. Meine Richtlinie ist und bleibt: Je weniger ich in der Show auftauche, desto besser.« Die gerade mal drei Minuten, die er während der letzten Staffel zu sehen gewesen war, hatten ausgereicht, um sein Sozialleben auf unabsehbare Zeit zu ruinieren.
Daher wollte Sebastian aus der Show rausbleiben.
»Die Krebsgeschichte ist leider nicht die einzige, die problematisch werden könnte«, sagte sein Anwalt, dessen Miene sich nur als schmerzverzerrt bezeichnen ließ.
Sebastian stöhnte ein weiteres Mal auf. So langsam bekam er Kopfschmerzen. »Was in aller Welt haben sie sich denn noch ausgedacht, das schlimmer ist als eine falsche Krebserkrankung?«
»Sie holen Lisa wieder zurück.«
Ach, das durfte doch nicht wahr sein.
Lisa Pinder-Schloss war vor einigen Jahren, als die Show auf Sendung gegangen war, seine Freundin gewesen. Sie war ein Model und ehemalige NFL-Cheerleaderin mit einem hübschen Gesicht und einem umwerfenden Körper. Eigentlich war sie witzig und lebendig, aber letzten Endes war das Fernsehen ihrer Beziehung zum Verhängnis geworden. Genauer gesagt The Cabral Empire. Sie hatte regelmäßig mitspielen wollen, er nicht. Und so waren sie jedes Mal, wenn sie ausgingen, von Kameras umringt gewesen.
Kurz danach hatten sie sich getrennt. Lisa blieb für eine oder zwei Staffeln ein fester Bestandteil der Show und hatte sich danach »anderen Dingen« zugewandt. Diese schienen sich jedoch nicht so entwickelt zu haben wie erhofft, da sie jetzt wieder zurückkehrte. »Warum kommt sie zurück?«
»Ihre Storyline besagt, dass sie wieder mit Ihnen zusammenkommen will.« Der Anwalt deutete auf den entsprechenden Punkt im Vertrag. »Sie wissen, was das bedeutet.«
Sebastian stöhnte und vergrub den Kopf in den Händen. »Wieso habe ich eigentlich einen ganzen Anwaltsstab und schaffe es trotzdem nicht, mich aus diesem verdammten Fernsehgeschäft rauszuhalten?
»Weil Sie zu Beginn der Show einen sehr ungeheuerlichen Vertrag unterschrieben haben, Mr Cabral, und darin zeitlich unbegrenzte, sehr spezifische Klauseln enthalten sind, die besagen, dass Sie gefilmt werden dürfen, wenn Sie mit einem der Hauptakteure zusammen sind. Und da Sie das unterschrieben haben, kann ich in dieser Beziehung nicht mehr viel ausrichten.«
Er sah seinen Anwalt genervt an. »Ich hatte ja keine Ahnung, dass meine Mutter mich derart verkaufen würde.«
»Ihre Mutter spielt der ganzen Welt eine Krebserkrankung vor, um bessere Einschaltquoten zu erzielen.«
Verdammt, der Mann hatte recht. »Vor ein paar Jahren war sie noch ganz anders, das kann ich Ihnen versichern.« Sonst hätte er diesen vermaledeiten Vertrag nie unterschrieben, den man ihm vorgelegt hatte, denn das hatte er nur ihr zuliebe getan. Damals hatte er noch geglaubt, die Show würde auf irgendeinem unwichtigen Sender ein paar Wochen vor sich hin dümpeln und dann abgesetzt werden.
So naiv war er jetzt schon lange nicht mehr.
»Sie werden leider in dieser Staffel eine feste Rolle spielen, ob Sie es nun wollen oder nicht. Aus der Krebsgeschichte können Sie sich vermutlich raushalten, aber die Lisa-Storyline bedeutet, dass Sie garantiert mehrmals damit konfrontiert und gefilmt werden.«
Wieder stöhnte Sebastian....