E-Book, Deutsch, 228 Seiten
Faust Kleinschmied und der Teddybär-Mörder
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-9728-7
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 228 Seiten
ISBN: 978-3-7407-9728-7
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein kleiner Hund lief durch den Park eines Vorstadtbezirks, dabei trug er etwas im Maul. Bald erregte er die Aufmerksamkeit der Kinder, die im Sandkasten spielten. Ein Kind rief: 'Er hat einen Teddy im Maul.' Bald liefen Kinder und Erwachsene dem Hund nach. Als sich der Hund nicht einfangen ließ, wurde die Tierrettung gerufen. Der Teddybär wurde gegen ein Stück Wurst eingetauscht. Ein Polizist nahm ihn auf die Inspektion mit, wo festgestellt wurde: 'Der ist durch die Brust geschossen!' So landete ein zerzauster Teddybär am Schreibtisch von Chefinspektor Kleinschmied von der Mordkommission.
Der Autor arbeitete als Entwicklungsingenieur und EDV-Leiter. Geschichten zu schreiben war immer sein Hobby. Nach der Pensionierung begann er seine Geschichten (Satiren und Kriminalromane) unter dem Pseudonym Peter Faust zu veröffentlichen und neue zu schreiben.
Autoren/Hrsg.
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1
Ein kleiner Hund lief durch den Beserlpark eines Vorstadtbezirks. Er trug etwas im Maul, was er auch nicht ausließ, als er an einem Baum sein Haxerl hob. Bald erregte er die Aufmerksamkeit der Kinder, die im Sandkasten spielten. Der weiße Hund mit dem hellbraunen Kopf und dem lustigen, wedelnden Stummelschwänzchen schien plötzlich interessanter zu sein, als die Sandburgen. Ein Kind verließ die Sandkiste, rief „er hat einen Teddy im Maul“ und lief dem Hund nach. Die anderen Kinder folgten seinem Beispiel, als sie bemerkten, dass der Hund tatsächlich etwas im Maul hatte, das wie ein Teddybär aussah. Bald lief eine Schar schreiender Kinder hinter dem Hund her. Der Hund war aber viel flinker als die Kinder und entwischte den Verfolgern immer wieder. So lief ein lustiges Spiel durch den Park: Der Hund lief kreuz und quer gefolgt von den schreienden Kindern. Als aber zwei nicht mehr ganz junge Erwachsene der jagenden und quietschenden Meute wegen zum Sturz kamen, wurden die Kinder von ihren Müttern aufgehalten und aus dem Spiel genommen. Die Mütter der Kinder versuchten jetzt, in maßloser Selbstüberschätzung, den Hund einzufangen. Bald lief im Park dasselbe Schaustück mit den Erwachsenen ab, wie vorhin mit den Kindern. Der Hund lief kreuz und quer durch den Park und vier Frauen hetzten hinter ihm drein, angefeuert durch ihre Kinder. Dem Hund gefiel das Spiel. Es gelang ihm sogar einige Male, zwischen den Beinen seiner Verfolger durchzuschlüpfen, dazu brüllten die Kinder und klatschten Beifall. Endlich, als die Erwachsenen von der Jagd erschöpft waren und die Kinder vom Spiel genug hatten, wurde von einem barmherzigen Zuseher, einem Polizisten, die Tierrettung gerufen. Genervte Anwohner hatten die Polizei informiert. Der Tierrettung gelang es gleich, den Hund einzufangen: Der Teddybär wurde einfach gegen ein Stück Wurst eingetauscht. Welcher Hund kann dem Angebot, ein Stück Wurst zu bekommen, widerstehen? Der Hund wurde von der Tierrettung mitgenommen. Nun war wieder Ruhe im Park. Nur ein Polizist sah gedankenvoll mit dem Teddy in der Hand der davonfahrenden Tierrettung nach. Er nahm den Teddy auf die Inspektion mit und zeigte ihn den Kollegen. Einer der Polizisten sagte: „Der ist durch die Brust geschossen!“ Bei genauer Betrachtung sah es tatsächlich so aus, dass dem Stofftier durch die Brust geschossen worden war. An seiner Rückseite waren Blutspuren zu bemerken. Spuren menschlichen Blutes, wie die Gerichtsmedizinerin feststellte. Daraufhin räumten die Beamten von mehreren Funkstreifen den Park von den Besuchern und begannen mit einer sorgfältigen Durchsuchung. Jedes Gebüsch wurde angeschaut, selbst in den Blumenrabatten wurde Nachschau gehalten und der Sand der Sandkiste durchwühlt. Man wollte unbedingt ein Geschoss finden, das den Teddy durchlöchert haben könnte. Die Mütter standen mit ihren Kindern am Rand des Parks und sahen neugierig zu. Zuvor hatten sie sich ja über die Räumung beschwert, jetzt aber rätselten sie, was die Polizisten so eifrig suchten. Schließlich wurde die Aktion abgeblasen, die Dursuchung des Parks ergab nichts. Endlich wurden auch die Parkbesucher befragt, woher der Hund gekommen sei und ob der hässliche Teddy einem der Kinder gehörte. Da niemand die Fragen beantworten konnte, der Hund war einfach da, er schien herrenlos zu sein und folgte wie die Kinder dem Spieltrieb, rückte die Polizei wieder ein und gab den Park frei. Der Diensthabende der Polizeiinspektion rief schließlich die Tierrettung an, in der Hoffnung, den sorglosen Hundehalter ausfindig machen zu können. Aber die Tierrettung hatte den Hund bereits in ein Tierheim gebracht. Also wurde dort angerufen und festgestellt, dass der Hund einen Chip mit den Daten seines Besitzers implantiert hatte. Nachdem also der Hundebesitzer festgestellt war, klingelten zwei Funkstreifenbeamten an seiner Wohnungstür. „Der Herr Nachbar ist nicht da“, sagte eine neugierige Nachbarin. „Wo ist denn ihr Nachbar?“, wollte die Polizei wissen. „Was hat er denn angestellt?“ „Nichts. Wir wollen ihm nur etwas bringen, was augenscheinlich ihm gehört.“ „Dann müssen Sie ins Spital fahren, der Nachbar ist im Stiegenhaus über seinen bellenden Hund gefallen und hat sich ein Bein gebrochen.“ „In welches Spital hat man ihn gebracht?“ „Das weiß ich doch nicht. Die Rettung war nicht sehr auskunftsfreudig. Und das mir! Ich habe ja seinen Sturz beobachtet und die Rettung gerufen. Ohne mich läge er ja noch immer da.“ „Wann war denn das?“, mischte sich der zweite Polizist freundlich ein, der bis jetzt nur schweigend zugesehen hatte. „Tag, Stunde, diese Woche oder früher?“ „Diese Woche, am Montag, um 7 Uhr. Der Nachbar muss ja in den Dienst fahren und der arme Hund muss den ganzen Vormittag alleine zu Haus bleiben. Da geht er in der Früh mit ihm noch einmal äußerln.“ Mit dem Datum und den Termin des Rettungseinsatzes war es den Polizisten leicht zu erfahren, dass der Gestürzte ins AKH gebracht wurde. Also fuhr die Funkstreife zum AKH. Hatten sie doch den Auftrag bekommen, ja nicht ohne den verantwortlichen Eigentümer des Hundes heimzukommen. Der Hundebesitzer war erstaunt, dass zwei Polizisten nach seinem Vierbeiner fragten. „Der ‚Flocki‘ ist bei der Annemarie Schopf untergebracht. Solange ich im Spital bin, passt sie auf den Hund auf. Die Schopf war Krankenschwester und betreut jetzt, nach ihrer Pensionierung, fallweise alte Menschen. Sie hat auch nach meiner Mutter gesehen, wenn ich auf Auslandsreise war. ‚Flocki‘ hat sie dadurch gekannt und er ist bei ihr sicher gut aufgehoben. Ist der Schopf etwas passiert, wenn der ‚Flocki‘ alleine herumläuft?“ „Das wissen wir nicht“, sagte der eine Polizist. „Wo wohnt Annemarie Schopf?“, wollte der zweite Polizist wissen. „In der Josefstadt. Die genaue Adresse kenn ich nicht, ich hab sie nur immer angerufen. Moment“, der Hundebesitzer nahm sein Handy vom Nachttisch und wählte eine vorprogrammierte Nummer. „Sie meldet sich nicht. Wollen Sie die Nummer haben?“ Man schrieb sich die Nummer auf. „Die Adresse wäre sicher auch hilfreich.“ „Die können Sie aber hier im Spital erfahren, die Schopf hat in dieser Abteilung gearbeitet.“ Die Oberschwester hatte die gewünschte Adresse. Die Funkstreifenbeamten fuhren zur Wohnung der Krankenschwester und klingelten. Nachdem auf das wiederholte Klingeln niemand öffnete, steckten die Beamten eine Benachrichtigung mit der Bitte ihre Polizeiinspektion zu kontaktieren in den Postkasten und rückten wieder ein, um Meldung zu erstatten. Nachdem auch am nächsten Tag nichts von Frau Schopf zu hören war, wurden die beiden Funkstreifenbeamten wieder ausgeschickt. „Ist das nicht schon ein Fall für die Kriminalpolizei?“ „Jetzt fragt einmal die Nachbarn, ob die etwas über Frau Schopf wissen, dann sehn wir weiter“, war die Antwort des Stellenleiters. Natürlich öffnete auf das Klingeln an Frau Schopfs Wohnungstür niemand. Nachbarn waren keine zu Hause, nur der alte Mann in der kleinen Parterrewohnung war da. Auf die Frage, ob er wisse, wo Frau Schopf ist, sagte er erleichtert: „Ich hab mich gerade angezogen, um zur Polizeiinspektion zu gehen, ich mache mir Sorgen um die Annemarie. Ich hab sie zuletzt gestern Früh gesehen, wie sie mit dem ‚Flocki‘ Gassi gegangen ist. Am Nachmittag hätte sie mir den Hund bringen sollen, da wäre ich mit dem Spaziergang an der Reihe gewesen. Der Hund hätte bei mir dann bis zum Abend bleiben sollen, bis ihn die Annemarie abgeholt hätte.“ „Haben Sie einen Schlüssel für die Wohnung der Frau Schopf?“ „Nein. Sie hat immer mich kontaktiert.“ Nach Rücksprache mit dem Inspektionskommando wurde beschlossen, die Eingangstür zur Wohnung Schopf öffnen zu lassen. Der gerufene Schlosser stellte bald fest, dass die Tür nur zugemacht aber nicht versperrt war. Als man die Tür öffnen wollte, sie ging nach innen auf, stieß man auf ein Hindernis: Annemarie Schopf lag erschossen in ihrem Vorzimmer. Sie lag am Rücken, mit den Füßen zur Tür. Die Tür stieß an die Füße an und ließ sich daher nicht ganz öffnen. Nun wurde die Kriminalpolizei benachrichtigt. Chefinspektor Kleinschmied und seine Kriminalassistentin Bezirksinspektor Berta Dolies bekamen den Fall übertragen und erschienen am Tatort, wo sie von den Funkstreifenbeamten informiert wurden. Die Gerichtsmedizinerin Doktor Agnes Burgfried stellte auf die übliche Frage Kleinschmieds nach der ungefähren Todeszeit fest: „Gestern später Vormittag.“ „Der Gesichtsausdruck, Frau Doktor?“, fragte Frau Dolies. „Überrascht.“ „Zwischen überrascht und entsetzt“, korrigierte Kleinschmied. „Was kann da passiert sein?“ „Sie öffnete und war überrascht“, versuchte es Frau Dolies. „Hat die Waffe gesehen und hatte keine Zeit mehr, richtig...