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E-Book, Deutsch, Band 153, 64 Seiten

Reihe: Lore-Roman

Fischer Lore-Roman 153

Sie liebten und sie stritten sich
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-4538-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Sie liebten und sie stritten sich

E-Book, Deutsch, Band 153, 64 Seiten

Reihe: Lore-Roman

ISBN: 978-3-7517-4538-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Juliane Herzog ist Kunsthistorikerin und schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit. Ihrem Vater aber wäre es lieber, sie würde etwas Anständiges machen und beim Kurier einsteigen. Der alte Herzog ist stolz auf das Familienunternehmen seit Generationen. Immerhin habe er aus dem Käseblatt eine der größten Zeitungen Deutschlands gemacht.
Als Herzog jedoch plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, ist es an Juliane, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Sie soll den Kurier von der Pike auf kennenlernen. Das Testament verfügt jedoch, dass Verlagsleiter Rethemann das letzte Wort hat, wenn es um die Nachfolge geht. Juliane tobt vor Wut. Wenn sie eines nicht leiden kann, dann sind es patriarchalische Machtstrukturen. So entsinnt sie einen Plan und entscheidet, unter falschem Namen ein Volontariat zu beginnen. Eine Extrawurst möchte sie nicht. Sie wird diesem Rethemann schon beweisen, dass sie ihren Vater ersetzen kann ...

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Sie liebten und sie stritten sich Ein beschwingter Liebesroman Von Ursula Fischer Juliane Herzog ist Kunsthistorikerin und schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit. Ihrem Vater aber wäre es lieber, sie würde etwas Anständiges machen und beim Kurier einsteigen. Der alte Herzog ist stolz auf das Familienunternehmen seit Generationen. Immerhin habe er aus dem Käseblatt eine der größten Zeitungen Deutschlands gemacht. Als Herzog jedoch plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, ist es an Juliane, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Sie soll den Kurier von der Pike auf kennenlernen. Das Testament verfügt jedoch, dass Verlagsleiter Rethemann das letzte Wort hat, wenn es um die Nachfolge geht. Juliane tobt vor Wut. Wenn sie eines nicht leiden kann, dann sind es patriarchalische Machtstrukturen. So entsinnt sie einen Plan und entscheidet, unter falschem Namen ein Volontariat zu beginnen. Eine Extrawurst möchte sie nicht. Sie wird diesem Rethemann schon beweisen, dass sie ihren Vater ersetzen kann ... Ein belustigtes Lächeln glitt über Juliane Herzogs Gesicht, als sie ihren Vater bei der Lektüre seiner Zeitung beobachtete. Seine Züge waren ungewöhnlich ausdrucksvoll. Nach anfänglichem Stirnrunzeln glätteten sie sich, dann begann er zu schmunzeln, und zum Schluss strahlte er. »Hast du gelesen?«, fragte Georg Herzog seine Tochter. »Das musst du unbedingt lesen!« Er faltete die Zeitung zusammen und reichte sie Juliane hinüber, aber seine Tochter machte keine Anstalten, das Blatt entgegenzunehmen. »Vielen Dank«, lehnte sie ab, »aber leider befinde ich mich nicht auf dem intellektuellen Niveau, Gefallen an deiner Zeitung zu finden.« »Sei nicht immer so verdammt hochnäsig«, polterte der alte Herr los. Juliane war seine Tochter aus zweiter Ehe, er hatte eine sehr viel jüngere Frau geheiratet, die aber vor einigen Jahren einer tückischen Infektionskrankheit erlegen war. »Wir leben von unserer Zeitung, und wir leben nicht schlecht davon. Du solltest Gott auf den Knien danken, dass so viele Menschen nicht deinen hochgestochenen Geschmack teilen. Ohne diese Zeitung könntest du nicht so leben, wie du es jetzt tust. Du müsstest arbeiten wie andere auch, und wahrscheinlich würdest du dann in den Arbeitspausen meine Zeitung lesen. Wir bringen nämlich, was die Leute interessiert, keinen intellektuellen Quatsch.« »Und was interessiert die Leute deiner Meinung nach? Mord und Totschlag, Sport – und natürlich jede Menge Klatsch über Prominente.« »Jawohl! Und was hast du dagegen? Über Politik ärgern sich die Menschen nur, und wer meine Zeitung liest, der soll sich nicht ärgern.« Das Lächeln war vollkommen von seinem Gesicht verschwunden, er sah jetzt richtig verbissen und grimmig aus. »Wenn ich einmal sterben sollte, was wird dann aus unserer Zeitung? Du bist überhaupt nicht imstande, sie weiterzuführen. Aber es ist ein Familienunternehmen seit Generationen, und ich war es, der unsere Zeitung aus einem Käseblatt zu einer der größten Zeitungen Deutschlands gemacht hat. Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, ich bin stolz darauf. Mir scheint, wir haben dich falsch erzogen, liebe Juliane.« »Weil ich keine Lust habe, irgendeinen idiotisch geschriebenen Artikel zu lesen?«, fragte die junge Dame spöttisch. »Er ist nicht idiotisch geschrieben. Rethemann hat ihn verfasst, und was Rethemann im kleinen Finger hat, das hast du nicht im Kopf. Der Mann besitzt einfach ein Gespür für das, was die Leute lesen wollen. So etwas kann man nicht lernen. Entweder hat man es, oder man hat es nicht.« »Ich fürchte, ich habe es nicht, wenn du mich meinst«, stellte Juliane spöttisch fest. »Ich bekomme immer das große Gähnen, wenn ich mich einmal aufraffe, einen Blick in dein interessantes Blättchen zu werfen. Scheidungsgeschichten im Hause sowieso? Mein Gott, wie mich das interessiert!« »Dein Studium hat dich verdorben, daran liegt es. Hättest du wenigstens etwas Vernünftiges studiert! Aber nein, dazu ist man ja zu fein, es muss Kunstgeschichte oder so ein Mist sein, der niemandem etwas nützt.« Julianes Gesicht rötete sich vor Zorn. »Du sprichst über Dinge, von denen du überhaupt nichts verstehst«, stellte sie fest. »Ach nee! Ich bin wohl zu dumm, um dein Gesprächspartner zu sein, wie? Ich habe ja auch bloß Buchdrucker gelernt und nicht studiert, und ein Mensch fängt wohl erst mit abgeschlossenem Studium an, vollwertig zu sein, vielleicht wenn man Herr Doktor sagen darf. Ich will dir mal was erzählen, liebe Juliane: Ich habe von der Pike auf gelernt, und einige Doktoren arbeiten für mich, und sie sind glücklich, dass sie für mich arbeiten dürfen. Und von denen kommt keiner auf den Gedanken, auf mich herunterzusehen. – Würde ich ihnen übrigens auch nicht geraten haben«, setzte er hinzu. »Das ist eben alles Ansichtssache. Es freut mich, dass du dich für dein Blatt erwärmen kannst, aber mir musst du schon erlauben, das nicht zu tun.« »Nichts erlaube ich«, explodierte Georg Herzog und schlug bekräftigend mit der Faust auf den Tisch. »Es wird allerhöchste Zeit, dass du endlich mal den Ernst des Lebens kennenlernst. Was tust du eigentlich den ganzen Tag! Schlägst die Zeit tot, das ist alles. Hast du jemals im Leben eine Stunde gearbeitet? Nein, hast du nicht.« »Mein Studium war auch Arbeit, lieber Vater.« »Ach, das ist ja etwas ganz Neues. Du hattest jedenfalls immer viel Zeit, während du studiertest.« »Und jetzt schreibe ich an meiner Doktorarbeit.« »Wozu braucht ein Mädchen den Doktortitel, kannst du mir das sagen? Heirate gefälligst, schaff dir ein paar Kinder an, dann weißt du, wozu du auf der Welt bist. Diese oberschlauen Frauen kann kein Mann ausstehen. Jedenfalls kein richtiger Mann. Du weißt jetzt schon immer alles besser, wie soll das erst werden, wenn du ein Fräulein Doktor bist?« »Müssen wir uns wirklich schon wieder streiten?«, fragte Juliane einlenkend. »Denk an deinen Blutdruck. Der Arzt hat dir gesagt, dass du dich nicht aufregen darfst.« »Der alte Quacksalber! Der kann gut reden. Den ganzen Tag rege ich mich auf, aber das verstehst du natürlich nicht. Wenn du Geld brauchst, dann hältst du die Hand hin, und sie wird gefüllt, aber wie man das Geld erst verdient, wie schwer das ist, davon hast du keine Ahnung. Nur schlau reden, das kannst du.« Juliane Herzog schnitt mit aufreizender Gelassenheit ein Brötchen durch und bestrich es mit Butter. »Marmelade oder Wurst?«, fragte sie ungerührt. »Mir ist der Appetit vergangen!«, fuhr der Mann sie an. »Wenn man mit dir spricht, dann ist es, als redet man gegen eine Wand. Eine Wand versteht genauso viel wie du. Juliane, ich habe nur dich, und – du musst allmählich mal anfangen, dich für die Zeitung zu interessieren. Wenn du wenigstens einen Mann heiraten würdest, der vom Fach ist. Aber was tust du? Ziehst mit Idioten wie diesem Siedenburg durch die Welt.« »Oliver ist außergewöhnlich intelligent.« »Ein Idiot ist er«, beharrte ihr Vater auf seiner vorgefassten Meinung. »Auch so ein Studierter. Es ist merkwürdig, bei mir im Betrieb sind alle, die Erfolg haben, sogenannte Aufsteiger. Und die Herren Akademiker, die stehen im zweiten Glied. Auch wenn sie noch so gute Zeugnisse von der Universität vorzeigen konnten. Dort hat man ihnen den Kopf mit lauter Unsinn vollgestopft.« »Mag sein, dass du solche Erfahrungen gemacht hast, aber du darfst sie nicht verallgemeinern.« »Ach, mir wird jetzt schon gesagt, was ich darf und was ich nicht darf?«, fragte Georg Herzog höhnisch. »Fehlt nur noch, dass du von mir verlangst, ich solle dir erlauben, meine Zeitung zu begutachten, bevor sie erscheint. Was soll nur aus dem Blatt werden, wenn ich einmal nicht mehr bin? Ich kann jeden Tag tot umfallen, das weißt du. Aber kümmert dich das? Nein! Man bekommt ja sein Geld, und woher es kommt, darüber macht sich mein studiertes Fräulein Tochter keine Gedanken. Geld ist eben da. Ich hätte besser aufpassen müssen, deine Mutter hat dich schlecht erzogen. Sie hatte auch solch einen merkwürdigen Hang nach oben, für Kunst und solchen Quatsch. Wer braucht Kunst, außer den Künstlern? Die leben davon, weil es Dumme gibt, die sich einreden lassen, Kunst gehöre zum höheren Leben. Ich bin jetzt über sechzig Jahre alt geworden, aber ich habe nie Kunst gebraucht und mich immer in meiner Haut wohl gefühlt.« »Warum willst du nicht zugeben, dass die Menschen verschieden sind?«, fragte Juliane gelassen. »Das gebe ich zu. Nur in deinem Fall ist das etwas anderes. Es geht immerhin um mein Lebenswerk. Wenn du einmal die Zeitung erbst, und wenn Rethemann zur Konkurrenz geht ... Der Mann ist nicht mit Gold aufzuwiegen, und er ist keiner, der so viel Geduld hat wie ich, der sich von einem aufgeblasenen Frauenzimmer etwas sagen lassen würde. Rethemann hat das nämlich nicht nötig.« »Ich werde mich ihm immer in Demutshaltung nähern, wenn es einmal so weit ist«,...



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