Buch, Deutsch, Band 587, 216 Seiten, GB, Format (B × H): 127 mm x 196 mm, Gewicht: 323 g
Reihe: Philosophische Bibliothek
Buch, Deutsch, Band 587, 216 Seiten, GB, Format (B × H): 127 mm x 196 mm, Gewicht: 323 g
Reihe: Philosophische Bibliothek
ISBN: 978-3-7873-1817-9
Verlag: Felix Meiner Verlag
Nach Hartmann gibt es keinen einheitlichen ›moral sense‹, sondern eine irreduzible Vielfalt moralischer Gefühle. Reine Vernunftmoral bleibt abstrakt und unzulänglich auf der Ebene der Motivation. Reine Gefühlsmoral, welche einzelne Gefühle wie Stolz, Ehre, Vergeltung oder Dankbarkeit, Geselligkeit, Mitleid, Pietät oder Treue verabsolutiert, führt dagegen zu einer Unterbestimmung oder Verirrung der ethischen Urteilsfindung. Gegen den methodischen Isolationismus, der ein einziges Gefühlsprinzip zum Fundament der Ethik erhebt, legt Hartmann dar, wie sich diverse Gefühle gegenseitig stützen und modifizieren. Kündigt sich in den einzelnen moralischen Gefühlen bereits eine unbewusste Struktur und Zweckorientierung an, so muss diese in späteren Teilen der Ethik explizit gemacht und begründet werden.
Der Abschnitt über die Gefühlsmoral bietet einen leicht verständlichen Zugang zu Hartmanns Ethik und ist besonders geeignet, seine Bedeutung als Anreger und Wegbereiter einer phänomenologisch und kulturphilosophisch orientierten Ethik, die im 20. Jahrhundert von Max Scheler, Albert Schweitzer und Otto Friedrich Bollnow fortgeführt wurde, zu verdeutlichen.




