E-Book, Deutsch, 207 Seiten
Hell Öffentlicher Personennahverkehr
1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-540-34209-0
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Herausforderungen und Chancen
E-Book, Deutsch, 207 Seiten
ISBN: 978-3-540-34209-0
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Das Buch zur gleichnamigen ifmo-Konferenz enthält Beiträge zur künftigen Entwicklung, zu Auswirkungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie Diskussionsbeiträge. Darunter folgende Themen: neue Betreibermodelle, Mobilität in Ballungsräumen, Zielgruppen des ÖPNV, Marktchancen innovativer Verkehrsangebote in Ballungsräumen, Chancen des ÖPNV im ländlichen Raum, Wettbewerb und Innovationspotenziale.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Geleitwort;5
2;Vorwort;7
3;Inhaltsverzeichnis;11
4;I. Veränderung der Rahmenbedingungen des ÖPNV;16
4.1;1 Reform zur Marktöffnung im Nahverkehr – Bewältigung der Daseinsvorsorgeaufgabe im Wettbewerb;18
4.1.1;1.1 Was bedeutet Daseinsvorsorge im ÖPNV?;18
4.1.2;1.2 Was bedeutet Wettbewerb im ÖPNV?;19
4.1.3;1.3 Rahmenbedingungen des Wettbewerbs;20
4.1.3.1;1.3.1 Angebotsgestaltende Mindeststandards;20
4.1.3.2;1.3.2 Marktzugangsbeschränkung durch exklusive Rechte – Genehmigungswettbewerb;21
4.1.3.3;1.3.3 Marktregulierung durch Eigenproduktion;22
4.1.4;1.4 Einflussnahme durch öffentliche Finanzierung;23
4.1.4.1;1.4.1 Gewährleistung der Daseinsvorsorge im ÖPNV – öffentliche Aufgabenträger;23
4.1.4.2;1.4.2 Öffentliche Finanzierung gemeinwirtschaftlicher Verkehre – Ausschreibungswettbewerb;23
4.1.4.3;1.4.3 Öffentliche Finanzierung eigenwirtschaftlicher Verkehre;24
4.1.4.4;1.4.4 Rechtliche Bewertung der Finanzierungspraxis;25
4.1.5;1.5 Novellierung des europäischen Rechtsrahmens;26
4.1.6;1.6 Trends und Perspektiven;28
4.1.6.1;1.6.1 Neue Anforderungen an die Daseinsvorsorge;28
4.1.6.2;1.6.2 Entwicklung der Daseinsvorsorge im Wettbewerb;29
4.1.6.3;1.6.3 "Nebenwirkungen des Wettbewerbs";31
4.1.7;1.7 Fazit;33
4.1.7.1;1.7.1 Formen des Wettbewerbs;33
4.1.7.2;1.7.2 Grundsätzlicher Novellierungsbedarf;34
4.1.7.3;1.7.3 Reformfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs;34
4.2;2 Der finanz-, umwelt- und verkehrspolitische Rahmen: Womit kann oder muss der ÖPNV rechnen?;36
4.2.1;2.1 Einleitung;36
4.2.2;2.2 Die gegenwärtige öffentliche ÖPNV-Förderung;37
4.2.2.1;2.2.1 Höhe und Struktur der gegenwärtigen ÖPNV-Förderung;37
4.2.2.2;2.2.2 Die wichtigsten Förderinstrumente im Überblick;37
4.2.2.3;2.2.3 Legitimation der öffentlichen ÖPNV-Förderung;40
4.2.3;2.3 Die Bedeutung der Legitimationsgrundlagen;42
4.2.3.1;2.3.1 Gemeinwohl und Daseinsvorsorge;42
4.2.3.2;2.3.2 Verringerung der verkehrsinduzierten Umweltbelastungen;46
4.2.3.3;2.3.3 Die volkswirtschaftliche Bedeutung des ÖPNV;49
4.2.4;2.4 Fazit;51
4.3;3 Anspruchsvolle Umweltstandards im ÖPNV fördern: durch Wettbewerb und eine Reform der Finanzierung. Ein Beitrag auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität;54
4.3.1;3.1 Einleitung;54
4.3.2;3.2 Die Bedeutung des ÖPNV für eine nachhaltige Mobilität;55
4.3.2.1;3.2.1 Umweltvorteile des ÖPNV;55
4.3.2.2;3.2.2 Kosteneinsparungen durch Minderung des MIV;60
4.3.2.3;3.2.3 Gewährleistung einer Mobilität ohne Auto;61
4.3.3;3.3 Intransparenz und Ineffizienz der heutigen ÖPNV-Finanzierung;62
4.3.4;3.4 Anforderungen an eine künftige ÖPNV-Finanzierung;64
4.3.4.1;3.4.1 Beispiele aus den Bundesländern zur Reform der ÖPNV-Finanzierung;65
4.3.5;3.5 Öffentlicher Personenverkehr mit Bussen und Bahnen und Beschäftigungspotenziale;67
4.3.6;3.6 Fazit;69
4.4;4 Vom Kopf auf die Füße: Randbedingungen und Gedankenmodelle zu neuen Betreibermodellen im öffentlichen Verkehr;72
4.4.1;4.1 Überblick;72
4.4.2;4.2 Infrastrukturpolitik und Verkehrsentwicklung;73
4.4.3;4.3 Demografischer und wirtschaftsstruktureller Wandel;77
4.4.4;4.4 Konsequenzen für den Betrieb öffentlicher Verkehre;83
5;II. Anforderungen der (potenziellen) Kunden;90
5.1;5 Mobilitätsstile in Ballungsräumen – Zielgruppen für den ÖPNV;92
5.1.1;5.1 Was sind Ballungsräume?;92
5.1.2;5.2 Metropolregionen;94
5.1.3;5.3 Verkehrsverhalten im Ballungsraum versus Nicht-Ballungsraum;98
5.1.4;5.4 Pluralisierung der Lebensstile;100
5.1.5;5.5 Die Bedeutung von Lebens- und Mobilitätsstilen für den ÖPNV;102
5.2;6 Marktchancen innovativer Verkehrsangebote im Personenverkehr von Ballungsräumen;106
5.2.1;6.1 Angebotsinnovationen als Voraussetzung für Verkehrsverlagerungen im Personenverkehr;106
5.2.1.1;6.1.1 Angebotsinnovationen als Voraussetzung für Verkehrsverlagerungen im Personenverkehr;106
5.2.1.2;6.1.2 Einzelwirtschaftliche Notwendigkeiten von Angebotsinnovationen als Voraussetzung für Verkehrsverlagerungen;109
5.2.2;6.2 Der Pkw-Kauf prädeterminiert die situationsbedingte Verkehrsmittelwahl – daher sind Alternativen gefragt;110
5.2.3;6.3 Präferenzanalyse zur Abschätzung der Nutzerakzeptanz;111
5.2.3.1;6.3.1 Das Conjoint-Experiment als Komposition von Pkw, ÖPNV und Automobilität nach Bedarf (AnB);111
5.2.3.2;6.3.2 Darstellung des ÖPNV im Conjoint-Experiment;114
5.2.3.3;6.3.3 Darstellung der Automobilität nach Bedarf (AnB) im Conjoint-Experiment;115
5.2.3.4;6.3.4 Darstellung des Pkw im Conjoint-Experiment;116
5.2.3.5;6.3.5 Die "Mechanik des Conjoint-Experiments";117
5.2.4;6.4 Nutzensegmentierung: drei (kleine) Segmente mit Affinität zur kombinierten Verkehrsmittelnutzung; vier große mit Präferenz für den Pkw;120
5.2.5;6.5 Angebotsverbesserungen und Parkraumbewirtschaftung –Wie stark lässt sich die Grundsatzentscheidung beeinflussen ?;122
5.2.6;6.6 Fazit und weiterer Forschungsbedarf;125
5.2.7;6.7 Danksagung;125
5.3;7 Mit dem ÖPNV in die Zukunft!?;128
5.3.1;7.1 Herausforderung ÖPNV;128
5.3.2;7.2 Der ÖPNV aus dem Blickwinkel des Bürgers;130
5.3.2.1;7.2.1 Nutzungshäufigkeit: Jeder dritte Bundesbürger nutzt den ÖPNV mindestens wöchentlich;130
5.3.2.2;7.2.2 Leistungsmerkmale: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit stimmen, kritisch bei Preis/Leistung;131
5.3.2.3;7.2.3 Zusatzleistungen als Wachstumspotenzial;132
5.3.2.4;7.2.4 Wahrnehmung des ÖPNV durch Nicht-Kunden;133
5.3.2.5;7.2.5 Aktionsportfolio: Brennpunkte identifizieren;134
5.3.2.6;7.2.6 Bewertung;135
5.3.3;7.3 Der ÖPNV aus der Delphi-Perspektive;136
5.3.3.1;7.3.1 Finanzierung sichern;136
5.3.3.2;7.3.2 Kundenorientierung verstärken, Qualitätssicherung ausbauen;137
5.3.3.3;7.3.3 Politische Handlungsfelder;139
5.3.3.4;7.3.4 Leitbild modernisieren, ÖPNV-Begriff zeitgemäß anpassen;140
6;III. Angebotsstrategien aus der Praxis;144
6.1;8 Konzept zur integrierten Optimierung des Berliner Nahverkehrs;146
6.1.1;8.1 Einleitung;146
6.1.2;8.2 Kundenanforderungen;149
6.1.3;8.3 Verkehrsströme;152
6.1.4;8.4 Auslastung;155
6.1.5;8.5 Netzstrategie;156
6.1.6;8.6 Kundeneinbindung;159
6.1.7;8.7 Fazit;160
6.2;9 Der ÖPNV der Zukunft. Markteintrittstrategien aus der Sicht eines Newcomers;162
6.2.1;9.1;162
6.2.2;9.1 Der ÖPNV-Markt;162
6.2.2.1;9.1.1 Die Rechtsentwicklung und die Folgen;163
6.2.2.2;9.1.2 Starker Konsolidierungsdruck;164
6.2.2.3;9.1.3 ABELLIO stellt sich den Herausforderungen;165
6.2.3;9.2 Wer oder was ist ABELLIO?;165
6.2.4;9.3 Marktbearbeitungsstrategie der ABELLIO;169
6.2.4.1;9.3.1 Kerngeschäftsfelder;170
6.2.4.2;9.3.2 Consulting;171
6.2.4.3;9.3.3 Technische Systeme;172
6.2.4.4;9.3.4 Nahverkehrsmanagement;173
6.2.4.5;9.3.5 Betriebsleittechnik und Fahrgastinformation;174
6.2.4.6;9.3.6 Planung und Disposition: Das Anruf-Bus-System;174
6.2.4.7;9.3.7 Verkehrsmanagementsystem;175
6.2.5;9.4 Was bringt die Zukunft?;176
6.3;10 Die Chancen des ÖPNV im ländlichen Raum. Neue Mobilitätsangebote im Rahmen des Projekts IMPULS 2005;178
6.3.1;10.1 Anforderungen: Ziel und Innovationen des Projekts;178
6.3.1.1;10.1.1 Ziel: Neue Mobilitätsangebote in der Region;178
6.3.2;10.2 Wissenschaftliche Konzeption: Innovative Vernetzung von Angebot und Nachfrage;179
6.3.3;10.3 Umsetzung – Demonstration;179
6.3.3.1;10.3.1 Mobilitätsnachfrage und -angebote;182
6.3.3.2;10.3.2 Mobilitätsinformation und -management;182
6.3.3.3;10.3.3 Fahrzeugortung und Anschlusssicherung;183
6.3.4;10.4 Ergebnisse und Ausblick;183
6.3.4.1;10.4.1 RufBusse;183
6.3.4.2;10.4.2 Bürgerbus;184
6.3.4.3;10.4.3 Sonderverkehre und einmalige Eventverkehre;185
6.3.4.4;10.4.4 Regionale Kooperationen;185
6.3.5;10.5 Technische Rahmenbedingungen;186
6.3.5.1;10.5.1 Mobilitätsberatung und -information;186
6.3.5.2;10.5.2 Erweiterung von VBB-fahrinfo;186
6.3.5.3;10.5.3 www.BrandenburgerMarktplatz.de;187
6.3.5.4;10.5.4 Park-and-Ride-Informationen im Internet;187
6.3.5.5;10.5.5 Fahrzeugtechnik und -kommunikation;187
6.3.6;10.6 Rechtlicher Regelungsbedarf;188
6.3.7;10.7 Resümee und Ausblick;189
6.4;11 Der Wettbewerb im ÖPNV in Hessen am Beispiel des Rhein- Main- Verkehrsverbundes;190
6.4.1;11.1 Warum Wettbewerb in Hessen?;190
6.4.2;11.2 Übergang in drei Phasen;192
6.4.2.1;11.2.1 Übergang im Schienenverkehr;194
6.4.2.2;11.2.2 Übergang im Busverkehr;195
6.4.3;11.3 Instrumente und Verfahren;196
6.4.3.1;11.3.1 Nahverkehrspläne;196
6.4.3.2;11.3.2 Verkehrs- und Verkehrs-Service-Verträge;197
6.4.3.3;11.3.3 Teilnetze im Schienenverkehr;197
6.4.3.4;11.3.4 Linienbündel im Busverkehr;199
6.4.3.5;11.3.5 Vergabeverfahren;200
6.4.4;11.4 Erste Erfahrungen;202
6.4.4.1;11.4.1 Schienenverkehr;203
6.4.4.2;11.4.2 Busverkehr;207
6.4.4.3;11.4.3 Bewertung;207
7;Die Autoren;210
7 Mit dem ÖPNV in die Zukunft!?
Florian Eck
Deutsches Verkehrsforum, Berlin
7.1 Herausforderung
ÖPNV Mit rund 9,8 Milliarden Fahrgästen, über 91 Milliarden Personenkilometern und Einnahmen von knapp 9 Milliarden Euro im Jahr besitzt der öff entliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland eine große Bedeutung für Mobilität und Wirtschaft . Der ÖPNV-Markt hat sich in den letzten Jahren signifi kant gewandelt und steht immer noch vor drastischen Veränderungen: Liberalisierung, Privatisierung und Marktöff nung für neue Wettbewerber lassen ebenso neue Strukturen entstehen wie der Verkauf von Verkehrsunternehmen an internationale Betreiber.
Eine der wichtigsten Aufgaben des zukünft igen öff entlichen Personennahverkehrs wird darin bestehen, die Mobilität der Menschen unter sich ändernden gesellschaft lichen und wirtschaft lichen Rahmenbedingungen langfristig zu sichern. Vor dem Hintergrund zunehmenden Kostendrucks und geringerer Finanzierung durch die öff entliche Hand, steigender Kundenanforderungen und stärkerer Konkurrenz durch das Auto sehen sich die Verkehrsunternehmen zur Sicherstellung der Mobilität zukünft ig verstärkt großen Herausforderungen gegenüber, die nur mit neuen Ideen und fl exiblen Konzepten bewältigt werden können. Zusätzlich fordert die Europäische Union einen freien und wettbewerbsorientierten europäischen Verkehrsmarkt mit mehr Eigenwirt schaft lichkeit und Kundenorientierung der Verkehrsbetriebe.
Der gegenwärtige öff entliche Personennahverkehr steht folglich vor einem großen Umbruch. Wie muss er sich zukünft ig orientieren, um die von ihm erwartete Sicherstellung der Mobilität wirtschaft lich und zur Zufriedenheit der Kunden erfüllen zu können? Das Studienprojekt „Der ÖPNV-Markt der Zukunft " des Deutschen Verkehrsforums gibt Antworten auf diese Frage. Das erklärte Ziel war, die bis 2015 zu erwartenden Entwicklungen in den einzelnen zukunft srelevanten Th emenfeldern wie Finanzierung, Marktzugang und -struktur, Vertrieb und Tarifi erung, Privatisierung, Qualität und Qualitätssteuerung sowie Infrastruktur aufzuzeigen.
Das Projekt setzt sich aus zwei wesentlichen Bausteinen zusammen:
* Eine Befragung von Kunden und Nicht-Kunden in den Jahren 1996 und 2003, die von INFAS im Auft rag des Deutschen Verkehrsforums durchgeführt wurde, lieferte neben dem Nutzungsprofi l einen Überblick über die Anforderungen der tatsächlichen und potenziellen Kunden an den ÖPNV. Dadurch ergab sich ein genaues Bild über die Stellschrauben für die Weiterentwicklung des ÖPNV aus Kundensicht.
* Eine Untersuchung nach der Delphi-Methodik skizzierte den ÖPNV-Markt der Zukunft aus Expertensicht. Dieser Projektteil wurde im Auft rag des Deutschen Verkehrsforums und mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom Lehrstuhl Prof. Rainer Lasch an der Technischen Universität Dresden und von Wagener & Herbst Management Consultants GmbH bearbeitet. Zwei Fragerunden unter rund 250 Experten lieferten die Datenbasis, die in zwei Evaluierungsworkshops noch weiter ergänzt und verdichtet wurde.
Nachfolgend werden einige Auszüge aus den Untersuchungsergebnissen vorgestellt, die einen kurzen Überblick über den ÖPNV-Markt der Zukunft geben sollen.
7.2 Der ÖPNV aus dem Blickwinkel des Bürgers
7.2.1 Nutzungshäu. gkeit: Jeder dritte Bundesbürger nutzt den ÖPNV mindestens wöchentlich
Nach der Untersuchung des Deutschen Verkehrsforums (alle Zahlen im Folgenden nach: Deutsches Verkehrsforum 2003) nutzt etwa ein Drittel der Bundesbürger mindestens wöchentlich Bus, Bahn oder Zug. Die Mehrzahl der Kunden sind Gelegenheitsnutzer. Ein Viertel hingegen gab an, nicht mit öff entlichen Nahverkehrsmitteln zu fahren. Gegenüber der ähnlich strukturierten Befragung des Deutschen Verkehrsforums im Jahr 1996 ergab sich eine deutliche Abnahme der Gruppe der „Nicht-Nutzer" (von 36 Prozent auf 25 Prozent der Befragten).




