Marx | Die drei ??? Die sieben Tore (drei Fragezeichen) | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Die drei ???

Marx Die drei ??? Die sieben Tore (drei Fragezeichen)


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-440-14195-3
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Die drei ???

ISBN: 978-3-440-14195-3
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer ist der unheimliche Mr Carter, der in einem düsteren alten Schloss lebt und aussieht wie ein abgemagerter Vogel? Auch sein Auftrag für die drei ??? ist mehr als seltsam: "Findet das Versteck bei den sieben Toren". Was zunächst harmlos klingt, entpuppt sich als äußerst gefährliches Unterfangen. Justus, Peter und Bob müssen Räume betreten, deren Türen sie besser nicht geöffnet hätten, und entdecken dabei völlig Unglaubliches ...

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Das erste Tor
Das schmiedeeiserne Tor war rostig und halb von Kletterpflanzen und anderem Gestrüpp überwuchert, das die Sicht durch die verschlungenen Gitterstäbe verwehrte. So weit das Auge reichte grenzte der Eisenzaun die lehmige Straße vom dahinter liegenden Grundstück ab. Regenschwere Wolken zogen über den Himmel und fraßen das Licht der untergehenden Sonne. Bald würde es ganz dunkel sein. Justus schluckte schwer und stieg aus dem Taxi. Ratlos blieb er vor dem Tor stehen und spähte durch das zugewachsene Gitter. »Ganz schön düster, was?«, fragte der Fahrer durchs heruntergekurbelte Fenster. »Wohnt da überhaupt jemand?« »Ich nehme es an.« »Soll ich vielleicht hier auf dich warten, Junge?« »Nicht nötig, danke sehr«, beteuerte Justus, ohne sich zu ihm umzudrehen. Noch immer war sein Blick auf das Tor gerichtet. Dahinter lag unbekanntes Terrain. Der Taxifahrer räusperte sich. »Es ist wirklich nett von Ihnen, aber ich komme schon zurecht.« »Mag ja sein. Hätte trotzdem gern mein Geld.« Justus zuckte zusammen. »Natürlich. Entschuldigen Sie.« Er kramte ein paar Dollar hervor und reichte sie dem Mann. Der nickte, kurbelte das Fenster wieder hoch und wendete den Wagen auf dem schmalen Weg. Dann gab er Gas. Justus sah dem Taxi nach, bis die roten Rücklichter hinter einer Hügelkuppe verschwanden. Er wartete, bis auch das Brummen des Motors verklungen war. Jetzt gab es nur noch das Geräusch des Windes in den wenigen Bäumen, die auf dem Hügel standen, und das Meeresrauschen irgendwo vor ihm. Sonst war es still. Justus atmete tief durch, griff nach seiner kleinen Tasche auf dem Boden und trat näher an das Eisentor heran. Er suchte nach einer Klingel. Es gab keine. Vielleicht war nicht abgeschlossen? Er wollte gerade nach dem Knauf greifen, als das Schloss mit einem elektronischen Summen aufschnappte. Erschrocken zuckte Justus zurück. »Danke schön«, murmelte er verwundert und drückte den quietschenden Torflügel auf. Kaum war er hindurchgetreten, krachte er hinter ihm zu. Justus zwang sich, sich nicht umzudrehen. Offenbar wurde er beobachtet, wie sonst hätte jemand im richtigen Moment den Türöffner betätigen können, und Justus wollte weder Angst noch Schwäche zeigen. Hundert Meter entfernt, auf dem Gipfel des Berges und am Rande eines steil abfallenden Küstenstreifens, stand eine Burg. Zumindest sein Freund Peter hätte das Gebäude so bezeichnet. Dunkel und trutzig wie eine Festung streckten die efeubewachsenen Mauern kleine Zinnen in den Himmel. Bedrohlich aussehende Wasserspeier hockten wie steinerne Wächter überall im Gemäuer. Die erstarrten Fratzen grinsten ihn aus Nischen und von kleinen Turmspitzen herab an. Hinter keinem der winzigen Fenster brannte Licht, doch Justus war sicher, dass hinter mindestens einer der Scheiben ein neugieriges Augenpaar aufmerksam jeden seiner Schritte verfolgte. Ein schmaler Pfad schlängelte sich über die wild bewachsene Wiese, auf der sich ein paar armselige Bäumchen vor dem Wind duckten. Direkt hinter der Burg lag das Meer. Bestimmt war es hier oft stürmisch. Justus ging auf das Gebäude zu. Die Frontseite wurde von einem Tor aus schwarzem, rissigem Holz dominiert. Im Vergleich zur gesamten Burg war das Tor geradezu lächerlich riesig. Ein Monstertruck hätte locker hindurchgepasst. Vielleicht sogar zwei nebeneinander. Der Bogen wölbte sich so hoch, dass er fast die unteren Zinnen berührte. Damit bestand die Vorderfront fast nur aus den zwei gigantischen eisenbeschlagenen Flügeln. Darüber breitete eine bizarre Gestalt aus Stein ihre Arme aus, als wollte sie jeden Besucher willkommen heißen – oder aber gefangen nehmen. Das Gesicht der Figur war von einem irre lachenden Mund verzerrt, die Augen waren weit aufgerissen, doch sie blickten über die eigene Schulter hinweg nach hinten, als hätte das Wesen etwas auf dem Dach entdeckt oder könnte durch das Dach hindurch in das Haus sehen. Es war irgendwie gespenstisch. Schließlich war das Gebäude nur noch zehn Meter entfernt und Justus musste den Kopf in den Nacken legen, um einen Blick über die Zinnen und die ausgebreiteten Arme des verrückten Wasserspeiers hinweg in den dunklen Himmel zu werfen. Und auf die Fenster, die, wie er nun sah, allesamt verhängt waren. Keiner der Vorhänge bewegte sich. Beherzt trat er die letzten Schritte auf das riesige Tor zu. Da erst entdeckte er eine kleine, unscheinbare Tür im rechten Flügel. Dies war wohl der eigentliche Ein- und Ausgang. Bis hierher hatte er alle finsteren Gedanken erfolgreich verdrängen können. Doch jetzt, so kurz vor dem Ziel, bekam er Angst. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, alleine herzukommen. Er hätte zu Hause in Rocky Beach bleiben oder wenigstens Bob und Peter mitnehmen sollen. Aber nun hatte er keine Wahl mehr. Man wusste bereits, dass er hier war. Und Hals über Kopf zu fliehen – das widersprach jeder Detektivehre und kam überhaupt nicht in Frage. Es gab keine Klingel. Justus hob die Hand, um zu klopfen, doch in diesem Moment schwang die Tür völlig lautlos auf. Dahinter war es dunkel. Justus’ Herzschlag beschleunigte sich schmerzhaft. Für einen Augenblick sah es so aus, als hätte sich die Tür tatsächlich von selbst geöffnet, doch dann trat jemand aus dem Schatten hervor. Ein Mann im schwarzen Anzug, klein, aber kräftig und mit schütterem Haar. Er sah Justus ausdruckslos an und machte eine einladende Geste. Justus wollte gerade etwas sagen, doch da wich der Mann auch schon zurück in die Dunkelheit. Zögernd trat Justus durch die Tür. Die Eingangshalle war kleiner, als Justus erwartet hatte. Viel konnte er im fahlen Licht nicht erkennen. Der Mann, der ihm geöffnet hatte, stand neben ihm und schloss die schwere Tür. Schlagartig wurde es noch finsterer. Das einzige Licht fiel nun durch die schmalen Fenster, fast eher Schießscharten, die links und rechts des Tores und irgendwo hoch über ihnen das Mauerwerk durchbrachen. Justus blickte nach oben und sog überrascht die Luft ein. Der Saal war nicht groß, doch seine Wände ragten so weit in die Höhe, dass die Decke im dämmrigen Licht kaum noch zu erkennen war. Über allen Türen und Fenstern wölbte sich das Mauerwerk zu weiteren bizarren Figuren: Teufelsfratzen, geflügelte Dämonen, irrsinnig grinsende Gestalten mit steinernen Fackeln oder Schwertern in den Händen. Doch von diesen Geschöpfen abgesehen waren die Wände, ja der gesamte Raum, völlig kahl. Kein einziges Bild hing hier, keine Lampe, nichts. Es gab auch keine Möbel, nur einen schweren roten Teppich auf dem Boden und der anschließenden Treppe. Die Halle wirkte, als sei sie eine Kulisse für einen Ritterfilm, in der noch die Requisiten fehlten. »Das ist beeindruckend«, flüsterte Justus. Dann fiel ihm auf, dass er noch immer kein Wort mit dem Mann gesprochen hatte. Justus räusperte sich verlegen. »Verzeihung, mein Name ist Justus Jonas. Sind Sie –« Sein Gegenüber wandte sich um und ging auf die Treppe zu. Verdutzt blickte Justus ihm nach. Dieser Kerl hatte überhaupt nicht auf ihn reagiert! Was sollte er jetzt tun? Hier stehen bleiben und auf ein Wunder warten? »He!«, rief Justus empört. Abrupt drehte sich der Mann um. Zum ersten Mal war eine Gefühlsregung in seinem Gesicht zu lesen: Wut. Er hob einen Zeigefinger an die Lippen und bedeutete Justus, ihm zu folgen. Obwohl Justus das alles überhaupt nicht geheuer war, durchquerte er die Eingangshalle. Der schwere Teppich schluckte jeden Schritt. Sie betraten die lange, schmale Treppe, die an der Wand entlang auf eine Galerie führte. Sie war ebenfalls mit rotem Teppich ausgelegt und genauso kalt und schmucklos. Die einzige Lichtquelle war eine trostlose Funzel von einer Glühlampe, die nackt von der Decke baumelte. Sie bogen in einen Gang, von dem mehrere geschlossene Türen abzweigten. Nur die letzte stand offen. Zielstrebig gingen sie darauf zu. Justus fühlte sich unwohl. Am liebsten hätte er auf der Stelle kehrt gemacht und das Haus verlassen. Doch er ging weiter bis zu der offenen Tür, wo der Mann Justus an sich vorbeiließ – und beiseite trat. Er sollte den Raum betreten. Offenbar hatte er es bis jetzt nicht mit dem Hausherrn selbst, sondern mit einem Bediensteten zu tun gehabt. Zögernd ging Justus hinein. Der Raum hatte Fenster, immerhin, doch es drang nur wenig Licht durch die schweren Vorhänge. Es gab einen Schreibtisch und eine Sitzgruppe in der Ecke. Auf einem Tisch an der Wand stand ein großer, gläserner Kasten. Mehr konnte Justus nicht erkennen. Er ging auf den Kasten zu. Es war ein Terrarium. Aus dem Sand, der den Boden bedeckte, ragte ein trockener, knorriger Ast, in einer Ecke stand eine Schüssel mit Wasser. Daneben, zusammengerollt und wie zu Stein erstarrt, lag eine graubraune Schlange. Sie blickte ins Leere. Hätte sie nicht hin und wieder ihre gespaltene Zunge hervorschnellen lassen, hätte Justus nicht mit Sicherheit sagen können, ob sie lebendig war oder nicht. Neben dem Terrarium stand eine kleine Pappschachtel, aus der ein leises Fiepen drang. Plötzlich hörte er ein weiteres Geräusch, das Rascheln von Kleidung, direkt hinter sich. Justus drehte sich um und kniff die Augen zusammen. Da saß jemand in einem der Sessel aus dickem, dunklem Leder. Justus konnte nur die vage Kontur des Mannes erkennen. Er musste schon die ganze Zeit hier gesessen und ihn beobachtet haben. Der Fremde starrte ihn an. Justus schnürte es die Kehle zu. Es war keine gute Idee gewesen, hierher zu kommen. Ganz und gar nicht. Doch bevor er etwas sagen oder einfach verschwinden konnte, sprach der Mann...



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