E-Book, Deutsch, Band 0004, 448 Seiten
Reihe: Julia Platin
Mather / Graham / Jordan Julia Platin Band 4
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1125-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0004, 448 Seiten
Reihe: Julia Platin
ISBN: 978-3-7337-1125-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WAR ALLES NUR EIN HEIßES SPIEL? von MATHER, ANNE
Für die junge Engländerin Tess ist es Liebe. Aber was empfindet Raphael di Castelli? Zwar sucht der attraktive Weingutbesitzer auffallend oft ihre Gesellschaft, doch etwas hält ihn spürbar zurück. Welches dunkle Geheimnis hütet der Italiener?
DIE GELIEBTE DES ITALIENISCHEN MILLIONÄRS von GRAHAM, LYNNE
Verzeih mir', flüstert Vivien. Es war falsch, Lucca zu verlassen. Es war schrecklich, ihm zwei Jahre ihren Sohn vorzuenthalten. Doch statt einer Antwort schaut ihr Noch-Ehemann sie kühl an - und zieht sie dann voller Begehren an sich ... '
DIE BRAUT VON MONTESAVRO von JORDAN, PENNY
Um sein Schloss in den Bergen von Amalfi nicht zu verlieren, muss Lorenzo, Duca di Montesavro, heiraten. Spontan bietet er Jodie eine Million, wenn sie seine Frau wird. Nur zum Schein! Doch Jodie weckt in ihm eine unstillbare Leidenschaft ...
Ich habe schon immer gern geschrieben, was nicht heißt, dass ich unbedingt Schriftstellerin werden wollte. Jahrelang tat ich es nur zu meinem Vergnügen, bis mein Mann vorschlug, ich solle doch meine Storys mal zu einem Verlag schicken - und das war's. Mittlerweile habe ich über 140 Romances verfasst und wundere mich manchmal, wie schnell alles ging. Obwohl ich als Kind und auch als Teenager praktisch ständig geschrieben habe, habe ich keine Story wirklich beendet. Wenn mein Zimmer zu chaotisch aussah, kam meine Mutter herein, sammelte alle bekritzelten Blätter ein und warf sie in den Müll. So kam es, dass das Buch, das ich verfasste, als meine Tochter ein Baby war, das erste Werk war, das ich tatsächlich abschloss. Ich fand es schwierig, zwischen dem Haushalt und dem Kind genug Zeit zu finden und schrieb in jeder freien Minute auf ein Stück Papier - nicht gerade professionell, aber so war es halt damals. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen, und ich habe zwei entzückende Enkel, die vier und sechs Jahre alt sind.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Als Tess an der Galerie vorbeifuhr, fiel ihr der Mann auf, der davor stand. Hatte sie sich den feindseligen Blick, den er ihr zugeworfen hatte, nur eingebildet? Ärgerte er sich darüber, dass sie einige Minuten zu spät kam? Ungeduldig verdrängte sie die Gedanken. Sie sah Gespenster. Der Fremde wartete bestimmt nicht auf sie.
Morgens um diese Zeit war der Parkplatz, auf dem sie den Wagen ihrer Schwester Ashley abstellte, noch leer. Die meisten Geschäfte an der Promenade von Porto San Michele öffneten nicht vor zehn Uhr. Die Besitzer der Läden neben der Galerie hielten sich nur selten an die eigenen Öffnungszeiten. Aber sie waren nett und hilfsbereit. Tess war für die Ratschläge dankbar, die sie erhielt, seit sie vor drei Tagen die Vertretung ihrer Schwester übernommen hatte.
Tess ging durch die Hintertür in die Medici Galleria, wie die Galerie hieß. Dann schaltete sie die Alarmanlage im Verkaufsraum aus und stellte fest, dass der Mann immer noch dastand. Vielleicht wollte er zu Ashley und wusste nicht, dass sie weggefahren war. Ich muss mich wohl um ihn kümmern, dachte Tess und ging in das kleine Büro. Ashleys Chef wäre sicher nicht erfreut, wenn Tess einen möglichen Kunden warten ließ. Nachdem sie sich kurz im Spiegel betrachtet hatte, durchquerte sie die Galerie und öffnete das Gitter vor der Tür. Dabei musterte sie den Besucher genauer.
Er war sehr groß und beeindruckend attraktiv. Außerdem wirkte er weltmännisch und so erotisch, dass Tess erbebte.
Ja, der Mann war genau Ashleys Typ. Wahrscheinlich war es eher ein privater als ein geschäftlicher Besuch. Tess machte die Tür auf und hätte sie am liebsten sogleich wieder geschlossen, als der Mann spöttisch eine Augenbraue hochzog.
Sie zauberte jedoch ein Lächeln auf die Lippen. „Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie höflich.
Der Fremde verzog die Lippen und schob schweigend die Hände in die Taschen seines Jacketts, ehe er hereinkam. Was will er? Soll ich ihn durch die Galerie führen?, überlegte Tess. Sie war sich sicher, dass er kein Tourist war. Und ein Kunstsammler war er vermutlich auch nicht, denn die Gemälde, die in der Galerie ausgestellt waren, fanden kaum das Interesse von Experten.
In seinem Gesicht mit den markanten, aristokratisch wirkenden Zügen spiegelte sich Verachtung, während er sich umsah. Tess zögerte. Sollte sie ihn sich selbst überlassen oder noch einmal ihre Hilfe anbieten? In dem anthrazitgrauen Designeranzug sah er so elegant und geschäftsmäßig aus, dass sie sich in ihrem Outfit sehr bescheiden vorkam. Sie wünschte, sie hätte an diesem Morgen etwas anderes angezogen als den knöchellangen Baumwollrock, das Top mit den dünnen Trägern und die flachen Sandaletten.
Schließlich blickte der Fremde Tess mit seinen goldbraunen Augen an, und sie wäre am liebsten zurückgewichen. Gleichgültig musterte er ihre schlanke Gestalt. Er war offenbar jünger, als sie zunächst geglaubt hatte.
„Miss Daniels“, sagte er ruhig, „es ist … aufschlussreich, Sie endlich kennenzulernen.“ Er machte eine Pause. „Ich muss zugeben, Sie sind anders, als ich Sie mir vorgestellt habe“, fügte er dann verächtlich hinzu. „Dennoch werden Sie mir jetzt verraten, wo ich meinen Sohn finden kann.“
Tess war verblüfft. Der Mann hielt sie für Ashley. Aber woher sollte Ashley wissen, wo sich sein Sohn befand? Sie war in England, um ihre Mutter zu pflegen.
„Hier liegt wahrscheinlich ein Missverständnis vor“, begann Tess. „Ich …“
Der Mann ließ sie jedoch nicht ausreden. „Nein, Miss Daniels. Sie wissen genau, wo Marco sich aufhält. Der … Privatdetektiv hat gesehen, dass Sie mit meinem Sohn in ein Flugzeug gestiegen sind“, fuhr er sie an.
„Wie bitte? Das ist überhaupt nicht möglich.“
„Warum nicht? Weil Sie jetzt hier sind?“, fragte er ungeduldig. „Sie haben einen Flug nach Mailand gebucht, sind aber offenbar in Genua ausgestiegen. Jedenfalls waren Sie und Marco nicht mehr an Bord, als der Flieger in Malpensa gelandet ist. Deshalb bin ich hier. Seien Sie froh, dass ich Sie gefunden habe.“
„Ich bin nicht Miss Daniels.“ Du liebe Zeit, was rede ich da?, dachte Tess. „Sie verwechseln mich. Ich bin nicht Ashley Daniels, sondern ihre Schwester“, korrigierte sie sich rasch.
Ungläubig sah der Mann sie an. „Eine bessere Ausrede fällt Ihnen wohl nicht ein, oder?“
„Es ist wirklich wahr“, bekräftigte sie empört. „Ich bin Teresa Daniels, werde jedoch von allen Tess genannt.“ Als er ihr immer noch nicht zu glauben schien, hatte sie plötzlich eine Idee. „Ich kann es beweisen, denn ich habe meinen Pass in der Tasche. Genügt Ihnen das als Beweis?“
Er kniff die Augen zusammen. „Zeigen Sie ihn mir“, forderte er sie auf.
Tess war überrascht über seinen scharfen Ton. Aber sie eilte in das kleine Büro, zog ihren Pass aus der Umhängetasche und reichte ihn dem Fremden, der ihr gefolgt war. Als ihr bewusst wurde, dass er ihr den Weg versperrte, geriet sie in Panik. Sie hatte keine Ahnung, wer der Mann war, der etwas über ihre Schwester zu wissen glaubte.
Stimmte es vielleicht, was er behauptet hatte?
„Hören Sie“, begann sie, während er ihren Pass durchblätterte, „ich weiß nicht, wer Sie sind und was Sie wollen. Aber Sie können nicht einfach hier hereinkommen und Ashley beschuldigen …“
„Meinen Sohn entführt zu haben?“, unterbrach er sie ärgerlich und warf den Pass auf den Schreibtisch. Dann fuhr er sich mit der Hand durch das volle dunkle Haar. „Dass Sie die Schwester sind, ändert nichts. Marco ist mit Ihrer Schwester verschwunden. Sie wissen, wo die beiden sind.“
„Nein!“, rief Tess aus. „Das heißt, natürlich weiß ich, wo meine Schwester sich aufhält. Sie ist in England und pflegt ihre kranke Mutter.“
„Und Sie vertreten sie?“
„Ja. Ich bin Lehrerin und habe gerade Ferien.“
„Sie lügen, Miss Daniels. Was Sie da erzählen, kann nicht wahr sein. Warum musste Ihre Schwester extra nach England fliegen, um Ihre Mutter zu pflegen? Das hätten Sie doch auch tun können.“
„Sie ist nicht meine Mutter“, erwiderte Tess hitzig. „Nach dem Tod meiner Mutter hat mein Vater wieder geheiratet. Es tut mir leid, dass Ihr Sohn verschwunden ist. Aber damit habe ich nichts zu tun.“
„Das stimmt nicht“, entgegnete er und trat endlich einige Schritte zurück. Als Tess an ihm vorbei in den Ausstellungsraum ging, folgte der Fremde ihr. „Egal, was Sie behaupten, Miss Daniels, Ihre Schwester ist nicht bei ihrer kranken Mutter“, erklärte er. „Sie und Marco treiben sich irgendwo in Italien herum, denn er hat seinen Pass nicht mitgenommen.“
„Von Entführung zu reden finde ich absurd. Falls Ashley und Ihr Sohn wirklich zusammen weggefahren sind, was ich sehr bezweifle, geht das nur die beiden etwas an.“
„Oh nein“, antwortete er verächtlich. „Mein Sohn ist erst sechzehn, Miss Daniels. Er sollte eigentlich mit jungen Leuten seines Alters zusammen sein und sich nicht mit zehn Jahre älteren Frauen herumtreiben.“
Tess schluckte. Ashley würde sich nicht mit einem Sechzehnjährigen einlassen, sondern eher mit dem Vater des Jungen. Außerdem war Ashley in England. Sie hatte Tess vor einigen Tagen angerufen und gebeten, sie in den Osterferien in der Galerie zu vertreten.
„Wieso sind Sie sich so sicher, dass meine Schwester sich mit Ihrem Sohn herumtreibt, wie Sie es ausgedrückt haben, wenn Sie sie gar nicht persönlich kennen?“, fragte Tess. Hatte der Mann etwa recht? Auszuschließen war es nicht. Ashley war alles zuzutrauen.
Er warf ihr einen ungeduldigen Blick zu. „Wahrscheinlich bin ich ihr einmal kurz begegnet, aber ich kann mich nicht an sie erinnern. Ich war eine Zeit lang geschäftlich im Ausland und habe meine Assistentin gebeten, mit Ihrer Schwester zu reden. Sie hat versprochen, Marco klarzumachen, dass die … Beziehung keine Zukunft hat. Wie alt ist sie eigentlich? Fünfundzwanzig? Jedenfalls viel zu alt für einen Sechzehnjährigen.“
„Sie ist achtundzwanzig“, sagte Tess, obwohl es völlig unwichtig war. Sie wusste nicht mehr, was sie glauben sollte. Hatte Ashley sie etwa belogen?
Als Ashley ihr erzählt hatte, sie müsse ihre kranke Mutter pflegen, war Tess überrascht gewesen. Ihre Schwester hatte sich noch nie gern um ihre wehleidige Mutter gekümmert und war wahrscheinlich deshalb nach Italien gegangen. Doch dass Ashley so weit gehen würde, sich mit einem Sechzehnjährigen einzulassen, konnte Tess sich kaum vorstellen. Es gab nur eine Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden: Tess musste Andrea, ihre Stiefmutter, anrufen.
„Ich weiß nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll“, flüsterte sie und fuhr sich mit den Fingern durch das hellblonde Haar. Sie hatte es vor der Reise nach Italien schneiden lassen, war sich jedoch nicht sicher, ob ihr die Kurzhaarfrisur wirklich stand. Sie machte sie eher noch jünger als etwas älter, wie sie gehofft hatte.
„Verraten Sie mir, wo die beiden sich aufhalten“, forderte er sie nun gereizt auf. „Mir ist natürlich klar, dass Sie Ihrer Schwester gegenüber loyal sein wollen. Aber Sie müssen doch selbst zugeben, dass es so nicht weitergehen kann.“
„Ich weiß nicht, wo die beiden sind“, erwiderte Tess. Plötzlich begriff sie, was sie da gesagt hatte. „Angeblich hält Ashley sich in England auf“, korrigierte sie sich rasch.
„Okay, dann rufen Sie sie an“, verlangte er. „Wenn sie bei ihrer Mutter ist, werde ich mich selbstverständlich dafür entschuldigen, dass ich Sie...