Moncomble | Back To Us | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 487 Seiten

Moncomble Back To Us


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1413-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 487 Seiten

ISBN: 978-3-7363-1413-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Du könntest mein Herz in tausend kleine Stücke zerbrechen. Ich würde sie immer wieder aufheben und in deine Hände legen.'

Als Kinder haben sich Aaron und Fleur geschworen, einander ewig zu lieben - bis ihnen das Leben einen grausamen Strich durch die Rechnung machte und sie von einem Tag auf den anderen trennte. Nun, sechzehn Jahre später, stehen sie sich erneut gegenüber - und Fleur erkennt den Jungen, der ihr an seinem achten Geburtstag ihren ersten Kuss gab, nicht wieder. Aaron ist kühl und abweisend, in seinem Leben zählt nichts anderes als sein Job. Für Fleur, die jegliches Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten als Autorin verloren hat, fühlt es sich an, als hätten sie die Rollen getauscht. Und doch stürmen die Gefühle von damals augenblicklich wieder auf sie ein. Nur dass Aaron sich an keines der Versprechen, die sie sich einst gegeben haben, zu erinnern scheint ...

'Es gibt nicht genügend Worte, um zu beschreiben, wie wunderschön, aber auch gleichzeitig herzzerreißend dieses Buch ist.' JANINE.UK über BAD AT LOVE

Weitere Romane von Morgane Moncomble bei LYX:

1. Never Too Close
2. Never Too Late
3. Bad At Love



Bereits mit zwölf Jahren schrieb Morgane Moncomble ihren ersten Roman, doch erst 2015 begann sie, ihre Werke auf der Schreibplattform Wattpad zu veröffentlichen. Sie ist eine romantische Feministin, verreist gern und liebt Schokolade und Weihnachtsfilme. Wenn sie gerade einmal nicht in einem Café sitzt und schreibt, kann man sie meistens im Disneyland Paris finden.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Folge 1


Aschenputtel

Kim Tae Woo & Ben – Darling U

Lilas

»Stimmt es, dass du ein Vorstellungsgespräch hast? Du? Fleur Durand höchstpersönlich?«, erkundigt sich Dana verunsichert, als ich ihr von den verrückten Abenteuern meines Tages berichte.

Ich nicke hektisch und bemühe mich noch immer, meinen nervösen Magen zu beruhigen. Um die Wahrheit zu sagen: Ich verstehe ihre Skepsis. Ich kann es selbst kaum glauben. Ich gehöre zu den Leuten, die sich um einen Job bewerben und sich anschließend unsichtbar machen. Meine beiden Mitbewohnerinnen wissen das.

Es ist ganz einfach. Ich stelle mich tot.

Einmal rief mich ein potenzieller künftiger Arbeitgeber so oft an, dass ich nicht nur seine Nummer, sondern auch seine E-Mail-Adresse blockiert habe. Ich ging nicht mehr ans Telefon, weil ich Angst hatte, er könnte sich melden. Und doch war ich tatsächlich daran interessiert!

Ich habe wirklich ein ernsthaftes Problem.

Daher ärgert mich die Reaktion meiner Freundin auch nicht. Ehrlich gesagt, verstehe ich noch immer nicht wirklich, was da gerade passiert ist. Wie jeden Tag bin ich morgens um sechs Uhr aufgestanden, habe geduscht, in aller Eile gefrühstückt, mich in einen Hosenanzug geschmissen und so getan, als hätte ich einen Job, bei dem ich erwartet würde …

Dann habe ich mich auf das Sofa gelegt und bis elf Uhr Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir geschaut.

Also eigentlich war alles wie immer.

Jedenfalls hatte ich sicherlich nicht erwartet, dass ein derartig renommiertes Unternehmen Kontakt mit mir aufnimmt und mir ein Vorstellungsgespräch anbietet.

»Ein Spieleentwickler …« Dana blickt von ihrem Buch auf und wird immer misstrauischer.

Ich sitze auf der Couch, den Computer auf dem Schoß und trage immer noch mein Kostüm und meine High Heels.

Ich genieße es, mir mein Leben selbst auszumalen. Schließlich bin ich Schriftstellerin.

(Oder etwas Ähnliches.)

»Und nicht etwa irgendein unbekannter Laden«, flüstere ich konspirativ. »Es ist der Jack Sparrow der Games-Industrie.«

Meine Freundin tut, als wäre sie beeindruckt, obwohl ich weiß, dass sie keine Ahnung hat. In der Gaming-Welt kennt sie sich ebenso wenig aus wie ich. Ihr Ding ist Basketball. Seit ihrem fünften Lebensjahr träumt Dana davon, Profi zu werden – ein Wunsch, der gerade auf gutem Weg ist, in Erfüllung zu gehen. Nebenher arbeitet sie als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft, das ihrer Herzallerliebsten gehört.

»Ich bin schon überrascht, dass du überhaupt ans Telefon gegangen bist.«

Es klingt ein wenig anklagend, wenn auch einigermaßen beeindruckt. Stimmt schon, es sind nämlich nicht nur potenzielle Arbeitgeber, denen ich aus dem Weg gehe. Eigentlich gilt das für alle. Ich hasse es zu telefonieren. Wenn ich eine unbekannte Nummer auf dem Display sehe, starre ich mein Telefon so lange ängstlich an, bis es aufhört zu klingeln. Die Mädels machen sich über mich lustig. Sie sind überzeugt, dass ich mich jedes Mal unter meinem Bett verstecke, wenn der Teufelsapparat auch nur muckst.

Diese Vermutung ist längst zu einem Running Gag zwischen uns geworden.

Wenn man allerdings etwas länger darüber nachdenkt, ist es überhaupt nicht lustig, sondern eher etwas beunruhigend.

»Ich bin eben reifer geworden«, antworte ich mit erhobenem Kinn. »Ich habe keine Angst mehr.«

Danas misstrauischer Blick lässt mich keine Sekunde los. Ich weiß, dass es unmöglich ist, sie anzulügen, trotzdem versuche ich es. Ich habe Dana wirklich gern, aber sie hat die Macke, ständig den Moralapostel spielen zu wollen.

Eleanor ist selbstbewusst genug, in diesen Fällen auf Durchzug zu stellen, ich hingegen bin einfach zu freundlich.

»Du hast bestimmt nur den falschen Knopf erwischt«, erklärt Dana altklug.

Mein beschämtes Schweigen gibt ihr recht. Unnötig zu erwähnen, dass ich in Panik geraten bin. Ich bin mindestens zehn Sekunden lang auf der Stelle gehüpft und wusste nicht, ob ich auflegen oder so tun sollte, als wäre ich der Anrufbeantworter – einer der Klassiker von Fleur Durand.

Dana muss lachen und schüttelt den Kopf. Zumindest sorge ich für ihre Erheiterung.

»Aber ganz im Ernst: Was soll ich denn jetzt machen? Ich hätte das Vorstellungsgespräch sofort ablehnen sollen. Leider habe ich mich nicht getraut, Nein zu sagen …«

»Damit hast du wirklich ein Problem – zusätzlich zu all den anderen. Hast du dich mal wieder bei deiner Seelenklempnerin gemeldet?«

»… und da stehe ich nun.«

Indem ich ihre Frage komplett übergehe, ist Dana klar, dass ich die Psychologin nicht angerufen habe und auch nicht darüber reden will. Tatsächlich bin ich nicht mehr hingegangen, seit sie mir erklärt hat, meine Störungen wären »Wohlstandsproblemchen« und ich müsse einfach nur endlich erwachsen werden.

Und dafür wieder sechzig Euro blechen – nein danke.

Dana wirft mir einen zärtlichen, aber gleichzeitig etwas verwirrten Blick zu. Ihr Buch hat sie völlig vergessen.

»Trotzdem verstehe ich es nicht. Hast du dich überhaupt dort beworben?«

Ich öffne meinen Mund, um Ja zu sagen, halte jedoch mitten in der Bewegung inne. Ich war nach dem versehentlichen Annehmen des Gesprächs dermaßen in Panik, dass mir dieses unbedeutende Detail völlig entgangen ist. Hätte ich eine Bewerbung an Abisoft geschickt, das größte Spielesoftwareunternehmen des Landes, dann wüsste ich das.

»Scheiße, nein«, entfährt es mir tonlos. »Du hast recht. Mit Videospielen kenne ich mich überhaupt nicht aus … Um Himmels willen«, flüstere ich. »Die haben sich bestimmt geirrt, und jetzt nehme ich irgendwem das Vorstellungsgespräch weg.«

»Haben sie dich nicht mit deinem Namen angesprochen?«

Ich denke nach und versuche, mich an die Einzelheiten zu erinnern. Ich war zwar total damit beschäftigt, möglichst nicht zu stottern, aber ich erinnere mich unterschwellig daran, dass der Mann am Telefon mich tatsächlich Lilas genannt hat. Ich bin völlig durcheinander. Das macht doch keinen Sinn. Bestimmt ist das Ganze nur ein blöder Scherz.

»Doch … Also, er hat mein Pseudonym benutzt. Mit anderen Worten, er kennt mich vermutlich als Graphic-Novel-Zeichnerin«, fahre ich fort. »Wirklich seltsam.«

Wenn ich mich als Graphic-Novel-Zeichnerin bezeichne, ist das, gelinde gesagt, übertrieben. Eigentlich sehe ich mich selbst nicht so, aber die Mädchen lassen mich jedes Mal, wenn ich den Ausdruck mit Anführungszeichen verwende, einen Euro zahlen.

Kein Wunder, dass ich pleite bin!

Als ich klein war, wollte ich Pirat werden. Schlau, wie ich war, habe ich schnell begriffen, dass die Karrierechancen schlecht aussehen, – weshalb ich mich dem Schreiben zugewandt habe. Auf diese Weise konnte ich über die Buchseiten auf Schatzsuche in den Weltmeeren gehen, wann immer ich wollte.

In der Schule habe ich immer Geschichten geschrieben, um meine Mitschüler zu unterhalten. Außerdem Briefe voller Fehler, die ich in den Schließfächern meiner Klassenkameraden versteckt habe. Mit dreizehn habe ich meinen ersten Comic fertiggestellt. Seitdem habe ich zehn weitere produziert.

Ich war überzeugt, dass es funktionieren würde. Dass ich endlich etwas gefunden hätte, worin ich glänzen könnte – eine Leidenschaft, die mich nachts wach halten würde.

Spoiler-Alarm: Vermutlich ist heutzutage der Beruf des Autors genauso weltfremd wie der des Piraten.

Aus diesem Grund bemühe ich mich um einen Teilzeitjob für meinen täglichen Bedarf, während ich darauf warte, von meiner Schreibe leben zu können. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass es nicht gerade gut läuft …

»Aber warum eigentlich nicht?«, fragt Dana achselzuckend. »Du hast drei Comics im Selbstverlag veröffentlicht und hattest sogar einen kleinen Erfolg damit. Weißt du was: Geh zu diesem Vorstellungsgespräch und warte ab, was passiert.«

Ich höre ihr längst nicht mehr zu und knabbere mir mit den Zähnen die Haut von der Unterlippe. Dann fällt mir ein, was ich damit anrichte, und ich zwinge mich aufzuhören.

»Hmm. Sehr seltsam sogar.«

Dana verdreht die Augen. Eleanor, meine zweite Mitbewohnerin, kommt heim, schüttelt ihr langes, rotbraunes, regennasses Haar und deutet mit dem Finger auf uns.

»Ich weiß zwar nicht, worüber ihr gerade redet, aber wenn es noch um gestern geht, möchte ich ein für alle Mal klarstellen, dass es überhaupt kein bisschen seltsam ist, von Jean Reno zu träumen. Ich bin mit Léon – Der Profi aufgewachsen, okay?«

Dana und ich tauschen einen verlegenen und leicht befremdeten Blick. Ich habe keine Ahnung, wieso dieses letzte Detail irgendetwas rechtfertigen sollte, aber wir wissen beide, dass es keinen Sinn hat, mit Eleanor zu streiten, wenn sie einen schlechten Tag hatte.

Dana, die nicht so harmoniesüchtig ist wie ich, erklärt: »An dem, was du da gerade gesagt hast, verwirrt mich so einiges …«

Im gleichen Moment platze ich heraus: »Das ist doch völlig normal, das passiert mir auch.«

Dana runzelt die Stirn und sieht mich angewidert an, aber statt einer Erklärung schüttle ich nur den Kopf. Ich weiß selbst nicht, warum ich das gesagt habe.

Trotzdem scheint es Eleanor zu beruhigen, denn sie seufzt und lässt sich erschöpft auf die Couch fallen.

»Könnte dieser Tag bitte möglichst schnell vorbei sein?«, klagt sie.

»Ach,...



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