Nowicki | Die Kreuzfahrerin-Saga | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 819 Seiten

Nowicki Die Kreuzfahrerin-Saga

Zwei Romane in einem eBook: »Die Kreuzfahrerin« und »Der Sohn der Kreuzfahrerin«
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98690-776-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Zwei Romane in einem eBook: »Die Kreuzfahrerin« und »Der Sohn der Kreuzfahrerin«

E-Book, Deutsch, 819 Seiten

ISBN: 978-3-98690-776-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine mutige Frau, eine gefährliche Reise: Das historische Epos »Die Kreuzfahrerin-Saga« von Stefan Nowicki jetzt als eBook bei dotbooks. Süddeutschland, 1094: Als Magd einer Bauernfamilie führt die junge Ursula ein entbehrungsreiches Leben. Ihr einziger Lichtblick ist die Freundschaft zu der alten Esther, die sie in die Künste der Kräuterheilkunde einweiht. Als jedoch einer der Söhne der Familie ein Auge auf Ursula wirft, wird sie vom Hof verbannt. Um ihr Überleben zu sichern, schließt Ursula sich mit tausenden Menschen dem Kreuzzug an, und macht sich auf den langen und beschwerlichen Weg in das Heilige Land, nicht ahnend, welch unbekannte Gefahren - und Gefühle - ihr auf dieser Reise widerfahren werden ... Viele Jahre später muss sich auch Ursulas Sohn Shakib großen Herausforderungen stellen: Obwohl er in einer arabischen Handwerkerfamilie aufwächst, schlagen ihm als »Frankenbastard« in Damaskus von klein auf Misstrauen und Hass entgegen. Wird es ihm dennoch gelingen, seinen eigenen Weg im Morgenland zu finden? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Sammelband »Die Kreuzfahrerin-Saga« von Stefan Nowicki wird alle Fans der Bestseller von Rebecca Gablé und Noah Gordon begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Stefan Nowicki, geboren 1963, studierte Germanistik, Politik, Kunstgeschichte, Philosophie und Theologie. Er arbeitet unter anderem als freier Kulturjournalist für verschiedene Zeitungen und lebt im Chiemgau. Der Autor im Internet: stefannowicki.de Der Autor auf Facebook: facebook.com/stefannowicki.w.u.t Stefan Nowicki veröffentlichte bei dotbooks bereits den Bestseller »Die Kreuzfahrerin«, in dem er die abenteuerliche Lebensgeschichte der jungen Deutschen Ursula erzählt, und »Der Sohn der Kreuzfahrerin«, in dem er sich Ursulas Sohn Shakib widmet, sowie die Trilogie »Tochter des Gauklers« mit den Einzelromanen »Die Tore von Hameln«, »Die Stadt der Lügen« und »Die Stunde der Hoffnung« - auch als Sammelband erhältlich unter dem Titel »Die Tochter des Gauklers«. Als letztes erschien Stefan Nowickis Roman »Die Flucht der Glasmacherin« als Auftakt seiner »Glasmacherin-Saga«.
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KAPITEL 4


Auf dem Hof des Bauern Matthes,
irgendwo zwischen Bamberg und Regensburg 1094

Das aus groben Brettern, Geflecht und Lehm gebaute Haus war mit Stroh bedeckt. Sie erkannte den Hof wieder. Durch die Öffnung im Dach quoll Rauch, den der Wind bis fast auf den schlammigen Boden herunterdrückte. Der Saum ihres aus grober Wolle gewebten Kleides schliff über die kleinen Pfützen hinweg, die ihre nackten Füße im Morast hinterließen. Im Eimer schwappten Essensreste von zwei Tagen, die sie zum Schweinekoben bringen musste. Das Seil des Holzeimers schnitt sich in ihre Handfläche.

Arbeit gab es nicht wenig auf dem kleinen Bauernhof. Manche Tätigkeit ging ihr hart an, doch sie war heilfroh, hier Hilfsmagd zu sein. So hatte sie ein Dach überm Kopf, was zu Essen und Arbeit.

Nach dem frühen Tod der Eltern, an die sie sich kaum noch erinnerte, war sie zuerst in der Verwandtschaft herumgestoßen worden. Alle taten sie hilfsbereit, aber wirklich gewollt hatte niemand ein zusätzlich zu stopfendes Maul. Schließlich hatte ein Oheim sich um eine Stellung für sie gekümmert, und so war sie schließlich auf diesen Hof gekommen. Das Dorf, in dem sie mit ihren Eltern gelebt hatte, war zwei oder drei Tagesmärsche entfernt. Von der Verwandtschaft hatte sich seitdem niemand mehr sehen lassen. Aber Ursula war zufrieden. Sie hatte ein neues Zuhause und war von den anderen Hofbewohnern gut aufgenommen worden. Ingrid, die Hausherrin, war froh gewesen, ein weiteres Paar Hände zu bekommen, das ihr mit den Kindern und bei der vielen Arbeit auf dem Hof helfen würde. Für sie und Ute, die Magd, war es immer schwieriger geworden, neben der Arbeit auch ihrem jüngsten Kind, der kleinen Magda, gerecht zu werden. Liesel, die erste Tochter, war gerade erst sieben Jahre alt und konnte die Kleine nicht wirklich hüten. Arnulf war mit seinen elf Jahren vernünftiger und umgänglicher, aber es war nicht seine Aufgabe, kleine Kinder zu hüten. Der älteste Sohn, Ludger, war alt genug, um mit Knecht Gernot und seinem Vater auf dem Feld zu arbeiten. Der Bauer selbst hieß Matthes. Er war nicht sehr groß gewachsen. Sein Sohn Ludger überragte ihn bereits um mehr als einen Kopf, doch Matthes’ Gliedern sah man Kraft und die viele Arbeit an.

Vom Gemüt her war er ein einfacher Mann, meistens schwieg er und pflegte nur dann seine Stimme zu erheben, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Er hasste das Geplapper der Weiber und Kinder, machte dazu meist ein mürrisches Gesicht, so dass er mit seinem dunklen Haar und dem Vollbart recht bedrohlich wirkte.

Sein Leben war kein leichtes, doch er mochte sich nicht beklagen. Der von den Eltern auf ihn übergegangene Hof brachte genug ein, um zu überleben. Die Hofgemeinschaft, die Tiere und das zu bestellende Land waren überschaubar. Mit den Nachbarn verstand er sich, man half sich gegenseitig, und vom Landesherrn, demgegenüber sie lehensverpflichtet waren, hatten sie seit sehr langer Zeit nichts zu sehen bekommen. Nun, wer nicht kommt und fordert, der braucht wohl auch nichts. Sollte der Herr doch eines Tages sein Lehen fordern, würden sie auch das schaffen.

Seit über einem Dutzend Sommern war er mit Ingrid verheiratet. Die Eltern hatten sie für ihn ausgesucht. Sie stammte von einem der Nachbarhöfe ab und brachte zwei Äcker mit in die Ehe. In den ersten Jahren waren sie zusammen mit seiner Mutter, dem Knecht und der Magd zu fünft auf dem Hof gewesen. Seither waren die Kinder und Ursula hinzugekommen, und die Zahl der zu stopfenden Mägen hatte sich verdoppelt.

Ester, die Mutter des Bauern, war schon alt, gebeugt von vielen Jahren und harter Arbeit. Was sie noch tun konnte, tat sie, aber viel war das auch nicht mehr. So war Ursula allen willkommen.

All das Wohlwollen ihr gegenüber erfüllte sie mit Stolz, und die Strenge der Bäuerin nahm sie hin. Es waren harte Zeiten, in denen Ingrid Matthes gegeben worden war. Die Äcker ihrer Eltern gaben einfach nicht mehr her, und so hatte sie sich gefügt, als sich die Eltern nach einem Mann umschauten. Bei Matthes auf dem Hof war sie anfangs nur schwer zurechtgekommen. Sie wusste sich nicht zwischen ihrem Mann und dessen Eltern einzuordnen. Als der alte Bauer beim Holzen von einem Baum erschlagen wurde, übernahm Ingrid die Rolle, die ihr Mann bis dahin innehatte. So war ihr Ton strenger und härter geworden als es ihrem Herz entsprach. Die Geburten der Kinder waren ihr auch nicht leichtgefallen. Zwei Bälger hatte sie bereits im Kindbett verloren. Seit Magda auf der Welt war, gab Ester ihr einen Kräutersud, der eine weitere Schwangerschaft zu verhindern verstand. Davon durfte Matthes aber nichts wissen. Ursula war ihr sehr willkommen, und sie hatte bereits nach wenigen Monaten das Mädchen mit seiner ruhigen, freundlichen Art ins Herz geschlossen. Nur Freude zeigen konnte sie nicht, dass ihr das neue Mitglied der Hofgemeinschaft mit ihrem wachen Verstand die eine oder andere Last abnahm. Zu lange war sie zweiter Bauer gewesen, und die mürrische Art ihres Mannes hatte auf sie abgefärbt. Ursula kam mit allen gut aus, nur die Freundlichkeit Ludgers machte ihr zu schaffen. Zuerst hatte der Jungbauer nur wenig Interesse an ihr gezeigt, doch mit den Jahren und Ursulas Heranwachsen änderte sich dieser Zustand, und Ludger stellte ihr nun schon seit einigen Monaten regelrecht nach. Als Sohn des Hausherrn und künftiger Erbe glaubte der heranwachsende Knabe, sich einiges herausnehmen zu dürfen. War sein Vater Matthes nicht in der Nähe, spielte sich Ludger auf wie der Herr selbst, gab Befehle, drohte und ließ besonders Ursula nach seiner Pfeife tanzen. Selbst der Knecht spurte unwillig, wenn der Knabe etwas sagte. Doch Knecht und Magd wussten sich auch zu wehren, und so war es Ursula, die am meisten unter Ludger zu leiden hatte. Und seit kurzer Zeit ließ es der Jungbauer nicht bei Befehlen und Ordern bleiben, sondern suchte auch immer wieder körperliche Nähe. Ganz unvermutet drängte er sich von hinten an sie oder berührte sie im Vorbeigehen. Und jedes Mal sah er ihr mit einem frechen Grinsen ins Gesicht.

Ursula war ständig auf der Hut und versuchte, ihm einfach aus dem Weg zu gehen. Vor allem achtete sie aber darauf, nicht allein zu sein, sobald sie ihn in der Nähe wusste.

Den schweren Eimer mit beiden Händen haltend hatte sie es geschafft, ohne auszugleiten den Hof zu überqueren. Am Gatter zum Schweinekoben holte sie noch mal tief Luft, bevor sie sich in den engen Verschlag bückte. Der Gestank verschlug ihr jedes Mal den Atem. Rasch wollte sie den Eimer in den Trog leeren, an dem bereits die zwei Sauen schmatzend und grunzend auf ihr Fressen warteten, als sie ihn hinter sich spürte. Sie drehte sich um und wollte das Weite suchen, doch er stellte sich ihr in den Weg. Mit niedergeschlagenen Augen raunte sie ihn an: »Lass mich, ich hab’ zu tun.«

Er rührte sich nicht. Sie wollte sich an ihm vorbeidrücken, aber er machte einen schnellen Schritt zur Seite, und sie prallte gegen seine Brust. Seine kräftigen Hände packten zu, hielten sie an der Hüfte. Er leckte sich über die Lippen. »Langsam, langsam, Mädchen.« Er langte fester zu, knetete ihr Fleisch. Es tat schon fast weh, und sie fand es ebenso widerlich wie den Geruch der hinter ihr schmatzenden Tiere. Mit zornig blitzenden Augen schaute sie ihm direkt ins Gesicht.

»Lass los, sonst …«, zischte sie und versuchte sich aus seinem Griff zu winden.

»Sonst was?« Kurz ließ er locker. Ursula drehte sich und wollte weglaufen, doch seine Arme schlangen sich von hinten um ihren Leib.

»Sonst was?«, flüsterte er erneut. »Sonst gehst du wieder zurück in die Gosse?« Seine Hände grabschten nach ihrer Brust. Mit aller Kraft riss sie sich los, fuhr herum und gab dem Kerl eine kräftige Backpfeife. Dann rannte sie über den Hof und schlich verstohlen zu ihrem Lager. Erst dort merkte sie, wie erhitzt sie war und wie ihr heiße Tränen über die geröteten Wangen liefen. Zurück in die Gosse. Die Worte hallten in ihr nach. Sie machten ihr ihre Stellung als Waise und Hilfsmagd nur zu deutlich. Und jetzt hatte sie den Jungbauern geschlagen. Sie war drauf und dran, ihr Bündel zu packen, als die Bäuerin nach ihr rief.

»Ursula, wo bleibst du? Was hast du mit dem Eimer gemacht?«

Ursula war zum Herdfeuer getreten. Ingrid rührte den allabendlichen Eintopf im Kessel. Dies schien ihre ganze Aufmerksamkeit zu fordern. Sie schaute nicht auf, als Ursula Auskunft gab: »Oh, den hab ich bei den Sauen stehengelassen.« Zögerlich kam diese Antwort, und sie versuchte, mit gesenktem Haupt ihre Tränen zu verbergen. Die Bäuerin bemerkte aber nicht einmal das leichte Zittern in Ursulas Stimme. Der Dampf aus dem Kessel roch nach Knochen, Talg und Kräutern. Einen kurzen Moment atmete das Mädchen diese Mischung und spürte, wie ihr das Wasser im Mund zusammenlief, bevor Ingrids Worte sie mahnend fortschickten.

»Ja, dann hol ihn rasch! Was soll er da draußen?«, befahl sie ohne aufzusehen.

Ursula beeilte sich, den Worten der Hausherrin nachzukommen, und huschte erneut nach draußen. Sie betrat den Koben ohne Zögern. Sie wusste, Ludger würde dort nicht mehr stehen. Schnell griff sie sich den Eimer und eilte zurück ins Haus.

Der Rest des Tages war angefüllt mit Arbeit, die Ursula, getrieben von ihrem schlechten Gewissen, beflissener als sonst verrichtete. Doch niemand kam, um sie zu schelten. Ludger sah sie an diesem Tag nicht mehr. Erst beim Abendbrot saßen sie dann zwangsläufig gemeinsam am Tisch. Nur einmal wagte sie, verstohlen in seine Richtung zu schauen, er schien sie aber nicht zu beachten. Innerlich atmete sie auf und nahm sich vor, noch mehr auf der Hut zu sein. Später, im Dunkeln auf ihrem Lager, kam ihr der Gedanke, dass Ludger trotz der Schelle so schnell nicht aufgeben würde.

Ute, die Magd, lag...



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