Ostow | Nancy Drew - Der Fluch | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

Ostow Nancy Drew - Der Fluch

Exklusiver Roman zum neuen Serien-Highlight
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-27128-2
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Exklusiver Roman zum neuen Serien-Highlight

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

ISBN: 978-3-641-27128-2
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Vorgeschichte zum großartigen neuen Serienhit.
Für alle Fans von »Riverdale« und »Stranger Things«.


»Ein Fluch ist nichts weiter als ein Rätsel, gekleidet in eine finstere Warnung.
Und jeder weiß, dass ich nichts mehr liebe als ein Rätsel.«

Nancy Drew hält nicht viel von Geistergeschichten. Als im Vorfeld des großen Gründungsfests ihrer Heimatstadt mysteriöse Drohungen auftauchen, die sich auf einen alten Fluch beziehen, ist sie absolut sicher, dass hinter all dem ein handfester menschlicher Täter steckt. Ein klarer Fall für die ehemalige Schülerzeitungsreporterin! Doch bei ihren Nachforschungen stößt Nancy auf weitere Zeichen des Fluches, die immer düsterer und bedrohlicher werden. Und bald bleibt es nicht mehr bei geheimnisvollen Botschaften, sondern Leben werden bedroht – nicht zuletzt Nancys!

Micol Ostow hat jüdische und puertoricanische Wurzeln und arbeitet als Lektorin und Schriftstellerin. Wenn sie eine Deadline einhalten muss, kommt sie mit sehr wenig Schlaf aus. Sie wohnt in New York und ist oft damit beschäftigt, Unmengen Kaffee, Käse und Schokolade zu konsumieren.

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Kapitel 1


– Freitag –

Besetzungsliste für den Namenstag: Countdown ist ABGELAUFEN!

Wenn es eines gibt, das die braven Einwohner von Horseshoe Bay lieben, dann ist es ein Fest, und kein anderes lieben sie vermutlich so sehr wie das Fest zum Stadt-Namenstag! Und das Kronjuwel dieser zweitägigen Feierlichkeiten? Nun, über Favoriten kann man streiten – und das tun wir hier auch! –, aber eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Die dramaturgische Nachstellung der historischen Namensgebungszeremonie, die am Samstagnachmittag stattfindet, steht bei allen ganz weit oben auf der Favoritenliste!

Und in diesem Jahr sind die Erwartungen und die Begeisterung so groß wie nie, denn wir bereiten uns auf den hundertfünfundsiebzigsten Jahrestag der Namensgebung unserer schönen Stadt vor! Was könnte schließlich bejubelnswerter sein als ein Horseshoe-Bay-Jubiläum?!

Es überrascht daher nicht, dass sämtliche Korridore der Keene High vor Aufregung nur so knistern – und vor endlosen Spekulationen darüber, wer in diesem Jahr zu den glücklichen Auserwählten zählt und es auf die Besetzungsliste für besagte Aufführung geschafft hat. Doch keine Angst, Neptunes! Mehrere Quellen bestätigen, dass die komplette Liste noch heute Nachmittag auf dem Schulhof aushängen wird, wo sie nach dem letzten Klingeln all jene unter euch erwarten wird, die schon beinahe vor quälender Neugier sterben. Und so begebet euch denn gen Schulhof und haltet sämtliche Daumen gedrückt. Doch vergesst nicht: Nur für ein paar wenige glückliche Auserwählte der Abschlussklasse wird dieser Stadt-Namenstag der beste sein, den sie je erlebt haben!

»Wow, Nancy, das ist definitiv ein … lebhafter Artikel in der heutigen Masthead-Ausgabe. Ehrlich, ich bin schon vom Überfliegen total erschöpft. Hast du heute Morgen vielleicht aus Versehen Erkältungsmittel eingeatmet oder so?«

Ich machte die Tür meines Spinds zu. Lena Barrow, Captain des Cheerleading-Teams und ein Drittel unseres absolut unzertrennlichen Highschool-Trios, wartete auf mich, ein leicht irritiertes Grinsen auf den Lippen und in der Hand ein zusammengefaltetes Exemplar der aktuellen Ausgabe unserer Schülerzeitung mit den jüngsten Ergüssen meiner Tätigkeit als Schreiberling.

»Ernsthaft?« Ich bedachte sie mit einem Augenrollen. Lena waren ausgeprägte Meinungen alles andere als fremd, und sie war auch ganz sicher nie zu schüchtern, ihren eigenen Standpunkt kundzutun – mit der Folge, dass sie hin und wieder Angst und Schrecken unter ihren Mitschülern verbreitete. Mein Glück war, dass ich einfach verstand, wie Lena tickte: Sie bellte gerne laut, biss aber nur sehr selten. Und mein noch größeres Glück: Ich ließ mir so schnell keine Angst einjagen. »Aber danke für dein Feedback. Ist hiermit zur Kenntnis genommen.«

»Was nehmen wir zur Kenntnis?«

Apropos »lebhaft«: Wie aufs Stichwort tauchte Daisy Dewitt auf, die Dritte in unserem Power-Dreigestirn. Sie drückte sich zwischen Lena und meinen Spind und vibrierte förmlich vor Energie. Ihre großen blauen Augen leuchteten und selbst ihr glänzendes, von der Sonne gesträhntes blondes Haar knisterte regelrecht vor Aufregung. Lena mochte vielleicht unser Cheerleader-Captain sein, aber Daisy lief definitiv allen den Rang ab, wenn es um Teamgeist ging. Außerdem war sie ganz allgemein ein entschieden freundlicheres und sanfteres Wesen als unser Alphaweibchen. Und sie war meine beste Freundin.

»Nur die Tatsache, dass der Stadt-Namenstag offiziell vor der Tür steht!« Ich drückte Daisys Hand. Sie war in der Abschlussklasse, was – hoffentlich – bedeutete, dass sie dieses Jahr endlich die Hauptrolle bei der Aufführung bekommen würde. Unsere Kleine war aus mehreren Gründen die große Favoritin – schon ihr Nachname bestätigte schließlich ihren »Gründerfamilien«-Status, was in Horseshoe Bay praktisch einem royalen Titel gleichkam. Trotzdem war sie wegen der ganzen Sache furchtbar nervös, was irgendwie niedlich war. Und dabei war ihre Bescheidenheit noch nicht mal aufgesetzt. Bei jedem anderen wäre ein derartiges Verhalten absolut unerträglich gewesen, aber bei ihr war es einfach nur charmant. Es gehörte zu den Dingen, die ich am liebsten an ihr mochte, und war wohl einer der Hauptgründe dafür, dass wir seit dem Kindergarten befreundet waren.

»Oder dass zumindest die Besetzungsliste steht«, entgegnete Daisy. »Wie du ja selbst so gewandt in deinem, äh, enthusiastischen Masthead-Beitrag dargelegt hast.«

Lena wackelte selbstgefällig mit den Augenbrauen. »Was hab ich dir gesagt, Nance? Manchmal macht eben die Interpunktion die Musik.«

»Schon gut, schon gut. Ich verspreche, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr so mit Ausrufezeichen um mich werfe.« Um ehrlich zu sein, hatte ich in diesem Punkt selbst so meine Zweifel gehabt, schließlich war »lebhafte Begeisterung« normalerweise nicht mein Ding.

Daisy hakte sich bei uns beiden unter und führte uns mit zielstrebigen Schritten den Korridor hinunter. »Schon okay«, trällerte sie. »Ich weiß, dass du wegen des Namenstags nur total aufgeregt warst – also meinetwegen, natürlich. Ich meine, ihr zwei seid wahrscheinlich die beiden einzigen Menschen auf der Welt, die meinetwegen genauso aufgeregt sind wie ich!« Sie kicherte. Wenn man mit Daisy zusammen war, kam man sich manchmal vor wie in einer riesigen Limonadenflasche, blubbernd und süß und jeden Moment bedrohlich kurz davor, total überzuschäumen oder überzusprudeln. Und das meine ich natürlich total positiv.

Wir gingen den Korridor bis zum Ende hinunter und verließen das Schulgebäude durch den Hinterausgang, der auf den weitläufigen, grasbewachsenen Schulhof führte. Der Himmel war blau marmoriert, von milchigen Wolkenschlieren durchzogen, und auf dem Schulhof …

Lena sprach als Erste aus, was wir wohl alle dachten. »O weh! Es wird Blut fließen.«

»Sieht definitiv ein bisschen nach Hunger Games aus da draußen«, stimmte ich ihr zu. Das war leicht übertrieben – aber wirklich nur leicht. Der Schulhof platzte vor Neptunes förmlich aus allen Nähten. Offenbar versuchten sämtliche Schüler der Abschlussklasse, einen Blick auf die Besetzungsliste zu erhaschen, während sich ihre Freunde im Hintergrund tummelten.

»Wie sind die denn alle vor uns hier rausgekommen?«, stöhnte Daisy. »Ich bin nach dem letzten Klingeln sofort zu euch gerannt.«

»Und das war dein erster Fehler«, erklärte Lena ihr.

»Okay, ich stürz mich rein.« Sie winkte uns noch kurz über die Schulter hinweg zu und hüpfte dann davon, um sich einen Weg durch das Chaos zu bahnen. Mir persönlich kam das Gewühl aus Schülern, die sich vor der mächtigen Eiche drängelten, an der traditionell sämtliche Ankündigungen angeschlagen wurden, allerdings vollkommen undurchdringlich vor.

Stolz beobachtete ich jedoch, wie Daisy eine Mitschülerin aus ihrer Stufe mit einem lässigen Hüft-Check zur Seite schubste und ihr ihr schönstes »verlegenes« Lächeln zur Entschuldigung schenkte. »Tja, sie ist ganz sicher nicht zum Spaß hier.« Das hier war ihr großer Moment, und ihre Begeisterung war richtig ansteckend.

»Mein kleines Mädchen wird erwachsen«, sagte Lena und wischte sich eine nicht existierende Träne von der Wange, obwohl sie in meinem Jahrgang und damit jünger als Daisy war. »Aber mal ernsthaft: Kann man ihr das übel nehmen? Sie stammt aus einer Gründerfamilie. Ich meine, das ist sozusagen die Rolle, für die sie geboren wurde. Sie hat quasi schon die Tage bis zu diesem speziellen Namenstag gezählt, als sie noch in den Windeln lag.«

Das entsprach der Wahrheit. Daisy stammte von einer langen Reihe von Dewitts ab, auch bekannt als eine der »wahren Gründerfamilien«, an die jedes Jahr bei den Namenstagsfeierlichkeiten erinnert wurde. Es war einer ihr Ururur-und-so-weiter-und-sofort-Großväter gewesen, der damals die Stadtrechtsurkunde unterzeichnet hatte. Colonel Chester Dewitt, obendrein ein echter Kriegsheld, gehörte bei der alljährlichen Dramatisierung wenig überraschend zu den begehrtesten Rollen. Jedes Jahr wurden bei der Zeremonie einige bedeutende Szenen aus dem Leben der ersten Bewohner von Horseshoe Bay nachgestellt, die stets in einer Darbietung der allerersten Namensgebungszeremonie ihren Höhepunkt fanden. Daisys Familie war natürlich viel zu achtbar, um sich auf ein so unseriöses Niveau wie Vetternwirtschaft herabzulassen. Daisy hatte daher wie alle anderen bis zu ihrem Abschlussjahr warten müssen, um überhaupt für die ersehnte Hauptrolle vorsprechen zu können.

Das war zumindest meine Version. In Wahrheit waren die Dewitts ein wenig … exzentrisch. Und ihr exzentrisches Wesen führte unter anderem dazu, dass sie sich am liebsten bedeckt hielten. Was hin und wieder extreme Ausmaße annahm.

Daisys Familie war unglaublich weitläufig: Tanten und Onkel, Cousins und Cousinen rankten sich in sämtliche Himmelsrichtungen, als hätte sich ihr Stammbaum in Kletterefeu verwandelt. Im Allgemeinen zogen die Dewitts es vor, am Rand der Stadt zu wohnen und ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, wobei die Eltern die Gesellschaft der eigenen Familie der aller anderen Einwohner der Stadt stets vorzogen. Nur Daisy bildete eine Ausnahme in diesem elitären Familienclan. »Eigenartig« war das Wort, mit dem meine Eltern die Dewitts – sehr wohlwollend – beschrieben. »Eine Sekte voller Freaks« war eine andere Bezeichnung, die unter den weniger aufgeklärten...


Attwood, Doris
Doris Attwood ist Diplom-Übersetzerin. Nach ausgedehnten Reisen durch Neuseeland und Kanada nach ihrem Studium arbeitet sie nun seit vielen Jahren als freiberufliche Übersetzerin. Am liebsten übersetzt sie Kinderbücher und YA-Romane, aber auch Filmuntertitel, Drehbücher und Reiseführer. In ihrer Freizeit liest sie gern, genießt auf Trekking- und E-Bike-Touren mit ihrem Mann die Natur oder erkundet mit Freund*innen auf Städtetrips die nähere und weitere Umgebung.

Ostow, Micol
Micol Ostow hat jüdische und puertoricanische Wurzeln und arbeitet als Lektorin und Schriftstellerin. Wenn sie eine Deadline einhalten muss, kommt sie mit sehr wenig Schlaf aus. Sie wohnt in New York und ist oft damit beschäftigt, Unmengen Kaffee, Käse und Schokolade zu konsumieren.



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