E-Book, Deutsch, 154 Seiten
Pilz Controlling Schritt für Schritt
4. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8463-8825-9
Verlag: UTB GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Arbeitsbuch mit eLearning-Kurs
E-Book, Deutsch, 154 Seiten
ISBN: 978-3-8463-8825-9
Verlag: UTB GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Dr. Dr. Gerald Pilz war Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule in Stuttgart.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Schritt 1:
Einführung
Lernhinweise
Was erwartet mich in diesem Kapitel?
In diesem Kapitel werden die Grundbegriffe des Controlling und die unterschiedlichen Konzeptionen ausführlicher definiert und näher erläutert. Darüber hinaus geht es um die Struktur dieser Teildisziplin und die einzelnen Bereiche.
Welche Schlagwörter lerne ich kennen?
Controlling Operationalisierung strategisches Controlling operatives Controlling Projektcontrolling Linienorganisation Stab-Linien-Organisation Projektorganisation Matrixorganisation Tensororganisation Spartenorganisation Budgetierung Revision Soll-Ist-Analyse Ex-post-Betrachtung Ex-ante-Betrachtung Stärken-Schwächen-Analyse SWOT-Analyse Portfolio-Analyse Wettbewerbsanalyse Costcenter Profitcenter dezentrales Controlling Prozessorganisation
Wofür benötige ich dieses Wissen?
Die Grundbegriffe sind wichtig für das Verständnis des Controlling. Sie bilden die Basis für alle späteren Themen.
Die Lernfragen zu diesem Kapitel finden Sie unter:
1.1Start
Das Controlling gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn durch
die fortschreitende Globalisierung und
den stärkeren internationalen Wettbewerbsdruck müssen Unternehmen die angestrebten Ziele optimal und in einem überschaubaren Zeitraum erreichen. Hinzu kommen
zahlreiche staatliche Regulierungen,
der technologische Fortschritt und
eine weitgehende Marktsättigung in den entwickelten Ländern,
so dass die Unternehmen gezwungen sind, alle Prozesse systematisch zu optimieren und zu verbessern, um dem Wettbewerbsdruck standhalten zu können.
Merke
Controlling ist ein komplexes Instrumentarium zur Unterstützung, Planung, Entwicklung und Steuerung von Unternehmensentscheidungen anhand systematischer Informationen.
Das Controlling trägt maßgeblich dazu bei, die Ressourcen in einem Unternehmen optimal zu nutzen und ein effizientes Planungs- und Steuerungssystem zu etablieren. Durch das Controlling kann sich ein Unternehmen besser und zielorientierter entwickeln.
Das moderne Controlling stützt sich nicht nur auf Kennzahlen und Informationen aus dem Rechnungswesen, sondern bezieht auch zusätzliche Daten mit ein, die durch systematische empirische Erhebungen gewonnen werden und auch qualitativen Charakter haben können.
Charakteristische Aufgaben des Controlling sind beispielsweise:
A.die Umsetzung, Entwicklung und Steuerung einer Unternehmensstrategie,
B.die Operationalisierung von Zielen, so dass sie in der Praxis konkret anwendbar und messbar und anhand von Kriterien intersubjektiv überprüfbar sind,
C.die systematische Beschaffung und Auswertung von Informationen,
D.die Entscheidungsfindung anhand von Kennzahlen und komplexen Auswertungen,
E.die Steuerung und Optimierung von Unternehmensprozessen.
Das Controlling lässt sich in einzelne Grundfunktionen auffächern. Diese Funktionen sind:
die Ermittlungs- und Dokumentationsfunktion,
die Planungs-, Prognose- und Beratungsfunktion,
die Steuerungsfunktion,
die Kontrollfunktion.
Abb. 1: Grundfunktionen des Controlling
Der Begriff „Controlling“ muss eindeutig vom umgangssprachlichen Wort „Kontrolle“ abgegrenzt werden. „Kontrolle“ im Sinne von Überwachung und Revision stellt nur einen nebensächlichen und untergeordneten Teilaspekt des Controlling dar. Das Controlling ist primär gegenwarts- und zukunftbezogen und rückt die innovative Weiterentwicklung und Optimierung der Unternehmensziele und -strategien in den Vordergrund. Das Controlling ist ein dynamisches Modell, das Unternehmen zu mehr Innovationsfähigkeit verhelfen möchte.
Das externe Rechnungswesen, das unter anderem als Datenbasis dient, ist hingegen vorwiegend vergangenheitsorientiert.
Merke
Die Aufgabe des Controlling besteht darin, die vergangenheitsbezogene und statische Perspektive des Rechnungswesens in eine zukunftsorientierte Vision zu übersetzen, die es dem Unternehmen ermöglicht, sich neue Märkte zu erschließen und zu expandieren.
Das Rechnungswesen beruht auf einer Ex-post-Betrachtung, während das Controlling eine Ex-ante-Betrachtung vornimmt, die die Innovationsfähigkeit und das Entwicklungspotenzial des Unternehmens akzentuiert.
Die Aufgaben einer Controllingabteilung sind:
die Erstellung, Ausarbeitung und Umsetzung von Unternehmenszielen und -strategien,
die Berichterstattung, Auswertung und Interpretation von Kennzahlen,
die Kontrolle und Revision von Zielvorgaben,
die strategische und operative Unternehmensentwicklung,
die Planung, Implementierung und Steuerung der Budgetierung,
die Beratung des Managements und die Unterstützung bei der Entscheidungsfindung durch das Berichtswesen und das Reporting.
Es wird grundsätzlich differenziert zwischen strategischem und operativem Controlling.
Das strategische Controlling fokussiert sich auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens und versucht, das Gesamtpotenzial, die adäquate Positionierung auf den relevanten Absatzmärkten und die strategische Ausrichtung zu fördern.
Das operative Controlling befasst sich mit der Sicherung der Rentabilität, des unternehmerischen Erfolgs und der Produktivität auf den einzelnen Unternehmensebenen bis hin zu den verschiedenen Ablaufprozessen.
| Strategisches Controlling | Operatives Controlling |
| langfristig | kurzfristig |
| Gesamtunternehmen im Blickfeld | einzelne Abteilungen, Maßnahmen, Prozesse |
| Gesamtpotenzial | Optimierung einzelner Abläufe |
| Stärken-Schwächen-Analyse, Marktpotenzial | Kosten und Leistungen, Prozessorganisation |
| primär qualitative Analyse | primär quantitative Analyse |
| zusätzliche Erhebungen als Datenquelle | vorrangig Rechnungswesen als Datenquelle |
Das strategische Controlling hat eine unterstützende und beratende Funktion für das Management und trägt dazu bei, das Erfolgspotenzial eines Unternehmens zu realisieren.
Diese Zielsetzung erfolgt
durch eine systematische Prozessoptimierung,
durch eine umfassende Koordination, und
durch eine gezielte Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen.
Dabei werden verschiedene Etappenziele definiert und entsprechende Kennzahlen festgelegt, die bei der Analyse von Soll-Ist-Abweichungen behilflich sind und eine präzise Auswertung gestatten.
Beim operativen Controlling geht es um die einzelnen Unternehmensebenen, -bereiche und -prozesse, die optimiert werden sollen.
Merke
Das operative Controlling bezieht die wichtigsten Kennzahlen aus dem internen und externen Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung). Diese Größen beleuchten den Aufwand und den Ertrag sowie Kosten und Leistungen, die im Unternehmen anfallen.
Das operative Controlling ermöglicht eine systematische Koordination der einzelnen Maßnahmen im Rahmen des Gesamtplans. Dabei werden die vorab definierten Ziele einem Controlling unterzogen und überprüft. Eine zentrale Aufgabe des operativen Controlling besteht auch in der...




