Saalbach | Und dann kam Mr. Willow | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Saalbach Und dann kam Mr. Willow

Liebesroman
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95576-644-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95576-644-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gerade dachte Mirka noch, der Mann ihrer Träume würde ihr in London einen Heiratsantrag machen. Doch statt eines Rings schenkt er ihr die ganze Wahrheit: Er ist mit einer anderen verlobt, und die erwartet sein Kind. Völlig aufgelöst sitzt Mirka im Park, als plötzlich ein zerknautschter Corgi vor ihr hockt. Kurz entschlossen tauft sie ihn Mr. Willow und nimmt ihn mit sich. Schon bald entpuppt er sich nicht nur als guter Zuhörer, sondern scheint auch genau zu wissen, wer Mirkas Mr. Right ist.



Anna Saalbach arbeitete viele Jahre als Zentraleinkäuferin für ein großes Filialunternehmen, bevor sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes damit begann, sich ihren Kindheitstraum zu erfüllen und endlich mit dem Schreiben anfing. Zunächst als freie Redakteurin für unterschiedliche namhafte Magazine (Print und Online), bis sie 2007 ihren ersten Jugendroman verfasste und veröffentlichen konnte. Seit 2007 ist sie als freie Autorin tätig und hat inzwischen rund 60 Bücher bei großen, bekannten Verlagen veröffentlicht. Im Kinderbuchbereich ist ihr eine Bestsellerreihe geglückt, die inzwischen in vielen Sprachen übersetzt wurde. Im Herbst 14 ist ihr erster Frauenroman erschienen, im Frühjahr 16 erscheint ein weiterer Roman. Anna Saalbach ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in einer Kleinstadt zwischen Hamburg und Hannover.
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1. KAPITEL

„Ich habe gute Nachrichten, Frau Kramer, die zukünftige 1a gehört Ihnen!“ Mirkas Chefin strahlte sie an, als ob sie ihr gerade das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen hätte.

Leider konnte Mirka ihre Begeisterung nicht teilen. Ganz im Gegenteil, vor Schreck verkrampfte sich ihr Magen.

„Aber ich hatte Ihnen doch gesagt, dass ich diesmal keine erste Klasse übernehmen möchte.“

Mit einer hektischen Bewegung wischte sich ihre Schulleiterin die Haare aus dem Gesicht zurück.

„Ich weiß, ich weiß. Und ich habe mir auch wirklich Gedanken gemacht, das können Sie mir glauben, meine Liebe. Doch wenn mir am Ende des Tages einfach die Lehrkräfte fehlen, dann bleibt mir eben keine andere Wahl.“ Damit stand sie von ihrem Schreibtisch auf und gab Mirka mit einem kurzen Kopfnicken zu verstehen, dass dieses Gespräch nun beendet war.

Doch so schnell wollte sie nicht aufgeben. Nein, diesmal würde Mirka kämpfen, auch wenn sie aus bitterer Erfahrung wusste, dass ihre Schulleiterin alles andere als ein einfacher Gegner war, die es schaffte wie niemand sonst, anderen das Wort im Mund umzudrehen. Und auch wenn Mirka sonst nicht auf den Mund gefallen war, im Dialog mit der resoluten Frau Wucherpfennig gingen ihr fast jedes Mal sehr schnell die guten Argumente aus.

„Was ist denn mit Tanja Bettke? Die wünscht sich doch unbedingt eine eigene Klasse.“

Ihre Chefin winkte mit einem tiefen Seufzer ab. „Hören Sie mir bloß mit der auf.“

„Aber warum denn? Soweit ich das beurteilen kann, macht sie doch einen guten Job und ist bei den Kindern total beliebt.“

„Und bekommt selbst eins!“, entgegnete Frau Wucherpfennig knapp.

„Was bekommt sie?“

„Sie ist schwanger, Frau Kramer. Die Gute bekommt ein Kind.“

„Aber … aber“, begann Mirka fassungslos zu stammeln, „sie ist doch noch so … so jung. Ich meine, sie hat doch gerade erst das Referendariat hinter sich gebracht. Wie kann sie da schon schwanger sein? Ich wusste nicht mal, dass sie überhaupt verheiratet ist.“

Mirkas sichtbare Verwirrung ausnutzend, schob Frau Wucherpfennig sie mit sanfter Gewalt aus ihrem Büro. „Tja, so ist das Leben. Bei den einen schnackelt es sofort, bei den anderen dauert es halt etwas länger, manchmal sogar ewig. Und dass man zum Kindermachen und – kriegen verheiratet sein muss, das ist doch schon längst aus der Mode gekommen, meine Liebe.“

Nachdem sie Mirka an dieser brillanten Weisheit hatte teilhaben lassen, zog sie die Tür entschlossen hinter sich zu.

Mirka stand noch einen Moment davor, dachte ernsthaft darüber nach, erneut anzuklopfen, um ihrer Chefin klipp und klar zu sagen, dass sie dennoch keine erste Klasse haben wollte.

Sie, Mirka Kramer, würde nämlich auch bald Mutter sein. Zumindest wünschte sie sich das von ganzem Herzen und fand auch, dass es mit Anfang dreißig nun allmählich auch mal Zeit wurde. Und deshalb wollte sie keine erste Klasse übernehmen, denn das bedeutete, dass sie sich für die nächsten vier Jahre verpflichtete. Für die jungen Schulanfänger war die Klassenlehrerin als beständige Bezugsperson von großer Bedeutung, wusste Mirka. Wenn sie sich mitten im Schuljahr in den Mutterschutz verabschiedete, dann war das alles andere als leicht für die Kinder. Das wollte sie ihnen unbedingt ersparen.

„Alles klar bei dir?“

Erschrocken zuckte Mirka zusammen, während ihr ein spitzer Schrei entwich, über den sich wiederum Rieke erschreckte, ebenfalls zusammenfuhr und aufschrie.

„Meine Güte, Rieke.“ Mirka presste sich die Hand aufs Herz. „Schleich dich doch nicht so an.“ Mirka hatte völlig in Gedanken versunken nicht bemerkt, dass ihre beste Freundin den Gang entlang auf sie zu gekommen war.

Rieke lachte auf. „Hallo?! Eigentlich bin ich gerade ganz normal gegangen. Nicht geschlichen, nicht gerobbt, nicht gehuscht, nicht ge…“

„Ja, ja, schon gut“, fiel Mirka ihr genervt ins Wort. „Ich hab’s kapiert.“

Rieke sah sie mit großen Augen an. So ein zickiger Tonfall passte überhaupt nicht zu Mirka. „Ups, was für ’ne Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“

„Die Wucherpfennig!“

Rieke erkannte den Zusammenhang und nickte. „Oh ja, die kann lästig sein. Um was ging es denn diesmal? Um das AG-Angebot, das ihrer Meinung nach noch nicht vielseitig genug ist? Sollst du irgendetwas Musikalisches anbieten?“

Statt zu antworten, erklärte Mirka: „Ich überlege, ob ich einfach noch mal in ihr Büro zurückgehen sollte.“

„Um was zu machen?“

Sie atmete tief durch. „Um ihr zu sagen, dass ich als Klassenlehrerin nicht zur Verfügung stehe. Das kann sie sich abschminken. Definitiv! Außerdem nervt es mich, dass sie einem ständig über den Mund fährt und man sich selbst wie eine Grundschülerin vorkommt, wenn sie mit einem fertig ist.“

Einen Moment lang sah Rieke sie nachdenklich an, bevor sie sich bei ihrer Freundin unterhakte. „Ich denke, wir beiden Hübschen gehen jetzt rüber zu Angelo und trinken ’nen Milchkaffee zusammen.“

„Aber …“

„Nichts aber. Du bist gerade so geladen, dass du der Wucherpfennig womöglich sonst was an den Kopf wirfst, was du später bitter bereust. Davor möchte ich dich bewahren“, erklärte Rieke mit einem besorgten Lächeln und zog Mirka wie eine willenlose Marionette mit sich.

Als die beiden jungen Frauen kurz darauf zusammen die kleine italienische Eisdiele „Angelo“ betraten, wurden sie von dem Inhaber, einem älteren, aber sehr lebhaften Italiener, mit ausgebreiteten Armen begrüßt.

„Oh Bella, was für eine Freude, euch endlich wiederzusehen. Aber sind denn die Ferien schon zu Ende?“

Rieke schüttelte den Kopf. „Nein, ein paar Tage haben die Kids noch. Nur wir armen, armen Lehrer müssen schon wieder ran. Schließlich muss das neue Schuljahr akribisch geplant und vorbereitet werden.“ Sie verdrehte die Augen, und Angelo begann schallend zu lachen.

„Mamma mia, das klingt nach Stress. Dann bringe ich euch am besten zwei große Milchkaffee und zwei Stückchen von meiner Torta al Limone.“

Bevor Mirka sagen konnte: „Für mich bitte keinen Kuchen!“, war er schon wieder hinter den Tresen geeilt und in seiner Küche verschwunden.

Na ja, was soll’s. Das kleine Stückchen Zitronentorte machte den Kohl auch nicht fett, dachte Mirka. Außerdem waren Zitronen ja gesund. So ließ sie sich kommentarlos an dem kleinen Zweiertisch Rieke gegenüber auf den Stuhl sinken.

„Ich finde, du solltest das nicht tun“, fing Rieke so unvermittelt zu reden an, dass Mirka kurz auf der Leitung stand.

„Ähm … den Kuchen essen?“

Lächelnd schüttelte Rieke ihren knallroten Kurzhaarschopf. „Natürlich die Sache mit der neuen Klasse. Von Angelos Torta al Limone würde ich dir nie abraten.“

Angelo trat an den Tisch und ersparte Mirka somit eine sofortige Antwort.

„Bitte schön, zweimal Milchkaffee und zweimal Torta al Limone. Lasst es euch schmecken.“

Sie bedankten sich artig bei Angelo und versicherten ihm überschwänglich, wie lecker seine Torte doch aussehen würde.

Nachdem er sich wieder entfernt hatte, aßen sie zunächst schweigend von ihrem Kuchen und nippten abwechselnd vorsichtig an ihrem heißen Milchkaffee.

Bis Rieke plötzlich ihre Kuchengabel klirrend auf den Teller zurückfallen ließ. „Manchmal könnte ich dich schütteln, Mirka.“ In ihrer Stimme schwang jede Menge Vorwurf mit. „Nur weil du hoffst, dass Ruben jetzt endlich mal aus dem Quark kommt, willst du keine erste Klasse übernehmen? Sorry, dass ich dir das so in aller Deutlichkeit sagen muss, aber das ist doch echt total bescheuert. Du kannst doch nicht ganz und gar auf Ruben bauen und davon jede andere Entscheidung abhängig machen. Denk bitte daran, wie oft er dich in den letzten Jahren schon enttäuscht hat.“

Mirka holte tief Luft. Was war denn heute bloß los? Warum meinte eigentlich jeder zu wissen, was für sie das Beste war? Und Riekes ewiges Herumgehacke auf Ruben, das musste endlich mal ein Ende haben. Auch wenn sie ihre beste Freundin war, hatte sie nicht automatisch die Berechtigung, sich ständig in Mirkas Leben einzumischen. Außerdem war es ja nicht nur ihr eigener Kinderwunsch, weshalb sie momentan keine langfristige Verpflichtung als Grundschullehrerin mehr eingehen wollte. Da war noch etwas anderes, das schon lange in ihr rumorte. Doch so, wie Rieke sie nun wieder anstarrte, hatte sie absolut keine Lust, ihr davon zu erzählen.

„Auch wenn du mich deshalb für naiv hältst“, sagte sie zu ihrer Freundin und bemühte sich um eine entschlossene Haltung. „Aber ja, ich gehe tatsächlich fest davon aus, dass Ruben mich nach London eingeladen hat, um mich endlich zu fragen, ob ich ihn heiraten und eine Familie mit ihm gründen möchte.“

Rieke verdrehte die Augen. „Ich hoffe für dich, dass du dich da nicht mal wieder täuschst. Schließlich hat er schon oft Andeutungen in diese Richtung gemacht und am Ende dann aus irgendwelchen Gründen den Mund nicht aufbekommen.“

Ihre Stimme klang ernsthaft besorgt, und die goldenen Armbänder an ihrem rechten Handgelenk klimperten, als sie sich jetzt nach vorn lehnte und Mirkas Hand umfasste.

Wie Rieke sie musterte, so fürsorglich, nein, das war eindeutig Mitleid in ihrem Blick. Mirka Kramer, wann kapierst du es endlich, dass dieser Ruben dich nur ausnutzt? Dass er dich niemals heiraten wird und dass es völlig idiotisch ist, deine Lebensplanung von ihm abhängig zu machen. Der will dich mit...


Saalbach, Anna
Anna Saalbach arbeitete viele Jahre als Zentraleinkäuferin für ein großes Filialunternehmen, bevor sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes damit begann, sich ihren Kindheitstraum zu erfüllen und endlich mit dem Schreiben anfing. Zunächst als freie Redakteurin für unterschiedliche namhafte Magazine (Print und Online), bis sie 2007 ihren ersten Jugendroman verfasste und veröffentlichen konnte. Seit 2007 ist sie als freie Autorin tätig und hat inzwischen rund 60 Bücher bei großen, bekannten Verlagen veröffentlicht. Im Kinderbuchbereich ist ihr eine Bestsellerreihe geglückt, die inzwischen in vielen Sprachen übersetzt wurde. Im Herbst 14 ist ihr erster Frauenroman erschienen, im Frühjahr 16 erscheint ein weiterer Roman. Anna Saalbach ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in einer Kleinstadt zwischen Hamburg und Hannover



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