E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 218 mm
Reihe: Der Achte Tag
Salerni Der Achte Tag 3
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-910522-40-4
Verlag: foliant Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Fluch der Morrigan (Band 3)
E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 218 mm
Reihe: Der Achte Tag
ISBN: 978-3-910522-40-4
Verlag: foliant Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im dritten Buch der Reihe geht der Kampf um den Achten Tag weiter - und es steht mehr auf dem Spiel als je zuvor.
Der Kampf zwischen den Sippen und den Wechslern, der sich seit Jahrhunderten zusammenbraut, hat sich endgültig verschärft. Die finsteren Sippen haben Evangelines jüngere Schwester Addie gefangen genommen, eine Nachfahrin Merlins, deren Anwesenheit es ihnen ermöglichen wird, den Zauber des achten Tages umzukehren und sich zu befreien. Addie ist sich der Tragweite ihrer Beteiligung nicht bewusst. Sie hat den Sippen geholfen, weil sie die Kraft ihrer Magie schätzen - etwas, das Evangeline nie getan hat. Dem Gefühl der Macht, das durch ihre Adern fließt, kann sie nicht widerstehen.
Währenddessen schmieden Riley, Evangeline und Jax einen Plan, um Addie vor ihren Entführern zu retten. Doch die unaufhaltsame Magie der Sippe und eine rebellische Addie zwingen Riley dazu, zu überdenken, ob es die Rettung von Addie wert ist, jeden zu opfern, der in der Siebentagewoche lebt. Jax will nicht zulassen, dass Evangelines Schwester als Schachfigur benutzt wird, also riskiert er alles in einer eigenen geheimen Mission. Während die Morrigan beide Seiten des Krieges in Richtung Vernichtung treiben, muss Addie entscheiden, wem ihre Loyalität gilt, während Jax, Riley und Evangeline sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, Addie zu verlieren, um die Welt zu retten.
Abenteuer, Action und Magie prallen im neuesten Teil der Serie aufeinander, die das School Library Journal als "rasant und spannend" bezeichnete.
Zielgruppe
"Der Achte Tag" - fesselnde Jugendbuchserie für Leser*innen ab 12 Jahren. Fantasy-Abenteuer voller Geheimnisse und Coming-of-Age-Themen. Begleite Jax, einen dreizehnjährigen Helden, auf seiner Reise, um das Rätsel des achten Tages zu lösen. Spannend, mitreißend und voller magischer Momente. Eine unvergessliche Trilogie über Freundschaft, Identität und Mut. Empfohlen ab 12 Jahren. Perfekt für Fans von Fantasy-Literatur. Tauche ein in eine Welt voller Geheimnisse und Magie!
Weitere Infos & Material
Unter normalen Umständen mochte Addie Emrys keine Höhen, aber in diesem Fall war die Aussicht die Sache wert. Sie beugte sich über das Holzgeländer und beobachtete, wie die Wellen an der Küste unter ihr gegen die Felsen donnerten und Gischt durch die Luft spritzte. Bis zum heutigen Tag hatte Addie noch nie das Meer gesehen. Seen kannte sie durchaus. Ihre Wechsler-Pflegeeltern waren mit ihr an Seen gefahren, doch selbst der Lake Champlain war im Vergleich hierzu nur eine Pfütze. Die Bewegung und das Rauschen des Wassers faszinierten sie. Addies Erfahrung nach waren natürliche Gewässer stets im Augenblick zwischen zwei normalen Tagen erstarrt. Sie verharrten in einer einzigen Sekunde, die sich über vierundzwanzig Stunden erstreckte; Seen schwappten lustlos wie Wasser in einer Badewanne ans Ufer, Ströme lagen so still wie Teiche und Wasserfälle tröpfelten wie undichte Wasserhähne. Die Wellen, die sie jetzt beobachtete, waren für einen achten Tag unnormal und wurden vom Wind aufgepeitscht, was sie ebenfalls nicht kannte. Addie hob den Kopf und genoss die kühle Luft, die ihr gegen die Wangen wehte und ihren langen Pferdeschwanz aufwirbelte. Das war Wetter. Nur Magie konnte am achten Tag Wetter erschaffen, und während der letzten eintausendfünfhundert Jahre waren die das Wetter manipulierenden Llyrs in den Tiefen von Oeth-Anoeth eingesperrt gewesen, einer uralten walisischen Festung, die magische Talente unterdrückte. Vor zwei Tagen hatte eine bewaffnete Militäreinheit die Festung infiltriert und die einzigen noch lebenden Nachfahren der ursprünglichen sechs Sippenfamilien, die man damals dort eingesperrt hatte, herausgeholt. Zwei Llyrs. Eine Arawen. Da sie jetzt von ihren physikalischen und magischen Fesseln befreit waren, erschufen die Llyrs das erste Achter-Tag-Wetter, seit ihre Vorfahren vor Jahrhunderten eingesperrt worden waren. Addie war auf dem Weg, um ihnen mit eigenen Augen beim Wirken ihrer Magie zuzusehen, doch sie hatte hier kurz eine Pause eingelegt, damit sie den Panoramablick genießen konnte: den gewaltigen Ozean, den schmalen Streifen Land in der Ferne, der die Küste von Maine darstellte, und den endlosen Himmel, an dem nun dunkle Wolken wogten. Wassertropfen fielen auf ihre Haut, doch die plötzliche Gänsehaut auf ihren Armen hatte nichts mit der kalten Meeresgischt zu tun. Wieder einmal versuchte jemand, sie mit einem Suchzauber zu finden. Wer immer diese Person war, sie ließ einfach nicht locker. Addie drehte sich um und starrte die weiße Außenfront des Hauses an, während sie sich vorstellte, von lauter solchen Wänden umgeben und nicht zu sehen zu sein. Möglicherweise war der Sucher jemand aus ihrem früheren Pflegezuhause, allerdings bezweifelte Addie das. Wahrscheinlich waren es die Dulacs, ein skrupelloser Wechslerclan, der Addie eingesperrt hatte und dem sie gestern entkommen war. Bedauerlicherweise hatte sie sehr viel von sich zurückgelassen, das für Suchzauber benutzt werden konnte: Haare, abgeknabberte Fingernägel, Blut. Ich bin hinter meiner Mauer unsichtbar. Addie konzentrierte sich auf ihren Herzschlag, den Rhythmus, in dem ihr Blut durch ihre Adern rauschte – das Blut einer Emrys, das den Achter-Tag-Zauber im Laufe der Zeit aufrechterhielt. Nach einigen Sekunden verschwand die Gänsehaut. »Schon wieder?«, fragte eine Stimme hinter ihr. Sie drehte sich um und stellte fest, dass Kel Mathonwy sie durch die Balkontür beobachtet hatte. »Ich wollte dich nicht aus deiner Konzentration herausreißen«, sagte er. Der Wind bauschte sein silbriges Haar, und er strich seinen Pony glatt, mit dem er den berühmten Stil eines Popstars der Normalen kopierte, dessen Musik weder Kel noch Addie je gehört hatten. »Sie haben aufgegeben. Vorerst jedenfalls.« Addie lächelte ihren alten Freund an. Eigentlich war er ihr neuer Freund, denn sie hatten sich vor sehr langer Zeit nur kurz gekannt, als sein Vater zusammen mit ihrem Vater einen wagemutigen und rebellischen Plan geschmiedet hatte, um den Achter-Tag-Zauber zu widerrufen. Als Kinder hatten Kel und sie zusammen im Wald hinter ihrem Haus gespielt, obwohl ihre Schwester alles darangesetzt hatte, sie voneinander zu trennen. Das Wiedersehen mit Kel vor wenigen Tagen war weitaus mehr als nur Zufall gewesen. Addie hielt es für ein Zeichen, dass es ihr vorherbestimmt war, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Die Gefangennahme durch die Dulacs unmittelbar danach war ihrem Schicksal kurzzeitig in die Quere gekommen, aber dann hatte Kel sie mit der erstaunlichsten Rettungsmannschaft, die man sich nur vorstellen konnte, befreit. »Du solltest meinem Vater sagen, dass dich jemand auf magische Weise sucht.« Kel hielt ihr die Balkontür auf. »Und bleib im Haus, wo du geschützt bist.« Kels Vater hatte ein Händchen für Schutzzauber, die gar nicht so leicht zu beherrschen waren. »Es gibt keinen Grund dafür. Ich kenne einen Blockzauber.« »Aber du wirst sehr schnell erschöpft, wenn du ihn ständig wirken musst.« »Nein«, widersprach Addie überzeugt. »Ich schaff das schon.« Sie grinste Kel an. »Komm mit. Du willst die Show doch nicht verpassen, oder?« Kel führte sie nach unten und durch sein Haus. Sein Herrenhaus, korrigierte sich Addie und bewunderte die großen Räume mit den weißen Teppichen, den Wildledermöbeln und den bodentiefen Fenstern mit Blick aufs Meer. Die Bücherregale waren ebenso mit Klassikern wie den neuesten Bestsellern gefüllt. Zeitungen und Magazine stapelten sich auf den Beistelltischen, und teure Kunstwerke zierten die Wände. In den Jahren, die Addie in der Zwischenstation bei ihren Pflegeeltern verbracht hatte, waren ihr viele heimatlose und verzweifelte Sippenmitglieder auf der Flucht begegnet. Keiner von ihnen hatte seine ausgedehnte Lebensspanne dazu verwendet, mit normalen Mitteln einen derartigen Reichtum anzuhäufen, wie es Kels Vater Madoc Mathonwy gelungen war. Selbstverständlich hatte er auch davon profitiert, dass das Mathonwy-Talent Wohlstand war. Zusammen mit Kel eilte sie durch das Erdgeschoss und die Terrassentüren ins Freie und über den Weg zum Flugzeughangar. Auf der Startbahn beobachteten mehrere Personen drei Gestalten am anderen Ende. Kels Vater stand inmitten der größeren Gruppe, rauchte genüsslich eine Zigarette und wirkte sehr zufrieden. Nur dank Madocs langfristiger Planung und seines Reichtums hatte er diese geheime Verbindung mächtiger Sippenmitglieder herbeiführen können. Addie war der Ansicht, dass er mit Fug und Recht stolz auf sich sein konnte. In seiner Gesellschaft befanden sich Mitglieder des Aeron-Clans – der Schlägertruppe, auf der Madocs Pläne aufbauten. Die Aerons waren mit dem Talent gesegnet, für Chaos und Zerstörung zu sorgen. Am Tag vor Addies Befreiung aus der Gewalt der Dulacs hatten die Aerons ein von Kels Vater erworbenes Militärflugzeug bestiegen, um die Llyrs aus Oeth-Anoeth in Wales zu befreien. Im Zwielicht der sich auftürmenden dunklen Wolken wirkten ihre Gesichter geisterhaft und teuflisch. Die Aerons neigten dazu, ihre Gesichter mit furchterregenden Tattoos zu verzieren, um ihre Taten zu feiern, und alle Anwesenden hatten sich für ihre Rolle beim triumphalen Angriff auf die mittelalterliche walisische Festung neue verdient. Am Ende der Startbahn wandte sich Bran Llyr, der Anführer der berüchtigtsten Familie, die in Oeth-Anoeth eingesperrt gewesen war, dem Meer zu und schrie uralte Worte in den Wind. In einer Hand hielt er einen Stab, und sein langes, glattes weißes Haar flatterte wie eine Fahne um seinen Kopf. Neben ihm murmelte sein Sohn Griffyn andere Zauber und runzelte konzentriert die Stirn. Griffyn war achtzehn oder neunzehn und hatte ebenfalls lange Haare, die er jedoch wie ein Krieger aus dem Mittelalter zu einem Zopf flocht. Das letzte Mitglied des Trios war ein Mädchen und so groß und fast so breitschultrig wie Griffyn. Ysabel Arawen manipulierte nicht das Wetter – das Arawen-Talent war finsterer und morbider –, aber sie lieh Griffyn, den sie an den Händen hielt, ihre Kraft. Die drei trugen noch immer die Kleidung, in der sie entkommen waren – grobe Stoffhosen und Tuniken. Dazu hatten Griffyn und Ysabel Lederwesten an und sich Wurfmesser an die Arme und Beine geschnallt, sodass sie aussahen, als wären sie direkt einer mittelalterlichen Sage entsprungen. Anhand der wenigen Informationen, die Addie hatte, vermutete sie, dass die Gefangenschaft in Oeth-Anoeth auch so ähnlich gewesen war, als hätte man sie im Mittelalter festgehalten. Zehn Generationen der Llyr- und Arawen-Familien hatten zusammen mit mehreren anderen Blutlinien ihr Leben in dieser Festung verbracht und waren im Laufe der Jahrhunderte gestorben, bis nur noch diese drei übrig waren. Aus ihrem Gefängnis befreit, hatte man die Überlebenden von Wales über Grönland auf diese Insel gebracht – und danach auf Kels beharrliches Drängen hin direkt nach New York, um Addie zu retten. Schließlich war Addie das wichtigste Sippenmädchen auf dem Planeten, das einzige noch lebende Mitglied der Emrys-Familie und die einzige Person, die den Achter-Tag-Zauber in ihrem Blut trug. Wenn Addie starb, würde der achte Tag aufhören zu existieren, und die Existenz mehrerer tausend Sippenangehöriger, die nur an diesem Tag lebten, würde ebenfalls enden. Addies Eltern waren vor Jahren ermordet worden, und sie hatte erst vor Kurzem erfahren, dass ihr Bruder und ihre Schwester ebenfalls nicht mehr lebten. Laut ihrer Dulac-Kerkermeister war ihre ältere Schwester Evangeline – die Kluge, die Gute, der Liebling ihres Vaters – erst fünf Tage zuvor in Mexiko bei dem Versuch, den Achter-Tag-Zauber zu brechen,...