E-Book, Deutsch, 260 Seiten
Salomon Theater der Täuschung
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-6506-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wenn ein Parteiprogramm erbarmungslose Realität wird
E-Book, Deutsch, 260 Seiten
ISBN: 978-3-7693-6506-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Stell dir vor, du wachst in einem Albtraum auf - und dieser Albtraum zeigt dir die Zukunft. Eva, eine hochentwickelte Androidin, erschafft genau dieses Szenario. In einer virtuellen Simulation erleben die Menschen, was geschieht, wenn die "Protestpartei" die Macht übernimmt. Doch Evas radikale Methode birgt Risiken: Kann sie die Menschen zum Umdenken bewegen, oder wird sie die Welt, die sie retten will, endgültig ins Chaos stürzen?
Markus Salomon schreibt bereits seit vielen Jahren neben dem Hauptberuf. Er hat bisher drei Kinderbücher, einen Fantasyroman und einen Verschwörungsroman veröffentlicht. Der Autor lebt in Köln.
Autoren/Hrsg.
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Familie über alles
Markus Hambach wachte davon auf, dass seine Frau Rose Arcaro an ihm herumfummelte. Lustlos ließ er sich darauf ein. Seit die DDW gesetzlich hohe Prämien für jedes neu geborene Kind festgeschrieben hatte, setzten sie alles daran, Nachwuchs zu zeugen. Doch der ›erzwungene‹ tägliche Sex hatte ihnen die Freude gründlich verleidet. Heute absolvierten sie die ›Pflichtübung‹ genauso halbherzig wie die Monate zuvor. Gelangweilt fragte Rose mitten im Akt: »Welche Schicht hast du eigentlich diese Woche? Kannst du vorher oder hinterher auf Moritz aufpassen, damit ich zum Sport kann?« »Ich habe Spätdienst, du kannst von mir aus gleich nach dem Frühstück trainieren gehen.« Roses Mine hellte sich auf: »Das ist toll. Morgens ist meistens Valerie da, mit der macht das Training am meisten Spaß. Ich könnte diese Affen erschlagen für ihre ›Betreuungskonzepte‹.« Rose bezog sich auf das reformierte Betreuungsgesetz. Kindertagesstätten waren vor einigen Jahren geschlossen worden. Mütter wurden vom Staat von der Geburt bis zur Einschulung eines Kindes dafür bezahlt, ihre Sprösslinge zu Hause zu betreuen. Ab Schulbeginn halbierte sich diese Bezahlung, weil die Blagen nur am Nachmittag Aufsicht benötigten. Der offene Ganztag war ebenfalls abgeschafft worden. Die Ironie an dem System war, dass die Mütter nun, wo ihnen der Vormittag zur freien Verfügung stand, weniger Geld bekamen, das sie in dieser Freizeit ausgeben könnten. Das Gesetz sollte ›der Förderung der traditionellen Familie‹ dienen. Die Realität sah anders aus. Viele Frauen hatten vor den umfassenden Reformen in ihren Berufen erfolgreich gearbeitet. Stattdessen waren sie gezwungen, das Hausmütterchen zu spielen und entsprechend unzufrieden. In vielen Familien litt das Miteinander massiv unter dieser Verdrossenheit. Rose und Markus beendeten ihren Akt. Da es zwischen ihnen kriselte, fiel das Kuscheln im Anschluss aus und sie standen gleich auf. Beide verzogen sich stumm ihn ihr jeweiliges Bad. Die Förderung von Wohneigentum wurde von der DDW extrem groß geschrieben. So waren sie in der Lage gewesen, ein Haus nach ihren Wünschen bauen zu lassen. Da beide Fans ausgiebiger Duschbäder waren, hatte Rose auf zwei Bädern bestanden. Markus war, wie immer, als Erster fertig – im Gegensatz zu Rose malte er keine halbe Stunde Schminke auf sein Gesicht. Auch die wenigen Haare waren pflegeleicht und somit zeitsparend. Auf dem Weg in die Küche stattete er seinem Sohn Moritz den ersten von vielen Besuchen ab, um ihn zu wecken. Dort drückte er den Schalter der Kaffeemühle und setzte Wasser auf. Dann kitzelte er seinen Sohn erneut im Gesicht und rief »Aufwachen«. Zwischen der Vorbereitung des Frühstücks und Füllung der Lunchboxen stand der dritte Besuch im Kinderzimmer an. Dieses Mal mit Lampe anschalten und Decke wegziehen. Moritz kniff empört die Augen zu und brummte »Licht«, doch seinem Wunsch wurde nicht entsprochen. Nachdem die Lunchboxen fertig waren, stapfte Markus wieder zu seinem Sohn. Er zog das Kind aus dem Bett und stellte es auf die Füße. Dann führte er Moritz ins Bad und wusch ihm das Gesicht – sehr zu dessen Missfallen. Der Junge flitzte zurück in sein Zimmer und kuschelte sich wieder unter die Decke. Meistens zog er sich zugedeckt an – Sommer wie Winter fand er es kurz nach dem Aufstehen zu kalt. Fünf Ermahnungen später erschien er angezogen, aber mit verwuschelten, schwarzen Haaren, am Frühstückstisch – mit dem Smartphone schon in der Hand. Wie immer konzentrierte er sich stärker auf das Video als auf die Mahlzeit, sodass wieder etliche Ordnungsrufe nötig waren. Inzwischen war Rose ebenfalls in der Küche angekommen und hatte den Fernseher angeschaltet. Sie war süchtig nach Nachrichten, insbesondere, seit die DDW regierte. In diesem Moment sprang das Bild um und zeigte Bauarbeiten an einem Grenzübergang. Davor stand ein Sprecher, der kommentierte; ›Wir befinden uns hier am Deutsch - Niederländischen Grenzübertritt Venlo. Nur vier Wochen nach der Verabschiedung des Gesetzes hat die DDW damit begonnen, die Außengrenzen wieder aufzubauen. Diese sollen je nach Gefährdungslage jederzeit in Betrieb genommen werden können. Dabei versteht die Partei unter einer Bedrohungslage zum Beispiel unter anderem eine größere Welle von Flüchtlingen. Allein die Aufrüstung dieses Grenzpostens wird den Steuerzahler knapp sieben Millionen Euro kosten – es sei denn, die Währung wird vor der Fertigstellung wieder abgeschafft.‹ Es wurde zurück ins Studio geschaltet. Der Moderator hob den Blick und sagte: ›Vielen Dank nach Venlo, Konrad Kleinhut. Zusätzlich zu der kostspieligen Aufrüstung der Grenzposten treibt die DDW ferner den Wiederaufbau der Bundeswehr voran. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht wurde letzten Februar beschlossen, diesen Monat wurden die Musterungen aufgenommen. Wie bekanntgemacht, plant die Partei, die ersten Soldaten zu Grenzschützern auszubilden, die entlang der grünen Grenzen patrouillieren.‹ Markus blendete die folgenden Berichte über alltägliche Ereignisse aus und konzentrierte sich auf die Zeitung. Er wurde durch einen empörten Ausruf von Rose gestört und schaute auf den Fernseher. Er bekam den letzten Teil des Berichtes mit: › ... gestern ein neues Gesetz verabschiedet. Jeder Bürger, der nicht in Deutschland geboren wurde, muss einen reformierten Integrationstest absolvieren. Personen mit Aufenthaltstiteln werden bei Nichtbestehen schnellstmöglich für die Abschiebung vorgesehen, Inhaber der deutschen Staatsbürgerschaft haben sich einer intensiven Nachschulung zu unterziehen.‹ Das erklärte Roses Empörung – sie stammte aus Indonesien, lebte aber schon zehn Jahre in Deutschland. Sie hätte bereits vor vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen können. Bisher war sie aber immer vor diesem großen Schritt zurückgeschreckt. Die Aufgabe der indonesischen Staatszugehörigkeit kam für sie einem teilweisen Verlust ihrer Identität gleich. In diesem Augenblick sprach sie schon Markus´ Gedanken aus: »Was unternehmen wir, wenn ich den Test nicht bestehe?« Markus entgegnete: »Ich kenne da jemanden, der einen kennen könnte, der uns den Test beschafft. Wenn das klappt, wirst du dich sorgfältig darauf vorbereiten und bestehst sicher!« » ›... der einen kennen könnte ...‹ ist der entscheidende Haken an der Sache. Was ist, wenn das nicht der Fall ist?« Markus zwang sich zu Beherrschung, um nicht mit den Augen zu rollen: »Jetzt mach dich nicht verrückt. Ich rufe den Roman gleich am Wochenende an, dann wissen wir es sicher!« Nun war es Rose, die ihre Augen verdrehte: »Warum erst am Wochenende? Was du heute kannst besorgen ...« »Ich kann ihn schlecht vom Büro aus anrufen, wo immer Mithörer anwesend sind, und nach meiner Schicht ist er schon im Bett, weil er früh raus muss.« »Und was ist mit Whatsapp?« Markus kämpfte mit seiner Beherrschung. Es ärgerte ihn ohnehin maßlos, dass Rose keinerlei Interesse an seinen Freunden hatte und den Kontakt mied. Sie hatte Roman indes oft genug gesehen, um zu wissen, dass diese Frage überflüssig war. »Schon vergessen? Der hat doch kein Smartphone. Solange es funktionierende Akkus für das 3310 gibt, wird der den alten Knochen behalten. Und SMS verweigert er strikt.« Rose zog einen Flunsch und schüttelte ungläubig den Kopf: »Das gibt es nicht. Dem ist aber schon klar, dass wir im Computerzeitalter leben und nicht in der Steinzeit? Jetzt sag mir nicht, der hat auch weder Computer, noch Mailadresse.« Markus verzichtete auf eine Erwiderung und zuckte nur stumm mit den Schultern. Auch die Antwort auf diese Frage sollte seine Frau kennen. Nach dem Frühstück drängte Rose zur Eile, weil sie vor hatte, Moritz auf dem Weg zum Sport an der Schule abzusetzen, um in jedem Fall den Kurs um 08.15 Uhr zu schaffen. Kaum war das Auto mit seiner Familie außer Sicht, griff Markus zum Telefon. Als sein Gesprächspartner sich meldete, sagte er nur: »Sie sind weg!« Er hörte die Antwort und beendete lächelnd das Gespräch. Er zog seine Schuhe und Jacke an und verließ das Haus. Fünfzehn Minuten später drückte er eine mit ›Erhan‹ beschriftete Klingel. Die Tür wurde kommentarlos aufgedrückt und er betrat das Haus. Eine Etage höher schlüpfte er durch die angelehnte Tür. Er erschrak gehörig, als seine Affäre Dilan ihn mit einem Judogriff zu Boden warf. Unten angekommen, küsste sie ihn stürmisch und zerrte dabei an seiner Kleidung. Markus tat es ihr gleich, gegenseitig zog das Paar sich aus. Dilan hatte den Überfall vorbereitet, denn eine Tube Gleitgel lag griffbereit in Reichweite. Sie füllte ihre Hand großzügig mit der Schmiere und begann, Markus Penis damit zu massieren. Kaum war dieser hart, setzte sie sich gleich drauf und bewegte sich wild. Schon nach kurzer Zeit explodierten beide in einem nahezu gleichzeitigen...