E-Book, Deutsch, Band 119, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
Schorm Perry Rhodan Neo 119: Die Wut der Roboter
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-8453-4819-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Staffel: Die Posbis 9 von 10
E-Book, Deutsch, Band 119, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
ISBN: 978-3-8453-4819-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Nachdem der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 2036 auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff entdeckt hat, einigt sich die Menschheit - es beginnt eine Zeit des Friedens. Doch im Jahr 2049 tauchen beim Jupiter feindliche Raumschiffe auf. Rhodan spürt der Gefahr nach, und es verschlägt ihn mit der CREST in den Leerraum außerhalb der Milchstraße. Dort begegnet er einer aggressiven Roboterzivilisation - den Posbis. Die CREST wird gekapert. Will er verhindern, dass die Roboter die gesamte Milchstraße attackieren, muss Rhodan zunächst seine Besatzung befreien. Der Wissenschaftler Eric Leyden kann derweil den Konstruktionsfehler der positronisch-biologischen Roboter identifizieren. Damit könnte er die Posbis von ihrem Hass auf das Leben heilen - da eskaliert die Lage. Es entbrennt die Wut der Roboter ...
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1.
CREST: Schrott! Gucky schielte vorsichtig um die Ecke. Der Posbi näherte sich langsam, aber zielstrebig, gefolgt von zwei Kampfrobotern aus den Beständen der CREST. Der Ilt fluchte lautlos und konzentrierte sich. Er entmaterialisierte; die Luft schoss ploppend in das hinterlassene Vakuum. Der Korridor in der Nähe der Korvettenhangars öffnete sich fünfzig Meter weiter zu einem kleinen, runden Verteiler. Von dort waren es nur noch zwanzig Meter bis zu einem jener Tanks des Ultraschlachtschiffs, die von den Posbis zweckentfremdet worden waren. Das Deuterium hatten sie abgepumpt, um Platz für Anich zu schaffen, das intelligente Plasma, das den Kern der Roboterzivilisation bildete. Nun verteilte sich Anich auf etliche dieser Tanks und wurde damit zu einer transportablen Waffe, die allem, was kein »wahres Leben« war, den Tod bringen sollte. Die Anpassung der Tanks an die Bedürfnisse der Plasmaintelligenz hatte nicht lange gedauert. Die Posbis waren vorgegangen, wie die Menschen es mittlerweile von den Robotern kannten: schnell und effektiv. Die verbliebenen Tanks enthielten genügend Deuterium, um der CREST den Flug von Pharaduat nach Uwawah zu ermöglichen. Gucky rematerialisierte dicht unter der Decke und kauerte sich in eine Wartungsnische. Etliche Leitungen, unter anderem für Frisch- und Brauchwasser, waren an dieser Stelle zugänglich und gaben dem Mutanten Deckung. Sie zeugten von den diversen Umbauten, mit denen die Transporttanks an das Lebenserhaltungssystem der CREST angeschlossen worden waren. Sauerstoff, Wasser, Wärme: Anich war organisch und deshalb auf eine ausreichende Versorgung hiermit angewiesen. Die Luft- und Wasseraufbereitungsanlagen der CREST arbeiteten seither an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Die zusätzliche Belastung durch Anichs 30 Millionen Kubikmeter Biomasse führte zu unangenehmen Nebeneffekten, was die Besatzung nachdrücklich zu spüren bekam. Gucky holte tief Luft. Die Atmosphäre an Bord wurde zunehmend stickig, die Luftfeuchtigkeit war deutlich zu hoch. Der Mausbiber schnüffelte. Sein Pelz war feucht und roch muffig. Josue Moncadas schob sich von hinten an Gucky heran. Auf seiner Glatze glänzte Schweiß. Der Interruptor war schlank und trug einen leichten Einsatzanzug, dessen energieintensive Systeme er desaktiviert hatte. Zwar war die Zahl der Posbis an Bord recht gering. Es gab lediglich etwa hundert von ihnen, die sich in den Weiten des riesigen Schiffs beinahe verloren. Allerdings hatten die Besatzer die terranischen Kampfroboter aus den Depots aktiviert, umprogrammiert und für ihre Zwecke eingespannt. Das Überwachungsnetz, das die Posbis damit über die CREST geworfen hatten, war nicht lückenlos, aber sehr dicht. Das Ziel der beiden Mutanten war, die Maschen dieses Netzes ein wenig zu weiten. Die Überwachungssysteme des Ultraschlachtschiffs konnten die Menschen nicht ausschalten. Ein direkter Angriff auf die Kampfroboter verbot sich von selbst. Also hatte Gucky angeregt, dieses Problem indirekt zu lösen. Deshalb war er mit Moncadas seit Stunden im Einsatz. Gucky tastete telepathisch nach der leisen mentalen Ausstrahlung, die von der Plasmakomponente des Posbis ausging, dem er mit seinem Teleportersprung gerade ausgewichen war. Die Emanation war schwer zu orten, da Anichs übermächtige mentale Präsenz ein ständiges, unangenehmes Hintergrundrauschen schuf. Dann zeigte der Ilt seinen Nagezahn. »Hab dich!«, murmelte er. Der positronisch-biologische Roboter bewegte sich auf drei Beinen in einem irritierenden Rhythmus. »Schlecht zu Fuß, wie?« Gucky kicherte leise. »Mal sehen, ob ich dir ein bisschen helfen kann.« Moncadas, als Interruptor in der Lage, Energieflüsse zu blockieren und zu lenken, legte den Zeigefinger auf die Lippen. Gucky verzog die Nase. Zu hören waren lediglich die beiden Kampfroboter, die zum Inventar der CREST zählten. Der dreibeinige Posbi hingegen verursachte kein Geräusch. Seine Laufextremitäten waren auf den Trittflächen mit einer weichen Kunststoff-Keramik-Mischung beschichtet. Störende Geräusche existierten für Roboter nicht, die Sohlen hatten also eine unbekannte Funktion. Wahrscheinlich, um ein Abrutschen bei der Arbeit zu verhindern! Für welche Spezialaufgabe er wohl gebaut wurde?, überlegte der Ilt. Trotzdem: Diese Schleicherei macht mich ganz irre! Der Posbi betrat den Verteiler. Nicht weit hinter ihm folgten die zwei KAROS. Gucky grinste. Der Eindruck folgsamer Hunde, die ihrem Herrchen hinterhertrotteten, drängte sich förmlich auf. »Euch zeig ich, wo der Hammer hängt!«, flüsterte er. »Das gibt Beulen!« Er griff telekinetisch nach den beiden Maschinen und zwang ihre Waffen in Position. Kaum stellten die Kampfroboter eine unerklärliche Manipulation fest, wechselten sie in den Alarmmodus. Lichtzeichen und akustische Signale zeigten der Umgebung an, dass die KAROS Schwierigkeiten hatten. Das leise Summen steigerte sich zu einem schrillen Pfeifen. Mit großer Wucht ließ der Mausbiber die ausgefahrenen Extremitäten auf das Chassis der jeweilig anderen Maschine prallen. Metallisches Scheppern gesellte sich zu den Alarmtönen. Gucky musste gegen den Widerstand der Roboter ankämpfen. Deren Bewegungen wirkten dadurch ruckartig und ungleichmäßig: Die Mechanik der KAROS wurde bis an die Grenze ihrer Funktionalität belastet. Die Servomotoren versuchten, die unsichtbare Kraft zu überwinden, die auf sie einwirkte, und scheiterten. Die Hydraulik jaulte auf. Der Posbi hatte bisher alles ignoriert. Erst als die beiden KAROS sich ihm mit erhobenen Armen und aktivierten Waffen näherten, nahm er ihre Probleme zur Kenntnis. Gucky schob die Kampfroboter telekinetisch nach vorn. Der erste der beiden prallte gegen den Posbi, ein halbiertes, stählernes Ei. Aus der Schnittfläche ragten etliche Antennen, Tentakel und andere Aggregate. Ein rotes Teleskopauge richtete sich auf die zwei durchgedrehten Hilfskräfte. Hiebe trafen den Posbi, ohne dass die KAROS damit Schaden angerichtet hätten. Obwohl der Posbi kleiner war als die beiden Kampfeinheiten, wirkte es, als trommle ein wütendes Kind gegen die Brust eines Erwachsenen. Gucky schob den linken Kampfroboter gegen die Wand und dann nach vorn. Ein metallisches Kreischen drang durch den Gang. Moncadas zog eine Grimasse. »Machen wir mal ein bisschen Dampf!« Gucky gab Moncadas einen Wink. Der Interruptor konzentrierte sich. Ein Kommandosignal des positronischen Gehirns wich vom vorgesehenen Pfad ab. Die Paraimpulse des Mutanten lenkten ihn zur Waffenkontrolle um. Ohne Vorwarnung gab der KARO einen Schuss aus dem linken Thermostrahler ab. Die Energieentladung verwandelte einen Teil der Wand in einen weiß glühenden Fleck. Wasser in einer der Versorgungsleitungen verdampfte, expandierte und zerriss das heiße Metall. Eine Dampfwolke explodierte in den Gang hinein und schob die terranischen Kampfroboter auseinander. Die Druckwelle raste wie ein unsichtbares Ungeheuer durch den Gang. Der Posbi bewegte sich nicht. Dann war das Metall weit genug abgekühlt. Der Dampf wich einem dichten Sprühregen, der mit hohem Druck aus der Wand schoss. Endlich reagierte der Posbi. Ein kräftiger Funkimpuls legte die zwei anscheinend durchgedrehten Hilfskräfte lahm. Kontrollanzeigen erloschen, Extremitäten senkten sich und hingen leblos nach unten. Die automatischen Kontrollsysteme der CREST isolierten die detonierten Leitungen sehr schnell, dennoch glich der Verteilerknoten einer Trümmerwüste. Verbogene Metallplatten, Bruchstücke der geborstenen Leitung, Kunststoffe, Isolierungen und jede Menge Wasser waren das Ergebnis von Guckys Zugriff. Vint Rasmussen wird mich umbringen!, überlegte Gucky amüsiert. Zumindest wird er es versuchen! Der Versorgungsoffizier der CREST war kein impulsiver Mann und erst recht kein Choleriker, aber mutwillige Zerstörungen wie diese waren ihm ein Gräuel. Der Posbi verharrte einige Sekunden reglos, kommunizierte wahrscheinlich mit dem Netzwerk seiner Artgenossen, dann setzte er sich wieder in Bewegung und verschwand. Zurück blieben die zwei desaktivierten und demolierten Kampfroboter. Moncadas versuchte, sich in eine etwas bequemere Position zu bringen. Das war bei der Enge des Verstecks schwierig. Der Mutant ächzte. »Und?«, fragte er. Gucky sondierte telepathisch die Gedanken von Kommandant Deringhouse, der in der Zentrale versuchte, den Anschein von Normalität zu wahren. Der Mausbiber pfiff laut und misstönend. »Endlich. Es tut sich was! Hat das lange gedauert!« »Was meinst du?«, erkundigte sich Moncadas. »Unser wievielter Zugriff war das?«, fragte Gucky zurück. »Du zählst doch mit!« »Der zweiunddreißigste!«, sagte der Mutant. »Na also. Die Posbis sind zur Überzeugung gekommen, dass die KAROS unzuverlässig sind. Sie legen sie großflächig still! Endlich!« Gucky rieb zufrieden die Hände aneinander. »Das war ein hartes Stück Arbeit. In der Zentrale summieren sich die Desaktivierungsmeldungen. Bislang haben sie gute siebenundachtzig Prozent aus dem Verkehr gezogen. Jetzt haben wir nur noch die Posbis selbst an der Backe. Die KAROS waren mir mit ihrer Bewaffnung von Beginn an ein Dorn im Auge. Damit können die Blecheimer nun nicht mehr drohen. Weil es keine Defekte gibt, können sie bei den Kampfrobotern keine finden. Ein Rätsel. Die Posbis werden suchen und suchen und unsere Maschinen als problembehaftet aus der Gleichung nehmen. Der Besatzung oder Deringhouse können sie keine Schuld geben. Klasse, oder? Aber ich frage mich, warum sie erst nach zweiunddreißig Vorfällen reagieren. Hätte nie gedacht, dass sie eine dermaßen lange Leitung haben.« »Ich glaube, du unterschätzt sie.« Moncadas winkte ab. »Die...