Seeberg | Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 734 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 734, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

Seeberg Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 734

Das verzauberte Schloss
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-7121-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Das verzauberte Schloss

E-Book, Deutsch, Band 734, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

ISBN: 978-3-7517-7121-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auch wenn Gitta Kreutzberg ihre Arbeit als Restauratorin kostbarer Antiquitäten liebt, sehnt sie sich nach ihrem wohlverdienten Urlaub. Doch bevor es so weit ist, trifft sie ein unerwarteter Schlag: Ihr Freund Jochen trennt sich von ihr. Gitta lässt sich jedoch nicht unterkriegen und kommt schnell zu dem Schluss, dass es wohl doch nicht die große Liebe war.
Jetzt erst recht, sagt sie sich und bucht auf eine Anzeige in der 'Antiquitätenrundschau' ein Ferienzimmer auf Schloss Hohenstein. Doch was für eine Enttäuschung erwartet Gitta da! Die erhoffte Idylle entpuppt sich als Katastrophe. Das Schloss ist eine heruntergekommene Ruine, die Anzeige ein Irrtum, und der Schlossherr steht am Rande des Bankrotts. Als wäre das nicht genug, taucht plötzlich Jochen wieder auf - fest entschlossen, Gitta mit allen Mitteln zurückzugewinnen.
Was als erholsamer Urlaub geplant war, verwandelt sich für Gitta in ein Abenteuer voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen ...

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Das verzauberte Schloss

Wie Gitta ihre große Liebe fand

Auch wenn Gitta Kreutzberg ihre Arbeit als Restauratorin kostbarer Antiquitäten liebt, sehnt sie sich nach ihrem wohlverdienten Urlaub. Doch bevor es so weit ist, trifft sie ein unerwarteter Schlag: Ihr Freund Jochen trennt sich von ihr. Gitta lässt sich jedoch nicht unterkriegen und kommt schnell zu dem Schluss, dass es wohl doch nicht die große Liebe war.

Jetzt erst recht, sagt sie sich und bucht auf eine Anzeige in der »Antiquitätenrundschau« ein Ferienzimmer auf Schloss Hohenstein. Doch was für eine Enttäuschung erwartet Gitta dort! Die erhoffte Idylle entpuppt sich als Katastrophe. Das Schloss ist eine heruntergekommene Ruine, die Anzeige ein Irrtum, und der Schlossherr steht am Rande des Bankrotts. Als wäre das nicht genug, taucht plötzlich Jochen wieder auf – fest entschlossen, Gitta mit allen Mitteln zurückzugewinnen.

Was als erholsamer Urlaub geplant war, verwandelt sich für Gitta in ein Abenteuer voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen ...

Gitta Kreutzberg lachte, als sie zufällig einen Blick in den Spiegel warf.

Das Glas war klar und gab das Spiegelbild wundervoll wieder, aber der Rahmen hatte in den zweihundert Jahren – so alt war die Antiquität – stark gelitten.

Hoffentlich würde es ihr gelingen, das Ding so weit zu restaurieren, dass Herr Delius es gut verkaufen konnte.

Herr Delius war Inhaber einer Antiquitätenhandlung und ihr Chef. Sein Gesicht wies zahlreiche Runzeln auf, aber seine Augen blickten scharf und munter. Mit seinem rechten Fuß war etwas nicht in Ordnung, wodurch er leicht hinkte. Gerade kam er die Ateliertreppe herunter.

»Ist die alte Truhe fertig, Gitta?«, fragte er.

»Ja, Herr Delius«, erwiderte sie fröhlich. »Wenn sie über Nacht ruhig an ihrem Platz steht, ist morgen früh alles in Ordnung.«

Gitta nickte dem alten Herrn zu. Er war ein Sonderling, ein richtiges Original. Sie mochte ihn, denn es ließ sich mit ihm arbeiten, und sie verdiente gut.

»Die Truhe kommt in die neue klothensteinsche Villa. Woran arbeiten Sie jetzt?«

Gitta wies auf den Spiegel.

»Das ist eine aufwendige Arbeit, Herr Delius. Die Rahmenverzierungen weisen viele abgesprungene Stellen auf, da habe ich mindestens drei Tage dran zu bosseln. Erst dann kann ich ans Vergolden gehen.«

»Anschließend muss dringend die Kommode für Frau Direktor Itzehoe gemacht werden. Sie ruft ständig an.«

»Weil Sie immer wieder etwas dazwischenschieben, Herr Delius.«

»Ich weiß, Gitta.« Er blickte sie unglücklich an.

»Und nach der Kommode nehme ich endlich meinen Urlaub, Herr Delius. Ich habe ihn wegen dringender Aufträge nun schon dreimal verschoben. Sie sind viel zu nachgiebig der Kundschaft gegenüber.«

Herr Delius nickte schuldbewusst.

»Ich werde mich bessern«, versprach er.

Die Ladenglocke bimmelte.

»Fangen Sie mit dem Spiegel an, Gitta. Ich kümmere mich um den Kunden«, sagte der Chef und stieg die Treppe hinauf.

???

»Kam Post, Frau Mareiler?«, fragte Gitta, als sie einige Stunden später die Wohnung der verwitweten Frau des Eisenbahnobersekretärs Mareiler betrat, bei der sie ein möbliertes Zimmer gemietet hatte.

»Auf dem Tischchen unter dem Spiegel – wie immer!«, rief Frau Mareiler von der Küche zu ihr in den Korridor hinaus.

Gittas Vermieterin war recht beleibt, lebhaft und gutmütig.

Die Streifbandsendung auf dem Spiegeltisch interessierte Gitta im Augenblick wenig. Sie hatte die Fachzeitschrift ihres Berufes wegen abonniert. Und woher sollte schon andere Post kommen? Eltern hatte sie nicht mehr. Ihre Geschwister waren verheiratet und hatten genug mit den eigenen Familien zu tun.

Aber war es nicht Zeit, dass Jochen wieder einmal schrieb? Vor drei oder vier Wochen hatte sie den letzten Brief von ihm erhalten.

Als Gitta an Jochen dachte, begann sie zu strahlen. Das war ein herrlicher Urlaub gewesen vor einem Jahr! Sie war in einen kleinen, stillen Ort gefahren, den man ihr empfohlen hatte. Dort hatte sie Jochen kennengelernt.

Von der ersten Minute an hatte sie sich zu ihm hingezogen gefühlt. Und ihm schien es ähnlich ergangen zu sein. Am zweiten Urlaubstag hatte er sie angesprochen.

Sie hatten viele schöne Spaziergänge miteinander unternommen und waren jeden Tag zusammen gewesen. Als die Stunde des Abschieds geschlagen hatte, hatten sie einander versprochen, sich zu schreiben.

Ihr Urlaub war einen Tag früher zu Ende gegangen als der seine. Jochen hatte sie zur Bahn gebracht und ihr einen Kuss gegeben, kurz bevor der Zug abgefahren war.

In den Briefen, die sie einander in der Folgezeit geschrieben hatten, war ihr Verhältnis immer enger und inniger geworden. Nach dreimonatigem Briefwechsel hatte er zum ersten Mal von Heirat gesprochen. Gitta hatte sofort mit froher Zufriedenheit zugestimmt. Sie hatte Jochen sehr gern, wenn sie auch nicht wusste, ob das, was sie für ihn empfand, die ganz große Liebe war.

In den letzten drei Monaten waren die Abstände zwischen seinen Briefen plötzlich immer größer geworden. Gitta hatte sich keine Gedanken darüber gemacht und war davon ausgegangen, dass ihm seine Arbeit einfach keine Zeit ließ.

Als Gitta ihre Zeitschrift aufnahm, bemerkte sie, dass noch ein Brief darunterlag. Erfreut stellte sie fest, dass der Brief von Jochen war.

Sie klemmte die Zeitschrift unter den Arm, nahm den Brief wie eine Kostbarkeit auf und ging in ihr Zimmer.

»Ich bringe Ihnen in zehn Minuten Ihren Tee, Kindchen!«, rief Frau Mareiler ihr nach.

»Danke!«, rief Gitta froh gelaunt zurück und legte den Brief vor sich auf den Tisch. Vielleicht enthielt er den Vorschlag, nun endlich zu heiraten?

Nach dem Essen setzte sie sich in den alten, gemütlichen Ohrensessel neben dem Fenster, riss den Brief auf und begann zu lesen.

Schon nach den ersten Zeilen krampfte sich ihr Herz zusammen. Es war aus, alles war aus.

In dürftigen Worten schrieb Jochen, dass alles, was er bisher für sie empfunden habe, doch nicht die richtige Liebe gewesen sei. Er habe vor einigen Wochen ein Mädchen kennengelernt, das ihn gleich von der ersten Sekunde an in den Bann geschlagen habe. Er hoffe, sie werde es nicht zu schwernehmen ...

Der Brief entglitt Gittas Händen und flatterte zu Boden. Sie starrte in die Ferne, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.

Schließlich stand sie auf. Man konnte keinen Menschen zur Liebe zwingen. Sie musste Jochen gehen lassen, auch wenn es wehtat.

In ihrem Zimmer hielt Gitta es nicht mehr aus. Rasch zog sie ihren leichten Sommermantel über und ging hinaus.

»Noch einmal fort, Gitta?«, rief Frau Mareiler aus der Küche. »Haben Sie den Hausschlüssel eingesteckt? Nicht, dass Sie mir dann vor der Haustür stehen und rufen müssen.«

»Ich gehe nur ein bisschen spazieren, Frau Mareiler.« Gitta gab sich Mühe, ruhig zu sprechen, damit die Vermieterin nicht merkte, was in ihr vorging. »In einer Stunde bin ich wieder da.«

»Viel Spaß, Kindchen. Ein bisschen Bewegung tut immer gut«, rief Frau Mareiler zustimmend.

Gitta verließ die Wohnung und drehte eine Runde durch das Viertel. Es tat so weh, einen Traum, den man ein Jahr lang geträumt hatte, begraben zu müssen.

Zum Glück hatte sie nun bald Urlaub. Ein Tapetenwechsel würde ihr bestimmt guttun.

Frau Mareiler war bereits in ihrem Schlafzimmer, als Gitta zurückkam. Sie ging auf Zehenspitzen in ihr Zimmer, um sie nicht zu stören. Jochens Brief lag noch auf dem Fußboden. Gitta legte ihn in ein Buch, um ihn nicht mehr sehen zu müssen.

Dann setzte sie sich wieder in ihren Ohrensessel, nahm die mit der Post gekommene Zeitschrift zur Hand und blätterte sie durch.

Schließlich blieb Gittas Blick an einer Anzeige hängen, die ihre Aufmerksamkeit erregte.

Schloss Hohenstein – wo lag das? Sie hatte keine Ahnung. Uralter Besitz, malerisch gelegen, romantische Umgebung – das alles war sehr verlockend.

Der Besitzer Horst von Wartenau suchte zahlende Gäste für sein Schloss. Es ging ihm also nicht gut. Wahrscheinlich hatte der alte Herr sein ganzes Leben zu aufwendig gelebt. Jetzt, auf die alten Tage, musste er merken, dass das Geld nicht mehr reichte.

Gitta lächelte. Urlaub auf Schloss Hohenstein als zahlender Gast des feudalen Herrn von Wartenau? Warum nicht?

???

Als Gitta am nächsten Morgen zur Arbeit ging, lächelte sie vor sich hin. Der Schmerz über Jochens Abschiedsbrief hatte einer stillen Trauer Platz gemacht. Sie hatte von einem wundervollen Märchenschloss mit einem gut aussehenden jungen Schlossherrn geträumt, der sich freute, sie auf Schloss Hohenstein begrüßen zu dürfen.

Sie lachte hellauf und schalt sich selber einen Kindskopf.

Wenige Häuser vor der Antiquitätenhandlung stutzte sie. Seltsam, wie das Leben spielte! Da hatte man einen Namen noch niemals gehört, aber nachdem er aufgetaucht war, fing er an, einen zu verfolgen.

Tausendmal war sie diese Straße entlanggegangen, tausendmal an diesem Haus vorüberkommen. Das Schild,...



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