E-Book, Deutsch, 171 Seiten
Weber Magie der Asche 3
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-53276-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WEISSE GLUT
E-Book, Deutsch, 171 Seiten
ISBN: 978-3-347-53276-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mitreißende Gefühle, spannende Action, mystische Wesen und prickelnde Erotik ziehen den Leser in den Bann.
Michaela Weber ist 1979 in der Steiermark geboren. Sie lebt seit 2001 mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen im Burgenland. Als Floristin hat sie gearbeitet, bis sie einen Job als Verkäuferin gefunden hat, in dem sie noch immer so gerne wie am ersten Tag arbeitet. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrer Familie. Sie liest gerne und hat schon einige Regale mit Büchern gefüllt. Im Februar 2021 wurde ihr erster Roman "Magie der Asche: Lodernde Versuchung" veröffentlicht.
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2 Die ganze Truppe saß gerade zusammen im Einsatzraum und erklärte Garet, wie so ein Einsatz ablief und wie er sich zu verhalten hatte, wenn es wirklich ernst wurde. Sie gaben ihm Tipps, wie er sich selber am besten schützen konnte und auch wie gegenseitig aufeinander aufgepasst wurde. Als das Telefon von Lennox klingelte, waren alle Blicke sofort auf Garet gerichtet. Der erste Einsatz kam schneller als erwartet. >> Na, Küken, dann kannst du gleich zeigen, was du so draufhast. <<, zwinkerte ihm Connor zu. Küken? Er nannte ihn wirklich Küken! Garet lief rot an und senkte den Blick. Lennox ging ran und hörte aufmerksam zu. Trystan war bereits aufgestanden und öffnete den Waffenschrank. Lennox wirkte ernst am Telefon. Als sich neben ihm alle erhoben, tat er es ihnen gleich. Garet klopfte das Herz bis zum Hals, als er sich mit den anderen zusammen fertig machte. Die Kleidung bestand hauptsächlich aus schwarzen Lederhosen und dunklen Shirts, die sie bereits trugen. Jeder konnte selbst entscheiden, ob er sich eine schusssichere Weste anzog, außer Garet, der bekam sie als Neuling einfach in die Hand gedrückt. Er wehrte sich nicht, denn er war neu in der Gruppe und hatte keinerlei Erfahrung. Außerdem vermittelte sie ihm etwas Sicherheit. Anschließend wurden Waffen verteilt und in Holstern verstaut, ehe sie nach draußen eilten. Er versuchte, nicht daran zu denken, dass auch Kaja dabei sein würde. Gerade jetzt durfte er sich nicht ablenken lassen. Erstens konnte das tödlich enden und zweitens wollte er sich beweisen. Er wollte ein würdiges Mitglied sein, das dazu gehörte. Den anderen ebenbürtig. Kaja schielte immer wieder zu Garet, sie konnte immer noch nicht fassen, dass er nun Teil der Gruppe war. Sie hatte noch keine Ahnung, was sie davon halten sollte. Er war so ein netter Kerl und sie hatte Angst davor, was dieser Job aus ihm machen würde. Er stotterte sogar, wenn er mit ihr redete. Konnte so jemand wirklich einem anderen Menschen das Licht auslöschen, wenn es darauf ankam? Vom seelischen Leid ganz zu schweigen. Sie selbst hatte damit kein Problem. Ihre Vergangenheit hatte dafür gesorgt, aber jemand wie Garet, dem noch nie Leid zugefügt worden war, der behütet aufgewachsen war, konnte so jemand auch so handeln? Sie hoffte es für ihn, denn ansonsten würde er daran zerbrechen. Lennox, der immer noch sein Handy am Ohr hatte, rannte aus der Tür und sprintete in einem halsbrecherischen Tempo gezielt in eine Richtung. Alle folgten ihm. Der Einsatzort konnte nicht weit weg sein, wenn sie zu Fuß hinrannten. Gleich darauf beendete Lennox das Gespräch und bellte Anweisungen. Garet hörte aufmerksam zu. >> Also…ein abservierter Typ bedroht seine Frau und ihr gemeinsames Kind. Lasst euch nicht killen von dem Arsch! <<, brüllte er den anderen atemlos zu, bevor er noch einen Zahn zulegte. >> Keine Gnade?!? <<, knurrte Jake fragend in Lennox Richtung und jeder wusste, woran er dachte. Allen war die Geschichte von Mia, ihrem Sohn und Jake noch gut im Gedächtnis. Es war gut ausgegangen. Mia, Marc und Jake waren inzwischen eine glückliche Familie. Außerdem war Mia schon ein kleiner Babybauch anzusehen, doch manchmal dachte wohl jeder zurück an die bangen Stunden. >> Keine Gnade! <<, bestätigte Lennox. Ein Raunen der Zustimmung ging durch die Truppe. Phönixe reagierten sehr sensibel, wenn es um Kinder ging, und machten sich ab und an ihre eigenen Regeln. Bald würde auch Garet wissen, wie genau sie das machten, denn als Mitglied dieser Truppe musste man auch mal die Aufräumarbeiten erledigen. Davor graute ihm schon jetzt, doch auch das gehörte nun einmal dazu und er würde gewissenhaft vorgehen. Die schweren Boots der Truppe donnerten einen herben Rhythmus auf den gepflasterten Weg, als sie um eine Kurve liefen. Die Schuhe waren noch etwas ungewohnt für Garet, doch es fühlte sich gut an. Als Lennox sich ans Ohr griff, machten es ihm die anderen nach. Jeder hatte einen Empfänger im Ohr. Auch Garet griff danach und schaltete ihn ein. Die erste Anweisung galt ihm und teilte ihm mit, dass er zuerst vor dem Haus warten sollte, um die Tür zu sichern. Garet war kein Drückeberger und doch war er froh, nicht gleich beim ersten Mal an vorderster Front zu stehen. Er wusste, dass alle Einsätze schwierig waren und sehr gefährlich. Weitere Anweisungen wurden durch den Knopf gebrüllt und schon verschwanden Connor, Lennox und Trystan durch eine Tür. Der Rest wartete davor. Gleich darauf war entsetztes Aufstöhnen durch die Ohrstöpsel zu hören. >> Scheiße Mann…der hat sich sofort das Kind geschnappt, als er uns gesehen hat. Alle rein. Kaja, halte dich zuerst im Hintergrund, aber mach dich bereit! <<, brüllte Lennox in sein Mikro. Sofort stürmte Garet mit Kaja und Jake los. Sie marschierten einen heruntergekommenen grauen Gang entlang, an dessen Wänden sich mehr Schmutz als Farbe befand. Die Fenster waren so verdreckt, dass man fast nicht mehr hindurchsah. Der Boden war bestimmt schon ein Jahr nicht mehr gewischt worden und war klebrig. Garet rümpfte die Nase und versuchte flach zu atmen. Es roch muffig und nach Schimmel. Zügig, aber hoch konzentriert schritten sie auf die einzig sichtbare Tür zu. Jake und Kaja gingen als erste in den Raum und positionierten sich seitlich an der Wand, links und rechts der Tür. Jake bedeutete Garet, er solle zu ihm kommen. Bestimmt hatte er von Mia den Auftrag bekommen, ein Auge auf ihn zu haben. Er kam seiner Aufforderung jedoch nur zu gerne nach und positionierte sich neben Jake. Als Garet sich umsah, lief es ihm kalt den Rücken hinunter, bei dem Anblick, der sich ihm bot. Eine braunhaarige Frau saß wimmernd auf einem fleckigen Sofa und starrte auf das Mädchen in den Händen des Angreifers. In der Wohnung sah es nicht viel anders aus als am Gang. Es roch auch extrem nach Alkohol. Überall standen Essensreste und halbvolle Gläser herum. Fliegen krabbelten über die Reste. Auf dem dreckigen Boden lagen zwischen halbleeren Flaschen Puppen, die ihre beste Zeit hinter sich hatten. Garet war richtig übel. Er blickte durch die Runde und als sein Blick an Connor hängen blieb, deutete dieser auf das verklebte Sideboard. Garet sah sich das Ding genauer an und entdeckte zwischen Mülltüten und schmutzigen Tellern eine Spritze. Auch das noch. Drogen… Immer wieder flehte die Mutter mit vor Tränen verquollenen Augen, er solle sie nehmen anstatt der Kleinen, doch der wütende Mann ignorierte sie völlig bis auf einen hasserfüllten Blick, den er ihr zuwarf. Er stand vor einem kaputten Tisch, seine eigene Tochter vor sich festhaltend. Das arme Mädchen in seinen brutalen Armen wirkte wie erstarrt. Die blauen kindlichen Augen waren, weit aufgerissen, hilfesuchend auf die Mutter gerichtet. Tränen rannen der Kleinen über die Wangen und sie zitterte unkontrolliert. Die blonden Locken klebten seitlich an den schmutzigen und nassen Wangen. Garets Gedanken rasten, er wollte dem Kerl am liebsten auf der Stelle eine Kugel in den Kopf jagen. Erschreckt von seinen eigenen Gedanken blickte er zu den anderen, die sich im Raum verteilt hatten und auch entsetzt auf den Kerl starrten. Sein Blick blieb an Kaja hängen, die etwas im Hintergrund stand und mit ihren Zähnen mahlte. Es gab keinen Zweifel daran, dass sie alle dem Monster an den Kragen wollten. Er riss seinen Blick wieder von Kaja los und konzentrierte sich aufs Wesentliche. Er versuchte sich etwas zu beruhigen, bevor ihm sein Herz noch zur Brust raussprang. Es klopfte wie wild und dass den anderen der Schweiß auf der Stirn stand und auch sie nervös aussahen, beruhigte ihn auch nicht wirklich. Er sah, dass Lennox mit dem Angreifer sprach, doch er verstand kein Wort. Er versuchte sich zu fokussieren und bekam noch mit, wie der Mann die Pistole in seiner Hand noch fester an die Schläfe seiner eigenen Tochter drückte. Garet ging der Hintern auf Grundeis. Ein Knurren erfüllte den Raum und die Hand an der Pistole zitterte. Nun war es Trystan, der versuchte, auf ihn einzureden. Immer noch starrten ihn die anderen an, wenn er viel redete, da er es nach wie vor eher in der Nähe von Debbie tat und es ansonsten noch immer vorzog zu schweigen. Im Gegensatz zu Lennox, der es gewohnt war Befehle zu bellen, versuchte Trystan es auf die nette Tour mit Überredungskunst. >> Komm schon, Kumpel…das bringt doch nichts. Lass die Waffe sinken und du kannst einfach gehen. Du spazierst einfach hier raus… << Trystan zuckte lässig mit den Schultern als wäre das Ganze sonnenklar. Allen war klar, dass das eine Lüge war. Vermutlich auch dem Angreifer. >> Halt deine Klappe, Arschloch. Die beiden gehen mit mir. Wir sind eine Familie! <<, brülle er. Fast hätte Garet Mitleid mit ihm haben können, da der Mann um seine Familie kämpfte, wäre da nicht die Tatsache, dass er schon des Öfteren...