Evans Mine - Ich gehöre dir
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8025-9665-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 02, 384 Seiten
Reihe: REAL Serie
ISBN: 978-3-8025-9665-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Niemals hätte Brooke geglaubt, dass sie den Mann ihrer Träume für sich gewinnen könnte. Aber nicht alle Träume enden mit einem Happy End. Ausgerechnet als Remy ihren Rückhalt besonders nötig hat, muss Brooke ihn allein lassen. Kann ihre Liebe die Trennung überstehen?
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EINS
Willkommen zurück, Riptide!
Brooke Es sind genau zwei Monate, exakt zweiundsechzig Tage, seit ich zu ihm zurückgekehrt bin. Eintausendvierhundertachtundachtzig Stunden des Verlangens und Vermissens. Und es ist noch länger her, dass Tausende von Frauen, Männern und Fans überall auf der Welt Zeugen seines Sturzes waren. Er ist zurück. Und heute findet der erste Kampf in der neuen Underground-Saison statt. Er hat wie wahnsinnig trainiert. Er hat an Muskelmasse zugelegt. Er ist so muskulös wie nie, und diese Saison ist er bereit für den Sieg. In der Arena von Washington D.C. sitzen um die tausend Leute, und immer wenn der Sieger des jeweiligen Kampfes verkündet wird, wird das Publikum unruhig. Wir wissen alle, dass er jetzt dran ist. Pete, sein Assistent, sitzt angespannt und unruhig zu meiner Rechten. Er hatte mir erzählt, dass Riptide das »Zugpferd« ist – dass fast alle nur wegen ihm in der Arena sind. Ich gehöre auf jeden Fall dazu. Die Atmosphäre ist spannungsgeladen, und die Luft geschwängert von Parfüm, Bier und Schweiß. Die beiden Kämpfer in der Runde davor, von denen einer zu seinem Team gehört, sorgen im Moment für Aufregung, und mir klopft das Herz, während ich reglos auf meinem Platz in der Mitte der ersten Reihe sitze, genau dort, wo mich mein Mann haben will. Hier bin ich also, während mein Körper ihn überdeutlich wahrnimmt, und mein Herz im Rhythmus seines Namens klopft. Remington, Remington, Remington … Die Lautsprecher knistern, als der Ansager das Mikrofon einschaltet, und ich zucke erschrocken zusammen. »Meine Damen und Herren, wie waren wir am Boden zerstört, als der Favorit im letzten Jahr das Finale verlor.« Die Menge buht bei der Erinnerung daran, und bei dem Gedanken daran, wie Remys malträtierter Körper aus dem Ring gehoben wurde, schnürt sich meine Kehle zu. »Habt keine Angst, Leute. Habt keine Angst!« »REMY!!!!!!!!!«, kreischt jemand. »Lasst ihn endlich rein!«, brüllt ein anderer. »Oh, das werden wir. Seien Sie unbesorgt, das werden wir«, sagt der Ansager. »Nach vielen Spekulationen und Gerüchten ist es nun offiziell. Der Mann kämpft in dieser Saison, und er macht keine Gefangenen, Leute! Hier ist er, meine Damen und Herren. Hier. Ist. Er. Sie wissen, wen ich meine?« »RIP-TIIIIIIDE!«, brüllt die Menge. »Wer?« »RIP-TIIIIIIDE!« »Noch mal, ich kann euch nicht hören!« »RIPTIIIIIIDE!« »Das ist richtig, meine Damen und Herren! Hier ist unser liebster Bad Boy mit seinem berüchtigten Lächeln und den tödlichen Fäusten, bereit, jedem, der ihm dieses Jahr im Weg steht, ein R.I.P. zu verpassen. Der einzigartige Remington Tate, Ihr RIPTIIIIIIIIIIDE!!« Heftige Erregung schießt durch mich hindurch, während die Menge aufsteht und brüllt wie noch nie. »Mein Gott, die Fans gieren nach ihm«, haucht Pete. Und ich ebenfalls. Mein Gott. Ich ebenfalls. Auf der gegenüberliegenden Seite des Rings winken Frauen mit Höschen. Höschen! Eine hebt ein Schild, auf dem steht: BESORG’S MIR, RIPTIDE! Mein Mund ist ganz trocken, und tausendundein Schmetterling flattern in meinem Bauch, als ich etwas Rotes aufblitzen sehe. Er kommt näher. Geht den Gang entlang auf den Ring zu. Auf seinen Ring. In meinem Körper toben die wildesten Gefühle, als er die Menge teilt. Ein paar Fans haben ihre Plätze verlassen und versuchen nach ihm zu greifen, doch er bahnt sich mühelos seinen Weg durch die schmale Gasse, das Gesicht unter der roten Satinkapuze versteckt. Remy. Mein Remy. Der Mann, den ich mit jeder Faser liebe. »Riptide, du bist so sexy!« »Remy, mach mir ein verdammtes Kind!« Mit einer fließenden Bewegung springt er in den Ring und legt dann ohne Eile seinen RIPTIDE-Umhang ab. Das Kreischen Hunderter Frauen klingt in meinen Ohren, während er in seine Ecke geht und Riley, seinem zweiten Coach, den Umhang reicht. Riley klopft ihm lächelnd auf den muskulösen Rücken und sagt etwas zu ihm. Remington wirft den Kopf zurück, als würde er lachen, und tritt dann in die Ringmitte, streckt seine langen muskulösen Arme aus und setzt langsam zu seiner Ich-weiß-ihr-wollt-mich-alle-Drehung an. Ich schmelze dahin. Ich werde mich nie an diesen Anblick von ihm im Ring gewöhnen. Mein Herz pocht aufgeregt in meiner Brust und in mir pulsiert es vor Verlangen. So hart und schlank und vollkommen, dabei ist er wahnsinnig gefährlich, wahnsinnig schön und gehört allein mir. Meine Augen saugen jeden Zentimeter von dem ein, wonach alle Frauen gieren, und mein Blick wandert über die makellose athletische Gestalt. Meine Augen gleiten liebevoll über seine Bräune und küssen die schwarzen keltischen Ornamente um seine Bizepse. Ich bewundere seinen Oberkörper, langen kräftigen Beine, seine wohlgeformten Arme, seine schmale Taille und breiten Schultern. Jeder Muskel ist so perfekt geformt, dass man genau erkennt, wo er endet und der nächste beginnt, wenn man mit den Fingern darüberstreicht. Als er sich weiterdreht, sehe ich seinen Waschbrettbauch mit den acht Wölbungen – acht! Ja, eigentlich unmöglich, doch er hat sie … und sein Gesicht. Oh Gott, ich halte es kaum aus. Das kantige Kinn. Die schimmernden blauen Augen. Das sexy Grinsen. Die Grübchen. Er lächelt, mit diesem verspielten und jungenhaften Ausdruck, der sagen will, dass er für den Abend was richtig Schlimmes vorhat und man es um nichts auf der Welt verpassen möchte. Ein kollektives Stöhnen geht durch die Reihen hinter mir, als er das Gesicht verzieht. Die Schmetterlinge in meinem Bauch flattern auf, als die funkelnden blauen Augen die Menge absuchen und uns alle stumm anlachen. Er amüsiert sich über uns, über unsere Besessenheit von Remington Tate! Neben mir hüpft eine Blondine mittleren Alters mit zu viel Botox im Gesicht auf und ab und schreit wie eine Wahnsinnige: »Remy! Zeig mir den Riptide!« Ein Impuls durchzuckt mich, die Frau an ihren Haaren zu Boden zu reißen, doch gleichzeitig verstehe ich nur zu gut, dass man ihn einfach nicht anschauen kann, ohne vor Lust zu vergehen. Er ist ein Hengst. Dafür geschaffen, sich zu paaren. Sich fortzupflanzen. Und ich will ihn so sehr wie meinen nächsten Atemzug. Ich will ihn mehr als diese kreischenden Frauen. Ich will jeden noch so kleinen Teil von ihm. Ich will seinen Körper, seinen Verstand, sein Herz, seine wunderschöne Seele. Er sagt, er gehört mir, doch ich weiß, dass ein Teil von Remington Tate nie jemandem gehören wird. Ich bin sein, doch er ist unbezähmbar und unbezwingbar. Remington Tate allein kann sich bezwingen. Er steht da oben, unergründlich und geheimnisvoll, eine völlige Blackbox. Und ich will mich in ihm verlieren, auch auf die Gefahr hin, nicht mehr herauszufinden. Pete stößt mich in die Rippen und flüstert mir ins Ohr: »Mein Gott, das ist einfach nicht fair, dass er diese ganze Aufmerksamkeit bekommt, und der hier«, er zeigt auf seine eigene schlanke Gestalt, »kriegt gar nichts.« Ich lächle. Pete mit seinen Locken und seinen braunen Augen trägt immer schwarze Anzüge und Krawatten. Er ist nicht nur Remys persönlicher Assistent, er ist auch wie sein großer Bruder und einer meiner besten Freunde. »Nora mag dich, wie du bist«, ziehe ich ihn mit meiner jüngeren Schwester auf. Er muss lächeln und hebt vielsagend die Augenbrauen, während er in Richtung Ring nickt, wo Remington seine Drehung beendet und in meine Richtung schaut. Meine Nervenenden vibrieren vor Erregung, als seine blauen Augen meine Reihe absuchen. Ich schwöre, jeder Teil von mir zittert in Erwartung seines Blicks. Jetzt sieht er mich an. Er elektrisiert mich. Unsichtbare Ströme zucken zwischen uns hin und her. Sein Lächeln fährt durch mich hindurch, und plötzlich fühlt sich meine Brust da, wo das Herz schlägt, wie eine Fackel an, die er gerade entzündet hat. Seine Augen halten mich gefangen, ein Blick voll heißer Liebe, und ich sehe seine stumme Freude, den besitzergreifenden Stolz, die Warnung an jeden in diesem Raum, dass ich. Ihm. Gehöre. Dann zeigt er auf mich. Mein Herz bleibt stehen. Es scheint, als folgten sämtliche Augen seinem ausgestreckten Finger, der direkt auf meine Brust zeigt, wo mein Herz für ihn rast, während seine glühend heißen, blauen Augen unmissverständlich sagen: »Das hier ist für sie.« Die Menge bricht in begeisterten Jubel aus. Die Liebe seiner Fans trifft mich wie ein Adrenalinstoß, macht mich trunken wie Tequila, der einem direkt in den Kopf steigt. Und staunend spüre ich, wie sehr auch er seine Fans liebt. Wie er mich liebt. Ich bin überwältigt von der Reaktion des Publikums und davon, wie er dasteht, mit Grübchen im lachenden Gesicht, die ganze Energie im Raum aufsaugt. Gott, ich liebe ihn, und ich will nicht, dass er das je vergisst! Ich gebe dem Impuls nach und werfe ihm eine Kusshand zu. Er greift danach und drückt sie an seinen...