Grambow | Wassermanagement | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 291 Seiten

Reihe: Life Science and Basic Disciplines (German Language)

Grambow Wassermanagement

Integriertes Wasser-Ressourcenmanagement von der Theorie zur Umsetzung
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-8348-9435-9
Verlag: Vieweg+Teubner Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Integriertes Wasser-Ressourcenmanagement von der Theorie zur Umsetzung

E-Book, Deutsch, 291 Seiten

Reihe: Life Science and Basic Disciplines (German Language)

ISBN: 978-3-8348-9435-9
Verlag: Vieweg+Teubner Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Damit zeigt sich auch, dass für dieses wahrhaft interdisziplinär angelegte Buch erhebliche technische, ökonomische, rechtliche sowie philosophische Kenntnisse erforderlich waren, welche dem gelernten Ingenieur Grambow naturgemäß nicht in die Wiege gelegt wurden. Es hat bislang kein Werk gegeben, welches das Thema Wassermanagement derart systematisch und wissenschaftlich sowie zugleich praxisnah und überzeugend darstellt. Dieses Buch ist ein wirklicher Almanach der internationalen Wasserwirtschaft geworden. Eine große Verbreitung und eine rasche Umsetzung der wegweisenden Erkenntnisse sind in unser aller Interesse sehr zu wünschen. München, im August 2007 Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich Sachverständigenrat für Umweltfragen Danksagung Mein Dank gilt besonders meinem wissenschaftlichen Mentor Professor Martin Faulstich, sowie Professor Holger Magel, Professor Peter Wilderer und Professor Theo Strobl für die Mitbetreuung, den vielen Kollegen/innen und Freunden/innen der bayerischen und internat- nalen Wasserfamilie und den Korrektoren/innen, die mir so sehr geholfen haben. Dieses Buch widme ich im Sinne der Nachhaltigkeit meinen Söhnen Konstantin und Julius, stellvertretend für die Kinder dieser Welt.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Vorwort von Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich;6
2;Inhaltsverzeichnis;8
3;Abkürzungsverzeichnis;12
4;Einführung;14
5;1 Die weltweite Wasserkrise und unsere Zukunftsplanung;20
5.1;1.1 Einschätzung der weltweiten Wasserkrise;20
5.2;1.2 Problemstellung und Arbeitsauftrag;21
6;2 Bestandsanalyse und Strategien des Wassersektors;24
6.1;2.1 Schwerpunkt Ökologie: Agenda 21 als integraler Lösungsansatz für den Wassersektor;24
6.1.1;2.1.1 United Nations: Die Agenda 21;24
6.1.2;2.1.2 IWRM (Definition);42
6.1.3;2.1.3 United Nations: Millennium Development Goals;44
6.2;2.2 Schwerpunkt Ökonomie: Kosten und Finanzierung im Wassersektor;48
6.2.1;2.2.1 Was kostet der Wassersektor?;49
6.2.2;2.2.2 Finanzierung durch Effizienzsteigerungen;54
6.2.3;2.2.4 Finanzierungsquellen und langfristig gerechte Ressourcenverteilung;61
6.3;2.3 Schwerpunkt gesellschaftlich-soziale Bedeutung der Wasserwirtschaft;64
6.3.1;2.3.1 Menschenrecht Wasser;64
6.3.2;2.3.2 Wasser als internationales Konfliktpotential;68
6.3.3;2.3.3 Politisch-gesellschaftliche Relevanz des Wassersektors;72
6.4;2.4 Strategien internationaler Institutionen und ihre Maßnahmen auf dem Wassersektor;82
6.4.1;2.4.1 Wasserstrategien internationaler Entwicklungsbanken und Institutionen;82
6.4.2;2.4.2 Europäische Wasserpolitik;88
6.4.3;2.4.3 Deutsche Wasserpolitik (national und international);90
6.5;2.5 Zwischenfazit;97
7;3 From vision to action: Lösungsansatz für die Umsetzung des IWRM;100
7.1;3.1 These und Ansatz;100
7.1.1;3.1.1 These;100
7.1.2;3.1.2 Lösungsansatz;101
7.2;3.2 Angepasste Technologie;105
7.2.1;3.2.1 Entwicklung und Bedeutung der angepassten Technologie;105
7.2.2;3.2.2 Methode der Weiterentwicklung der Technologie aus erkannten Mängeln;111
7.2.3;3.2.3 Anpassung unter ökonomischen Gesichtspunkten;112
7.2.4;3.2.4 Anpassung unter Umweltgesichtspunkten;118
7.2.5;3.2.5 Anpassung unter sozial-kulturellen Gesichtspunkten;124
7.2.6;3.2.6 Ausgewählte Lösungsansätze zum Erreichen einer angepassten Technologie;126
7.3;3.3 Management;145
7.3.1;3.3.1 Prinzipieller methodischer Ansatz zur Entwicklung und Implementierung von angepasstem Management;146
7.3.2;3.3.2 Normativ-strukturelles Management;148
7.3.3;3.3.3 Operatives, betriebswirtschaftliches Management;177
7.3.4;3.3.4 Spezielle Kapitel eines erfolgreichen Wassermanagements;183
7.4;3.4 Finanzierung und Steuerung;203
7.4.1;3.4.1 Regelung des freien Marktes: Was steuern private Lösungen bei?;204
7.4.2;3.4.2 Beiträge und Gebühren;206
7.4.3;3.4.3 Zuwendungen/Subventionen;208
7.4.4;3.4.4 Abgaben und Steuern;210
7.4.5;3.4.5 Gesetze, Verordnungen und Genehmigungen;211
7.4.6;3.4.6 Wassermärkte und handelbare Wasserrechte;213
7.4.7;3.4.7 Freiwilligkeit;214
7.5;3.5 Der „Human Factor“: Vision und Motivation;215
7.5.1;3.5.1 Bedeutung der kulturellen Unterschiede in den Arbeitswelten;216
7.5.2;3.5.2 Deontologisch-teleologische Bedeutung , Motivation;217
7.5.3;3.5.3 Zusammenhang zwischen Persönlichkeiten und Visionen;219
7.5.4;3.5.4 Identifikation und Qualität;221
7.5.5;3.5.5 Gender;222
7.6;3.6 Netzwerke und Kommunikation;223
7.6.1;3.6.1 Netzwerke;223
7.7;3.7 Kultur als Erfolg beeinflussender Faktor;239
7.7.1;3.7.1 Implizite kulturelle Einflüsse;240
7.7.2;3.7.2 Explizite Kultur;244
7.7.3;3.7.3 Fazit: Gezielte Implementierung kultureller Werte als Aktivposten in Projekten;248
8;4 Synthese und Ausblick;250
9;5 Anhang;256
10;Literaturverzeichnis;289
11;Sachwortverzeichnis;298


(S.237-238)

Synthese

An der Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei, nicht im Wassersektor und auch nicht in den anderen Sektoren. Die Umsetzung ist sowohl eine Frage der Überzeugung und Motivation als auch der zur Verfügung stehenden Techniken. Als Lösungsansatz hat man für den Wassersektor das IWRM gefunden. Dieser stellt zusammen mit den Aussagen der A21 aber zwei erhebliche Probleme für die Umsetzung dar:

Die A21 beziehungsweise die Nachhaltigkeit ist ein normatives Konzept, d. h. sie gibt zunächst keine Antworten auf Detailfragen zur richtigen Abwägung zwischen den Tripel- Belangen, sondern erzeugt sogar regelmäßig Dilemmata.

Ein erster, immer richtiger Schritt zur Auflösung des Dilemmas ist die nachhaltige Effizienzsteigerung. Das Instrumentarium dazu ist im Wesentlichen im Bereich des angepassten Managements und der angepassten Technologie zu finden. Weitere Ansätze zu Lösung der Dilemmas liegen in einer lokalen und temporalen Differenzierung, d. h. in einer Vermeidung der dilemmatischen Situation durch Einbeziehung räumlicher und zeitlicher Koordinaten. Die Ziele der Abwägung liegen in der Nachhaltigkeit, hilfsweise Gerechtigkeit der ökonomischen, ökologischen und sozial- kulturellen Belange.

Die zweite Herausforderung des IWRM ist die Integralität.
Durch die faktische Forderung nach transsektoraler, translokaler und transtemporaler Integralität entstehen hochkomplexe Aufgabenstellungen, die nicht mehr deterministisch zu lösen sind. Dies führt in der Praxis leicht zu einer fehleranfälligen Ausblendung integraler Bestandteile bzw. einer unzulässigen Vereinfachung der betrachteten Systeme. Besser ist, unter Beachtung aller Ebenen Lösungen iterativ in einem hochvernetzten Lösungsraum zu entwickeln, damit die Komplexität Zug um Zug gelöst werden kann. Dazu gibt es keine Schemata, als Kunstgriff kann aber analog der Lösungsansätze der Chaostheorie insbesondere die Kraft der partizipativen Prozesse genutzt werden, um diese komplexen Zusammenhänge abzuarbeiten, ohne diese im Einzelnen deterministisch beschreiben zu müssten.

Als sachliche Beiträge zu Umsetzung des IWRM werden in Kap. 3 eine Reihe von Maßnahmen und Verhaltensweisen empfohlen. Diese basieren auf den Überlegungen zu den spezifischen Stärken und Schwächen der internationalen Modelle der Weltbank etc.. Dazu gehört die Klärung der Rolle des Staates bzw. der Steuerungsparameter einer nachhaltigen Politik. Hier sind im Vergleich zum globalen Mainstream als Ergebnisse der Untersuchungen abweichende Einschätzungen zu den zukünftigen Rollenverteilungen im Wassersektor entstanden. Prinzipiell hat danach der Staat bezüglich der Nachhaltigkeit gegenüber der Gesellschaft eine Garantenstellung, die durch Privatisierungsbestrebungen nicht zu ersetzen ist.

In der zukünftigen globalen Entwicklung des Wassersektors sind zwei Stufen der kontinuierlichen Verbesserung vorstellbar: als mindeste erste Stufe die volkswirtschaftliche Effizienz, die die finanziellen Freiheitsgrade für nachhaltige (Teil-) Lösungen vergrößert, und als zweite Stufe zur Lösung des Abwägungsdilemmas ein Leitbild der puren Nachhaltigkeit im Rahmen von good governance und einer Vision der Nachhaltigkeitswirtschaft. International ist es sinnvoll, sich an guten Beispielen zu orientieren. Aus Sicht dieser Arbeit ist dabei das bayerische Modell stärker zu beachten, als in der Vergangenheit.

Es beinhaltet die europaeinheitlichen Qualitäten der WRRL und die deutschlandtypischen hohen Ansprüche an die Wasserqualität in der gesamten Breite, Bayern ist als Flächenstaat traditionell stark kommunal und ländlich ausgerichtet, dadurch als Modell prinzipiell auch für ländliche Regionen geeignet, gleichzeitig als Industriestandort auch in effizienten wirtschaftlichen Lösungen erprobt.

Es gibt aber erkennbare Defizite: Augenscheinlich mangelt es an einer Wertediskussion, die sich noch deutlicher mit nichtmonetären Werten, vor allem auch kulturellen, auseinandersetzt. Die Arbeit zeigt für wasserwirtschaftliche Projekte und Politik diverse Felder eines auf diesem Weg zu erreichenden Mehrwertes auf.



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