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E-Book, Deutsch, 293 Seiten, eBook

Scheffer Medien und Fremdenfeindlichkeit

Alltägliche Paradoxien, Dilemmata, Absurditäten und Zynismen
1997
ISBN: 978-3-322-93316-4
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Alltägliche Paradoxien, Dilemmata, Absurditäten und Zynismen

E-Book, Deutsch, 293 Seiten, eBook

ISBN: 978-3-322-93316-4
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



"Um auf eine gerechte und multikulturelle Zukunft hoffen zu können, brauchen wir enonn viel Phantasie. " (George Lipsitz 1993)1 ,,Medien- und Fremdenfeindlichkeit" betrifft eines unserer zentralen gesell schaftlichen und politischen Probleme. Es rückt uns weiter brennend auf den Leib: In den Tagen, in denen ich dieses Vorwort schreibe (Ende März, An fang April 1997) melden die Nachrichten zwei tödliche Brandanschläge auf Ausländerunterkünfte in Den Haag und in Krefeld. Die deutschen Behörden sehen zur maßlosen Empörung türkischer Politiker und türkischer Medien keine Anzeichen für eine fremdenfeindliche Straftat. Inzwischen ist der Ehemann und Vater der Krefelder Opfer als dringend tatverdächtig verhaftet worden. Deutsche und vor allem türkische Medien reißen nun schlagartig das Ruder herum oder verkehren ihre Rhetorik von gestern ins pure Gegenteil. - Die Berichterstattung über die harte Abschiebung bosnischer Kriegsflücht linge, sogar noch die Darstellung der dagegen gerichteten Proteste trägt dazu bei, daß die Zahl der "freiwilligen" Rückkehrer spürbar ansteigt. - Im deut schen Fernsehen wird nicht nur den Protesten, sondern auch dem Auftritt Jean-Marie Le Pens in Straßburg und der Begeisterung seiner "disziplinier ten" Anhänger breiter Raum gegeben. - Die italienische Marine stößt mit ei nem albanischen Flüchtlingsschiff zusammen; mehr als achtzig Menschen (überwiegend Frauen und Kinder) kommen zu Tode; und gerade aufgrund der besonderen Medien-Berichterstattung könnte man nun "zynisch" fragen, ob die italienischen Behörden jetzt nicht "am Ziel" wären: Weitere Flüchtlin ge würden das Wagnis nicht mehr eingehen, aber die allgemeine "Hilfsbe reitschaft" wäre ja immerhin gewachsen.

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Gerade mit Rücksicht auf die Medien-Rolle läßt sich zeigen, daßFremdenfeindlichkeit ein Verhalten ist, das aus der Mitte und der Mehrheitder Gesellschaft kommt. In den einzelnen Beiträgen dieses Bandes wird vorallem das hervorgehoben, was als Frage brisant, als Antwort heikel, was alsoim Sinne optimistischer Lösungsvorschläge skeptisch und unbequem bleibt (oderandererseits vielleicht sogar ungewöhnlichste Lösungen erahnt). Dieses Buch bearbeitet in unterschiedlichsten, durchaus neuenAnsätzen die schwierige und widersprüchliche Rolle internationaler Medien beifremdenfeindlichen Konflikten; die einzelnen Artikel bieten theoretischeÜberlegungen, aber auch praktische Empfehlungen.  Aus dem Inhalt:Bernd Scheffer: Eine Einführung Siegfried Jäger: Die Anstifter der Brandstifter? Zum Anteil derMedien an der Eskalation rassistisch motivierter Gewalt in der BRD Oliver Jahraus: Reduktion der Komplexität des Fremden Rainer Topitsch: Soziobiologie, Fremdenfeindlichkeit und Medien Thomas Ohlemacher: Zur paradoxenPraxis der Political Correctness Renate Möller/Uwe Sander: Die Vertrautheit der Fremden in denMedien  Ernest W. B.Hess-Lüttich: Reden über die Fremden Andreas Westhofen: Abgrenzung als Dogma? Sigrid Luchtenberg : Migration und Multikulturalität in denPrintmedien. Eine vergleichende Analyse deutscher und australischer ZeitungenStephan Lamb: Fremdenfeindlichkeit und Fußball in Großbritannien



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