E-Book, Deutsch, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Extra
Themsen Perry Rhodan-Extra: Galaktisches Garrabo
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8453-3210-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Extra
ISBN: 978-3-8453-3210-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Auf der Erde und den zahlreichen Planeten der Milchstraße, die von Menschen besiedelt sind, ist das Jahr 1341 Neuer Galaktischer Zeitrechnung angebrochen - dies entspricht dem Jahr 4928 alter christlicher Zeitrechnung. Seit Perry Rhodan mit einer schlichten Rakete ins All vorgestoßen ist und der Menschheit dabei den Zugang zu den Sternen erschloss, sind fast dreitausend Jahre vergangen.
Längst bildet die Erde - oder Terra, wie man allgemein sagt - das Zentrum eines blühenden Sternenreiches aus Tausenden von Planeten. In der Liga Freier Terraner leben nicht nur Menschenabkömmlinge, sondern auch Angehörige anderer Völker. Der Mausbiber Gucky ist für viele ein typisches Beispiel; außer ihm gibt es zahlreiche Fremdwesen auf den wichtigsten Welten der Liga.
Die einflussreichste Macht in der Milchstraße ist allerdings das Huhany'Tussan, das 'Göttliche Imperium' der Arkoniden, das von Imperator Gaumarol da Bostich absolutistisch geleitet wird. Die politische Lage ist derzeit, zehn Jahre nach dem Hyperimpedanz-Schock von 1331 NGZ, angespannt.
In dieser Situation kommt es zu einem Geheimtreffen zwischen den beiden mächtigsten Männern der Milchstraße - und dieses entwickelt sich zu einem GALAKTISCHEN GARRABO...
Phantastische Themen begeisterten die 1970 in Hamburg geborene Verena Themsen schon früh. Als Kind war sie bereits ein großer Fan von Märchen und Sagen und blieb diesen auch dann noch treu, als Buchserien wie 'Die drei Fragezeichen', 'Leutnant Lennet' oder die Bücher von Karl May in ihren Regalen Einzug hielten. Später kamen die Perry Rhodan-Serie sowie ATLAN hinzu, und sie entdeckte ihre Leidenschaft für Science Fiction.
Während der Schulzeit und in den ersten Semestern des Physik-Studiums publizierte Verena Themsen diverse Kurzgeschichten in kleinauflagigen Fantasy-Zeitschriften. Das fortschreitende Studium, die Promotion und das Berufsleben forderten jedoch ebenso ihren Tribut wie die Gründung einer Familie. Kein Wunder, dass die ohnehin nur als Freizeitbeschäftigung betriebene 'Schreiberei' in den Hintergrund trat. Ideen blieben in der Schublade, es entstanden keine eigenen Geschichten mehr.
Es dauerte mehr als zehn Jahre, bis Verena Themsen die Begeisterung ihrer Jugend wieder entdeckte. Sie pflegte Kontakte mit professionellen Autoren und besuchte Schreibseminare, wodurch sie ihr Talent auf eine solide Basis stellte. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten und Kurzromane in Amateur-Publikationen und feilte weiter an ihrem Stil. Unter anderem verfasste sie Romane zu einer Fan-Serie, die im Perry Rhodan-Universum spielte und im Internet publiziert wurde.
Dadurch wurden die Autorin Susan Schwartz und die Perry Rhodan-Redaktion auf sie aufmerksam und unterbreiteten ihr ein Angebot: Sie konnte einen ersten professionellen Roman für die 'Elfenzeit'-Serie schreiben; weitere Beiträge folgten.
Anfangs fiel der Autorin das Schreiben nach Exposé nicht leicht: 'Es war neu für mich, nach den Vorgaben eines anderen zu schreiben, und ich befürchtete zunächst, es könnte mich zu sehr einschränken. Aber das Gegenteil ist der Fall - ich muss mir um den großen Handlungsrahmen weniger Gedanken machen und habe mehr kreative Energien übrig für die Bereiche, in denen ich frei fabulieren kann.'
Ihren Beiträgen für die 'Elfenzeit' folgten Romane für Perry Rhodan-Action und Perry Rhodan-Extra; ihr Einstieg ins Team der Perry Rhodan-Serie war damit nur eine Frage der Zeit.
Verena Themsen lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von Heidelberg. Sie ist verheiratet und Mutter einer 'energiegeladenen sechsjährigen Tochter'. Wenn sie nicht an neuen Romanen schreibt, arbeitet sie für eine Firma, die Maschinen für die Elektronikindustrie herstellt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
6. Tonta des 24. Prago der Hara 21.455 da Ark Nachtschwingen Ein Schmetterling durchstieß im Taumelflug die Grenze der nächtlichen Schatten in der Tiefe des Trichterbaus. Schillernd brach sich das Morgenlicht auf seinen schwarzen Flügeln, während er weiterstieg, bis er die oberste der Terrassenstufen passiert hatte. Eine frische Brise erfasste den Falter und trieb ihn über eine mit strenger Geometrie angelegte Parkanlage hinweg zur Außenkante des Trichters. Mehrere hundert Meter tiefer bewegte die gleiche Brise die Wipfel dichter Bäume, deren Grün ihn magisch anzog. Der Falter sank ab, nur um im nächsten Moment gegen eine unsichtbare weiche Mauer zu stoßen, die ihn zurückwarf. Nach mehreren weiteren Versuchen gab er auf. Stattdessen folgte er einem anderen Zug, denn ein helles Schimmern hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er wendete und flog in unregelmäßigen Pendelbewegungen auf eine weiß leuchtende Brüstungsmauer zu. Für die kunstvolle Ausführung des filigran durchbrochenen Mauerwerks hatte er wenig Sinn – für ihn war es lediglich ein perfekter Platz, um sich auszuruhen und die Kälte der Nacht aus seinem Körper treiben zu lassen. Er landete, verkrallte die Füßchen in dem porösen Gestein und breitete seine Flügel aus, um die Wärme der rötlich leuchtenden Sonnen aufzunehmen. Das Tier kümmerte es nicht, dass sie ebenso künstlich waren wie seine gesamte Umgebung. Es war zufrieden, und auch die Nähe dreier großer Zweibeiner irritierte es nicht im Mindesten. * Lilafarbener Stoff wehte durch die Luft, als einer der dryhanischen Leibdiener des Imperators seine dürren Arme hochwarf und die Hände vor den Mund schlug. Doch er konnte den erstickten Aufschrei nicht ganz unterbinden, den das Auftauchen des handtellergroßen schwarzen Schmetterlings hervorgerufen hatte. »Ein Nachtseidenweber«, hauchte der andere Dryhane, die Augen geweitet. Seine überschlanke Hand schloss sich so fest um den für den Imperator bestimmten Becher mit Camána, dass die Knöchel weiß hervortraten. »Ein Unglücksbote ...« Die Lippen Bostichs I. wurden schmal, und sein kantiges Kinn trat noch eine Spur schärfer hervor. Der Blick seiner roten Augen sezierte das Insekt auf der Mauer förmlich. Er nahm den fingerdicken schwarzen Körper wahr, die wehenden Tasthärchen, die ihn umgaben, das Schillern und die filigrane Struktur der Flügel. Ein schönes Tier an sich. Und doch ein Störfaktor. Warum nur können selbst Zehntausende Jahre der Raumfahrt die Köpfe der denkenden Wesen nicht von solchem Firlefanz befreien? Auch wenn gerade die Kultur Arkons auf manchem basiert, das mystisch wirkt – es sollte doch einen für klares Denken erkennbaren Unterschied zwischen den Fähigkeiten der Dagoristas und Zhy-Famii und dem Auftauchen eines schwarzen Schmetterlings geben! Er schüttelte den Kopf und strich sein noch vom morgendlichen Schwimmen feuchtes weißes Haar nach hinten. Kleine Tröpfchen fielen auf den dunkelroten Stoff seines langen Mantels. »Für irgendjemanden wird der Falter ganz sicher Unglück bedeuten«, stellte er fest. »Auch wenn es mir widerstrebt, dass auf abergläubische Ängste Rücksicht genommen werden muss, um ein reibungsloses Funktionieren meines Stabes zu gewährleisten ...« Bostich drehte den Kopf zur Seite, und seine Leibdiener, ohnehin schon ein gutes Stück kleiner als er, duckten sich unwillkürlich noch etwas tiefer, »Dieses Tier hat hier nichts zu suchen. Es hätte längst von den Gartensonden entdeckt und ausgerottet werden müssen. Nulugmar, finde heraus, wer dafür verantwortlich ist. Sorge dafür, dass so etwas nicht wieder passiert. Majanden ...« Bostich streckte dem Diener zu seiner Rechten die Hand entgegen. Unverzüglich ging dieser auf die Knie und reichte ihm mit gesenktem Blick den Camána-Becher. Schweigend nahm der Imperator das heiße dunkle Getränk entgegen, den Blick wieder auf die Landschaft unter ihnen gerichtet. Der Dryhane erhob sich und verschwand nach einer Verbeugung in Richtung des Tisches hinter ihnen. Klappern von Geschirr bezeugte, dass Service-Robots dort den Rest des Frühstücks für den Imperator anrichteten, während zu Bostichs Linken Nulugmar leise Gespräche über sein Kontrollarmband führte. In seine eigenen Gedanken vertieft, genoss der Imperator einen Schluck Camána und ließ seinen Blick schweifen. Unwillkürlich lächelte er. Obwohl er den Ausblick vom Trichterrand schon unzählige Male genossen hatte, war es einer, der ihn immer wieder neu mit Befriedigung erfüllte. Jenseits der von seinem Standort aus nicht sichtbaren Gleiterlandeplätze und Parks um den Stumpf des Baus begann ein Waldgebiet, das sanft gewellt in beide Richtungen bis in die Schatten zweier niedrigerer Trichterbauten reichte. Jenseits dieser Gebäude schloss sich auf der einen Seite eine Seenlandschaft an, deren Gewässer im Morgenlicht funkelten; auf der anderen luden grüne Wiesen und Bäche zu Ausflügen ein. In gerader Linie vom Palast aus bedeckte der Wald die Landschaft etwa einen halben Kilometer weit, um dann abrupt an einer scharf gezogenen Bogenlinie zu enden. Ein sanftes rötliches Schimmern erfüllte dort die Luft: das Schimmern eines Prallfeldschirmes, der sich über die gesamte 1,7 Kilometer durchmessende Plattform spannte, auf der Palastanlage und Landschaft aufgebaut waren. Es war der innerste Schutzschirm des GWALON-Schlachtschiffes GOS'TUSSAN, auf dem die Plattform mit dem fliegenden Kristallpalast ruhte. Sollen sie alle sehen und staunen, was wir zu schaffen in der Lage sind. Wir mögen schwierige Zeiten durchmachen, wie auch alle anderen, aber trotzdem bleiben wir nicht stehen. Der Hyperimpedanz-Schock – für viele Völker katastrophal, und auch für uns ein harter Schlag gewesen, und doch: Am Ende ist er nur ein Stein auf unserem Weg, schon so gut wie überwunden. Die GWALON-Raumer und die GOS'TEAULTOKAN sind eindrucksvolle Symbole dafür. Und solange ich lebe, wird nichts unseren Weg zur Dominanz aufhalten. Unwillkürlich tastete er mit der freien Hand über sein linkes Schlüsselbein, unter dem sein Zellaktivatorchip den Altersverfall seines Körpers verhinderte. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Und das wird eine sehr, sehr lange Zeit sein. Eine Zeit, in der ich noch viele Leute zurück in ihre Schranken weisen werde, die auch jetzt wieder glaubten, mit Arkon nicht mehr rechnen zu müssen – angefangen mit Perry Rhodan und seinen Terranern. Kaum merklich drehte Bostich den Kopf in Richtung seines Leibdieners. Seide raschelte leise, als der Dryhane umgehend einen Schritt näher trat und auf die Knie sank. »Wie kann ich Euch dienen, Euer Erhabenheit?« »Wie lange noch, bis wir unser Ziel erreichen, Nulugmar?« »Die momentane Linearetappe wird noch etwas mehr als eineinhalb Tontas dauern, Höchstedler«, antwortete der Dryhane mit einer Präzision der Aussprache, die einem Roboter alle Ehre gemacht hätte. »An ihrem Ende benötigen wir noch weitere ein bis zwei Tontas bis zum Erreichen des Treffpunktes. Wenn das Treffen etwa eine Tonta dauert, werden wir Marlian nach einer letzten Linearetappe am späten Nachmittag Arkonzeit erreichen.« Der Dryhane warf einen kurzen Blick auf die Anzeige seines breiten Multifunktionsarmbands, ehe er fortfuhr: »Marlians Hauptstadt Envelin ist zu diesem Zeitpunkt allerdings gerade mitten in der Nachtzone. Es ist also zu empfehlen, dass Ihr die Zeit zwischen Eurem Treffen und dem Sonnenaufgang über Envelin als Ruhezeit nutzt. So könnt Ihr frühzeitig zur Oberfläche hinunterfliegen und die Vorbereitungen der Übergabezeremonie wohlwollend in Beschau nehmen, ehe Ihr Euch mit dem Kolonialrat trefft.« Bostichs Mundwinkel zuckten. »Wohlwollend in Beschau nehmen. Das wollen wir wohl tun, wenn Bürger einer ursprünglich terranischen Kolonie aus freien Stücken den Einfluss der Liga abschütteln und stattdessen den Schutz des Göttlichen Imperiums von Arkon erbitten. Wann wird der Terraner da sein?« »Nach den letzten Daten, die wir über die Flugbahn der LEIF ERIKSSON II haben, müsste Perry Rhodan etwa drei Tontas vor uns eintreffen. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass der Kolonialrat ihn empfangen wird, ehe Ihr ebenfalls zugegen seid.« Der Imperator legte auch die zweite Hand um den Camána-Becher. »Das wäre auch eine ungeeignete Art, das Wohlwollen des neuen Herrschers zu gewinnen. Was glaubt man, warum ich selbst mich um diese unbedeutende Kolonie kümmere?« »Die Kolonisten selbst glauben, dass Ihr zeigen wollt, wie sehr selbst die einfachsten Bauern dem Imperator von Arkon am Herzen liegen. Die LFT-Spezialisten rätseln weiter und drehen mit Spezialortern und Suchgeräten jeden Stein des Planeten und jedes Trümmerstück der äußeren Asteroidenwolke um. Sie hoffen, einen verborgenen Rohstoff oder eine von den ursprünglichen Bewohnern des Sternenozeans von Jamondi verlassene Station zu finden.« Bostich schüttelte den Kopf. »Sie kennen mich eben nur als einen Mann, der nichts tut, das nicht einen angemessenen Gegenwert bringt. Womit sie durchaus recht haben. Allerdings werden sie wohl nie herausfinden, woraus er in diesem Fall bestand. Doch ich hoffe sehr, dass er wirklich ausreichend ist. Wenn ich bei unserem Zwischenhalt nicht Informationen von wirklicher Brisanz erhalte, wird jemand für meine Zeit bezahlen müssen.« Nulugmar senkte den Kopf. »Eure Gerechtigkeit ist sprichwörtlich, Euer Erhabenheit.« Der Imperator nickte und wandte sich um. Die Vorbereitungen auf dem Tisch in der Mitte der mit hellem Naturstein...