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Wolfschmidt Wandlungen in Raum und Zeit: Himmel -- Heimat -- Weltverständnis. Transformations in Space and Time: Heaven -- Home -- Understanding of the World.

Proceedings der Tagung der Gesellschaft für Archäoastronomie in Recklinghausen 2022. Nuncius Hamburgensis -- Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften; Band 58.
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-347-94267-7
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Proceedings der Tagung der Gesellschaft für Archäoastronomie in Recklinghausen 2022. Nuncius Hamburgensis -- Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften; Band 58.

E-Book, Deutsch, Band 56, 388 Seiten

Reihe: Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften

ISBN: 978-3-347-94267-7
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Buch 'Wandlungen in Raum und Zeit' widmet sich in 14 Kapiteln der Archäo- / Kulturastronomie. Der einführende Beitrag spannt einen weiten kulturellen und thematischen Bogen von der Vorstellung vom Welt-Organismus, vom kosmischen Lebewesen in verschiedenen Kulturen. Es folgt eine Untersuchung der Konstruktion der Kreisgrabenanlage von Stonehenge. Astronomische Bezüge können mit einer astronomisch korrekten Himmelssimulation dargestellt werden. Eindrucksvoll ist das Horizontobservatorium Halde Hoheward und die grosse Sonnenuhr. Ferner wird die astronomische Ausrichtung von Galeriegräbern in der Wartbergkultur analysiert. Sechs Beiträge widmen sich der Astronomie der Bronzezeit, bei den Germanen und Kelten. Die Auszählung von metallenen Scheiben aus der Eisenzeit in Italien deutet auf astronomisches Wissen hin, besonders auf den Saroszyklus, was die Vorhersage von Mondfinsternissen ermöglicht. Aus der Bronzezeit werden Schalensteine aus der Bretagne mit Zirkumpolardarstellung sowie der Goldhut von Schifferstadt mit einer neuen Deutung des Symbols an der Spitze präsentiert. Ein Beitrag widmet sich der germanischen Mythologie, dem Gott Heimdallr, Weltenschöpfer und großer Himmelsgott. Für den Meteoriteneinschlag 'Chiemgau Impakt' (900 bis 600 v. Chr.) werden geoarchäologische Belege präsentiert. Auch Astronomie in außereuropäischen Kulturen wird diskutiert, zum Beispiel, ob es den Gilgamesch-Mythos auch in China gibt, oder die Indus- und Inka-Kultur. Bei der hochmittelalterlichen Rundkapelle zu Drüggelte wird Mythos und Kulturhistorik vorgestellt.

Homepage https://www.fhsev.de/Wolfschmidt/index.html Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften https://www.fhsev.de/Wolfschmidt/GNT/research/nuncius.php Publikationen https://www.fhsev.de/Wolfschmidt/publikat.php#2020

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Mensch, Lebenswelt und Welt-Organismus – Die Vorstellung vom kosmischen Lebewesen in verschiedenen Kulturen einst (und heute) Michael A. Rappenglück (Gilching) Abstract: Man, life-world and world-organism – The idea of the cosmic living being in different cultures once (and today) Among the cosmological, cosmogonic and cosmopractical concepts of peoples worldwide and across the ages, the idea of the world as a giant living entity is significant. Cultures viewed the world as an animal (e. g., a turtle, a shell, an octopus, or a cow), a kind of giant human being or an egg. They often associated the body parts of the cosmic being with the constitutive framework of the universe (centre, cardinal points, rising and setting points of the celestial bodies, world axis, main circles), with fixed stars and asterisms, wandering stars (especially the sun and moon), the Milky Way or the zodiac. The anatomy of certain living beings, especially humans, served as an excellent model for the spatial structure of the world, the temporal changes, and the cycles of reproduction. The head, the limbs, the skeleton (especially the spine), the nervous, circulatory, and digestive systems, the navel and the sense organs were linked to the basic features of the celestial sphere. The huge cosmic creature showed a form of metabolism, respiration, and reproduction, which appeared, for example, as wind currents, water cycles, seasons, tides, and life cycles of plants, animals, and humans in connection with celestial phenomena. People regarded the heavens and the earth as human reproductive organs and identified the cosmos with a giant womb. Moreover, the cosmogonic first and essential dichotomy, from which the differentiation of the world into the multiplicity of entities developed, is compared to a kind of primordial sacrifice of a giant cosmic creature. People regarded the landscape, a cave, a dwelling, a cultic building, or a settlement as an embodiment of the cosmic living being in miniature, reflecting the characteristics of the macrocosmic being. The lecture will give a systematic overview of the ideas of the world as a living entity in different cultural circles over the centuries. Concepts of iatromancy will be included. The methodology is transdisciplinary, using approaches from comparative mythology, ritual studies, archaeology, anatomy, medicine, and social anthropology, among others. It becomes clear that the world as a living entity was an impressive, memorable metaphor to illustrate the structure of the cosmos as a kind of giant organism in which microcosmic humans are integrated and in which they participate. Similar ideas were later discussed in philosophy, for example, the romantic philosophy of nature or speculatively in the Gaia hypothesis. That there are interesting algorithms that describe developmental processes in biology as well as in cosmology is shown, for example, by the spread of the slime mould Physarum polycephalum and the network of filaments in the cosmos. This study is based on my 2018 English publication (Rappenglück 2018a) with extensions and additions. Zusammenfassung Unter den kosmologischen, kosmogonischen und kosmopraktischen Konzepten der Kulturen weltweit und über die Zeiten hinweg ist die Vorstellung von der Welt als einer riesigen lebenden Einheit bedeutend. Die Kulturen betrachteten die Welt als ein Tier (z. B. eine Schildkröte, eine Muschel, einen Oktopus oder ein Rind), eine Art Riesenmensch oder ein Ei. Oft assoziierten sie die Körperteile des kosmischen Wesens mit dem konstitutiven Gerüst des Universums (Zentrum, Kardinalpunkte, Auf- und Untergangspunkte der Himmelskörper, Weltachse, Hauptkreise), mit Fixsternen und Sterngruppen, Wandersternen (insbesondere Sonne und Mond), der Milchstraße oder dem Tierkreis. Die Anatomie bestimmter Lebewesen, insbesondere des Menschen, diente als hervorragendes Modell für den räumlichen Aufbau der Welt, die zeitlichen Veränderungen und die Zyklen der Fortpflanzung. Man verknüpfte den Kopf, die Gliedmaßen, das Skelett (vor allem die Wirbelsäule), das Nerven-, Kreislauf- und Verdauungssystem, den Nabel und die Sinnesorgane mit den Grundzügen der Himmelskugel. Das riesige kosmische Lebewesen zeigte eine Form des Stoffwechsels, der Atmung und der Fortpflanzung, die z. B. als Windströme, Wasserkreislauf, Jahreszeiten, Gezeiten, Lebenszyklen von Pflanzen, Tieren und Menschen in Verbindung mit himmlischen Phänomenen auftraten. Die Kulturen betrachteten insbesondere Himmel und Erde als menschliche Fortpflanzungsorgane und identifizierten den Kosmos mit einer riesigen Gebärmutter. Darüber hinaus wurde die kosmogonische erste und wesentliche Dichotomie, aus der sich die Differenzierung der Welt in die Mannigfaltigkeit der Entitäten entwickelte, mit einer Art Ur-Opfer eines riesigen kosmischen Lebewesens verglichen. Die Kulturen betrachteten die Landschaft, eine Höhle, eine Behausung, ein kultisches Gebäude oder eine Siedlung als Verkörperung des kosmischen Lebewesens in Miniatur, die die Eigenschaften des makrokosmischen Wesens widerspiegelt. Diese kurze Studie gibt einen systematischen Überblick über die Vorstellungen von der Welt als lebendiger Einheit in den verschiedenen Kulturkreisen im Laufe der Jahrhunderte. Konzepte der Iatromantie werden einbezogen. Die Methodik ist transdisziplinär und nutzt unter anderem Ansätze der vergleichenden Mythologie, der Ritualforschung, der Archäologie, der Anatomie, der Medizin und der Sozialanthropologie. Es wird deutlich, dass die Welt als lebendige Einheit eine eindrucksvolle, einprägsame Metapher war, um die Struktur des Kosmos als eine Art Riesenorganismus zu veranschaulichen, in den der mikrokosmische Mensch eingebunden und an dem er beteiligt ist. Ähnliche Gedanken wurden später auch in der Philosophie, zum Beispiel der romantischen Naturphilosophie oder spekulativ-naturwissenschaftlich in der Gaia-Hypothese diskutiert. Dass es interessante Algorithmen gibt, die sowohl Entwicklungsprozesse in der Biologie als auch in der Kosmologie beschreiben, zeigen beispielsweise die Ausbreitung des Schleimpilz Physarum polycephalum und das Netz der Filamente im Kosmos. Dieser Beitrag basiert auf meiner Veröffentlichung von 2018 (Rappenglück 2018a) mit Erweiterungen und Ergänzungen. 1.1 Das Welt-Ei: Embryologie und Kosmogonie Nach den Überlieferungen vieler Kulturen in aller Welt entstand der Kosmos – die organisierte Welt – aus einer formlosen, lautlosen, chaotischen, unbegrenzten (wässrigen), aber dennoch belebten, in einem dunklen Abgrund schwebenden Flüssigkeit (Abb. 1.1; Lukas 1894, 228, 230–232; Yu 1981; Baumann 1986, 255, 268, 274; Hermsen 1996; Tsintjilonis 1997, 252–253; Leeming 2010, 341– 343; McClain 2011). Der Taoismus (China) fasst den Abgrund als eine Art Gefäß der „Leere“ auf, verglichen mit einer „großen Höhle“ (dadong), grenzenlos, „gefüllt“ mit unzähligen numinosen Kräften, das Tao (das schöpferischeenergetische, das Eine, alles durchdringend und begründend, beherbergend, aus dem sich der Kosmos und damit auch der Mensch differenzieren (Liu 2022, 5). Dieses Wesen wurde als androgyn angesehen (Baumann 1986, 255; Gheerbrant, Chevalier & Buchanan-Brown 1996, 497–499). Gelegentlich, z. B. im alten Ägypten und Griechenland, wurde es auch mit der nicht alternden Zeit – manchmal personifiziert – in Verbindung gebracht (Lukas 1894, 232). Diese Matrix existiert für immer. Das ist die erste und unumgehbare Phase des Kosmos. Abbildung 1.2:
Hiranyagarbha (Sanskrit: goldenes Ei, goldener Schoß), das goldene Welt-Ei als primordiale Gebärmutter im kosmischen Wasser. Gemalt von Manaku (1700–1760), circa 1740. (Aus einem Folio des Bhagavata Purana aus der Sammlung Bharat Kala Bhavan, Varanasi, Uttar Pradesh, Indien, Public Domain) Nach altägyptischen, phönizischen und indischen Überlieferungen wird die Urmaterie durch eine sonnenähnliche, sexuelle Hitze, Begehren (Höchsmann 2016, 73–78, 80), eine Art schraubenförmiger Schwingungen, die mit einem Wirbelwind verglichen wird, entfacht (Lukas 1894, 230–233; Kaelber 1976; Baumann 1986, 144, 170). In diesem Zusammenhang ist der antike Philosoph Empedokles (um 495 bis um 435 v. Chr.) zu erwähnen, der das Atmen eines kosmischen Lebewesens und dessen Embryonalentwicklung analog zum Menschen sowie Liebe und Streit als Grund- und Antriebskräfte der Kosmogonie beschrieb (Wilford 1968). Empedokles’ Vorstellungen sind im Zusammenhang mit der Schrift „Über die Natur des Kindes“ (???? F?S??S ??????) eines Philosophen im Umfeld der Hippokratischen Schule (5.–6. Jh. v. Chr.) zu sehen (Littré 1851, 486–541). Dieser Vorgang der Schöpfung wird oft als „Feuermachen“ verstanden (Rappenglück 2016, 111–112). Aus dem turbulenten UrFluidum entsteht das irdische Ei, das die Kulturen als gebärmutterähnliche Struktur betrachten. Das ist das zweite Stadium, das einen Kosmos erzeugt (Lukas 1894, 228). Das Konzept des Welt-Eies (Abb. 1.2) ist Teil von Mythologien auf der ganzen Welt (Lukas 1894; Long 1963, 109–145; Toporov 1967; Demetrio 1968, 67–69; Kuiper 1970; Ochsenschlager 1970;...



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