Ziegenmeyer / Krüger / Sander | Nutshell Entrepreneurship | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 116 Seiten

Ziegenmeyer / Krüger / Sander Nutshell Entrepreneurship

Kleine Projekte mit großer Wirkung
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-948217-55-6
Verlag: Edition Köndgen
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kleine Projekte mit großer Wirkung

E-Book, Deutsch, 116 Seiten

ISBN: 978-3-948217-55-6
Verlag: Edition Köndgen
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In diesem Handbuch lernt ihr, wie ihr eine eigene Idee für ein kulturelles Projekt entwickelt und dann in eine konkrete Projektplanung umgestaltet. Hierbei begleiten wir euch systematisch durch alle relevanten Phasen, die ein Projekt von der ursprünglichen Idee über seine Ausarbeitung und Verfeinerung bis hin zu seiner Durchführung und Evaluation durchläuft. Die einzelnen Schritte stellen wir am Beispiel ausgewählter Projekte dar, die im ´KulturCampus Wuppertal´ an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelt und durchgeführt wurden.

Ursprünglich habe ich Schulmusik, Musikerziehung und Künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studiert. Im Anschluss an meine Studien hat es mich für gut zwei Jahre nach Paris verschlagen, zunächst als Stipendiatin an der Cité Internationale des Arts und dann als Dozentin für Blockflöte am Conservatoire municipal de musique de Malakoff. Nach einer inspirierenden Zeit in dieser bezaubernden und leider auch sehr teuren Stadt bin ich voller Ideen wieder nach Deutschland zurückgekehrt und habe mein Referendariat in Schleswig-Holstein absolviert. Hierauf folgte eine sehr bereichernde Zeit im dortigen Schuldienst, wo ich als Musik- und Französischlehrerin täglich neu dazu lernen und ausprobieren durfte, wie denn nun der Unterricht am besten gelingen kann. Die Liebe zur Musik und zu Frankreich konnte ich zusätzlich auch in meiner Dissertation in Historischer Musikwissenschaft vertiefen, die ich parallel an der Hochschule für Musik und Tanz Köln geschrieben habe. Eine Abordnung an die Europa-Universität Flensburg gab mir schließlich die Möglichkeit, Theorie und Praxis auch im Rahmen der Musiklehrer*innenbildung zu verzahnen und den Studierenden Einblicke in das breite Feld musikpädagogischen Handelns zu eröffnen. Im Rahmen meiner anschließenden Tätigkeit als Akademische (Ober-)rätin an der Bergischen Universität Wuppertal (2015 - 2020) konnte ich diese Verbindung stetig ausbauen und neue Ideen umsetzen. Auf diesem Wege ist schließlich auch die Idee für den KulturCampus Wuppertal und dieses Handbuch entstanden. Wenngleich ich im Oktober 2020 dem Ruf auf eine Professur für Musikpädagogik an der Musikhochschule Lübeck folgen werde, so bleibe ich der Idee und Arbeit des KulturCampus Wuppertal verbunden und bin gespannt auf das, was noch entstehen wird.

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TEIL B – VON DER IDEE ZUM PROJEKT
ENTWERFEN UND PLANEN
Auf dem Weg von der ersten Idee hin zu seiner Durchführung durchläuft ein Projekt in der Regel Phasen wie Entwicklung, Durchführung und Evaluation. Dies bedeutet, dass der tatsächlichen Projektdurchführung in der Regel eine längere Phase der Ideenfindung und Ausarbeitung vorangeht, in der das Projekt in all seinen Details durchdacht und geplant wird und Anträge sowie Kosten- und Finanzierungspläne ausgearbeitet werden. In diesem Kapitel beschreiben wir wichtige Schritte, die dir helfen können, dein eigenes Projekt zu planen und zu entwickeln. 1. Ideenfindung 1.1 Persönliches Interesse
Am Beginn eines Projekts steht in der Regel eine Idee, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise ihren Weg bahnt. So kann es sein, dass ihr schon länger einen bestimmten Gedanken habt und dafür förmlich brennt. Es kann aber auch sein, dass ihr eine Idee erst entwickeln müsst. Hierbei kann es helfen, sich bestimmte Fragen zu euren eigenen Interessen, Talenten und eurer Lebensplanung zu stellen: Eigene Biografie, Interesse, Talent etc. Was interessiert mich? Wo sehe ich die Notwendigkeit/Möglichkeit, etwas zu kreieren? Was wollte ich schon immer einmal machen? Möchte ich Menschen etwas ermöglichen, was mir selbst nie möglich war? Was möchte ich ausprobieren? Wo möchte ich beruflich hin? Persönliches Interesse/Motivation Warum möchte ich dieses Projekt durchführen? Was motiviert mich? Verfolge ich einen Lebenstraum oder eine bestimmte berufliche Perspektive oder aber möchte ich mich einfach ausprobieren, in einem mir noch unbekannten Bereich? Lebensumstände und die Lebensplanung Wie sieht meine konkrete Planung für die nächsten ein bis zwei Jahre aus? Über wie viel Zeit verfüge ich überhaupt für ein Projekt? Wie viel Unterstützung benötige ich? Verträgt sich das Projekt mit meiner eigenen Lebensplanung z. B. in Bezug auf die zeitlichen Ressourcen? Insgesamt treten diese verschiedenen Faktoren/Fragestellungen in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination in den Vorder- oder Hintergrund der eigenen Projektplanung. Mal überwiegen persönliche Gründe für ein Projekt, mal entwickelt sich eine Idee erst aus einem konkret sichtbar werdenden Bedarf heraus. Wie ein persönlicher Bezug zum Projekt z. B. aus der eigenen künstlerischen Tätigkeit erwachsen kann, wird in dem Projekt „TalTour“ von Charlotte Jeschke deutlich: „Die Idee der Geheimkonzerte entstand lange vor dem Seminar. Ich habe mit meinem Duo zusammengesessen und wir haben an Ideen für das kommende Konzertjahr gearbeitet. Vergangene Konzerte haben gezeigt, dass die Atmosphäre an manchen Orten eine ganz besondere war, sowohl für uns als Künstler als auch für unser Publikum. Schnell entstand die Idee einer Minitour quer durch Wuppertal, um mit ungewöhnlichen und gleichzeitig besonderen Orten die Zuschauer anzulocken und gleichzeitig ein neues Bild auf ihre Stadt zu werfen.“ (Charlotte Jeschke: „TalTour“) Bei der Frage nach dem persönlichen Interesse und/oder dem Bedarf ist aber nicht die Reihenfolge entscheidend, sondern vielmehr die Tatsache, dass man sich als Projektleiter*in überhaupt mit diesen Faktoren auseinandersetzen muss. Ein ehrliches Hinterfragen dieser Punkte (u. a. auch der eigenen Beweggründe) hilft dabei, das Projekt in Ausrichtung, Dimension und Realisierbarkeit überschaubar zu halten und es nicht zu einer persönlichen Belastungsprobe werden zu lassen. Im Projekt „KulTour“ lassen sich diese beiden Aspekte – erstens die persönlichen Gründe und zweitens der erkannte Bedarf – sehr gut nachvollziehen. So sind das Interesse an der Wuppertaler Kleinkunstszene und die Idee, Studierende aus verschiedenen Studiengängen zu vernetzen zentrale Ausgangspunkte für die kulturelle Stadtführung „KulTour“. Das Bedürfnis, die sich vielfältig präsentierende Kulturszene der Stadt Wuppertal sichtbar zu machen, wird von den Projektleitenden erkannt: „Als ich vor drei Jahren nach Wuppertal zog, hatte ich große Freude daran, die Wuppertaler Kulturszene, insbesondere die der Kleinkunst, zu entdecken. Als uns im KulturCampus-Seminar der Kulturbericht 2016/17 des Kulturbüros ausgeteilt wurde, stellte ich schnell fest, dass in diesem lediglich über die Wuppertaler Hochkultur berichtet wurde. Die Kleinkunstszene fehlte völlig. Somit war für mich die Idee geboren, einen Überblick über dieses bunte Angebot Wuppertals zu schaffen.“ (Rebekka Herrig: „KulTour“) „Die Projektidee stammt von Rebekka. Während ich noch die Idee hatte, ein Veranstaltungsformat aus Lesung und Konzert für Studierende der Musikpädagogik und Literaturwissenschaften zu entwickeln, erarbeitete sie bereits ein Konzept für ein kulturelles Äquivalent zu den Kneipentouren für Erstsemester. […] Ich war sofort begeistert von ihrer Idee, Rebekka gefiel wiederum der Gedanke meines Projekts, Studierende aus verschiedenen Studiengängen interessenbasiert zu vernetzen. Nach einigen Überlegungen dazu, beide Ideen miteinander zu verbinden, beschlossen wir, uns auf die kulturelle Stadtführung zu konzentrieren, da dieses Projekt meiner Meinung nach mehr Potenzial versprach und im Gespräch zwischen uns sofort die Ideen sprudelten, welche Orte und Veranstaltungen wir unseren Kommilitoninnen und Kommilitonen gern ans Herz legen würden. Auch unsere Kenntnisse und Kontakte ergänzten sich schon auf den ersten Blick: Während Rebekka über einen guten Überblick über die freie Kulturszene und über diverse Kontakte innerhalb der Fachschaften der Uni und vor allem unter den Musikern verfügte, brachte ich Kontakte zu einigen „hochkulturellen“ Institutionen mit. Für mich bot die Projektidee außerdem die Möglichkeit, weitere Akteure aus der Wuppertaler Kulturlandschaft kennenzulernen und Erfahrungen in der kulturellen Projektarbeit zu sammeln, da ich auch nach meinem Studium in diesem Bereich tätig sein möchte.“ (Julia Wessel: „KulTour“) 1.2 Bedarfsanalyse
Auf diese erste Phase der Ideenfindung – und auch währenddessen – folgt in der Regel eine gründliche Recherche. Untersucht wird, inwieweit das Projekt ein Novum ist oder ob es in einer ähnlichen Form bereits existiert. Weiterhin sollten hier der konkrete Bedarf und das gesellschaftliche Interesse an einem solchen Projekt ermittelt werden. (Eine bereits existierende Projektidee kann z. B. an einem anderen Ort mit einer ähnlichen und/oder anderen Zielsetzung verfolgt werden). In Bezug auf die Frage nach einem konkreten Bedarf lohnt es sich, systematisch vorzugehen und sich z. B. folgende Fragen zu stellen: Welche Zielgruppe braucht aktuell Unterstützung/ Förderung (z. B. bestimmte Bevölkerungsgruppen in einer Region/Stadt/Stadtteil)? Welche Art von Unterstützung ist wann und in welchem Ausmaß notwendig? Wie könnte diese Unterstützung umgesetzt werden? Gibt es schon Projekte, die meine Idee mehr oder weniger umsetzen? Wenn ja, wo finden diese wie statt? Weiterhin kann thematisch recherchiert werden: Welche Themenfelder werden bereits in welchen Projekten realisiert, welche nicht? Durch diese Herangehensweise ergeben sich vielfältige neue Perspektiven für Projekte. Hierbei bieten auch aktuelle Ausschreibungen zu Förderprogrammen eine gute Möglichkeit sich grundsätzlich über Förderungen zu Themen und Zielgruppen zu informieren (siehe Kapitel 3: „Ausschreibungen lesen“). Eine solche Bedarfsanalyse wird in den Überlegungen zur Konzeption der „KulTour“ deutlich: Von zentraler Bedeutung ist hier die Beobachtung, dass vor allem Veranstaltungen im hochkulturellen Bereich (z. B. Oper) von einer älteren Zielgruppe wahrgenommen werden. Gründe für das ausbleibende jüngere Publikum (hier: in Bezug auf die Studierenden) vermutet Julia Wessel zum einen in einer möglichen Unwissenheit über das Angebot an Rabatten für kulturelle Veranstaltungen und zum anderen in einer generellen Hemmschwelle gegenüber dem hochkulturellen Bereich. „Wer im Alter von etwa Mitte zwanzig kulturelle Veranstaltungen in Wuppertal besucht, wird schnell merken, dass er oder sie den Altersdurchschnitt der Anwesenden erheblich senkt: Vor allem hochkulturelle Veranstaltungen werden überwiegend von einer älteren Zielgruppe wahrgenommen, obwohl zahlreiche Häuser studentische Rabatte anbieten […]. Dass wir selbst Teil der Zielgruppe waren, erleichterte uns die Planung an einigen Stellen, da wir aus alltäglichen Erfahrungen oder aus Gesprächen mit Freunden und Kommilitonen schöpfen konnten. Unseren Überlegungen zufolge gibt es für die mangelnde Eigeninitiative bezüglich des Besuchens kultureller Veranstaltungen...



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