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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 294 Seiten, Web PDF
Böhm Organisationale Identifikation als Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-8349-9681-7
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eine wissenschaftliche Analyse mit Ansatzpunkten für das Management
E-Book, Deutsch, 294 Seiten, Web PDF
Reihe: Business and Economics (German Language)
ISBN: 978-3-8349-9681-7
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Stephan Böhm entwickelt ein Ursache-Wirkungs-Modell der kollektiven organisationalen Identifikation und überprüft es auf Basis einer quantitativen Längsschnitt-Untersuchung. Er zeigt auf, wie transformational führende Vorgesetzte eine nachhaltige Identität erzeugen können, die die Identifikation und das Commitment ihrer Mitarbeiter stärkt, während die Kündigungsabsicht verringert wird. Mittels qualitativer Methoden leitet der Autor begründete Praxisempfehlungen ab. Dabei geht er besonders auf die notwendige Vermittlung von strategischer Zukunftsperspektive und organisationalem Stolz ein.
Zielgruppe
Research
Weitere Infos & Material
Organisationale Identifikation als zentrales Konzept für Wissenschaft und Praxis.- Organisationale Identifikation: Definition und Einordnung des Konstrukts.- Entstehung von organisationaler Identifikation auf individueller Ebene.- Entstehung und Eigenschaften von organisationaler Identifikation auf kollektiver Ebene.- Treiber und Wirkungen von kollektiver organisationaler Identifikation.- Quantitativ-empirische Überprüfung des Modells der kollektiven organisationalen Identifikation.- Stärkung kollektiver organisationaler Identifikation in der Praxis — eine qualitativ-empirische Studie.- Schlussbetrachtung und Zusammenfassung.
1 Organisationale Identifikation als zentrales Konzept für Wissenschaft und Praxis (S. 1)
1.1 Organisationale Identifikation – Forschungstrend und unternehmerische Notwendigkeit
Die Beziehung zu und die Identifikation mit verschiedenen Organisationen spielt eine zentrale Rolle im Leben jedes Menschen – „Organizations pervade everyday life" (House, Rousseau, &, Thomas-Hunt, 1995, S. 109, Van Dick, 2004a, b). So werden die meisten Menschen in bestimmten Krankenhäusern geboren, sie besuchen unterschiedliche Kindergärten und Schulen, durchlaufen mitunter universitäre Ausbildungen und arbeiten schliesslich in Unternehmen, denen sie oftmals lange Zeit angehören.
Daneben sind sie vielfach Mitglieder in Sportvereinen, Clubs, Interessenverbänden oder Parteien. All diese Institutionen haben gemein, dass sie Organisationen darstellen. Organisationen, denen die Individuen zu verschiedenen Zeitpunkten angehören und mit denen sie sich in vielen Fällen intensiv und oftmals lebenslang identifizieren. Nicht selten nehmen Menschen beachtliche Anstrengungen auf sich, um etwas für eine Organisation zu leisten, mit welcher sie sich in dieser Art verbunden fühlen (Ashforth &, Mael, 1989, Pratt, 1998).
Die folgende Arbeit geht der Frage nach, wie eine solche nachhaltige Verbindung mit einer Organisation entstehen kann, welcher Natur sie ist und wie sie sich auf die Organisation und das Individuum auswirkt. Dabei sollen wissenschaftliche und praktische Aspekte gleichermassen Beachtung finden, weshalb auch die aktive Stärkung und Nutzung von organisationaler Identifikation und Identität schwerpunktmässig thematisiert werden. Da es sich bei der Dissertation um eine betriebswirtschaftliche Arbeit handelt, sollen Organisationen zudem primär als Unternehmen verstanden werden.
Das Konzept der organisationalen Identifikation hat sich in den letzten Jahren zu einem vielbeachteten Forschungsthema entwickelt (Epitropaki &, Martin, 2005, Kreiner &, Ashforth, 2004, Pratt, 1998). Immer mehr Wissenschaftler gehen der Frage nach, warum und auf welche Weise sich Individuen identifizieren, d.h. eine Form von „Zugehörigkeit" oder gar „Einheit" mit einer Organisation empfinden, welcher sie angehören und deren „Erfolge und Fehlschläge sie als die eigenen empfinden" (Ashforth &, Mael, 1989, S. 21, Übersetzung des Autors).
Das wachsende Interesse zeigt sich an einer ständig zunehmenden Zahl an publizierten Artikeln, Büchern und Herausgeberbänden sowie Sonderausgaben von namhaften wissenschaftlichen Zeitschriften, wie z.B. Academy of Management Review (Albert, Ashforth, &, Dutton, 2000), Group Processes and Intergroup Relations (Van Knippenberg &, Hogg, 2002) sowie Journal of Organizational Behavior (Van Dick, Becker, &, Meyer, 2006). Heute stellt das Konzept der organisationalen Identifikation eine zentrale Variable in der Organisationsforschung dar (Kreiner &, Ashforth, 2004, Pratt, 1998, Rousseau, 1998).
Diese Bedeutungszunahme begründet sich durch den in zahlreichen Studien belegten Einfluss der organisationalen Identifikation auf verschiedene erwünschte Verhaltensweisen sowie förderliche emotionale und kognitive Zustände von Individuen und ganzen Organisationseinheiten. So konnte u.a. gezeigt werden, dass Identifikation einen positiven Einfluss auf Arbeitsleistung und kooperatives Verhalten hat, während es negativ mit Fluktuation korreliert (Bhattacharya, Rao, &, Glynn, 1995, Kreiner &, Ashforth, 2004, Mael &, Ashforth, 1995, Van Knippenberg, 2000).
Ferner wurde nachgewiesen, dass organisationale Identifikation Mitarbeiter darin unterstützt, einen Sinn in ihrer Arbeit zu sehen und diese als angenehm und erfüllend wahrzunehmen (Ashforth, 2001, Kreiner &, Ashforth, 2004).




