Tschajanow | Die Lehre von der bäuerlichen Wirtschaft | Buch | sack.de

Tschajanow Die Lehre von der bäuerlichen Wirtschaft



Versuch einer Theorie der Familienwirtschaft im Landbau. Faksimile der 1923 in Berlin erschienenen Erstausgabe.

1. Auflage 1999, 140 Seiten, Gebunden, Buch, Format (B × H): 170 mm x 255 mm, Gewicht: 1144 g Reihe: Klassiker der Nationalökonomie
ISBN: 978-3-87881-140-4
Verlag: Schäffer-Poeschel


Tschajanow Die Lehre von der bäuerlichen Wirtschaft

Alexander Wassiljewitsch Tschajanow (1888 - 1939?) war der bekannteste Vertreter und das geistige Oberhaupt der russischen Agrarwissenschaft. Bereits im Alter von 25 Jahren wurde er 1913 Professor am agrarökonomischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule in Petrowskoje-Rasumowskoje bei Moskau. Tschajanow leitete dieses Institut, bis er 1930, auf dem Höhepunkt der Kollektivierungskampagne, entlassen und verhaftet wurde. Man warf ihm vor, gemeinsam mit Nikolai Kondratiew eine Untergrundpartei der werktätigen Bauern geleitet zu haben. Über das weitere Schicksal Tschajanows gibt es nur Vermutungen: 1931 wurde er ins Arbeitslager verbannt, 1939 soll er in Alma Ata gestorben sein. In Alexander Solschenizyns 'Archipel Gulag' findet sich hingegen der Hinweis, er sei 'nach fünf Jahren Isolation in die Verbannung nach Alma Ata geschickt, 1948 abermals eingesperrt' worden. Erst 1987 wurde er vom Obersten Gerichtshof posthum rehabilitiert. Tschajanow hat ein umfangreiches Werk hinterlassen: allein 100 wissenschaftliche Studien, daneben Publikationen zu Geschichte und Kunst sowie literarische Schriften. Alexander W. Tschajanows ökonomisches Hauptwerk 'Die Lehre von der bäuerlichen Wirtschaft' wurde 1923 zuerst auf Deutsch veröffentlicht. Es ist die erste geschlossene Darstellung der von den Wissenschaftlern der 'Organisations- und Produktionsschule' über zwei Jahrzehnte erarbeiteten Forschungsergebnisse. Die Familienwirtschaft - der kleinbäuerliche Familienbetrieb - bildete für Tschajanow eine Wirtschaftsweise eigener Art: Ihre Mitglieder arbeiten, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, nicht um der Profitmaximierung willen. Sie bilden ein Haushalts-Betriebs-System, das so zentrale Fragen wie Zeitdisposition, Einkommensverwendung, Konsum- und Produktionsentscheidungen selbständig bestimmen muß. Tschajanow sah die Zukunft der russischen Landwirtschaft in einer Weiterentwicklung dieser bäuerlichen Familienwirtschaft.

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